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CRYONIC TEMPLE: Interview mit der Band

04.05.2017 | 10:01

2008 versprachen uns die schwedischen Kraftmetaller von CRYONIC TEMPLE eine gewisse Unsterblichkeit. Doch nachdem viele Jahre seitdem vergangen waren, kamen berechtigte Zweifel auf. Zweifel, ob die Truppe, die Anfang des Jahrtausends mit "Blood, Guts & Glory" und "In Thy Power" enorm bockstarke Alben veröffentlicht hat, noch einmal wiederkehrt. Und plötzlich - siehe da, oh Wunder - steht auf einmal "Into The Glorious Battle" in den Startlöchern. CRYONIC TEMPLE ist zurück und fühlt sich stärker denn je.

"Wir sind unheimlich stolz auf das neue Album und die Stimmung innerhalb der Band ist großartig, wir fühlen uns toll." Zunächst stellt sich mir die Frage, warum so viele Jahre ins Land gehen mussten, bis die Schweden mit neuer Energie zurückkehrten. "Das ist eine gute Frage, doch die Gründe sind recht simpel: die vielen Line-Up-Wechsel und das lange Suchen nach einer geeigneten Mannschaft, die auch miteinander harmoniert. Wir wollten zu unseren Wurzeln zurückkehren und denken, dass wir dies nun erreicht haben."

Wie bereits angesprochen, wurde das CRYONIC TEMPLE-Line-Up ordentlich durchgemischt. Wir baten die Jungs, sich einmal kurz vorzustellen. "Ich heiße Matthias, bin ein 32-jähriger, glücklicher Schwede und der neue Sänger der Band. Ich habe schon früh angefangen zu singen und Gitarre zu spielen, war in der Vergangenheit in vielen verschiedenen Bands und Projekten involviert - meistens jedoch als Gitarrist. Als ich die Chance bekam, bei dieser Band zu singen, war das eine neue Art von Motivation - zumal es eine völlig neue Herausforderung war, ohne meine Gitarre zu singen. Es fühlte sich aber richtig an - ich liebe die Musik und die Idee hinter CRYONIC TEMPLE."

Als nächstes darf sich Mikael Dahlkvist hinter der Schießbude vorstellen. "Ich habe mit den Jungs die richtige Umgebung gefunden. Wie Matthias habe auch ich in vielen anderen Projekten und Bands gespielt. Aber als ich 2013 zu CRYONIC TEMPLE stieß, war das für mich eine Sensation - ich fühle mich enorm glücklich und liebe es!" Und wie sieht es mit Roland Westbom am Bass aus? "Ich war schon früher mit Esa in vielen Projekten beschäftigt. Als eine CRYONIC TEMPLE-Show bevorstand und die Jungs keinen Bassisten hatten, fragte er mich, ob ich nicht einsteigen könnte. Und nach der Show war es um mich dann geschehen - seit 2012 bin ich Teil dieser Band, die beste Entscheidung meines Lebens."

Kommen wir zur Gitarrenfraktion. Mit 26 Jahren ist Markus Grundström das Küken der Band. "Ich bin seit 2010 in der Band. Schon von Beginn an liebte ich Power Metal. Bands wie EDGUY, BLIND GUARDIAN und MANOWAR sind große Inspirationen für mich. Als mich Esa fragte, ob ich nicht dazu stoßen würde, fühlte ich pures Glück und Stolz - ich war nun Teil von etwas Großem! Für mich wurde ein Traum war, etwas Neues zu kreieren und meinen Inspirationen freien Lauf zu lassen." Allem Anschein nach dreht sich alles um einen gewissen Esa, der bereits von der Gründung der Band an mit von der Partie ist. Darum lassen wir aus Herrn Ahonen kurz zu Wort kommen. "Es sind tolle Freunde geworden. Freunde mit denselben Visionen und Zielen, das ist enorm wichtig. Und natürlich haben wir auch eine Menge Spaß miteinander."

Nachdem jeder sich kurz vorstellen konnte, sprechen wir das Comeback-Album "Into The Glorious Battle" an. Ein Konzeptalbum? "Nun, der Titel hat zwei verschiedene Bedeutungen. Zum einen handelt es sich tatsächlich um ein näheres Konzept. Der angesprochene Kampf führt uns in fremde Galaxien und in die Zukunft. Grob geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse. Die andere Bedeutung betrifft uns als Band selbst. Wir haben es nun endlich geschafft, ein neues Album zu veröffentlichen und wieder on the road zu sein. Wir sind also erneut mitten in diesem glorreichen Kampf."

Inwiefern lässt sich das neue Album denn mit dem unmittelbaren Vorgänger "Immortal" vergleichen? Da liegen schon einige Welten zwischen. "Das ist eine interessante Frage. Zum einen ist das aktuelle Album unser erstes Konzeptalbum. Entsprechend liegt ein großer Unterschied in dem Erzählen einer bestimmten Geschichte. Du musst das Album in seiner Gänze hören, um der Geschichte folgen zu können. Musikalisch ist es um einiges melodischer und mehr mit unseren ersten drei Alben zu vergleichen."

Da keimt natürlich die Frage auf, wie viele "Chapter I" und "Blood, Guts & Glory"-Einflüsse auf dem neuen Album vertreten sind. "Nachdem wir uns entschieden haben, zu unseren wahren Wurzeln zurückzukehren, ist es natürlich unmöglich zu sagen, dass die ersten Gehversuche von CRYONIC TEMPLE keinen Einfluss auf unseren heutigen Sound hatten. Noch lange bevor Roland und Markus zur Band kamen, waren sie selbst Fans dieser Band. Die Einflüsse der neuen Mitglieder schossen uns entsprechend zurück in unsere Vergangenheit und ließen uns unseren alten Sound wiederfinden."

Und wie sehen die musikalischen Charakteristika der heutigen CRYONIC TEMPLE-Struktur entsprechend aus? "Kraftvolle, melodische Catchy-Chöre, ein moderner Heavy-/Power-Sound und ein talentierter Chor. Schließlich haben wir nun drei Bandmitglieder, die ihren Gesangsteil auf der Bühne beitragen. Zudem - im Zusammenhang mit der neuen Dynamik eines Konzeptalbums - sehen die Fans auch eine komplett neue, balladeske Seite an uns." Es bleibt also spannend.

Auf die Frage hin, ob der Titel 'Beginning Of A New Era' als Band-Statement zu sehen ist, bekomme ich ein klares "Ja" entgegengeschmettert. Um wen geht es denn in 'Man Of A Thousand Faces'? "Es geht um einen bösen Mann, der die Gesellschaft blendet, indem er in jene Rollen schlüpft, die in die momentane Gesellschaftssituation passen. Und ohne, dass andere das merken, bekommt er mehr und mehr Macht. Wie eine Art Chamäleon passt er sich seiner Umgebung perfekt an und stellt sich selbst vor die Wahl, ob er der guten oder schlechten Seite beiwohnen möchte. Eine andere Interpretation könnte lauten, dass wir damit Menschen thematisieren, die sich gegen Tyrannei und Unterdrückung auflehnen. Wenn Menschen sich gegen das Böse auflehnen, kommen alle Menschen zusammen und bilden einen einzigen mit tausend Gesichtern."

Eine sehr interessante Interpretation eines wirklich tollen Albums. Denn CRYONIC TEMPLE verspricht nicht zu viel damit, dass es wieder back to the roots gehen soll. Großartige Melodien, ohrwurmtaugliche Refrains und die moderne Produktion ist dabei das i-Tüpfelchen. Der Neuanfang ist also geglückt. Ein Neuanfang, mit dem es auch auf Tour gehen kann? "Erst einmal veröffentlichen wir die neue Platte. Unsere Release-Party findet in unserer Heimatstadt mit AMARANTHE statt. Darüber hinaus gibt es natürlich Pläne für den Sommer, die wir euch noch früh genug verraten. Aber sie werden auf jeden Fall realisiert."

Gut Ding will also Weile haben. Neues Album, neue konzeptionelle Ausrichtung, neue Gesichter in der Band und ein Alt-Fan, wie ich es einer bin, hüpft strahlend und glücklich im Kreis. CRYONIC TEMPLE ist seit dem 21. April zurück. Das Album erschien über Scarlet Records und hält, was es verspricht!

Redakteur:
Marcel Rapp

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