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ASSASSIN: Interview mit Scholli

24.06.2016 | 00:11

"Combat Cathedral" ist ein ungemein aggressives und brutales Album aus dem Hause ASSASSIN geworden. Kompromissloser und ungezügelter Thrash Metal mit einer tödlichen Prise Schnelligkeit - das Urgestein will es mit dem fünften Album offenbar noch einmal wissen. Klampfer Jürgen "Scholli" Scholz stand uns Rede und Antwort, berichtet im Folgenden über das neue Langeisen und die letzten Jahre, die das Album gewissermaßen entscheidend geprägt haben. Aber lest selbst.

Hey Scholli. Herzlichen Dank, dass du dir etwas Zeit für meine Fragen nimmst. Doch bevor es ans Eingemachte geht, lass mich wissen, wie es dir geht und wie die momentane Stimmung bei ASSASSIN ist.

Hey Marcel, danke der Nachfrage nach meinem Befinden. In den letzten zwei bis drei Jahren haben mich leider viele Entwicklungen und Tendenzen allgemein und privat ziemlich runtergezogen, was ich in den Songs zum neuen Album entladen habe, wodurch die sieben Songs, die ich fürs Album geschrieben habe, extrem aggressiv ausgefallen sind.  Die ersten Resonanzen, die wir auf das Album erhalten haben, waren alle durchweg sehr positiv, was mich und die anderen Jungs sehr freut und für gute Stimmung gesorgt hat.

Das tat euch nach den letzten Jahren sicherlich gut. Seit "Breaking The Silence" sind mehr als fünf Jahre ins Land gezogen. Kannst du mir ein kleines Update geben, was in der Zwischenzeit bei euch so passiert ist?

Nach dem letzten Album "Breaking The Silence" haben wir in Südamerika getourt und noch weitere Gigs in Japan, China und Europa gehabt. Daraufhin begannen die Arbeiten am neuen Album, die jedoch nicht sehr produktiv waren, da Robert (Gonella – MR) zu den neuen Songs nur noch wenig Zugang fand und entsprechend auch kaum Textideen hatte. Als er dann verkündete, dass er die Band verlässt, schockte uns das natürlich, obwohl wir so was schon fast vermutet hatten, und es kostete uns natürlich auch entsprechend Zeit, einen neuen geeigneten Sänger zu finden und einzuarbeiten.

Nun steht mit "Combat Cathedral" jedoch das neue, mittlerweile fünfte ASSASSIN-Album in den Startlöchern. Ein ziemlich heftiges und brutales Album. Was ist deiner Meinung nach – musikalisch gesehen – der Hauptunterschied zu "Breaking The Silence"?

Der Hauptunterschied ist, dass die Songs wesentlich aggressiver im Riffing aus besagter Grundstimmung ausgefallen sind.  Ein paar Experimente wurden dabei auch musikalisch gemacht wie z.B. der teilweise etwas progressive Endsong 'Red Alert', der zunächst sphärisch beginnt, dann aber auch untypische 9/8-Takte enthält, bevor dann in Strophe , Pre-Chorus und Chorus ordentlich durchgeballert wird. Hinzu kommt, dass Ingo, unser neuer Sänger, auch durch seine Vocal-Lines und Shouts viele aggressive Akzente setzt.

Der Opener der neusten Platte heißt 'Back From The Dead'. Kann man das als eine Art ASSASSIN-Statement betrachten?

Eigentlich kann ich die Frage nur mit einem einfachen "Ja!" beantworten, denn das bringt es auf den Punkt - wie auch der Song an sich. Wir haben ihn bewusst als Opener gewählt, da er textlich wie auch musikalisch kurz, kompakt und brutal mit 242 bpm alles auf einen Punkt bringt, und dabei auch noch sagt, was mit ASSASSIN passiert: Back from the dead, hehe.

Vor allem fällt die brutale und kompromisslose Produktion auf. Wo habt ihr das gute Stück aufgenommen und wie verlief die Produktionsphase?

Durch das Budget waren wir von unserem Aktionsradius relativ eingeschränkt, sodass wir uns nach geeigneten Studios umschauten. Also war für uns eine heimatnahe Produktion sinnvoll, die insgesamt bezahlbar sein sollte und natürlich auch Qualität versprach. Durch einige Kontakte, die unser Bassist Joachim hatte, kamen wir dann auf Marc Görtz, der sozusagen nebenan in Essen sein Studio hat. Nach einer kurzen Absprache, wo die Reise unserer neuen Scheibe hingehen soll, waren wir uns klar, dass Marc das auch umsetzen kann, und wir haben damit einen neuen Produktionsweg gewagt, was kein Fehler war, sondern sich gelohnt hat und eine angenehme Zeit war.

Mit Ingo habt ihr einen neuen Shouter in euren Reihen, der es versteht, der instrumentalen Brutalität auch eine entsprechende Stimme zu verleihen. Wie seid ihr auf ihn aufmerksam geworden?

Björn, unser Drummer, hatte den Kontakt zu Ingo aufgebaut. Ingo ist von den Bands LORD OF GIANT, SUPERSOMA und NEW DAMAGE bekannt, die aber einen ganz anderen Stil haben. Björn sagte Ingo, dass wir auf der Suche nach einem neuen Sänger seien. Da Ingo ein großer Fan von ASSASSIN war, hatten wir Glück im Unglück, nachdem Robert uns verlassen hatte, als Ingo sagte, er will es einfach mal versuchen und wir mit ihm einen neuen, wirklich fähigen und auch zu ASSASSIN passenden Sänger noch verhältnismäßig schnell gefunden hatten.

Hand aufs Herz: Was bringt Ingo in die Band ein, das Robert nicht einbrachte? Und kannst du uns die Gründe für den Split mit ihm verraten?

Zunächst zu Roberts Ausstieg: Wie gesagt, fand Robert zu den neuen Songs nur noch wenig Zugang und entsprechend hatte er auch kaum Textideen. Zudem kam er mit unserer Arbeitsweise auch nicht mehr so wirklich klar, woraufhin er aus persönlichen Gründen die Band verließ. (Man hörte auch etwas von einer angeblichen Kollaboration mit dem 1.FC Köln, hehe) Wir sind mit Robert nach seinem Ausstieg aber weiterhin gut befreundet.

Zu Ingo: Sicherlich bietet seine Stimme ein wesentlich breiteres Gesangsspektrum, das wir aber nicht ausschöpfen wollten, sonst würden wir Gefahr laufen, dass wir nicht mehr nach ASSASSIN klingen. Das war uns allen bewusst und deshalb passt es mit Ingo, so wie wir es auf dem Album und auch live umgesetzt haben, einfach optimal. Zudem hat er bei den Songs einen guten Input geleistet. Viele Songs waren zwar schon instrumental fertig, aber wir haben sie mit ihm noch ausgearbeitet, sodass er sich auch gut einbringen konnte.  Letztendlich müssen wir uns zudem durch Ingos Stimme nicht mehr wie so oft vorher vorhalten lassen müssen, dass wir gesanglich zu sehr Richtung Hardcore tendieren würden.

Bestehen Pläne eurerseits mit "Combat Cathedral" auf Tour zu gehen oder einige Gigs zu absolvieren?

Natürlich wollen wir das Album live präsentieren, genauso wie mit den alten Stücken auch uns und die Fans wieder ein wenig in die guten alten 80er zurückversetzen und ein gewisses Lebensgefühl von damals während des Konzertes aufleben lassen. Insgesamt also einfach mit allen zusammen eine gute Zeit während und auch nach dem Gig verbringen! Danach geht es dann wieder an ein neues Werk, aber allem voran wollen wir erstmal back from the dead all together sein, haha!

Scholli, dann wäre ich mit meinen Fragen auch durch und möchte mich noch einmal herzlichst bei dir für Zeit und Geduld bedanken. Die letzten Worte gebühren dir. Ich wünsche dir und dem restlichen ASSASSIN-Clan alles erdenkliche Gute mit dem neuen Album!

Ich danke auch dir sowie allen Fans, die uns bisher begleitet haben und mit uns auch noch den weiteren Weg bestreiten möchten, sowie das Lebensgefühl der 80er ein wenig wiederaufleben lassen möchten und einfach eine gute Zeit haben wollen. Keep your head on banging!

 

Redakteur:
Marcel Rapp

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