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ACCEPT: Interview mit Wolf Hoffmann über seinen Lebenstraum!

05.04.2019 | 15:26

ACCEPT begleitet mich schon lange musikalisch und ich stand regelmäßig bei den Jungs vor der Bühne. Das letzte Mal 2017 in Wacken, als ACCEPT die Mischung aus traditioneller Show und der Klassikliebe des Bandleaders Wolf Hoffmann auf die Open Air-Bühne brachte.

Nun muss ich zugeben, dass ich mit einer gewissen Skepsis an den Auftritt heranging, aber auf der großen Open Air-Bühne funktionierte das dann ganz famos. Was liegt da also näher, als die Show auch auf andere Bühnen zu bringen? Doch so einfach ist es nicht, denn die gleiche Show wird nicht auf Tour gehen. Wolf sagt: "Es ist quasi eine Weiterführung der Show. Wacken war eine einmalige Sache mit der dreiteiligen Show und outdoors, aber jetzt gehen wir in Hallen und spielen da wieder mit Symphonie-Orchester, aber diesmal wird die ganze Show von vorne bis hintern mit Orchester sein. Wir werden mehr Songs sowohl von ACCEPT als auch von meinem Solo-Material spielen. Wir haben ein paar aktuelle Songs eingefügt und auch noch mehr von "Blood Of The Nations", also andere Songs, die sich auch für die Orchesterbearbeitung angeboten haben und die Marc gerne singen wollte, die wir aber in Wacken nicht gemacht haben. In der Festivalatmosphäre spielt man eher die Abgehnummern, die Tour wird eher einen leichten Konzertcharakter haben."

Im Gegensatz zu den typischen ACCEPT-Shows, die ja auch immer vom Posing lebten, muss die Band allerdings ein wenig anders vorgehen. "Wir müssen vor allem an die Songs sehr diszipliniert rangehen, wir können nicht im letzten Moment kommen und sagen, wir ändern den Part oder wir jammen jetzt mal oder machen ganz spontan irgendwas. Das Orchester hat Noten und die sind aufgeschrieben und das ist dann in Stein gemeißelt."

Nachdem ACCEPT in den letzten Jahren auch kein seltener Gast auf Bühnen und Plattentellern war, wirkt das Ganze auch ein bisschen einem Gewöhnungseffekt entgegen. Wolf findet das ebenfalls: "Ja, es ist für uns eine Abwechslung und Herausforderung, aber auch für das Publikum mal etwas Anderes. Viele Fans haben uns auch schon oft gesehen, natürlich immer mit neuen Songs dabei, aber letztendlich ist es dann doch ähnlich. Diese Nummer ist anders, hier kann man sich in gepflegtem Rahmen einen ganz anderen Sound anhören. Dafür haben unser Maestro Melo Mafali und ich wochenlang im Studio gesessen und versucht herauszufinden, welche Parts das Orchester übernehmen kann, die auch sinnvoll sind. Natürlich wird das jetzt kein Kammerkonzert, sondern bleibt Metal, es wird auch eine tolle Lichtshow geben und Pyros. Da wird die Post abgehen!"

Die Tour heißt ja "Accept And The Orchestra Of Death", allerdings wird das Orchester selbst immer mal wieder wechseln. In Deutschland wird es das gleiche sein, das auch schon den besagten Wacken-Auftritt veredelt hat, im Ausland werden verschiedene lokale Orchester den Part übernehmen. Aber auch in Deutschland wird es eine Neuigkeit geben, wie Wolf begeistert berichtet: "Wir werden diesmal eine Solo-Violinistin aus Indien von Weltruhm dabei haben, die schon in der Carnegie-Hall gespielt hat. Das haben wir in Wacken nicht gemacht, da war die Gitarre das einzige Soloinstrument, aber diesmal setzen wir noch einen drauf. Das Orchester ist super, aber jetzt kommt noch ein zweites Soloinstrument hinzu, mit dem man sich musikalisch die Bälle zuwerfen kann. Ich bin total gespannt, wie das live rüberkommt und wie es sein wird, wenn nicht nur ich im Mittelpunkt stehe. Natürlich nicht im ACCEPT-Part, sondern im symphonischen Teil."

Mittlerweile hat Wolf auch die ganze Band angesteckt, die seine Begeisterung für klassische Musik teilt. "Ja, vielleicht nicht die gleiche Besessenheit, das Ganze hätte ohne mich sicher nicht stattgefunden, aber jetzt, wo wir das einmal gemacht haben, ist Marc zum Beispiel total begeistert." Wo wir gerade auf die Musiker zu sprechen kommen, stellt sich die Frage, wer denn den Basspart übernehmen wird. Wolf berichtet: "Als Bassmann haben wir den gleichen Stand-In dabei, den wir in Wacken auch hatten. Wir werden demnächst unseren permanenten neuen Bassisten ankündigen können, aber diesmal wird der noch nicht dabei sein."

Wenn man auf die Hallen schaut, so nehme ich verwundert zur Kenntnis, dass es sich nicht um die ganz großen Tempel handelt, in denen so ein Konzert möglicherweise zwar bombastisch, aber doch unpersönlich wirken könnte. Viele der Hallen fassen um die 3000 Zuschauer. Kann man denn eine solche Tour mit solchen Auftrittsorten überhaupt finanzieren? Zumal die Ticketpreise auch nicht exorbitant sind, gerade in Anbetracht einer solchen Produktion und eben der Tatsache, dass man nah an Band und Orchester sein wird. Darauf angesprochen, zögert Wolf kurz. Als alter Hase im Geschäft hat er das sicher alles ordentlich durchgerechnet, aber das steht hier wohl nicht im Mittelpunkt. "Das ist jetzt nichts, wo man sagt, damit muss ich unbedingt Geld verdienen. Natürlich muss es alles durchführbar sein, das wird teuer, keine Frage, aber sonst geschieht das aus Leidenschaft. Genau wie mein Soloalbum auch, das war eine "Labour of love", da denkt man darüber gar nicht nach, sondern macht es, weil es Spaß macht und eine Art Lebenstraum ist. Alles andere ergibt sich dann. Wir haben versucht die Ticketpreise im Rahmen zu halten, aber es ist eben ein ganz spezielles Konzert. Es ist eine einmalige Sache, die wir da vorhaben, wer daran Interesse hat, sollte jetzt kommen."

Sechs Auftritte wird es in Deutschland geben und einige weitere im Ausland. Wenn ich es nicht schaffen sollte, dabei zu sein, wird es doch wohl hoffentlich irgendwann eine DVD davon geben, oder? "Auf jeden Fall, klar. Wir haben gerade relativ viel rausgebracht, aber auf jeden Fall werden wir es aufnehmen. Wir werden auch im Ausland an ganz spannenden Veranstaltungsorten spielen, in Bulgarien zum Beispiel werden wir in einem römischen Amphitheater spielen. Da wird einiges Material anfallen, mal sehen, wie und wann wir das veröffentlichen werden. Aber das ist dann Sache der Plattenfirmen, wir machen erstmal eine spektakuläre Show, so dass es für alle ein unvergessliches Erlebnis wird."

Der Ausblick in die Zukunft ist dann aber wieder typisch rockig mit einem neuen Album. "Ja klar, absolut, wir haben schon angefangen, aber das Gros der Arbeit liegt noch vor uns. Die Tourvorbereitung nimmt schon viel Zeit in Anspruch, aber sobald das vorbei ist, gehen wir ins Studio!"

Doch zuvor gibt es diese besondere Tour, bei der die deutschen Vorzeige-Metaller sich mal ganz anders präsentieren werden. Bei den wenigen Auftritten und der Größe der Hallen könnte ich mir vorstellen, dass die Tickets für das eine oder andere Konzert im Vorfeld bereits vergriffen sein werden, deswegen ist es ratsam, nicht auf die Abendkasse zu hoffen. Hier sind die Stationen (ein Klick führt zu Eventim, wo die jeweilige Ticketauswahl in den verschiedenen Kategorien angezeigt wird):

20.04. D Wuppertal – Stadthalle
21.04. D Leipzig - Haus Auensee
22.04. D Hamburg - Mehr! Theater
23.04. D Fürth – Stadthalle
25.04. UA Kiew - Palace Ukraine
27.04. RUS St. Petersburg - DK Lensoveta
28.04. RUS Moskau - Crocus City Hall
15.05. CZ Prag - Kongresové centrum
18.05. BG Plovdiv - Ancient Theatre
25.05. D Saarbrücken – Congresshalle
27.05. D München - Circus Krone

Redakteur:
Frank Jaeger

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