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CUSTARD: Interview mit Bandgründer Chris Klapper

18.05.2017 | 21:50

Handgemachter, ehrlicher und guter Heavy Metal - dafür steht die Herner Combo CUSTARD schon seit vielen Jahren. Nun steht endlich der "Infested By Anger"-Nachfolger in den Startlöchern und "A Realm Of Tales" ist ein bockstarkes Album geworden. Welche Geschichten erzählt werden, warum es doch etwas länger dauert, ein CUSTARD-Album einzutüten und wie es sich mit den Live-Aktivitäten der Ruhrpottler verhält, das verrät uns in einem sehr schönen Interview Drummer und Gründungsmitglied Chris Klapper. Here we go...

Chris, bevor es ans Eingemachte geht, lass mich kurz wissen, wie es euch so geht und wie in Anbetracht des baldigen Releases eures neuen Albums die Stimmung im Hause CUSTARD ist.

Hi Marcel. Natürlich ist die Stimmung zu Zeit echt gut. Wir haben ja über lange Zeit an dem neuen Material gearbeitet und jetzt kommt ja quasi die Geburt unseres Babys. Wir sind natürlich happy mit dem Ergebnis und jetzt sehr gespannt, was andere Leute davon halten. Wir sind ja nicht wirklich objektiv.

Seit "Infested By Anger" sind bekanntlich einige Jahre ins Land gezogen. Kannst mir ein kurzes Update geben, was in der Zwischenzeit bei euch so passiert ist?

Wir sind wirklich faule Schweine, hehe. Im Ernst: Wir haben zwar direkt nach "Infested By Anger" schon angefangen neues Material zu schreiben, aber wir haben uns tatsächlich keinen Druck gemacht. Wie schon bei den letzten Alben lassen wir die Zeit wirklich außer Acht und veröffentlichen ein Album erst, wenn wir der Meinung sind, dass wir wirklich was zu sagen haben. Wenn das nach einem Jahr so ist, prima - wenn es 5 Jahre dauert, auch gut. Zum Glück haben wir mit Pure Steel Records auch ein Label, was uns in der Hinsicht keinen Druck macht. Einen Besetzungswechsel gab es auch wieder an der Gitarre, das dauert auch einige Zeit.

Das bereits angesprochene, neue Album steht in den Startlöchern. Am 19. Mai erscheint "A Realm Of Tales". Dem Titel nach kann man denken, dass es sich hierbei um ein Konzeptalbum handelt. Ist das richtig? Wenn ja, welches Konzept behandelt euer nunmehr sechstes Album?

Richtig. Diese Konzept-Richtung haben wir ja schon beim Vorgänger eingeschlagen und das fanden wir echt cool, darum haben wir uns auch jetzt wieder einen überspannenden Rahmen überlegt: Märchen. Klingt nicht gerade nach Heavy Metal und wir haben beim Formen der Idee auch herzlich gelacht, aber man glaubt gar nicht, wie düster und brutal manche Stories wirklich sind. Da wird ordentlich gekillt.

Musikalisch gesehen, was sind eurer Meinung nach die Hauptunterschiede zwischen dem neuen Album und "Infested By Anger"?

Ich glaube, es ist uns gelungen noch vielschichtiger zu werden. Klar haben wir wieder einige Songs dabei, die auf unseren bisherigen Alben auch nicht weiter auffallen würden - das nennt man, glaube ich, Trademarks - aber es sind eben auch Tracks wie 'Arabian Nights' oder auch 'The Little Match Girl' dabei, die tatsächlich herausstechen und eine CUSTARD-untypische Stimmung erzeugen.

Ich mag das Artwork sehr gerne, speziell in Kombination mit Songtiteln wie 'Queen Of Snow' oder 'Snow White'. Wer war für das Cover zuständig und wie verhält es sich in Verbindung mit dem Konzept bzw. der Geschichte der Platte?

Auf dem Cover ist eben diese 'Queen Of Snow' zu sehen, die Olle ist quasi nach unserer Story die Böseste von den Bösen in den ganzen Geschichten. Darum stehen auch die Charaktere der einzelnen Geschichten vor ihrem Thron und verneigen sich. Auf dem Frontcover ist es nur angedeutet, auf der Rückseite sieht man mehr von der Szenerie. Umgesetzt hat diese Idee Timo Wuerz, der einen prima Job gemacht hat. Interessant ist, dass es sich um wirkliches Handwerk handelt. Er hat aus unserer Idee wirklich ein Gemälde erschaffen - nix mit Photoshop, 700 Layern und digitalem Zeug. Leinwand, Malzeugs und Künstler - fertig.

Meiner Meinung nach repräsentieren 'Queen Of Snow', 'The Pied Piper' und der 'Forged In Fantasy'-Abschluss am besten das musikalische Gerüst des Albums. Würdet ihr das auch so sehen? Welcher Song sollte deiner Meinung nach noch besondere Beachtung finden - außer noch 'Arabian Nights' - und warum?

Jeder Song hat seinen Charme und wir haben es im Freundeskreis schon einigen Leuten vorgespielt und hier ist jeder Song zu seinem Recht gekommen und wurde gelobt oder kritisiert. Bei den von dir genannten Titeln sind sich fast alle einig, aber es gibt auch einige Kontroversen - wie z.B. 'Daughter Of The Sea'. Das wurde von einigen Leuten als zu seicht kritisiert und andere wiederum haben sich den Song als Hit-Single herausgepickt. Unter'm Strich können - und wollen - wir es auch nicht jedem Recht machen, daher hat in unseren Augen jeder Track seine Daseinsberechtigung. Neben 'Arabian Nights' sticht sicher noch 'The Little Match Girl' heraus, was eben recht untypisch ist.

Es ist euer zweites Album, das über Pure Steel erscheint. Welche Vorteile hat es, bei solch einem kultigen Label zu sein?

Das ist ein ganz entspannter Laden mit netten Leuten. Wir mögen das echt und wir sind immer noch happy dort unterschrieben zu haben. Leider haben wir das in unserer recht langen Historie schon anders erleben müssen. Wenn es mit denen etwas zu besprechen gibt, dann nehme ich das Telefon in die Hand und rufe gleich den passenden Ansprechpartner an oder Big Boss himself - in jedem Fall bekomme ich mein Anliegen geklärt, ohne drölf mal vertröstet zu werden.

Wie sieht das restliche Jahr bei CUSTARD aus? Gibt es Pläne mit dem Album eine kleine Tour zu machen?

Wir sind ja im Prinzip immer hier und da auf den Bühnen unterwegs. Es ist nicht mehr so, dass wir an jeder Steckdose spielen können - auch wenn wir gerne würden - eben weil wir beruflich und privat sehr eingebunden sind. Uns geht es vorrangig um Spaß und eine gute Zeit, dafür nehmen wir zwar ab und zu auch gerne mal (positiven) Stress in Kauf, aber auf Biegen und Brechen jedes Wochenende Gigs mit endloser Fahrerei - nein, eher nicht. Wenn sich natürlich Möglichkeiten bieten und wir es zeitlich einrichten können, dann sind wir für vieles offen.

Chris, damit wäre ich mit meinen Fragen am Ende und bedanke mich recht herzlich für eure Zeit. Viel Erfolg mit dem neuen, heißen Eisen. Die letzten Worte gebühren dir!

Wir haben zu danken. Zum Einen dir für die Möglichkeit unseren Senf zum Album abzugeben und zum Anderen den Leuten, die das Album nicht illegal downloaden, sondern uns mit dem Kauf unterstützen und unsere Musik damit am Leben erhalten. Ihr seid Heavy Metal!

Redakteur:
Marcel Rapp

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