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EVERTALE: Interview mit Matthias "Matze" Graf

05.10.2014 | 10:08

BLIND GUARDIAN, GAMMA RAY, IRON SAVIOR, aber auch RHAPSODY (OF FIRE) und selbst MANOWAR. All diese Heroen finden sich im Sound einer jungen, aufstrebenden Band namens EVERTALE wieder. Ihr Debüt "Of Dragons And Elves" steckt voller Power, Ausdruck und Fantasy. Darum sprachen wir mit Frontdrachenreiter Matze über das rundum geglückte Banddebüt und vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennende Einflüsse.

 

Hi Matze. Schön, dass es mit dem Interview klappt, vielen Dank dafür. Wie sieht denn momentan die Laune im EVERTALE-Lager aus?

Unsere Stimmung könnte kaum besser sein. Endlich haben wir nach langer Suche unser Line-Up durch Moritz Goldbach an den Drums vervollständigen können. Die Resonanzen auf unser Album waren durchweg sehr positiv bis überwältigend gut, und wir freuen uns total darauf, die Scheibe endlich auf die Bühne zu bringen. "Vorfreude" beschreibt es wohl am besten, was wir im Moment erleben. Wir sind total elektrisiert!

 

Da sicherlich einige unserer Leser EVERTALE bisher noch nicht kennen, würdest du uns die Band und ihren bisherigen Werdegang kurz beschreiben?

Die Wurzeln der Band reichen ca. 8-9 Jahre zurück. Damals entstanden die ersten Riffs die auch auf "Of Dragons And Elves" zu hören sind. Ich spielte zu der Zeit in einer lokalen Metal-Combo namens BLACKENED. Nach deren Ableben war ich auf der Suche nach neuen Mitstreitern, um meine Vision von melodischem und schnellem Power Metal mit Fantasy-Schlagseite umzusetzen. Unser Lead-Gitarrist, Woody stieß 2006 zur Band, etwas später kam Marco am Bass dazu. Der damalige (ebenfalls noch aus BLACKENED-Tagen stammende) Drummer Hannes, verließ 2009 die Band, was uns erst einmal lahm legte, was Live-Aktivitäten betraf. So konzentrierten wir uns auf das Songwriting und die Aufnahmen zum neuen Album, immer auf der Suche nach einem geeigneten Schlagzeuger. Auch die Aufnahmen und der Produktionsprozess des Albums erstreckten sich über unerwartet große Zeiträume, wofür insbesondere ein Produzentenwechsel auf halber Strecke verantwortlich war. Wir wollten mit der Scheibe einfach keine Kompromisse eingehen und uns von niemandem erklären lassen, wie wir zu klingen hätten. Diese Haltung kostete uns zwar eine Menge Zeit und Geld, aber letztlich denke ich, hat es sich gelohnt.

Zwischenzeitlich konnten wir mit Martin Schumacher einen sehr begnadeten Mann an den Kesseln gewinnen. Er stand uns während der Recordings und für einen anschließenden Gig zur Verfügung. Aus zeitlichen und beruflichen Gründen strich aber auch er wieder die Segel, bis wir nun endlich in Moritz das fehlende Puzzle-Stück gefunden haben.

 

Nun kam Ende letzten Jahres euer Debüt "Of Dragons And Elves" auf den Markt. Und gleich beim Blick auf das Artwork und die Trackliste wird klar, dass wir es hier musikalisch mit Power Metal und texlich mit Fantasy-Konzeptionen zu tun haben. Wolltet ihr von Anfang an auch in diese "Schublade" gesteckt werden?

Wir hatten eigentlich keinen "Fahrplan", der vorsah, dass wir so und so klingen wollen und die Texte im Fantasybereich angesiedelt sind. Ich bin ein großer Fantasy-Fan und habe mit 12 ungefähr das erste Mal "Herr der Ringe" gelesen und seither verschlinge ich regelrecht Bücher aus diesem Genre. Gleichzeitig haben auch die musikalischen Helden meiner Jugend ein ähnliches Setting, was mich natürlich sehr geprägt hat. Und da ich Musik mache, die zuallererst mal mir selbst gefällt bzw. gefallen muss, war die Richtung in die unsere Songs gehen würden eigentlich schon vorgegeben – aber wie gesagt, wir haben nicht mit der Brechstange versucht in irgendeine Schublade zu passen.

 

Bei genauerem Hinhören verzichtet ihr (Gott sei Dank) auf unnötige Keyboard-Spielereien. Gut produziert und im netten Tempo brettert ihr die einzelnen Hymnen herunter. Welche Songs vom Debüt sollten sich bisher Unwissende am besten anhören, um EVERTALE von ihrer Schokoladenseite zu sehen?

Als Songwriter finde ich natürlich jeden Song auf der Platte gut, da fällt es mir schwer einzelne zu nennen aber ich denke der Opener 'In The Sign Of The Valiant Warrior', 'Elventwilight' und 'Firestorm' sind wohl die Songs, die unseren Stil am besten repräsentieren – schnell, mit viel Melodie und epischen Refrains.

Es ist offensichtlich, dass ihr musikalisch ein wenig nach BLIND GUARDIAN, IRON SAVIOR, HAMMERFALL und GAMMA RAY blickt. Habe ich einen wichtigen Einfluss (vielleicht auch aus einer anderen Sparte) vergessen oder treffe ich mit der Aufzählung genau den Punkt?

Na also meine ersten Metalbands waren eigentlich METALLICA und MANOWAR. Grade die letztgenannten würde ich schon irgendwie zu den Einflüssen dazu zählen. Auch wenn man es nicht so wirklich hört glaube ich, aber MANOWAR und gerade die Alben "Triumph Of Steel" (meine erste wirklich Metalscheibe überhaupt) und "Kings Of Metal" liefen bei mir in Dauerschleife. Zumindest bis ich dann BLIND GUARDIAN entdeckt habe. Auch RUNNING WILD hab ich viel und gerne gehört aber im Prinzip triffst du mit deiner Aufzählung ziemlich ins Schwarze. Woody, der ja ebenfalls am Songwriting beteiligt ist hat wieder ganz andere Wurzeln. Er bringt beispielsweise auch Elemente von Bands wie ANNIHILATOR und MEGADETH mit, die sich wunderbar in das Gesamtbild einfügen.

 

Wie waren die bisherigen Resonanzen dieses, wie ich finde, großartigen Debüts? Gab es auch negative Kritiken?

Der einzige Kritikpunkt der wirklich öfter genannt wurde, war die Länge des Albums. Der eine oder andere fühlte sich wohl von der Fülle an Songs überwältigt, aber wenn das der einzige negative Aspekt ist, können wir gut damit leben. Auf dem Nachfolger machen wir dann eben bei 60 Minuten Schluss.

 

Wie sah denn ansonsten das bisherige Jahr im EVERTALE-Universum aus? Gibt es schon Pläne für eine weitere Platte oder einzelne Auftritte, die noch in Planung sind?

Zunächst steht für uns vor allem die Live-Präsentation vom neuen Album im Fokus unserer Energien. Wir versuchen gerade europaweit an so viele Gigs wie möglich zu kommen und hoffen, in der kommenden Saison auch auf ein paar Festivals spielen zu können. Es gibt bereits einige konkrete Angebote diesbezüglich. Für das nächste Album gibt es darüber hinaus schon ein paar Fundamente, die in den kommenden Monaten konkretisiert werden sollen. Auf jeden Fall wird die nächste Scheibe nicht so lange auf sich warten lassen wie unser Debüt. Gleichzeitig haben wir aber auch den Anspruch, das Niveau unseres Erstlings nochmals zu steigern. D.h. es werden arbeitsreiche Monate vor uns liegen…

Euer Debüt erschien in Eigenregie. Gibt es schon Anfragen von irgendwelchen Labels, EVERTALE unter Vertrag zu nehmen?

Es gab schon die eine oder andere Anfrage – einige kleine Labels und auch eine etablierte Firma war dabei. Allerdings wurden wir uns damals bei den Vertragsverhandlungen nicht wirklich einig. Vor kurzem hatten wir wieder ein Angebot bekommen und obwohl wir noch keine Einzelheiten nennen dürfen, können wir, was die Zusammenarbeit mit einem Label angeht, schon bald sehr gute Neuigkeiten bekannt geben.

 

Sodann wäre ich mit meinen Fragen auch am Ende und möchte mich noch einmal bei dir bedanken. Matze, ich wünsche dir und dem restlichen EVERTALE-Teil viel Erfolg in der zweiten Jahreshälte und hoffe, dass mehr Menschen in den Genuss von "Of Dragons And Elves" kommen. Hast du an unsere Leser noch einige Worte zu richten?

Zunächst mal wollen wir uns bei allen bedanken, die unser Album so enthusiastisch aufgenommen haben. Fans, Fanzines, Magazine, etc.: Ohne Euren Support wäre die Szene tot.

Also: Kommt zu unserer Shows! So viel geilen Power Metal für so wenig Geld gibt es nur bei EVERTALE, hehe. Wir freuen uns wahnsinnig darauf, mit Euch den Drachen steigen zu lassen!

 

Redakteur:
Marcel Rapp
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