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ENFORCER: Interview mit Olof Wikstrand

01.06.2019 | 13:35

"From Beyond" war vor vier Jahren schon ein richtig bockstarkes Album, doch "Zenith" sollte die eh schon hohen Erwartungen an ENFORCER sogar noch übertreffen. Auf ihrem bereits vierten Album lassen die Schweden die Sau von der Leine und das abwechslungsreich, variabel und unterhaltsam wie noch nie. Richtig, ENFORCER hat sich mit dem Album selbst übertroffen, sodass der Name im Vorfeld wohl auch nicht zu hoch gegriffen war. Jedenfalls stand uns ENFORCER-Häuptling Olof Wikstrand Rede und Antwort und lässt uns etwas genauer auf diesen kaltschnäuzigen und großen Brocken Heavy Metal blicken.

Olof, wie geht es dir? Wie läuft es bei ENFORCER?
Wir sehen momentan die ersten Fan-Reaktionen auf unser neues Album und das fühlt sich einfach unglaublich an. Wir haben auch schon die ersten Shows mit neuem Material gespielt und die Menge ging gut ab.

Seit der Veröffentlichung von "From Beyond" sind vier Jahre ins Land gezogen. Magst du mir ein kleines Update geben, was in der Zwischenzeit bei euch so passiert ist?
Wir waren fast zwei Jahre lang auf Tour und haben danach angefangen, das Material für "Zenith" zu schreiben. Vom ersten Song bis zum finalen Mastering verging auch viel Zeit, gingen wir durch viele Ups & Downs, aber das Endresultat kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

Mit Jonathan habt ihr einen neuen, tollen Gitarristen im Team. Wie kam der Kontakt zustande und wie wurde er in das "Zenith"-Songwriting bereits integriert?
Jonathan hat damals in einer Band namens LETHAL STEEL gespielt und der erste Kontakt kam zustande, als sie ihr Debütalbum "Legion Of The Night" veröffentlichte. Jonathan selbst war schon damals großer ENFORCER-Fan. Als ich seinen Songwriting- und Gitarrenstil dann das erste Mal bemerkte, sah ich in ihm großes Potential. Als dann Joseph (Toll, Gitarre - Anm. d. Red.) sich dazu entschloss, die Band zu verlassen, war die Entscheidung, wen wir gerne als seinen Nachfolger hätten, schnell klar. Diesmal war er noch nicht richtig beim Songwriting-Prozess dabei, aber zum nächsten Album hin wird er auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen.

Wie lange habt ihr an eurem neuen Album gearbeitet und mit welchen Zielen seid ihr an "Zenith" herangetreten?
Die Idee zu "Zenith" bestand schon lange Zeit. Wir wollten nicht etwas komplett anderes machen, sondern das Ganze einfach etwas größer angehen lassen. Etwas freier, nicht ganz so strikt nach den Regeln eben. Das war der erste Gedanke, den wir schon vor vier, fünf Jahren gehegt haben. Das Album sollte gut mit den klassischen Heavy-Metal-Alben dieses Genres vergleichbar sein wie beispielsweise von JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN, METALLICA, DIO oder BLACK SABBATH. Und als wir uns all die Alben noch einmal genauer anhörten, ist uns aufgefallen, wie viel Abwechslung und Variation drinstecken. Also wollten auch wir diese Variation auf ein einziges Album bringen. Die 1970er und 1980er Jahre waren voll von Abwechslung und wir wollten auch einmal über den Tellerrand hinausschauen. Allein auf der ersten Seite sollte klassisches, aber auch etwas aggressiveres Material und sogar welches mit leichtem Balladen-Vibe stehen. Die Idee war aus jedem Song einen Hit zu machen.

'Die For The Devil' ist eine richtig coole, aber stellenweise für euch recht untypische Single-Auskopplung. Steht sie stellvertretend für die Scheibe? Und würdest du sagen, dass "Zenith" eure bis dato experimentellste Platte geworden ist?
Ich denke, 'Die For The Devil' repräsentiert sowohl das Album als auch ENFORCER. Der Song ist angenehm aggressiv, könnte aber auch Fans von exzentrischem Rock und klassischem Heavy Metal gefallen. Er schlägt sozusagen die Brücke zu anderen Songs, die wir auf "Zenith" haben.

Was kannst du uns über den Song 'Regrets' und die AOR-Einflüsse auf den ENFORCER-Sound sagen?
So AOR-lastig ist der Song gar nicht. Der Einfluss stammt eher von Bands wie RUSH oder Rockballaden aus den frühen 1990er Jahren allgemein. Die Idee war eher, eine recht melancholische Atmosphäre aufzubauen. AOR steht ja eh für ziemlich eingängige Refrains, das hat zwar die Songs direkt nicht so sehr beeinflusst, aber eher in der Art, wie wir Songs schreiben und diese dann aufgebaut sind.

Für dich persönlich: Welchen Stellenwert hat die neue Platte?
Ich denke, "Zenith" ist die repräsentativste Scheibe für ENFORCER. Es beinhaltet so gesehen alles, was wir an Heavy-Metal- und Rock-Musik lieben. Ich persönlich würde es daher an erster Stelle packen, wenn ich Leuten die Musik von ENFORCER zeigen wollen würde. Die Platte hat einen tollen Flow, eine gute Dramaturgie und ist durch die Bank weg einfach interessant. Genau das wollten wir mit "Zenith" auch erreichen.

Ich persönlich bewundere die Power auf der Platte und die Songs sind meiner Meinung nach die besten, die ihr bisher veröffentlicht habt. Was kannst du über die weiteren Einflüsse dieser und der vorangegangenen Platte im Vergleich sagen?
Von den musikalischen Einflüssen her kann man beide Platten auf der gleichen Stufe sehen. Weißt du, viele Bands, die beispielsweise von IRON MAIDEN beeinflusst wurden, orientieren sich hinsichtlich des Sounds und der Herangehensweise an eher energischeren Songs wie 'Aces High', also an bestimmten, ausgewählten Songs anstatt dem gesamten Backkatalog. Aber ich habe noch keine Band gehört, die den Stil von 'Children Of The Damned' kopieren wollte. Bei JUDAS PRIEST wäre dieser typische Song wohl 'Painkiller' und im Gegensatz dazu vielleicht 'Beyond The Realms Of Death'. Natürlich wurden wir von diesen großen Bands beeinflusst, nahmen aber als Einfluss weniger die großen Hits als mehr das gesamte Soundspektrum.

Was kannst du uns über das Artwork der Platte erzählen? Wer hat es gemacht?
Es stammt von einem Italiener namens Velio Josto, sein visuelles Konzept hinter dem Cover ist recht simpel und direkt. Uns gefällt es verdammt gut.

Gibt es schon Pläne, mit "Zenith" auf Tour zu gehen? Und welche Songs könnte man künftig in eurer Live-Setliste wiederfinden?
Ich hoffe natürlich, dass wir mit der Platte viele Shows spielen dürfen. Wir werden sehen, was da so auf uns zukommt. Eine große Tour ist noch nicht in Planung, aber es kommen wohl einige Headliner-Shows auf euch zu. Von den neuen Songs haben wir die ersten sieben Stück - also 'Die For The Devil' bis 'One Thousand Years Of Darkness' - als potenzielle Live-Stücke eingeprobt. Die Fan-Reaktionen werden dann zeigen, welche es fest in die Live-Shows schaffen.

Olof, vielen Dank für die Geduld und Zeit. Ich wünsche dir und dem Rest der Rasselbande alles erdenklich Gute für die kommende Zeit.
Dir auch vielen Dank und alles Gute!

Redakteur:
Marcel Rapp

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