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BLOOD TSUNAMI: Interview mit Pete Evil

27.03.2007 | 19:19

BLOOD TSUNAMI:
Gute Zeiten für den Thrash Metal!


Mit ihrem schlicht und ergreifend "Thrash Metal" betitelten Erstlingswerk hat die norwegische Band BLOOD TSUNAMI eine saubere Thrash-Platte veröffentlicht, die die Lauscher aller Fans dieses Genres gehörig durchpustet. Und natürlich alten Helden der 1980-er Tribut zollt. Ich löcherte Sänger und Gitarrist Pete Evil, der offenbar prächtig gelaunt war, per E-Mail einige Fragen in den Bauch, um zum Beispiel mehr über den schrägen Bandnamen oder möglichen parodistischen Zügen in Bezug auf das Albumcover zu erfahren. Aber lest selbst! Here we go...


Martin:
Herzlichen Glückwunsch zu eurem Debütalbum! Eine gute Scheibe! Wie geht's dir, Pete?

Pete:
Hey, danke der Nachfrage. Mir geht es verdammt gut.

Martin:
Wie sieht es denn mit dem Feedback der Metal-Schreiberlinge und der Fans im Hinblick auf euer Debütalbum "Thrash Metal" aus?

Pete:
Die Resonanz ist bis jetzt großartig gewesen. Wir haben kürzlich einige wirklich gute Bewertungen bekommen. Die Bewertungen der Printmagazine wie dem Metal Hammer oder Kerrang zeigten mit dem Daumen auch nach oben. Es scheint recht viele Metalheads weltweit zu geben, die Spaß an dem Lärm haben, den wir fabrizieren. Ja, ich bin wirklich sehr erfreut darüber.

Martin:
Das Coverbild eures Albums scheint irgendwie MANOWAR zu parodieren und erinnert mich zwangsläufig an MANOWAR. Wolltet ihre eine böse Version des bekannten MANOWAR-Warriors, der viele Alben der Band ziert, auf dem Cover haben?

Pete:
Das Cover steht ganz in der selben Tradition wie die MANOWAR-Cover. So in diesem Frank Frazetta bzw. Conan-Stil! Und der gefällt mir sehr. (Anm. d. Verfassers: Frank Frazetta, Jahrgang 1928, ist einer der einflussreichsten Fantasy- und Science-Fiction-Illustratoren überhaupt). Das Coverbild von "Thrash Metal" wurde von einem italienischen Künstler namens Alex Horley gemalt. Es war nicht unsere Absicht, MANOWAR zu kopieren, aber ich sehe da natürlich auch gewisse Ähnlichkeiten. Was wir mit diesem Artwork wirklich wollten, war in die 1980-er Jahre zurückzugehen, als es noch toll gezeichnete Albencover gab. Und das Feeling wieder aufleben zu lassen, das wir selbst als Jugendliche hatten, als wir Alben wie "Endless Pain" oder "Pleasure To Kill" von KREATOR entdeckten. Das Cover ist keine Parodie ... wir nehmen das todernst!

Martin:
Was hältst du eigentlich von MANOWAR? Gibt es auch Fans von MANOWAR bei BLOOD TSUNAMI? Hast du eigentlich schon das neue Album "Gods Of War" gehört?

Pete:
Also ich mag MANOWAR. "Battle Hymns" ist ein großartiges Album. Das ist bei weitem die beste MANOWAR-Scheibe, zumindest meiner Meinung nach. Dieses Album habe ich mit einigen anderen zusammen am häufigsten überhaupt über die Jahre hinweg gehört. Ich mag auch "Kings Of Metal" sehr. "Gods Of War" habe ich allerdings noch nicht gehört. Ich sollte sie vielleicht mal anhören, aber um ehrlich zu sein: Es liegt schon sehr lange zurück, dass ich selbst einmal ein MANOWAR-Album gekauft habe. Ich mag den alten Kram, aber sie sind keine Band, der ich heutzutage noch viel Aufmerksamkeit schenke.

Martin:
Wie seid ihr denn auf den Bandnamen BLOOD TSUNAMI gekommen?

Pete:
Der Name kam mehr oder weniger durch Zufall auf. Ich hatte mir einige eher traditionelle japanische Tattoos auf meinem Arm verpassen lassen. Einen Drachen und einige Tsunamis! Und 2003 spielte ich ja auch noch in einer Punkband, die einen Titel namens 'Sperm Tsunami' hatte. Als ich dann einmal den Text von 'Drenched In Blood' von TURBONEGRO durchlas, war der Name geboren. Ich mag unseren Bandnamen. Er klingt ungewöhnlich, aber er ist mächtig!

Martin:
Aber, ich meine im Dezember 2004 und Januar 2005 gab es eine schreckliche Tsunami-Katastrophe in Asien mit weit mehr als 100.000 Toten. Ich schätze mal, dass viele Leute, die euren Bandnamen hören, zunächst einmal an die Massen von unschuldigen getöten Menschen denken, die dieser verheerenden Naturkatastrophe zum Opfer fielen. Habt ihr nicht einmal darüber nachgedacht, den Bandnamen zu ändern?

Pete:
Wir wollen in keiner Weise respektlos oder so etwas sein, aber wir hatten den Namen schon, bevor diese Katastrophe über die Menschen hereinbrach. Wir hatten schon ein Demo veröffentlicht, designten und verkauften Merchandise-Artikel und wir spielten auch einige Konzerte. Ja, wir hatten auch darüber nachgedacht, den Bandnamen zu ändern. Aber wir entschieden uns dann doch dafür, unter diesem Namen weiter zu machen. Diese Entscheidung bereue ich heute nicht. Schließlich hat der Bandname doch nichts mit der Katastrophe zu tun, die sich da in Südostasien ereignet hat. Es ist doch nur ein Bandname.

Martin:
Der für mich interessanteste Track auf "Thrash Metal" ist 'Godbeater', ein sehr langer, zehnminütiger Instrumentaltitel. Wie lange habt ihr denn daran gefeilt? Ist er das Ergebnis mehrerer Jams, die ihr miteinander verknüpft habt?

Pete:
Das ist der Titel, der sich natürlich vom Rest abhebt, weil er langsamer ist und natürlich, weil es ein Instrumental ist! Und es ist ein ganz schön langer Bastard geworden, haha! Ich hatte eine ganze Weile an 'Godbeater' gearbeitet und am Anfang sollte das Stück kürzer werden und Gesang haben. Aber eines Tages habe ich mich dann dafür entschieden, aus dem Track einen Instrumental-Titel zu machen. Nach diesem Entschluss sind die Riffs nur so aus mir herausgesprudelt. Es war sogar so, dass ich damit aufhören musste, weiter zu komponieren. Andernfalls wäre es ein endlos langer Titel geworden, haha. 'Godbeater' ist unser Tribut an METALLICA zu Zeiten von 'Orion' und 'Call Of Khtulu'.

Martin:
Bei 'Torn Apart' klingt das Riff sehr stark nach dem berühmten SLAYER-Riff aus 'Raining Blood'. Ist dieser Titel eine Huldigung an die Götter des Thrash Metal, nämlich SLAYER?

Pete:
Hehe ... ähem, ja, hie und da gibt es schon Riffs auf "Thrash Metal", die sehr 'slayeresk' klingen. Ich liebe die Musik von SLAYER sehr, aber wenn ich Riffs aufnehme, die vielleicht zu stark nach SLAYER klingen, versuche ich, diese zu verwerfen. Aber ich schätze mal, dass ich das gerade bei 'Torn Apart', das du ja erwähntest, nicht gemacht habe. Natürlich gibt es noch viele andere Riffs auf unserem Debüt, die stark von SLAYER beeinflusst sind. Also du könntest sagen, dass alle Songs auf dem Album von Bands beeinflusst sind, mit denen ich aufgewachsen bin, z. B. SLAYER, KREATOR, METALLICA, EXODUS, TESTAMENT, DESTRUCTION, DARK ANGEL und SODOM, um nur einige zu nenne. Aber wir versuchen nicht unbedingt, wie eine dieser Bands zu klingen. Es sind immer mal wieder einige Passagen, die vielleicht an die Musik unserer Helden angelehnt sind.

Martin:
Wann tourt ihr denn mal durch Deutschland? Gibt es schon Pläne? Vielleicht tourt ihr mal mit euren wiedervereinten Labelkollegen von LIMBONIC ART? Das wäre ein wirkliche coole Kombination.

Pete:
Eine Tour mit LIMBONIC ART wäre schon klasse. Derzeit planen wir, im Herbst 2007 auf Europatour zu gehen. Wir werden hier in Oslo auf dem "Inferno"-Festival spielen und im April/Mai 2007 werden wir in das Vereinigte Königreich tingeln, um einige Shows mit unseren Freunden von ZYKLON zu spielen. Unser Drummer Faust (ex-EMPEROR, Anmerkung des Verf.) wird übrigens im Juni Vater werden. Von daher werden wir im Sommer alles locker angehen müssen. Wir planen, als Support für eine größere Band herum zu tingeln, um die Chance zu haben, vor so vielen Leuten wie möglich aufzutreten. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt. Egal wie: Wir werden auf jeden Fall auch in Deutschland spielen.

Martin:
Euer erstes vollständiges Album "Thrash Metal" wurde gerade erst veröffentlicht. Und das war schon einmal ein guter Anfang. Was können denn die Fans in Zukunft von BLOOD TSUNAMI erwarten?

Pete:
Wir werden den Pfad des Thrash Metal weiter gehen. Und noch mehr harten, schneidigen, nackenmuskel-zerrenden und 'tsunamifizierten' Metal erschaffen. Wir werden Alben aufnehmen, touren, aufnehmen und dann noch mehr touren. So sieht's aus!

Martin:
So, jetzt spielen wir das Frage-Antwort-Spiel. Ich gebe dir ein Stichwort und du schreibst spontan und intuitiv auf, was du denkst, wenn du diese Stichwörter liest.

- Thrash Metal in Norwegen

Pete:
Die Thrash-Metal-Szene in Norwegen wächst und es gibt hier einige sehr gute Bands. Checkt doch einmal Gruppen wie AUDIOPAIN, BATTERED, VESEN, NECROMATHEON, DEAD MAN'S HAND, NOCTURNAL BREED, NO DAWN, INFERNÖ und DEAD TROOPER.

- MANOWAR

Pete:
Großartiger Metal, Harleys, nackte Mädels, Machos und unglaublich witzige Klamotten!

- SLAYER

Pete:
AAAAAAAAAAARGHHH!!! Die beste Band überhaupt!

- RAZOR

Pete:
Oh, aus Kanada! Eine echte Killer-Band. Das ist schon verdammt lange her, dass ich mir von denen etwas angehört habe. Heut abend muss ich von denen was auflegen!

- Rap-Musik

Pete:
Total sinnloses Zeug!

- Nu-Metal

Pete:
Sogar noch sinnloser als Rap. Ich würde mir, wenn überhaupt, eher noch PUBLIC ENEMY oder NWA als LINKIN PARK oder LIMP BIZKIT anhören. Der sogenannte Nu-Metal hat für mich nichts mit METAL zu tun. Man hätte sich für den ganzen Scheißdreck einen anderen Namen einfallen lassen sollen.

- Zukunft des Thrash Metal

Pete:
Ich denke, dass in Bezug auf den Thrash Metal ganz gute Zeiten vor uns liegen und es derzeit viele geile Bands gibt. Da gibt's neuere Bands wie MUNICIPAL WASTE, 3 INCHES OF BLOOD, oder RAMMER, um nur ein paar zu nennen. Und natürlich die ganzen alten Bands, die sich wieder zusammen gefunden haben wie ASSASSIN, ONSLAUGHT, DEATH ANGEL und SABBAT zusammen mit den Königen wie SLAYER, KREATOR, DESTRUCTION, TESTAMENT und SODOM. Diese ganzen Bands liefern alle (noch) großartige Alben ab. Ja, ich denke, dass das eine ganz aufregende Zeit für alle beinharten Thrash-Metal-Fans ist. Ich hoffe nur, dass die Szene sich nicht selbst schwächt oder kaputt macht durch zu viele schrottige Bands in diesem Genre. So wie es in den 1980ern der Fall war. Das wäre dann wieder so ... Ich schätze mal, dass das wahrscheinlich der Fall sein wird.

Martin:
So! Jetzt musst du mir noch deine fünf absoluten Lieblingsscheiben verraten!

Pete:
Waasss? Nur fünf Alben? Das ist fast unmöglich! Können wir nicht sagen, dass ich dir meine Top-100 nenne, haha? Na gut. Ich versuche, mich auf fünf zu beschränken:

SLAYER – "Reign In Blood"
METALLICA – "Ride The Lightning"
KREATOR – "Extreme Aggression"
IRON MAIDEN – "Piece Of Mind"
JUDAS PRIEST – "Defenders Of The Faith"

Martin:
Was willst du hier noch loswerden? Hast du eine Message für die Leser unseres Magazins?

Pete:
Hört euch bitte unser Album an! Krallt euch ein Bier und schüttelt eure Rübe! Ich kann es kaum erwarten, nach Deutschland zu kommen! Thrash on!

Redakteur:
Martin Loga

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