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DEVILDRIVER: Interview mit Mike Spreitzer

03.10.2020 | 14:19

Es ist sicherlich nicht einfach, in einer Zeit wie dieser ein neues Album zu veröffentlichen. Es gibt jedoch Bands, die sich davon nicht beirren lassen, und bei neuen Werken sogar von wegweisenden Arbeiten sprechen. DEVILDRIVER gehört definitiv zu jenen Formationen, für die neue Musik auch den Beginn einer neuen Ära darstellt. Mike Spreitzer ist seit 2004 Gitarrist der Combo aus Kalifornien und macht trotz widriger Umstände einen glücklichen Eindruck.

"Abgesehen davon, dass wir uns inmitten einer globalen Pandemie befinden, geht es mir sehr gut, vielen Dank." Seit der Veröffentlichung der "Trust No One"-Scheibe ist viel bei den Jungs passiert. Natürlich blickte Mike auch über die Cover-Scheibe "Outlaws 'Til The End, Vol. I" hinaus. "In den letzten vier Jahren ist wirklich viel passiert. Wir hatten einen großen Wechsel im Line-Up und brauchten dann auch eine gewisse Zeit, um uns zu akklimatisieren und aufeinander einzuspielen. Zum Glück haben wir auch schnell festgestellt, dass wir uns alle sehr gut verstehen und um ehrlich zu sein, könnte ich nicht glücklicher sein. Ich bin froh, dass wir uns auch die Zeit genommen haben, die "Outlaws"-Scheibe veröffentlicht zu haben, bevor wir uns an eine reguläre Studioplatte gewagt haben. Die Cover-Platte half der Band zusammenzuwachsen und sich auf den Schreib- und Aufnahmeprozess für "Dealing With Demons" vorzubereiten."

Die Veröffentlichung einer reinen Cover-Scheibe ist heutzutage nichts Außergewöhnliches mehr. Doch der Zusatz "Vol. I" eröffnet natürlich den Interpretationsreigen. "Leider kann ich dir nicht sagen, wie gut die "Outlaws"-Platte von unseren Fans aufgenommen wurde, ich beschäftige mich mit diesen Dingen eher weniger. Ich hatte aber das Gefühl, dass speziell unsere Fans in den Staaten das Ding sehr gut aufgenommen haben. Vielleicht ist diese Outlaw-Country-Musik in den USA einfach populärer, aber Pläne, eine weitere Scheibe dieses Formats hinterherzuschieben, haben wir derzeit nicht."

Doch kommen wir zum aktuellen Werk: "Dealing With Demons, Volume I"  ist – wie der Name schon vermuten lässt – der erste Teil eines Doppelalbums und wurde von Steve Evetts und eben Mike zusammen produziert. Wir fragten, wann die Band mit den Arbeiten an der neusten DEVILDRIVER-Scheibe angefangen hat. "Das müsste Ende 2017 gewesen sein. Da haben wir angefangen, die Songs für "Dealing With Demons" zu schreiben und 2018 und einen Teil von 2019 über haben wir dann an ihnen gefeilt und sehr akribisch gearbeitet. Wir hatten keine vorgefassten Vorstellungen vor der Aufnahme. Uns war es nur wichtig, dass wir die zusätzliche Zeit nutzen wollten, um das Bestmögliche aus den Aufnahmen und Sessions herauszuholen. Ich kann dir sagen, dass die neue Platte im Gesamten einfach besser ist als "Trust No One". Es war damals eine seltsame Zeit für die Band; Neal, Austin und ich fingen da gerade an, uns kennenzulernen. Und "Dealing With Demons" ist in sich wesentlich stimmiger und abgestimmter. Es war auch mit Abstand der größte Spaß, den ich hatte, seit ich 2004 zur Band stieß."

Allein der Titel lässt viel Interpretationsspielraum zu, nicht wahr? "Leider kann ich nicht genau erläutern, auf welche Dämonen unser Dez in diesen Songs Bezug nimmt. Das ist ein sehr persönliches Thema. Der Zuhörer liegt hierbei aber auch in der Verantwortung, eine komplett eigene Interpretation dessen, was Dez singt und vermittelt, zu entwickeln. Wann der zweite Teil erscheint, werden wir nach dem Ende der Pandemie erörtern und herausfinden." Ein Song, der musikalisch wie textlich heraussticht, ist definitiv 'Iona'. Mike erläutert uns den konzeptionellen Hintergrund dieser Person. "Iona war eine Hexe, die Satan anbetete und in der Nachbarschaft, in der sie starb, Angst und Schrecken auslöste. Sie wurde von einem wütenden Mob aus ihrem Haus gezogen und anschließend hospitalisiert. Es wurde gesagt, dass sie bei ihrer Rückkehr nach Hause zwei Tage lang ein Ritual mit dem Titel "Die Kommunion der Heiligen" durchführte, bei dem sie ihr eigenes Blut trank. Und dieses Ritual führte dann schließlich zu ihrem Tod."

Da lohnt es sich doch reinzuhören. Abschließend fragten wir den Gitarristen noch, welche persönliche Bedeutung dieses Werk für ihn hat und welche Auswirkungen es auf die Band hat. "Ich bin der festen Überzeugung, dass dies der Beginn einer neuen Ära für DEVILDRIVER ist. Ich könnte mit der neuen Besetzung nicht zufriedener sein. Neal und Austin sind die besten Schreibpartner, die ich je hatte. Musik schreiben ist für uns eine sehr persönliche Sache. Jetzt, da wir den größten Teil von fünf Jahren zusammen auf Tour waren, sind unsere Mauern und Barrieren zusammengebrochen. Wir fühlen uns sehr wohl miteinander und es hat uns geholfen, bessere Musik zu schreiben. Ich habe das Gefühl, dass sich unsere Nähe natürlich auf der neuen Platte auch widerspiegelt."

Kein Interviewpartner verlässt unser Gespräch, ohne noch einige Worte an die treue Gefolgschaft und Fanschar zu richten. So auch Mike, dem wir mit der neusten Platte an dieser Stelle alles erdenklich Gute wünschen. "Vielen Dank für eure Unterstützung in den letzten zwei Jahrzehnten. Ich weiß, dass die meisten von euch "Dealing With Demons" lieben werden. Es ist die beste Aufnahme, die wir seit "The Last Kind Words" gemacht haben. Sobald diese Pandemie vorbei ist, werden wir wieder auf Tour sein und euch alle von Angesicht zu Angesicht sehen – hoffentlich auch ohne Masken."

"Dealing With Demons, Volume I" erschien am 2. Oktober via Napalm Records.

Redakteur:
Marcel Rapp

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