BYBLIS: Interview mit Michael, Heiko, Frank, Florian und Daniel

09.11.2006 | 01:13

Nach diversen Erfahrungen in unterschiedlichsten Bands haben sich Daniel della Puta (dr.), Florian Fleischer (g.), Frank Thomas (g.), Heiko Mickel (v.) und Michael Schneider (b.) zu der Death-Metal-Formation BYBLIS zusammengefunden und einige Titel ihres Repertoires zu einer interessanten Promo-CD zusammengestellt. Im Folgenden beleuchten sie ihren bisherigen Werdegang und präsentieren sich als selbstbewusste, sympathische Jungs, die mit Optimismus an die Arbeit herangehen.

Erika:
Zunächst interessiert mich mal, wie ihr darauf gekommen seid, euch den Namen BYBLIS zu geben. In dieser Schreibweise bezieht er sich ja auf eine Nymphe aus der griechischen Mythologie. Nicht gerade eine Assoziation, die ich bei eurer Musik habe. Da passte schon eher Biblis mit i. Welche Gedanken hattet ihr bei der Namenswahl?

Byblis:
Bezüglich der genannten Assoziation müssen wir dich leider enttäuschen. Der Name BYBLIS wird von uns mit keinem der bekannten Begriffe (neben der Nymphe gibt es noch eine australische Pflanzengattung sowie einen Himmelskörper mit Namen Byblis) in Verbindung gebracht, sondern ist rein fiktiv. Die Idee zu dem Namen kam ursprünglich durch die Stadt in Südhessen, jedoch nicht aufgrund der Historie dieser Stadt, sondern schlichtweg aufgrund des Klanges. Im Endeffekt haben wir uns dann aus optischen Gründen im Bezug auf den Schriftzug für das "y" entschieden.

Erika:
Eurer Bandinfo ist zu entnehmen, dass ihr seit 1999 mit der Band ALABAMA ROADSTARS Erfahrungen gesammelt habt, die letztlich das Fundament für die Arbeit von BYBLIS gebildet haben. War ALABAMA ROADSTARS für die meisten von euch die erste Banderfahrung? Wie seid ihr überhaupt zur Musik gelangt? Und warum ausgerechnet die härtere Gangart des Metal?

Byblis:
Es wäre zu mühsam aufzuzählen, wie jeder einzelne von uns den Weg zur Musik gefunden hat. ALABAMA ROADSTARS war allerdings nicht die erste Banderfahrung, die wir gemacht haben. Wir haben alle zuvor bereits in mehreren Bands gespielt, von denen jedoch neben ALABAMA ROADSTARS nur noch die Band unseres Sängers (INANE) es Wert wäre, genannt zu werden. Da wir alle von der Jugend an Metal hören und einige von uns auch einige Jahre in der HC-Szene aktiv waren, war es für uns eine relativ natürliche Entscheidung, die härtere Gangart zu wählen. Hinzu kam, dass wir alle das Bedürfnis hatten, ein aus unserer Sicht musikalisches Extrem zu erschaffen.

Erika:
Seht ihr selbst einen Zusammenhang zwischen eurer Art von Musik und eurer Herkunft aus dem industriegeprägten Ruhrgebiet?

Byblis:
Es mag zwar sein, dass das Ruhrgebiet für viele, die den seit geraumer Zeit stattfindenden Wandel dieser Region nicht direkt miterleben, industriell geprägt erscheint, wir haben allerdings nicht den Eindruck, dass unsere Herkunft sich in unserem Songwriting widerspiegelt.

Erika:
Gab es andere stilistische Erfahrungen in der Musik, die euch geprägt haben?

Byblis:
Wenn die Frage bedeuten soll, ob wir neben Death und Black Metal noch andere Musik hören, so müssen wir dies eindeutig mit ja beantworten. Auch können diese Musikstile Einfluss auf die Songs von BYBLIS haben, schon alleine dadurch, dass wir so vermeiden, an unsere Musik mit dem oft gefürchteten Tunnelblick zu gehen. Manchmal hat es extrem positive Auswirkungen, wenn man sich von seiner Arbeit etwas distanziert und sich erst mal wieder einen Überblick von der ganzen Sache verschafft. Nur so kann man mit neuen Ideen seine Visionen auf hohem Niveau verwirklichen.

Erika:
Ihr selbst beschreibt eure Musik als eine Mischung aus Elementen des Death-, Black-, Doom- und Progressive Metals. Das ist ja ein sehr umfassender Rundumschlag. Mir sind beim Hören hauptsächlich die Death-Metal-Elemente aufgefallen. Was verbindet euch denn mit Black Metal und wo seht ihr diese Elemente in euren Songs?

Byblis:
Das ist natürlich nicht so einfach zu beantworten, da die Grenzen zwischen Death und Black Metal in ähnlicher Weise verschwimmen, wie beispielsweise zwischen Speed und Power Metal. Das muss jeder für sich selber festmachen. Für uns ist es vor allem ein Unterschied im Gitarren-Spiel und im Gesang, wie zum Beispiel beim Ende von 'My Revenge' oder beim Refrain von 'Ripping Of The Flesh'. Es gibt aber auch Songs von uns, die diese Elemente noch wesentlich besser verdeutlichen.

Erika:
Ihr habt den Anspruch, euch beim Komponieren nicht durch festgefahrene dogmatische musikalische Konventionen einschränken zu lassen (Zitat aus dem Band-Info). Ist das nicht eine ziemliche Gratwanderung? Heutzutage erscheint es mir unglaublich schwer, noch etwas Neues zu machen. Wie seht ihr das?

Byblis:
Natürlich ist es schwer was wirklich Neues zu machen, aber dennoch sollte man es mit aller Kraft versuchen. Aufgrund der verschiedenen musikalischen Einflüsse der einzelnen Mitglieder, die allesamt bei BYBLIS gleichwertig berücksichtigt werden, wirkt sich das natürlich auch auf das Songwriting aus. Hinzu kommt, dass wir ja alle, wie zuvor schon erwähnt, vor BYBLIS in anderen Bands gespielt haben, in denen wir die Chance hatten, die Möglichkeiten, die wir musikalisch besitzen, auszuloten. Mit BYBLIS profitieren wir jetzt von den zuvor gemachten Erfahrungen und können uns somit auf Death Metal als Grundgerüst festlegen und auf dieser Basis was Neues kreieren. Am Allerwichtigsten bleibt es jedoch für uns, dass wir uns nicht an irgendwelchen momentanen Trends orientieren, sondern die Musik schreiben, die wir selber gerne hören.

Erika:
Offensichtlich habt ihr schon eine nicht zu unterschätzende Menge Live-Erfahrung, konntet aber bisher noch nicht mit einem Label zusammen arbeiten. Wie seht ihr die Chancen, dass sich das bald ändert? Immerhin gibt es eine unglaubliche Menge junger Bands, die ebenfalls auf den Markt strömen.

Byblis:
Das ist so nicht ganz richtig. Zusätzlich zu der Live-Erfahrung, die jeder von uns gesammelt hat, kam es in der Vergangenheit bereits mit der Vorgängerband ALABAMA ROADSTARS zu einigen Kooperationen mit kleineren Labels. Da BYBLIS in dieser Form erst seit einigen Monaten existiert, konnte derlei Zusammenarbeiten jedoch noch nicht zustande kommen. Natürlich wissen wir, dass es da draußen jede Menge anderer Bands gibt, die ebenfalls auf der Suche nach einem Plattendeal sind, jedoch glauben wir an uns und unsere Musik und hoffen, dass sich das auszahlen wird. Für uns ist es im Moment erst mal am Wichtigsten so viele Shows wie möglich zu spielen, Kontakte zu Leuten zu knüpfen, die ein ähnliches Verständnis von Musik haben wie wir und unsere momentan aktuellen Aufnahmen zu promoten.

Erika:
Wie viel Zeit verbringt ihr in der Woche im Probenraum und welchen Aufwand müsst ihr betreiben, um die Gelegenheit zu erhalten, Live-Konzerte zu spielen?

Byblis:
Wir proben drei bis vier Stunden in der Woche. Der Aufwand, um an Shows zu kommen, ist zur Zeit noch recht intensiv, da wir ja noch ohne Label oder Booker unterwegs sind und in der Szene erstmal Fuß fassen müssen. Das heißt: viel selbst organisieren, rumtelefonieren und Promos verschicken.

Erika:
Wer unterstützt euch auf eurem Weg? Gibt es Kulturbetriebe, die bereit sind, aufstrebende Metalbands wie euch zu unterstützen?

Byblis:
Im Großen und Ganzen ist es bei uns viel "do it yourself", aber solche Institutionen wie ihr es seid, sind natürlich sehr hilfreich, wenn es darum geht die Musik zu promoten und den Namen ins Gespräch zu bringen. Auch kann man durchaus noch das Glück haben, von den Kommunen unterstützt zu werden, wenn es beispielsweise um Proberäume usw. geht. Allerdings sind die Möglichkeiten mittlerweile sehr begrenzt.

Erika:
Könnt ihr in naher Zukunft an irgendeiner Tour im Bundesgebiet teilnehmen?

Byblis:
Wir haben zur Zeit einige einzelne Shows in Planung, allerdings ist eine Tour momentan nicht in Aussicht.

Erika:
Das letzte Wort habt ihr: Gibt es etwas, das ihr im Zusammenhang mit der Musik an dieser Stelle noch loswerden wollt?

Byblis:
Erst einmal vielen Dank an POWERMETAL.de für das Interview und an alle, die uns in irgendeiner Form unterstützen. Und an alle da draußen: Holt uns in eure Stadt und kommt zu unseren Shows und seid gewappnet auf das, was da noch kommen wird.
Für alle weiteren Infos und Musik klickt auf www.byblismetal.com.

Erika:
Danke für eure Bereitschaft zu diesem Interview und viel Erfolg bei euren nächsten musikalischen Schritten!

Byblis:
Wir haben zu danken.

Redakteur:
Erika Becker

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