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EVIL INVADERS: Interview mit Frontmann Joe

29.09.2017 | 10:56

Es ist kein großes Geheimnis, dass ich die Jungs nach ihrem Erstlingswerk "Pulses Of Pleasure" und ihrem Gastbeitrag 'Violence & Force' auf dem EXCITER-Tribute-Album ins Herz geschlossen habe. Und so freut es mich natürlich umso mehr, dass die Speed-Metaller aus Belgien heuer mit ihrem zweiten Album um die Ecke kommen. Was es alles so über "Feed Me Violence" zu erzählen gibt, warum so viel Frustration in den Songs steckt und wie es EVIL INVADERS eigentlich geht, erfahrt ihr hier in unserem Smalltalk mit Frontmann Joe.

"Uns geht es unheimlich gut! Wir hatten einen großartigen Sommer, in dem wir eine unheimliche Menge an Festivals bespielt haben. So konnten wir unter anderem auf dem Graspop Metal Meeting, den Metal Days, dem Alcatraz Metal Fest, Bang Your Head und Gefle Metal Fest spielen und darüber hinaus auch zwischendurch mit den Jungs von SEPULTURA einige Shows bestreiten. Momentan bereiten wir uns auf die neuen Songs für unsere Release-Party des neuen Albums vor, das am 29. September erscheint."

Das hört man natürlich gerne. Die Jungs haben auch alle Möglichkeiten genutzt, um sich speziell als grandiose Live-Band einen Namen zu machen. Doch was ist seit der Veröffentlichung der 2016er EP eigentlich so im Hause EVIL INVADERS passiert, Joe? "Unmittelbar nach der Veröffentlichung von "In For The Kill" ging es mit unseren Freunden SUICIDAL ANGELS und SKULL FIST quer durch Europa. Danach haben wir uns während unserer Headliner-Tour durch Russland und Osteuropa die Ärsche abgefroren, konnten uns dann aber, als wir wieder daheim waren, voll und ganz auf unser neues Album konzentrieren. Wir arbeiteten auch hart an unserer Bühnenpräsenz, bauten ein ziemlich cooles Bühnen-Setup und haben auch viel Zeit in unsere Lichtshow und all sowas gesteckt. Die Band ist live cooler denn je! Wir bemerkten, dass viele Zuschauer von uns positiv überrascht waren, nachdem sie uns mal live gesehen haben. Wir haben also unsere Bühnenpräsenz auf ein komplett neues Level gehoben. Darum würde ich jetzt einfach sagen: Kommt und überzeugt euch einfach selbst!"

Viel Blut und Schweiß steckt also in der Platte. Und wie lange mussten die Belgier an ihr feilen? "Also wirklich Vollzeit haben wir an dieser Platte von Dezember bis Ende Mai dieses Jahres gearbeitet. Wir investierten viel Zeit in den Mix und das Mastering und probierten viele neue Sachen aus, bis es zum Endresultat kam. Wir sind hierbei etwas pingelig, wenn es um den Mix geht, der Vibe muss einfach stimmen, wenn ihr wisst, was ich meine. Allerdings habe ich auch einige Passagen komplett neu geschrieben, einige Details verändert, aber das ist bei uns normal. Ich hätte Angst, wenn es irgendwann anders wäre, haha."

"Feed Me Violence" ist ein bockstarkes Stück lupenreiner Speed Metal geworden. Pfeilschnelle Riffs, Spielfreude en masse und jede Menge Feuer. Und auch ein spezielles Konzept hinter den Songs? "Ich denke, wenn du dir die Lyrics durchliest und dabei die Songs hörst, wirst du definitiv einen roten Faden bemerken, der sich durch das Album schlängelt. Allerdings haben wir niemals versucht, eine Art Konzeptalbum auf die Beine zu stellen. Es sind lediglich Expressionen von dem, was wir in der heutigen Zeit fühlen – und das wollten wir in den Songs verpacken. Viel Frustration ist natürlich auch mit von der Partie – unsere Fans können sich hier voll und ganz auf die Gefühle, die ihnen unsere Musik gibt, beziehen."

Passend hierzu natürlich das Artwork. Wir blicken mit Joe ein wenig genauer auf das Cover von "Feed Me Violence". "Das Artwork passt zu den Songs wie die Faust aufs Auge! Auf den ersten Blick wirkt es dreckig, brutal und ziemlich abgefuckt. Aber wenn man ihm ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenkt, stecken enorm viele Details drin. Und genauso ist es mit unserer Musik. Ich wette, dass viele Menschen der Platte erst ein paar Versuche schenken müssen, bis sie sie schätzen und unsere Songs verstehen. Es ist nicht einfach nur blinde, hirnlose Wut."

Da hat Joe auf jeden Fall Recht. Wie würde er denn eigentlich den Unterschied zwischen dem Vorgänger und der neuen Platte beschreiben? "Ich denke, dass die neue Platte wesentlich variable ausgefallen ist als noch "Pulses Of Pleasure". Wir haben viel mehr Tempowechsel und Clean-Passagen. Zudem enthält das Album unseren bisher schnellsten, aber auch den langsamsten Song, den wir jemals geschrieben haben. Stellt euch einfach eine Art Achterbahnfahrt vor: Es geht rauf und runter und gerade dadurch wird es erst interessant. Zudem habe ich festgestellt, dass ich mich selbst als Sänger ein wenig weiterentwickeln konnte. Wenn ihr also unser früheres Material allein wegen den Vocals nicht mochtet, findet ihr an den neuen Tracks auf "Feed Me Violence" eher Gefallen. Und natürlich sorgen die Neuen am Bass und an der Gitarre für neue musikalische Einflüsse, das darf natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden. Während der Vorgänger also etwas straighter war, gibt es auf der neuen Scheibe wesentlich mehr Wendungen und Überraschungen im Songwriting."

Was war denn eigentlich der Grund für dieses Arsenal an Wut, Frustration und Aggressivität? "Ursprünglich haben wir versucht, bei der neuen Platte mit vielen verschiedenen Menschen zusammenzuarbeiten. Allerdings hat das nicht allzu gut funktioniert. Dadurch sammelte sich viel Wut und Frustration an, weil Viele schlicht und ergreifend nicht so professionell waren, wie sie es vorgaben zu sein. Glücklicherweise hat sich unser Sound-Techniker Koen Keikers von Waveshape Audio dazu bereit erklärt, sich des Scherbenhaufens anzunehmen. Und gemeinsam mit ihm haben wir eine Platte gemixt und gemastert, mit der wir im Endeffekt sehr zufrieden sein können."

Damit können sie in der Tat sehr zufrieden sein. Ähnlich wie auch mit der Tour mit SEPULTURA, auf die wir mit Joe noch einmal kurz zurückblicken. "Die Tour mit SEPULTURA war der totale Hammer! Wir hatten eine großartige Zeit und den Fans hat das Package auch ziemlich gut gefallen, die sind jede Nacht ausgerastet. Unser Gitarrist Max liebt den alten Kram von SEPULTURA, ich denke, dass manche den einen oder anderen Brückenschlag zu unserer Musik durchaus wahrgenommen haben. Ich persönlich verbinde jetzt nicht unbedingt viel mit der Musik, sie haben mich als Fan nie so erreicht wie beispielsweise ihn, aber ich kann euch versichern, dass SEPULTURA live der absolute Wahnsinn ist – keine Zweifel, haha."

Und wie geht es nun weiter mit EVIL INVADERS? "Nun, es stehen noch einige Festivalshows in diesem Sommer auf dem Plan und danach veröffentlichen wir endlich unser zweites Album. Direkt danach geht es auf große Europatour im Oktober und November. Behaltet uns auf Facebook im Auge zwecks mehr Informationen, Neuigkeiten und Videos. Wir haben da schon einiges für 2018 im Köcher. Ende September spielen wir eine Exklusivshow in unserer belgischen Heimat. Und auf YouTube wird es dann auch einige neue Clips zu bestaunen geben, stay tuned!"

Man darf also gespannt sein, die Jungs sind auf jeden Fall auf Zack. "Feed Me Violence" kann ich an dieser Stelle nur wärmstens empfehlen, eine richtig starke Platte einer unfassbar starken Band!

Redakteur:
Marcel Rapp

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