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AUDREY HORNE: Interview mit Toschie

29.05.2008 | 10:35

AUDREY HORNE haben mit "Le Fol" bislang vielleicht die Überraschung des Jahres vorgelegt. In unserer Gruppentherapie konnten die Norweger mit ihrer Mischung aus Metal, Alternative Rock und 70er-Jahre-Sounds ausnahmslos jeden überzeugen. Das ergab gleich eine ganze Horde Gründe die Jungs mit Fragen zu löchern. Sänger Toschie stand Rede und Antwort.

Peter:
Zuallererst herzlichen Glückwunsch zu einem formidablen Album. Es hat eine Weile gedauert bis "Le Fol" auch in Deutschland veröffentlicht wurde. Was war der Grund dafür?

Toschie:
Oh, vielen Dank. Der Grund für die Verzögerung war einfach, dass wir bereits eine sehr große Fangemeinde in Norwegen haben und wir uns daher zuerst auf diesen Markt fokussieren wollten. So konnten wir so viel Promoarbeit machen und Gigs spielen, wie es eben möglich war. Jetzt beginnen wir "Le Fol" auch in Resteuropa zu promoten und können uns voll darauf konzentrieren.

Peter:
Auch wenn "Le Fol" ein bisschen grungig klingt, so scheint ihr doch eine Vorliebe für die 70er zu haben. Vor allem die Keys sind doch sehr stark von den Hardrockbands der 70er beeinflusst. Siehst Du das auch so?

Toschie:
Ja, absolut. Wir alle lieben den 70er-John-Lord-Kram. Gerade bei einem Song wie 'Threshold' war es für uns unerlässlich diesen organischen Sound zu haben. Ich denke, das gibt dem Song mehr diese old school Hardrock-Note. Wir haben eine Menge Mellotrons benutzt.

Peter
Auf POWERMETAL.de haben acht Leute euer Album rezensiert und jeder hat es gemocht, unabhängig davon, ob sie normalerweise eher old-school, alternativ rockend oder progressiv unterwegs sind. Warum glaubst Du, dass AUDREY HORNE so ein breites Publikum ansprechen können?

Toschie:
Einfach, weil wir keinem speziellen Trend oder Sound folgen. Unsere Musik ist das Produkt von vier in vielen Punkten sehr unterschiedlichen Personen und unserer Liebe zu sehr unterschiedlicher Musik. Ich vermute, dadurch finden Leute, die unsere Musik hören, einfacher etwas, um sich damit vertraut zu machen. Entweder das, oder sie finden uns einfach unglaublich attraktiv.

Peter:
Ebenfalls sehr auffällig ist die Tatsache, dass jeder einen anderen Favoriten auf dem Album hat. 'Jaws', 'Last Call', 'Monster', 'Threshold', 'Hell Hath No Fury' und andere wurden genannt. Welcher Song ist dein Favorit und warum?

Toschie:
Mein persönlicher Favorit ist 'Bright Lights'. Ich denke, er zeigt zwei total verschiedene Seiten von uns, die beide die gleiche Bedeutung für unseren Sound haben. Die weiche, ruhige und die härte Seite. Außerdem bin ich einfach sehr glücklich mit dem Song.

Peter:
'We still kill the old school way' singst Du in "Jaws'. Was bedeutet das für dich?

Toschie:
Es drückt genau aus, was ich vorhin schon sagte. Wir spielen Hardrock. Ohne wenn und aber. Einfach Hardrock.

Peter:
Was kannst Du mir über die Texte im Allgemeinen erzählen?

Toschie:
Ich würde sagen, die meistens Songs sind Liebeslieder, betrachtet durch eine dunkle, verdrehte Brille. Ich arbeite als Tätowierer und benutze daher eine Menge Bilder aus dieser Kultur. Dort benutzen sie sehr direkte, zum Punkt kommende Bilder und das passt sehr gut zu meiner Art des Textens.

Peter:
Habt ihr eigentlich keine Angst davor, dass die Leute, die "Twin Peaks" nicht kennen, glauben, dass ihr einen weiblichen Pornostar als Frontfrau habt? Oder zumindest überhaupt eine Frau am Mikro ist?

Toschie:
Nein. Und ich denke, wenn sie merken, dass der Sänger ein männlicher Pornostar ist, sind sie auch sehr zufrieden, hehe.

Peter:
Ihr seid alle in anderen Band wie I oder ENSLAVED involviert. Welchen Stellenwert geniesst AUDREY HORNE da eigentlich genau?

Toschie:
AUDREY HORNE sind unsere Hauptband und darauf liegt unser Hauptaugenmerk. So lange es die Zeit und die Planung zulassen, können wir alle in mehr als einer Band spielen. Aber der Fokus liegt ganz klar auf AUDREY HORNE.

Peter:
Welchen Einfluss haben denn die anderen Bands, in denen ihr aktiv seid, auf den Sound von AUDREY HORNE?

Toschie:
Sie alle geben uns einen anderen Blickwinkel auf die Dinge und sorgen zudem dafür, dass wir mit AUDREY HORNE mehr Aufmerksamkeit bekommen. Das ist also eine sehr positive Sache für uns.

Peter:
Wie ist denn das Feedback aus der norwegischen Black-Metal-Szene? Ist diese Art von Alternative Rock keine Schande für einige der Bands?

Toschie:
90% der Szene sind sehr viel offener und toleranter als die Leute denken und wir bekommen eine Menge Respekt für unsere Musik von Bands wie IMMORTAL, GORGOROTH und anderen. Und wenn die übrigen 10% sich für uns schämen, ist das ihr Problem. I could not give more of a fuck!

Peter:
Gibt es schon Pläne für eine Tour durch Deutschland? Und wenn ja, was können wir erwarten?

Toschie:
Wir arbeiten gerade an einer Tour in Deutschland und England im September. Die Termine müssten bald bestätigt werden.

Peter:
Wenn Du eure Musik in einem Satz einem Fremden beschreiben müsstest, was würdest Du sagen?

Toschie:
Hardrock, der dich mit Sicherheit umbläst.

Peter:
Ein paar generelle und nicht so ernste Fragen zum Schluß. Wenn Du eine All-Star-Band gründen würdest, wer wäre dann dabei?

Toschie:
Ich singe, Gitarre spielen Zakk Wylde und Dregen von den BACKYARD BABIES, am Bass ist Melissa auf der Maur (SMASHING PUMPKINS) und Dave Grohl (FOO FIGHTERS, NIRVANA) wäre am Schlagzeug.

Peter:
Und welche Bands würdest Du auf ein Festival einladen?

Toschie:
EVERYTIME I DIE, TOM WAITS, SLAYER, ENTOMBED und die legendären SHACK SHAKERS. Das würde die Party für uns mit Sicherheit perfekt machen!

Peter:
Wer war der beeindruckendste Musiker, den Du bislang getroffen hast und warum?

Toschie:
Ich warte immer noch darauf Tom Waits kennen zu lernen.

Peter:
Okay, das war es von mir. Irgendeine Message für die Fans?

Toschie:
Stay tuned girls and boys….we're coming to town!

Redakteur:
Peter Kubaschk

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