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DARKFALL: Interview mit Thomas

25.09.2017 | 10:32

Das kürzlich veröffentlichte "At The End Of Times" aus dem Hause DARKFALL hat ordentlich Staub aufgewirbelt und konnte nicht nur bei uns eine sehr gute Bewertung abgreifen. Grund genug, dem Frontschreihals Thomas etwas genauer auf den Zahn zu fühlen.

Servus Thomas, es freut mich sehr, dass du während der Release-Phase zu eurem aktuellen Album "At The End Of Times" und kurz vor der anstehenden Tour die Zeit für das Interview gefunden hast. Wie geht es dir und wie ist die aktuelle Lage im DARKFALL-Lager?

Servus Hermann, danke, bei mir ist soweit alles gut. Die Release-Show am 08.09.2017 im Orpheum in unserer Heimatstadt Graz war mit dem "Ausverkauft"-Schild ein voller Erfolg und auch die anschließende Show am Hard Summer Festival lief ziemlich gut für uns. In zwei Tagen starten wir dann eine kurze Tour mit vier Stops in Deutschland, Tschechien und der Slowakei. Los geht's auf dem Storm Crusher Festival in Wurz und anschließend stehen noch Budweis, Banska Bystrica und Bratislava auf dem Programm. Der Herbst wird für uns livetechnisch ohnehin noch recht spannend werden, da wir von September bis Mitte Dezember doch noch etliche Kilometer hinter uns bringen werden.

Eure aktuelle Scheibe konnte bei uns ja eine sehr gute Bewertung (Note 9,0) abräumen. Wie sind generell die Reaktionen zum Album und wie seid ihr selbst mit dem Ergebnis zufrieden?

Von Seiten der Fans sind die Reaktionen durchwegs positiv und auch die Absätze auf den ersten beiden Shows waren mehr als zufriedenstellend. Von daher scheinen wir auf einem guten Weg zu sein. Pressetechnisch decken wir so ziemlich jedes Spektrum der Richterskala ab und es war von der Höchstpunktezahl bis zum Verriss eigentlich alles dabei. Mehrheitlich sind jedoch auch die Pressekritiken im grünen Bereich angesiedelt, von daher ist der Start ziemlich gut verlaufen. Wir selbst sind mit dem Album größtenteils sehr zufrieden, wobei wir natürlich auch schon wieder über Verbesserungen in Bezug auf den Nachfolger diskutieren. Wir wollen jedenfalls aus unseren Fehlern lernen, einige konstruktive Kritikpunkte mitnehmen und das nächste Album soll nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Obwohl auf der neuen Scheibe wieder alle bekannten Trademarks im Sound vorhanden sind, klingt diese deutlich frischer als die früheren Veröffentlichungen. Vor allem das Songwriting ist meiner Meinung nach sehr viel abwechslungsreicher gestaltet als zuvor. Habt ihr diesbezüglich etwas an der bisherigen Herangehensweise geändert?

Am Songwriting-Prozess selbst haben wir nicht allzu viel verändert. Wir sind diesmal vielleicht etwas entspannter an die ganze Sache herangegangen und haben bei "At The End Of Times" vermehrt als Band gearbeitet. Aufgrund dieser Herangehensweise ergaben sich diverse Einflüsse und die Nummern selbst wurden dadurch facettenreicher und heben sich deutlicher voneinander ab. Keine Nummer gleicht der anderen, aber dennoch ist ganz klar ein roter Faden auf ganzer Albumlänge zu erkennen.

Habt ihr einen oder mehrere feste Songwriter oder arbeitet ihr neue Songs gemeinsam aus?

Grundsätzlich kommt ein Bandmitglied mit dem Grundgerüst zu einem Song um die Ecke, stellt dieses vor und anschließend bringt jeder einzelne seine Ideen und Vorstellungen dazu ein. Somit entstehen verschiedene Meinungen und Ansichten zu jedem Song, wodurch sich der Abwechslungsreichtum leichter erklären lässt. Der Song durchläuft im Zuge dieser Diskussionen mehrere Entstehungsphasen und sobald das Grundgerüst steht, werden noch Soli, Gesangslinien und die finalen Details und Feinheiten fixiert.

Mit 'Blutgott' habt ihr sogar ein kleines Experiment gewagt, denn der Song kommt nicht nur mit deutschem Text, sondern auch mit Frauengesang und Pianosounds daher. Der Song erzeugt eine wahnsinnig dichte Atmosphäre und ist meiner Meinung nach sogar eines der Highlights des ohnehin sehr starken Albums. Wie ist die Idee zu dem Track entstanden?

Deutsche Texte und Pianopassagen gab es zwar schon bei diversen anderen Songs von uns, aber bei 'Blutgott' wurde das Ganze dann doch auf eine neue Ebene gehievt. Ziel war es einen Song zu kreieren, der trotz aller Raffinessen hart und treibend bleibt. Das Gleichgewicht aus technischem Anspruch und Eingängigkeit war hier die große Herausforderung. Auch wollten wir den deutschen Text nicht in pseudointellektuelle Sandalen-Romantik abdriften lassen, sondern die lyrische Aussage des Liedes sollte derb und kompromisslos sein, um so einen Gegenpol zur Instrumentalisierung zu schaffen. Ich denke, dass uns dieses Experiment gelungen ist und der Song trotz aller Verspieltheit ziemlich wuchtig nach vorne marschiert.

Auf der Bandhompage ist von einem "Schritt in eine neue Ära" die Rede. Ist das vielleicht eine Anspielung auf die Erweiterungen im Bandsound, die man auf "At The End Of Times" vorfinden kann?

Die musikalische Weiterentwicklung ist nur einer der Punkte, die diesem "Schritt in eine neue Ära" zuzuordnen sind. Vieles hat sich bei uns geändert und wird sich noch ändern. Wir wollen die Band DARKFALL mit "At The End Of Times" einfach in eine professionellere Richtung manövrieren und dieses Album als weiteres Ausrufezeichen auf unserem Weg nach oben verstanden wissen. Es liegt noch viel Arbeit vor uns und unser Lernprozess ist längst noch nicht abgeschlossen, aber wir sind sehr stolz auf dieses Album und werden definitiv wieder einige hilfreiche Lehren daraus ziehen können.

Wir leben derzeit ja in einer ziemlich turbulenten Zeit. Hat der Wahnsinn, der sich tagtäglich in der Welt abspielt, auch Einfluss auf eure Musik bzw. eure Texte?

Auf die Texte auf jeden Fall. Jeder einzelne Text auf "At The End Of Times" dreht sich um den Zerfall, Niedergang oder die Zerstörung einer Zivilisation, Epoche, Religion oder eines Individuums. Vieles auf "At The End Of Times" dreht sich um aktuelle Geschehnisse, beschreibt deren möglichen Folgen und Auswirkungen auf unsere Welt wie wir sie noch kennen, ist jedoch hinter Metaphern und fiktiven Wortmänteln versteckt.

Lieber Thomas, vielen Dank für deine interessanten Ausführungen. Ich wünsche euch natürlich alles Gute und viel Erfolg für die neue Scheibe und die anstehende Tour. Die letzten Worte gehören dir.

Vielen Dank für das Interview und deine Unterstützung. Es freut uns, dass dir unser neues Album gefällt, und wir hoffen, dass auch viele Fans da draußen Gefallen an "At The End Of Times" finden werden. Checkt unsere Videos zu 'Ride Through The Sky' und 'Ashes Of Dead Gods' auf Youtube oder ansonsten sehen wir uns live auf Tour. Keep the flame alive!

Redakteur:
Hermann Wunner

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