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EVERGREY: Interview mit Jonas Ekdahl

21.05.2005 | 12:18

EVERGREY sind alles andere als graue Mäuse. Die trinkfesten Schweden haben erst jüngst als Support von James LaBrie (DREAM THEATER) hierzulande erneut ihre Live-Qualitäten bewiesen. Auch die kützlich erschienene Doppel-Live-CD ist sehr amtlich ausgefallen. Mit ein paar Wochen Verzögerung ist nun gerade die dazugehörige Doppel-DVD (!) mit tonnenweise Bonus-/Interview- und Video-Material erschienen. Grund genug mal nachzufragen. Das sehr kurzfristig realisierte Interview erwies sich als sehr unterhaltsam und natürlich auch informativ. Gerade mal sechs Stunden (!!) nach der Anfrage bei der Plattenfirma rief mich Schlagzeuger Jonas per Handy (!!!) aus dem schönen Madrid an, wo die Band gerade einen Day-Off von der Headliner-Tour durch Spanien offensichtlich sinnvoll zu nutzen wusste. Eigentlich sollte Sänger Tom Englund mein Interview-Partner sein, aber es war eben Jonas, der anrief, und dem man leicht anmerkte, dass er nicht allzu oft Interviews geben muss. Aber für Jonas hatte ich dann auch noch eine ganz spezielle Frage...

Martin:
Hallo, wie geht's? Wo seid ihr gerade?

Jonas:
In Madrid, wo wir morgen spielen. Uns geht es bestens, danke! Auf Tour sein ist immer gut... (lacht)

Martin:
Ihr seid ja schon einige Tage bzw. Wochen unterwegs und habt neben einigen speziellen DVD-Vorführungen mit Akkustik-Gigs und Autogrammstunden etc. auch gerade eine Tour als Opener für James LaBrie gespielt. Wie ist die aus eurer Sicht gelaufen?

Jonas:
Sehr gut, würde ich sagen. James, seine Musiker und die ganze Crew waren sehr nett und wir haben viel Spaß gehabt. Zwischendrin haben wir auch die eine oder andere kleinere Show als Headliner gespielt oder spezielle DVD-Events abgehalten.

Martin:
Ich habe euch vor ein paar Tagen in Hamburg gesehen und fand den Gig sehr geil. Allerdings hattet ihr fast die ganze Zeit Probleme mit dem Sound bzw. mit dem Mikro von eurem Sänger. Was war da los? Gefeiert wurdet ihr ja trotzdem ganz gut.

Jonas:
Ja, das war Mist. Wir konnten nichts dafür. Beim Soundcheck war alles in Ordnung, und selbst als wir auf die Bühne gingen, schien alles gut. Aber dann ist leider plötzlich ein beträchtlicher Teil der Monitor-Anlage ausgefallen.

Martin:
Die Doppel-DVD "A Night To Remember" ist absolut klasse geworden, nämlich ein richtig fettes und umfangreiches Package. War es denn schwierig die Plattenfirma von diesem Projekt zu überzeugen? Das Teil hat doch sicherlich eine schöne Stange Geld gekostet?

Jonas:
Nun, die Aufnahme des Konzertes war schon teuer, das stimmt. Wir haben beispielsweise fünfzehn Kameras benutzt. Der Produzent, Patric Ulleaus, der schon zahlreiche sehr erfolgreiche Musikvideos gemacht hat, verlangt eigentlich pro Video so um die 50.000 Dollar, nur um mal die Dimension aufzuzeigen. Die zweite DVD enthält ja viele Interviews, unsere bereits gedrehten Videos und eine Menge Impressionen von unseren Touren mit Backstage-Material und so. Das haben wir selbst gedreht und auch geschnitten. Da hielten sich die Kosten also in Grenzen. Schön, dass dir die DVD gefällt. Wir sind sehr stolz darauf.

Martin:
Wie sind deine Erinnerungen an den Gig? Bei nur einer Chance, das Material aufzunehmen, muss die Anspannung doch riesig gewesen sein, oder? Es durfte ja nichts schief gehen...

Jonas:
Ja, das stimmt. Es steckt eine Menge Vorbereitung darin. Wir mussten an so viele Dinge denken. Da waren die Mitglieder des Symphonie-Orchesters aus Göteborg oder die Background-Sänger/innen, die mit uns aufgetreten sind. Aber als das Konzert dann erstmal lief, war es fast wie ein normales Konzert. Wir hatten eine Menge Spaß...

Martin:
Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt! Beim Song 'For Every Tear That Falls' stand ja die Ehefrau von Tom [Englund, voc. - Anm. d. Verf.] Carina Kjellberg mit euch auf der Bühne. Für ihn und sicherlich auch für euch alle ein besonderer Moment, oder?

Jonas:
Ja, klar! Das war sehr bewegend. Aber es war vermutlich das erste und letzte Mal, dass wir den Song live gespielt haben.

Martin:
Ich höre sehr viel unterschiedliche Musik und Musikstile, aber EVERGREY waren und sind für mich immer ziemlich einzigartig. Ihr habt einen recht speziellen Sound. Wie würdest du diesen beschreiben?`

Jonas:
Ich würde sagen Dark Melodic Power Metal. Ja, ich denke, das passt.

Martin:
Wie entstehen bei euch eigentlich die Songs? Könnt ihr beispielsweise auf Tour Songs schreiben oder ausarbeiten?

Jonas:
Auf Tour trinken wir Bier! Viel Bier! Aber das ist eine andere Geschichte... (lacht). Wir schreiben eigentlich immer im Proberaum. Das hat sich in der Vergangenheit so ergeben und bewährt.

Martin:
Was ist dein Traum in Sachen EVERGREY? Was ist dein Ziel, das du mit der Band erreichen möchtest?

Jonas:
Hmm... eine Million Platten verkaufen. Das wä's.

Martin:
Okay, ich habe dann schon mal mit fünf einen kleinen Beitrag dazu geleistet...

Jonas:
Gut. Das freut mich. Meine Mutter hat auch alle fünf Alben. Sind schon zehn... (lacht). Wird doch langsam...

Martin:
Noch eine Frage zu dir persönlich, Jonas. Ich war - wie bereits erwähnt - in Hamburg bei eurem Gig mit James LaBrie. Da ist mir aufgefallen, dass du fast permanent am headbangen warst. Ziemlich ungewöhnlich für einen Drummer, oder?

Jonas:
(lacht)... Ja, mag sein, das fällt mir gar nicht so auf. Aber warum sollte man das nicht machen. Ich habe Spaß am Spielen und vielleicht fällt es mir relativ leicht, weil ich den Rhythmus quasi im Blut habe. Ich weiß es nicht...

Martin:
Irgendwelche letzten Worte in Richtung unserer Leser, Jonas?

Jonas:
Ähh... klar! Danke für den Support und schaut euch unsere neue DVD an. Sie ist definitiv ihr Geld wert. Ihr werdet sie lieben! Die CD natürlich auch... Danke für das Interview.

Redakteur:
Martin Stark

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