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BURNING POINT: Interview mit Pete Ahonen

14.12.2006 | 14:53

Seit "Salvation By Fire" (2001) und "Feeding The Flames" (2003), den ersten beiden Alben der Band mit dem "heißen" Namen BURNING POINT ist meine Liebe zu jener Band regelrecht entflammt. Leider war das Feuer in mir für die Finnen aber in Folge nahezu erloschen, da man seit 2003 kaum etwas über die Band erfahren durfte und schon gar keine brandaktuellen Scheiben zu Gehör bekam. Doch damit ist nun endlich Schluss.
Mit "Burned Down The Enemy" haben die Herren rund um Mastermind Pete Ahonen (g., v.) abermals ein brandheißes Stück glühenden Melodic Metal abgeliefert. Insgesamt elf Songs feuern BURNING POINT darauf ab und werden damit ihre Anhängerschaft einmal mehr entflammen können.
Ein vermeintlich heißes Wortgefecht mit Pete Ahonen war also angesagt, wobei sich dieser als sehr korrekter und vor allem ungemein motivierter Zeitgenosse entpuppte, der die an ihn übermittelten Fragen in Rekordzeit beantwortete. Man merkt Pete das in ihm brennende Feuer also förmlich an...

Walter:
Ehrlich gesagt dachte ich nicht mehr daran, jemals wieder ein Album von BURNING POINT in Händen halten zu können. Weshalb diese lange Pause?

Pete:
Zunächst möchte ich festhalten, dass es sich sehr gut anfühlt, dass es uns als Band nach wie vor gibt. Auch die Tatsache, dass wir ein neues Album am Start haben, macht mich glücklich. Als unser letztes Album "Feeding The Flames" im März 2003 erschienen ist und wir in diesem Jahr einige Shows spielen konnten, waren wir guter Dinge. Gegen Ende 2003 haben wir auch damit begonnen weitere Songs zu schreiben um möglichst schnell mit einem weiteren Album am Start zu sein. Doch irgendwann brach schlicht und ergreifend die Hölle los!
Die Labelmanager von Mastervox Records begannen völlig durchzudrehen und uns mit Anschuldigungen zu konfrontieren, die völlig haltlos waren. Ich möchte mich jetzt nicht nochmals darüber äußern, sondern sage dazu nur noch, dass die Angelegenheit von Anwälten weiter bearbeitet wurde. Da unser Lizenzdeal bei LMP auch über Mastervox gelaufen ist, kannst du dir sicher vorstellen, weshalb von dieser Seite plötzlich eigenartige Zusatzklauseln in unseren Deal mit eingebaut wurden, die wir unter keinen Umständen akzeptieren konnten. Obwohl kurz zuvor unsere Single "To Hell And Back" erschienen ist und diese in den Ländern, wo sie erschienen ist (Finnland und Schweden) recht erfolgreich gelaufen ist, mussten wir uns nach einem neuen Deal umsehen.
Abgesehen davon, wollte ich meine Kreativität nicht durch derlei Probleme gehemmt wissen und gründete deshalb meine zweite Band GHOST MACHINERY. Nach einer Demo-CD konnten wir einen Deal einfahren und schon kurz darauf war "Haunting Remains", unser Debüt, über Sound Riot Records, erschienen. Nach einigen Konzerten im Anschluss an die Veröffentlichung begann ich auch damit weitere Songs für BURNING POINT zu komponieren und startete mit einigen Kumpels unter dem Banner STARGAZERY ein weiteres Projekt. Auch wenn mittlerweile fast vier Jahre seit "Feeding The Flames" vergangen sind, auf der faulen Haut habe ich nie gelegen, haha.

Walter:
Auch wir sind alle froh darüber, dass BURNING POINT als Band noch existieren. Ganz so einfach stelle ich mir aber das Leben als Band, speziell das Proben, bei BURNING POINT dennoch nicht vor, schließlich habt ihr ja noch immer keinen Bassisten im Line-up.

Pete:
Das ist an sich korrekt. Im Moment haben wir mehrere Kandidaten in der engeren Auswahl. In ein paar Monaten werde ich wohl definitiv einen neuen Bassisten bei BURNING POINT präsentieren können.

Walter:
Die Band besteht ja neben deiner Wenigkeit und (noch) keinem Bassisten auch noch aus Jari Kaiponen (dr.), Jussi Ontero (k.)und Pekka Kolivuori (g.). Von deinen Nebenbaustellen hast du ja bereits berichtet, doch auch deine Kumpanen sind nicht gerade als Faulpelze bekannt.

Pete:
Das ist richtig, wir sind fast immerzu beschäftigt. Jari ist auch noch bei NNS aktiv, Pekka hat mit SICKNOTE ein weiteres Projekt am Laufen und Jussi spielt ja nicht nur mit mir bei BURNING POINT, sondern auch bei GHOST MACHINERY und ist zudem auch noch immer bei WILDCARD am Spielen.

Walter:
Auffällig an BURNING POINT ist eine offensichtliche Hingabe zum Element Feuer. Nach "Salvation By Fire" und "Feeding The Flames" dürfen wir nun über "Burned Down The Enemy" jubeln.
Passt perfekt zum Bandnamen würde ich sagen, oder steckt da noch mehr dahinter?

Pete:
Das Element Feuer steht seit jeher für den Ausdruck von Gefühlen, Emotionen und Leidenschaft. Genau das empfinde ich als perfekt, um unsere Musik zu beschreiben. Ehrlich gesagt sind uns die Zusammenhänge aller Titel erst später so richtig bewusst geworden, ein direkter Bezug von Album zu Album besteht demnach also nicht. Eine Konzeptgeschichte existiert grundsätzlich auch nicht, schon gar nicht zum Thema "Feuer", haha. Und auch wenn es sich nach einer Trilogie zum Thema Feuer anhört, ist dem nicht so. Vielleicht sollten wir zum Ausgleich unser nächstes Album "Ice And Snow" taufen, haha.

Walter:
Alles klar. Die "feurigen" Alben unterscheiden sich in erster Linie durch kleine Details und lassen in Summe auf eine recht ambitioniert zu Werke gehende Truppe schließen, deren Entwicklung mit musikalischer Reife zu erklären sein könnte.

Pete:
Das schon, obwohl ich schon hinzufügen möchte, dass wir mit "Feeding The Flames" stilistisch und auch kompositorisch einen wesentlich kleineren Schritt nach vorne getan haben, als nun mit "Burned Down The Enemy". Deswegen bin ich mit der Entwicklung der Band auch sehr zufrieden. Auf unserer neuen Scheibe sind wir an den Instrumenten wesentlich fitter als jemals zuvor und auch meine Stimme klang niemals besser. Zudem verfügt das Album auch über die bislang druckvollste Produktion. Die Songs an sich zeichnen sich ebenfalls durch eine bislang noch nie gehörte Dichte aus, wie man den Chören hoffentlich anhören kann. Aber ich hoffe, man merkt "Burned Down The Enemy" auch an, dass es unser bislang wohl aggressivstes Album geworden ist.

Walter:
Während ich das mit Chören blind unterschreiben würde, kann ich die eben erwähnte Aggressivität nicht ganz nachvollziehen. Aber egal, vielleicht klappt es ja, mich bei einem Auftritt davon zu überzeugen.

Pete:
Dazu kann ich leider noch nichts sagen, denn im Moment sind wir erst einmal dabei, Verhandlungen für etwaige Tourneen zu führen. Abwarten, ob sich da etwas ergibt.

Walter:
Wir haben Zeit. Was haben wir denn bislang versäumt, wenn das Thema "Gigs" auf den Tisch kommt?

Pete:
Wir haben zwar bereits ein paar Gigs in unserer Karriere spielen können, doch die Anzahl ist für uns alle einfach zu gering. Wir lieben es auf der Bühne zu stehen und Gas zu geben! Vor allem unsere Auftritte beim "Tuska Festival" in Finnland und beim "Sweden Rock" im Jahre 2003 waren sehr ergreifend, da wir nie zuvor vor derart riesigen Menschenmengen spielen konnten.

Walter:
Kann ich mir vorstellen. Hoffentlich klappt es mit eurem neuen Businesspartner im Hintergrund. Der Grund für den Wechsel eures Labels hast du uns ja schon erläutert, wie aber seid ihr an Metal Heaven geraten?

Pete:
Das war auch eine kuriose Geschichte. Wir wollten ursprünglich erst unsere aktuellen Songs aufnehmen um dann daraus ein Demo anfertigen zu lassen, um Plattenfirmen damit abzugrasen. Im Zuge der Aussendung ist mir dann wohl ein "Missgeschick" passiert. Aus irgendeinem Grund habe ich Georg von Metal Heaven nämlich mit einem alten Demo bemustert. Egal, ihm uns seinen Leuten hat es gefallen, deshalb sind BURNING POINT nun bei Metal Heaven unter Vertrag!

Walter:
Ihr passt musikalisch aber auch perfekt ins Portfolio dieses Labels und auch von der lyrischen Seite solltet ihr nicht aus dem Rahmen fallen. Was gibt es denn eigentlich zu den Texten zu sagen?

Pete:
Alle meine Texte sind eine Mischung aus Realität und Fiktion. Allerdings ist die Basis dazu meist ein realer Hintergrund aus dem ich dann einen mehr oder weniger erfundenen Text zusammensetze. Zu persönlich sind meine Lyrics aber auch nicht gestaltet, denn es sollte für jeden Hörer möglich sein, den jeweiligen Song auf seine Art zu interpretieren. Was auch immer ein Fan in meine Songs hineininterpretieren mag, es kann durchaus sein, dass er ebenso recht damit hat wie ich, auch wenn ich etwas völlig anderes damit gemeint habe.

Walter:
Aha. Keine Interpretation lässt dagegen das Cover zu, dass den Titel "Burned Down The Enemy" perfekt umsetzt.

Pete:
Ganz meine Meinung. Mattias Noren hat perfekte Arbeit geleistet, mehr braucht man wahrlich nicht dazu sagen!

Walter:
Jetzt wo ihr mit Metal Heaven wieder einen fähigen Business-Partner habt, darf man wohl auch wieder nach voraussichtlichen Absatzmärkten fragen.

Pete:
Darüber zerbreche ich mir im Normalfall nicht den Kopf, aber ich denke, Europa und Asien werden sich wohl die Waage halten.

Walter:
Das Album ist noch ganz frisch und, ähem, "brandheiß", eine dazugehörende Tournee noch nicht fixiert. Was darf der glühende BURNING POINT-Verehrer denn in naher Zukunft von euch erwarten?

Pete:
Zunächst einmal hoffe ich, dass nicht nur wir "Burned Down The Enemy" für unser bislang stärkstes Album halten. Und was die Gigs betrifft, bin ich sehr zuversichtlich, dass BURNING POINT demnächst auf der Bühne zu sehen sein werden. Auch an neuen BURNING POINT-Songs werden wir schon bald wieder zu arbeiten beginnen, damit die nächste Pause eine kürzere sein wird.
Abgesehen davon werde ich im Frühling des nächsten Jahres mit den Aufnahmen zu einem weiteren GHOST MACHINERY-Album beginnen. Zuvor, genauer gesagt im Januar 2007, erscheint noch die erste STARGAZERY-Single mit dem Titel "Dying / Rescue". Mit STARGAZERY haben wir ebenfalls vor, 2007 unser Debütalbum veröffentlichen zu können, im Moment sind wir schon einmal auf der Suche nach einem Plattenvertrag, eine offenbar endlose Geschichte, haha.

Walter:
Wollen wir hoffen, dass dieses Thema für BURNING POINT in Zukunft keines mehr sein wird.

Redakteur:
Walter Scheurer

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