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CELLAR DARLING: Interview mit Anna Murphy

06.07.2017 | 15:30

CELLAR DARLING heißt das neue Band-Projekt der Ex-ELUVEITIE-Musiker Anna Murphy, Merlin Sutter und Ivo Henzi. Im Gespräch erzählte Anna uns davon, wie das Kellerkind das Licht der Welt erblickte.

WE ARE STORYTELLERS. Anna Murphy, Ivo Heini und Merlin Sutter haben sich die verwunschenen Geschichten und stimmungsvollen Bilder mit ihrem neuen Projekt CELLAR DARLING in großen, fetten Buchstaben auf die Fahnen, pardon, die Homepage geschrieben. Welche Geschichten wollen die drei denn aber überhaupt erzählen? "Darin sind wir völlig frei", beginnt Anna und zählt auf: "Da kann es um eine böse Fee gehen, die Apokalypse, einen Eremiten..." "This Is The Sound", das Debütalbum der Drei, weise eine Vielzahl an Geschichten auf. Sie alle verbinde jedoch Annas persönlicher Stil: "Ich möchte den Hörer auf eine Reise schicken und zum Träumen bringen."
Dem voraus ging jedoch ein Schaffensprozess, der 2016 seinen Anfang nahm: "Viel geplant haben wir dabei nicht", erzählt Anna Murphy. Stattdessen hätte das Trio einfach eine Zeit lang "drauflos komponiert". "Wir waren vom Ergebnis selbst überrascht", gesteht die charismatische Schweizerin. Vorbilder gab es keine: "Wir wollten nicht eine Fortführung ELUVEITIEs oder irgendeiner anderen Band sein, sondern einfach schauen, was aus uns wird." Schließlich kommen in CELLAR DARLING ganz verschiedene Musikgeschmäcker zusammen: In der Band wird Black Metal gehört, Pop, Hip-Hop... "Ich selbst bin mit klassischer Musik und in der Oper groß geworden", so Anna. Diese Prägung habe sie versucht in CELLAR DARLING einzubringen. "Das habe ich bei ELUVEITIE tatsächlich ziemlich vermisst, diese schönen klassischen Melodien. Ich freue mich sehr, dass ich mich hier nun damit austoben kann."

Die Songs des Debütalbums "This Is The Sound" seien dabei auf vielerlei Art und Weise entstanden. "Manchmal kommen Ivo oder ich mit einer Idee in den Proberaum und jammen dort solange, bis etwas Stimmiges herauskommt", so die junge Sängerin. Jedoch entstünden viele Stücke auch bei den beiden Kreativköpfen am Schreibtisch als eigenes Werk. Dennoch: Das fertige Album ist ein Produkt gemeinschaftlicher Teamarbeit, betont Anna. Denn dass die Chemie zwischen Anna, Merlin und Ivo musikalisch perfekt passt, haben die drei Musiker schon vor langer Zeit festgestellt. "Wir wollten schon lange etwas gemeinsam machen", erinnert sich Anna. "Ursprünglich sollte CELLAR DARLING dann jedoch einfach ein Seitenprojekt parallel zu ELUVEITIE werden." Nach dem Ausstieg war ihnen somit sofort klar, dass sie dieses Ziel nun weiter verfolgen wollen. "Und aus dem Seitenprojekt wurde unsere Hauptband."

Wer Annas Diskographie aufmerksam verfolgt, dem wird der Name CELLAR DARLING bereits untergekommen sein, war es doch schließlich auch der Name ihres Soloalbums. "Es fühlte sich für uns einfach auf zweierlei Arten richtig an", führt sie aus. "Ich finde, diese beiden Wörter beschreiben unsere Musik sehr gut: 'Cellar' als etwas Düsteres und 'Darling' als etwas Liebliches, Schönes." Mit ihrer Musik wollten die Schweizer Bilder malen, diese Symbolik aufrecht erhalten und Geschichten erzählen. "CELLAR DARLING beschreibt auch metaphorisch all unsere Ideen, die wir bisher nicht ausleben konnten. Unsere Kellerlieblinge quasi - und jetzt werden diese Ideen eben ausgepackt."
"This Is The Sound" spiegele diese Mentalität perfekt wider. "Es ist eine Reise", charakterisiert Anna. "Viele Hochs, viele Tiefs. Viele düstere Ecken, aber oft auch die Sonne, die scheint." Lyrisch wie musikalisch sei das Album sehr eklektisch und male ganz viele verschiedene Bilder.
"Über das Genre unserer Musik haben wir uns jedoch schon den Kopf zerbrochen", so die Sängerin weiter. CELLAR DARLING sei eine Symbiose von Einflüssen aus dem Metal, dem Rock. Und auch dem Folk. Denn nicht nur als Sängerin ist Anna Murphy aktiv. Seitdem sie 16 Jahre alt ist, spielt sie die Drehleier, die sie auch in CELLAR DARLING einbringt: "Bei uns funktioniert sie sehr gut als Soloinstrument." Damit geht sie einen modernen Weg des Drehleierspiels, wird diese besonders in traditionellen und Mittelalter-Kreisen eher als "dienendes Instrument" gesehen. "Dabei kann man mit Effekt-Pedals und anderen Möglichkeiten aus der Drehleier enorm viel herausholen", findet Anna. Inspiriert habe sie ein Auftritt der Band FAUN. "Ich habe sie mit 15 oder 16 Jahren bei einem Auftritt gesehen und wollte dann unbedingt auch Drehleier lernen."

An eine folkloristische Sage lehnt sich auch das Cover des Albums an. "Die Figur auf dem Cover ist eine Figur des Songs 'Avalanche'", so Anna. Diese Figur, ein humanoides Wesen, dessen genaue Herkunft unbekannt ist, lockt seine Opfer in die Alpen und löst dort durch Jodeln Lawinen aus, welche diese bedecken. "Der Mond im Hintergrund spielt auf unser erstes Lied 'Black Moon' an", erklärt die Frontfrau weiter. Somit vereint das Cover beide Vorab-Singles, mit denen die Kellerlieblinge noch vor dem Release der ersten Platte auf sich aufmerksam machten. "Das fanden wir einfach passend", endet Anna.

Redakteur:
Leoni Dowidat

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