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ATTIC: Interview mit Gitarrist K.A.T.T.E.

09.03.2013 | 12:56

Ein Interview mit dem Gitarristen KATTE der teuflisch tollen Band ATTIC.

Zum Einstieg bitte erstmal die langweilige Bandgeschichte. Wie lange seid ihr schon so zusammen? In welchen anderen Bands habt ihr vorher gespielt?


Im Winter 2010/2011 dürfte unsere gemeinsame Geschichte beginnen, da wir dort mit dem Proben und Songwriting begonnen haben und bereits Ende Januar 2011 unser erstes Konzert mit SKULL FIST, ARMOUR, REZET und IRON KOBRA spielen konnten.
Bis auf Meister Cagliostro kannten wir uns alle bereits vorher. Mit IRON KOBRA, bei denen Matze Bass spielt, bin ich bereits seit Schulzeiten gut befreundet und habe dort auch schonmal Live als Sessiongitarrist gespielt. Ich kannte also auch die musikalische Zusammenarbeit mit Matze. Robert spielte vor ATTIC bei SINNER, die keine Veröffentlichung vorzuweisen haben, aber musikalisch in Richtung HELLHAMMER gingen. Zudem wohnte er seinerzeit nur zwei Straßen von mir entfernt, wodurch man sich häufiger mal getroffen hat. Ich spielte zu dieser Zeit bei ERAZOR und da ATTIC ein Drummer fehlte, wir aber schon das erste Konzert bestätigt hatten, fragte ich Roman, der ebenfalls bei ERAZOR spielt, ob er als Sessiondrummer diesen Gig mit uns mitspielen würde, woraus sich dann eine Zusammenarbeit ergab, die bis heute anhält. Als ATTIC anfing zeitintensiver zu werden, wurde es zunehmend schwerer für Matze sich für beide Bands und sein Studium Zeit zu nehmen, weshalb er beschloss seine Priorität auf IRON KOBRA zu setzen, was wir ihm nicht verübeln konnten. Ersetzt wurde er durch Chris von WARHAMMER, den ich ebenfalls seit Jahren kenne, da ich selbst mal Sessiongitarre für WARHAMMER spielte. Soviel zum Line-Up und unserer Besetzungsgeschichte.

Unser Demo wurde Anfang 2012 veröffentlicht und verursachte weitaus mehr Resonanz, als wir erwartet hätten. Im Mai 2012 kührte uns das Rock Hard Magazin zum Demo des Monats, die Vinylversion mit einer Auflage von 300 Exemplaren war nach einem Wochenende ausverkauft und wurde absurderweise einige Monate nach Release schon in der Raritätenrubrik des Rock Hard besprochen. Im Sommer veröffentlichten wir noch eine 7“ Split mit den Italienern von WALPURGIS NIGHT und unterschrieben zur gleichen Zeit einen Plattenvertrag bei Ván Records. Des Weiteren spielten wir relativ viele Konzerte, worunter das Headbangers Open Air und das Metal Magic Festival (Dänemark) zu unseren persönlichen Highlights zählen, bevor wir im Herbst mit den Aufnahmen für unser Debutalbum "The Invocation" begannen, was am 07.12.2012 via Ván Records erschienen ist. Zur gleichen Zeit waren wir mit THE DEVIL'S BLOOD auf Tour, bevor erneut das Rock Hard unser Album zum "Album des Monats" kürte.


Wie würdet ihr einem Heavy-Metal-Fan, der noch keinen Ton von euch gehört hat, eure Musik beschreiben und wie einem Nicht-Metal-Hörer?


Einem Heavy-Metal-Fan würde ich es als klassischen Heavy Metal mit hohem Gesang, verspielten Lead-Gitarren und einer dunklen Atmosphäre beschreiben, während ich einem Nicht-Metal-Hörer allenfalls sagen würde, dass wir Heavy-Metal-Musik machen.

Was hat euch dazu bewogen, diesen Stil zu spielen? Die immer wieder gestellten Vergleiche zu KING DIAMOND können doch mit der Zeit sicherlich auch nervig sein, oder?


Ich denke hierbei muss man differenzieren. Wenn man Falsettgesang in dieser Form verwendet, ist der Vergleich mit KING DIAMOND warscheinlich immer am naheliegendsten. Das sehen wir nicht anders. Allerdings lassen wir uns musikalisch nicht darauf reduzieren und sehen uns selbst auch nicht als Rip-Off an, wie dies gern dargestellt wird. Wenn man sich unsere Musik genauer anschaut, wird auch auffallen, dass die Instrumente relativ wenig Gemeinsamkeiten mit KING DIAMOND/MERCYFUL FATE aufweisen. Da aber der Gesang das dominanteste Element ist, wird das Musikalische bei den Vergleichen meist ganz außen vor gelassen. Der Stil unserer Musik hat sich ganz natürlich durch unsere gemeinsamen Einflüsse und Leidenschaften für traditionellen Heavy Metal, Okkultismus, Horrorfilme und phantastische Literatur entwickelt.


Böse Zungen reden von einem Hype solcher Bands wie PORTRAIT, IN SOLITUDE und ATTIC. Wie reagiert ihr darauf?


Reagieren kann man darauf eigentlich sehr schlecht. Man muss sich damit leider abfinden und eben ab und an eine Interviewfrage dazu beantworten. Also so ein "Hype" ist immer eine ambivalente Sache. Einerseits muss man sich vorwerfen lassen, man reite auf einer Welle etc, andererseits profitiert man natürlich auch von selbiger, da ja "Hype" erst mal eine erhöhte Aufmerksamkeit für ein bestimmtes Genre signalisiert. Uns ist in dem Zusammenhang nur wichtig, dass wir vorher wie nachher von unseren Fans als die Band wahrgenommen werden, die wir sind. Denn jeder Hype geht mal vorbei und schlussendlich sollte die Musik zählen, die man macht. Und trotz der gesteigerten Aufmerksamkeit an dieser Musik wissen wir, dass wir genau diesen Stil auch ohne genannten "Hype" spielen würden, da die thematischen und musikalischen Inhalte seit Jahren unseren Vorlieben entsprechen. Ich persönlich sehe uns auch lieber in einer Linie mit Bands wie WITCHFYNDE, SATAN'S HOST, HALLOWEEN und DEATH SS als diagonal zu der aktuellen Welle. Letztendlich liegt es aber beim Hörer selbst, wo er uns einordnet und darauf haben wir wenig Einfluss.

Ich finde es ziemlich albern, wie schnell der Begriff "Hype" Verwendung findet, wenn gerade mal eine handvoll Bands so klingt. Es regt sich ja auch keiner auf, dass Tausende von Bands wahlweise nach IRON  MAIDEN oder JUDAS PRIEST klingen. Ist nicht die ganze Heavy-Metal-Musik nur eine Wiederholungsschleife?


Ja, der Begriff wird immer inflationärer gebraucht. Dein Beispiel bringt dies ja schon sehr gut auf den Punkt. Also wenn es einen "Hype" um klassischen Heavy Metal mit okkulten Einflüssen gibt, und wir eine von drei oder vier Bands sind, die Teil dieses "Hypes" sein sollen, können wir uns eigentlich nicht beschweren.
In der Tat beschwert sich bei Tausenden von MAIDEN-, PRIEST-, AC/DC-, BLACK SABBATH- Soundalikes keiner über eine Ähnlichkeit, während aber alles was (und sei es nur gesanglich) in Richtung MERCYFUL FATE/KING DIAMOND geht, ein rotes Tuch zu sein scheint.

Das ärgert einen natürlich umso mehr, wenn man viel Herzblut und Ideen in seine Musik gesteckt hat, und dann da unter dem Motto "da singt jemand Falsett, also ist alles eine billige KING-DIAMOND-Kopie" verallgemeinernd drüber gebügelt wird.

Wir haben jedoch genug Spaß an dem, was wir machen, sodass wir uns darüber kaum noch ärgern. Stattdessen versuchen wir produktiv zu sein und den Beweis anzutreten, dass der ganze Heavy Metal eben nicht nur eine riesige Wiederholungsschleife ist.

Wo kommen die Ideen zu den Texten her? Persönliche Erfahrungen ?


Die Lyrics werden von Cagliostro meist auf fertige Riffs oder Songfragmente geschrieben, sodass er den Inhalt der Texte immer der jeweiligen Stimmung des Songs anpassen kann. Das ist sehr essenziell in unserer Arbeitsweise. Die einzelnen Ideen haben sehr unterschiedliche Ursprünge. Sie haben jedoch gemeinsam, dass immer zuerst die Atmosphäre des Stücks klar in der Vorstellung ist, bevor das erste Wort geschrieben wird.

Wie schon erwähnt, setzen wir uns privat sehr viel mit okkulten Thematiken auseinander und sind darüber hinaus Fans von phantastischer Literatur und klassischen Horrorfilmen, woraus sich auch unsere Textideen ergeben. Persönliche Erfahrungen sind tatsächlich auch schon in Texte eingeflossen. Es muss jedoch Aufgabe des Hörers bleiben, herauszufinden an welchen Stellen das wohl der Fall war.


Gibt es Songs/ Texte, die Euch besonders wichtig sind? Welche wären das und was zeichnet diese Songs im Besonderen aus?


Uns liegen tatsächlich alle Songs sehr am Herzen, weshalb es beinahe unmöglich ist, einen speziellen hervorzuheben oder eben auszulassen, mit dem wir keine individuelle Entstehungsgeschichte oder anderweitige Hintergründe verbinden. Ich kann für mich persönlich höchstens rein musikalisch von 'Edlyn' sprechen, da ich viele dort enthaltene Riffs bereits 2009 in einer psychisch eher durchwachsenen Phase schrieb. Diese Ideen ließen sich aber bis zur Idee zu 'Edlyn' nirgendwo richtig einbringen. Deshalb zeichnet sich der Song bei mir durch eine tiefe Intensität und bestimmte Assoziationen aus. Der Hörer sollte jedoch selbst entscheiden, welche Songs ihm persönlich aus welchen Gründen am wichtigsten sind.

Ihr seid bei Van Records gelandet. Was hat Euch dazu bewogen bei diesem Label zu unterschreiben? Gab es andere Angebote? Wo seht ihr euren Vorteil bei gerade diesem Label zu sein, wo die eventuellen Nachteile? Was erwartet Ihr von Eurem Label?


Es gab Angebote von anderen Labels, die wir privat ebenfalls sehr schätzen, aber Ván Records war von Anfang an unser Wunschlabel. Das Label hat einen hohen Standard, was die Qualität der Bands und Veröffentlichungen angeht. Die Veröffentlichungen stechen in jeder Sammlung einfach durch viel Liebe zum Detail und unüblich liebevolle und handgearbeitete Verpackungen hervor, was man bei kaum einem anderen Label finden dürfte und unseren eigenen Vorstellung auch vollkommen entspricht. Darüber hinaus ist das Label wirklich bemüht und steht auch 100%ig hinter jeder Band.

Die Vorteile liegen darin, dass das Label eine überschaubare Anzahl an Bands gesignt hat, was ein beinahe familiäres Verhältnis unter den Bands und dem Label erzeugt und einfach dafür sorgt, dass man nicht so schnell in der Anzahl der Bands untergeht, wie dies bei anderen Plattenfirmen der Fall ist. Zudem ist Ván, obgleich sie als Black-Metal-Label begannen, kein genrespezifisches Label mehr. Die Bands kommen aus diversen musikalischen Bereichen, was für uns zum einen den Vorteil hat, dass man uns einer breiteren Masse präsentiert, als dies bei einem reinen 80s-Metal-Label der Fall wäre. Zugleich birgt dieses Argument aber auch den Nachteil, dass viele, die uns lieber bei einem anderen Label gesehen hätten, Kritik daran ausüben. Man kann es eben nie allen Recht machen, aber da die Wahl des Labels keine Auswirkungen auf unsere Musik hat, sehe ich in der Bandbreite der Bands keinen Nachteil und mit der bisherigen Zusammenarbeit sind wir mehr als zufrieden. Wir bekommen in jeder Hinsicht die Freiräume, die wir zur Verwirklichung unserer Vorstellungen brauchen, während wir wirklich guten Support bekommen und man uns viele Möglichkeiten eröffnet. Wir arbeiten auch sehr eng mit dem Label zusammen, stehen in ständiger Kommunikation und haben durch die Zusammenarbeit mit Sven nicht nur ein Label, sondern auch einen Freund dazugewonnen.


Wie seid ihr auf Markus Vesper (Artwork) gestoßen und wie war die Zusammenarbeit?


Markus Vesper ist uns seit Jahren ein Begriff. Er ist zum Beipsiel verantwortlich für Artworks von MANILLA ROAD, A TORTURED SOUL, KRAZE und DENIAL OF GOD, die sich in unseren Regalen über die Zeit angesammelt haben. Er kommt aus der gleichen musikalischen Ecke wie wir, ist ein Plattensammler, besucht die selben Festivals wie wir und darüber hinaus sind wir einfach Fans seines Stils, ihn zu fragen bot sich also perfekt an.

Die Zusammenarbeit war beispielhaft! Trotz Zeitdruck hat er ein großartiges Artwork angefertigt, ist auf jegliche Änderungswünsche eingegangen, hat uns Alternativen angeboten, war stets erreichbar und die gemeinsame Muttersprache war bei der Verständigung auf jeden Fall von Vorteil, diesbezüglich haben wir auch schon ganz andere Erfahrungen gemacht.


Auf dem Album steht ein Song des Demos und die Nummer der Split 7". Sonst bekommen wir nur neues Material zu hören. Das wirft mehrere Fragen auf: Erstens: Ist das Demo noch erhältlich. Wenn nicht, werden die anderen Songs von dem Teil irgendwann später noch einmal einem breiteren Publikum präsentiert (ATTIC-Sammler-Box-Set!) Zwotens: Wie kam die Songauswahl zustande? Drittens: Es erscheint mir so als sei es euch wichtig, dass möglichst viele Fans, möglichst viel Material bekommen können, denn die Satansbraut dürften deutlich weniger Leute kennen als das Demo. Oder irre ich mich?


Erstens: Das Demo ist nicht mehr erhältlich und wir haben auch nicht vor, dieses nachpressen zu lassen, da wir mit der Qualität der Aufnahme nicht zufrieden sind. Genau aus dem Grund sind auch einzelne bereits bekannte Songs für das Album neu aufgenommen worden, die uns einfach zu schade waren, um sie verfallen zu lassen.

Zweitens: Die Songauswahl ergab sich aus dem Arbeitsprozess zum Album und ist wahrscheinlich schwer nachvollziehbar. Wir hatten einige neue Songs und ein paar alte und haben einfach geschaut, welche der alten Songs wir gern auf dem Album hätten und welche sich von der Atmosphäre dort nahtlos einfügen lassen. Hätte eine Schallplatte eine Spiellänge von 70 Minuten, hätten wir vielleicht alle Demosongs neu eingespielt, aber eine Doppel-LP als Debüt war für uns persönlich keine Alternative, wir sind aber mit der Zusammenstellung der Tracklist so wie sie geworden ist sehr zufrieden.

Drittens: Es ist uns wichtig, dass der Fan Optionen besitzt und nicht möglichst viel von uns bekommen kann. Es liegt uns am Herzen, dass das Album auf CD und Vinyl unlimitiert erhältlich ist, damit es keine Panik um die Limitierungen gibt. Im Vorverkauf zum Album gab es auch ein Box-Set, dass tatsächlich nur limitiert erhältlich war, aber dies war eher für die Die-Hard Fans und Sammler gedacht, die solche Besonderheiten mögen.

Bleiben wir beim Thema Fannähe: Wie wichtig ist Euch das? Wie definiert ihr das?

Eine allgemeingültige Definition fällt da schwer, das ist situations- und personenabhängig. Wir freuen uns sehr über Feedback von Fans und nehmen uns auch die Zeit, wenn jemand auf uns zukommt oder uns anschreibt und das gehört für uns auch dazu. Die Leute investieren ihre Zeit und ihr Geld, um sich mit uns auseinanderzusetzen und da ist es nicht zuviel verlangt, dass man sich mal ein paar Minuten mit Leuten unterhält, Mails beantwortet, Interviews ausgiebig und ehrlich beantwortet und einfach zur Verfügung steht.

Zugleich sind wir aber auch ruhigere Typen, die gerne mal unter sich sind und sich ab und an zurückziehen müssen. Besonders unser Sänger sollte nach Konzerten nicht zuviel unter Leute gehen, da das viele laute Sprechen im Anschluss einer Show seine Stimme anschlagen kann, aber das sollte nachvollziehbar sein. Wir sind zwar keine Freunde von dem Gedanken an eine große Metalgemeinschaft in der jeder, der ansatzweise das gleiche Genre mag, durch gleichgesinnte Brüderlichkeit verbunden ist und wir müssen nicht mit jedem Metaller persönlich befreundet sein, aber wenn es explizit um unseren Fankreis geht, bringen wir ihm größten Respekt entgegen.

Erzählt doch mal etwas über die verschiedenen Versionen des Albums? Was ist der Gedanke dahinter?


Wie schon oben erwähnt wird eine CD im Digipack-Format sowie eine Vinylversion im Gatefold unlimitiert erhältlich sein. Darüber hinaus gab es im Preorder eine Box, die die LP, eine Listening-Copy der CD, ein Tape mit dem Album darauf, ein exklusives Poster und ein signiertes Zertifikat gab. Die Box sollte einfach nur eine kleine Besonderheit sein für die Fans, die das Album bereits im Preorder bestellt haben und etwas aufwändigeres als die reguläre CD oder LP Version haben wollten. Es gab einige, die dies kritisiert und für unsinnig befunden haben, aber für diese Personen war die Box auch nicht gedacht. Wie schon gesagt, liegt uns da das bieten der Alternativen am Herzen, je nachdem welche Form der Veröffentlichung man bevorzugt, kann man diese erwerben und nicht zuletzt spielt es auch eine große Rolle, worauf wir selbst Lust haben. Wären wir große Tapesammler, hätten wir das Album auch regulär auf Tape releasen können und hätten wir keine Plattenspieler, würde es vielleicht nur eine CD Version geben. Die eigenen Vorlieben der Band werden von Außenstehenden gern unbedacht gelassen, aber egal, ob es um Tonträger, Merchandise oder unsere Präsentation geht, ist es uns wichtig selbst dahinter stehen zu können.

Man konnte alle Versionen des Albums über den Van Record Shop vorbestellen. Eine nicht ungewöhnliche Methode, die aber auch ihre Schattenseiten hat. Zum Einen kann es dabei zu der unglücklichen Situation kommen, dass bestimmte Versionen gar nicht in den (eh schon leidenden) Handel kommen und zum Anderen soll es Leute geben, die nicht über Internet verfügen. Also Oldschooler. Genau eure Klientel. Ein wenig paradox, oder?


Die einzige Version, die nicht in den Handel kam, war die Box, die aber als exklusiver Preorder Artikel gedacht war, alles andere wird auch anderweitig vertrieben und im Handel erhältlich sein.

Gewiss wird es auch Oldschooler geben, die nicht über das Internet verfügen, aber da man im Jahr 2013 davon ausgehen kann, dass eine deutliche Merhheit unserer Fans über einen Internetzugang verfügt, besonders da wir unser selbstveröffentlichtes Demo zuvor auch nur über das Internet und bei Konzerten vertreiben konnten, haben wir speziell was die Box angeht keine Rücksicht darauf nehmen können. In meinen Augen ist es da fair genug, wenn es die CD und LP weiterhin über diverse Wege zu erwerben gibt und das obendrein in einer einheitlichen Vinylfarbe.

Kommen wir mal auf das Image zu sprechen . Was hat es damit auf sich? Könnt Ihr Euch vorstellen auch völlig "normal" aufzutreten? Widerspricht ein Image nicht grundsätzlich der ursprünglichen Heavy-Metal-Lehre, die alles auf ihr natürlichstes Element reduziert?


Unser Image ist uns natürlich sehr wichtig und wir nehmen die ganze Sache auch dementsprechend ernst. Atmosphäre ist uns ein wichtiger Begriff und diesem sollte über die Songs hinaus gerade live auch durch eine stimmige Präsentation Ausdruck verliehen werden. Zugleich wollen wir uns aber nicht in okkulten Metaphern und Mysterien verlieren, sondern in erster Linie dem Hör-, und Seherlebnis der Hörer entgegenkommen.

Okkulte Themen und Erfahrungen spielen für uns eine wichtige Rolle, wir lassen diese jedoch nur sehr bewusst und dezent in die Arbeit mit ATTIC einfließen, da wir dem Hörer der unsere Musik mag den Zugang nicht durch solche Verschlüsselungen erschweren wollen. Die eigene Spiritualität ist zudem eine sehr intime Sache, weshalb wir sie eher als Inspirationsquelle nutzen anstatt sie unmittelbar einzubauen, zugleich ist dies ein Aspekt, den die Leute bei unserer Präsentation als erstes wahrnehmen, was gerade bei dem aktuell unterstellten „Okkult-Hype“ ein Kritikpunkt an uns sein kann. Um darüber aber auf deine Frage zurückzukommen, nein, ich denke nicht, dass wir uns im Rahmen von ATTIC vorstellen können, völlig "normal" auf die Bühne zu kommen, da ATTIC das Produkt unserer Einflüsse und Inspirationen ist und das Image in der kreativen Umsetzung des Ganzen einfach als dazugehörig empfinden. Zusätzlich grenzt es unser Erleben als Musiker auf der Bühne von dem außerhalb ab, es hilft einem sich selbst intensiver auf die Musik einzulassen, während alles, was jenseits der Musik passiert in diesem Moment nicht existent ist. IRON MAIDEN würde ihren Eddie auch nicht weg rationalisieren, weil er nicht der "ursprünglichen Heavy-Metal-Lehre" entspricht.  

Angenommen Geld würde keine Rolle spielen, wie würde Eure Bühnenshow sich verändern? Hättet Ihr eventuell Interesse einen Song von einem richtigen Videoclip in Kurzfilmformat unterlegen zu lassen? Mit wem würdet ihr gern zusammen arbeiten?


Über solche Veränderungen machen wir uns immer erst Gedanken, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, daher kann ich diesbezüglich nichts Verbindliches sagen, aber je mehr Geld uns zur Verfügung steht und je mehr Möglichkeiten die Locations, in denen wir spielen. hergeben, desto aufwändiger wird unsere Show werden.

Wenn es um Videoclips geht bei denen Geld keine Rolle spielt, würden uns warscheinlich einige Filmemacher einfallen. Spontan kommen mir da Hélène Cattet & Bruno Forzani in den Sinn, die 2009 mit "AMER" einen großartigen Giallofilm geschaffen haben oder der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky.

Wohin wird die Reise mit ATTIC kurzfristig gehen? Was sind die Ziele und Hoffnungen?


Kurzfristig schauen wir auf ein mit Konzerten und Festivals angefülltes Jahr 2013 bei denen es uns darum geht dem Publikum zu demonstrieren, dass wir trotz der positiven Kritiken zum Album eine Liveband sind und auch dort überzeugen können. Darüber hinaus werden wir wohl mit dem Songwriting für das zweite Album beginnen, anstatt uns auf dem bisher erreichten auszuruhen.

Wohin soll die Reise mit ATTIC auf keinen Fall gehen?


Da gibt es viele Wege, die nicht beschritten werden sollten. Zu viele, um sie auszuzählen.

Famous last words ..


Vielen Dank für das Interview und dem Leser für sein Interesse!

Redakteur:
Holger Andrae

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