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Gruppentherapie: MOTÖRHEAD - The Wörld Is Yours

11.12.2010 | 10:25

MOTÖRHEAD sind MOTÖRHEAD sind MOTÖRHEAD. Alles beim Alten also bei Lemmy & Co.? Wir sagen es euch.


Ich bin wahrlich kein großer MOTÖRHEAD-Fan. Das liegt in erster Linie am zwar prägnanten, aber mich nicht berührenden Gesang von Lemmy. ABER: Lemmy ist einfach eine coole Sau und rockt auch nach über 40 Jahren im Business authentisch und mit viel Drive durch die Botanik. Schon dafür muss man dem Mann und seiner Band höchsten Respekt zollen. Außerdem machen MOTÖRHEAD auch einfach Laune. Man baut im vorgegebenen Rahmen eine Menge Abwechslung ein, schreibt ein paar Refrains, die sich mit Nachdruck in die Lauscher festsetzen und fast ausnahmslos coole Texte. Höhepunkte sind das herrlich groovende 'Rock'n'Roll Music' und der flotte Rausschmeißer 'Bye Bye Bitch Bye Bye'. Fans greifen guten Gewissens zu und wissen, was sie zu erwarten haben.

Note: 8,0/10
[Peter Kubaschk]


Nichts Neues im Camp der Motorenköpfe. Und das ist schon mal nicht die schlechteste Nachricht. Nicht alles auf dieser Scheibe kann im Scheine vergangener Glanztaten prächtig leuchten, aber wie eigentlich immer gibt es zumindest ein paar Songs, die das Prädikat "wertvoll" verdienen. Die vorgenannten Stücke - das völlig großartige 'Bye Bye Bitch Bye Bye' und 'Rock'n'Roll Music', das mit einer stark an AC/DCs 'High Voltage' erinnernden Akkordfolge ausgestattet ist - sowie das treibende 'I Know How To Die' und das räudige 'Brotherhood Of Man' sind die besten Beweise dafür, dass es Lemmy und Konsorten immer noch drauf haben. Besonders die famose Gitarrenarbeit sticht auf "The Wörld Is Yours" heraus. Hier hat sich Phil Campbell richtig ausgetobt. Zwar bleibt "Inferno" das beste MOTÖRHEAD-Album seit der Jahrtausendwende, aber der aktuelle Silberteller liegt nicht weit dahinter. Klar, gerade bei dieser Band ist die Vorhersehbarkeit schon enorm - kommt z.B. die Textzeile "Outta luck, out on bail", dann muss anschließend natürlich irgendein Reim mit "jail" am Ende folgen, das geht bei MOTÖRHEAD einfach nicht anders. Aber darüber kann man sich nach sage und schreibe 20 Studioalben eigentlich weder wundern noch aufregen. Long live MOTÖRHEAD!

Note: 8,0/10
[Stephan Voigtländer]



Stressiger Tag, Schneechaos, Ärger bei der Arbeit, der Haushalt bleibt liegen – das alles ist vergessen, ertönen die ersten Klänge von MOTÖRHEADs neuem Album "The Wörld Is Yours". Schon die ersten Töne von 'Born To Lose' machen richtig gute Laune. So und nicht anders erwarten wir es von Lemmy und Co. Auf dem Output befinden sich zehn Nummern feinsten Rock'n'Rolls, ein Partykracher jagt den nächsten. Dabei passiert nur leider, was passieren muss: Das Album ist viel zu schnell zu Ende und verabschiedet sich frech mit 'Bye Bye Bitch Bye Bye'. Aus den Tracks hebt sich keiner wirklich heraus und jeder einzelne repräsentiert "The Wörld Is Yours". MOTÖRHEAD ziehen eine konsequent Linie durch. Ob das nun gut oder schlecht ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Platte macht auf jeden Fall mächtig Spaß und lässt den Alltag vergessen – manchmal so sehr, dass man sich Luftgitarre spielend im Bus wiederfindet. Als Weihnachtsgeschenk sicher nicht verkehrt.

Note: 9,0/10
[Pia-Kim Schaper]


Als ewige Wegbegleiter meines musikalischen Werdeganges bekommen MOTÖRHEAD natürlich immer eine Extrakelle Aufmerksamkeit, wenn sie mit schöner Regelmäßigkeit ein neues Album mit althergebrachten Liedchen in Rund feuern, Rock'n'Roll natürlich, nicht Metal. Wenn dabei so großartige Scheiben entstehen wie zum Beispiel "Kiss Of Death", muss man sagen, dass Lemmy und seine Jungs ungefähr die andere Seite des Spektrums bevölkern, an deren einem Ende das "alte Eisen" steht. Aber was haben die alten Buben denn auf der neuesten Platte gemacht? Irgendwie fehlt mir hier das Ungestüme, das sie in den letzten Jahren so lustvoll zelebrierten. Klar, von wegen MOTÖRHEAD machen eh immer dasselbe. Stimmt aber nicht. Diesmal ist der Metal weiter weg als vorher, der Blues schleicht sich rein, der Rock'n'Roll dominiert, eine seichte Veränderung. "The Wörld Is Yours" ist anders als zuvor. Leider aber nicht ganz so gut.

Note: 7,0/10
[Frank Jaeger]



Ganze 65 Jahre wird er bald, der gute alte Lemmy. Doch den Begriff der Altersmilde kennt der wohl berühmteste Coke/Whiskey-Dezimierer des Abendlandes nicht. Den Beweis hierfür liefert das neueste MOTÖRHEAD-Werk "The Wörld Is Yours". Der donnernde Opener 'Born To Lose' (mit fetter Mikkey-Dee-Doublebass) macht bereits gute Laune und das nachfolgende 'I Know How I Die' ist eine urtypische MOTÖRHEAD-Nummer in Bestform. Ansonst ragen noch zwei weitere Stücke heraus: Das schwer groovende, düstere 'Brotherhood Of Man' und die treibende Rock'n'Roll-Nummer 'Bye Bye Bitch Bye Bye' Das erstgenannte Stück 'Brotherhood Of Man' wird tief und leicht grollend von Lemmy gesungen und erinnert an einen musikalischen Bastard aus 'Orgasmatron' und  'Deaf Forever' . Beim letzten Stück  - 'Bye Bye Bitch Bye Bye' - lässt Phil Campell die Saiten mächtig qualmen. Vergleiche mit 'Going To Brazil' sind hier sicher nicht fehl am Platze.  Ein vorzüglicher Rausschmeißer dieser überwiegend sehr gut ausfallenden MOTÖRHEAD-Scheibe. Lediglich die typische Lemmy-Nummer 'Rock'n'Roll Music' (die übrigens nicht gerade geringfügig an  den Uralt-Track 'On Parole' erinnert) wirkt ein wenig hüftlahm. Festzuhalten sind aber folgende Dinge: a) "The Wörld Is Yours" ist genauso stark wie "Motörizer". b) Die Produktion von Cameron Webb sitzt perfekt. c) Ich weiß wie Lemmy einmal sterben wird: Auf der Bühne! Der alte Haudegen...!

Note: 8,0/10
[Martin Loga]


Auf seine Pappenheimer kann man sich eben verlassen. Wenn man in 35 Jahren Bandhistorie immer noch in regelmäßigen Abständen erstklassige Alben vom Stapel lassen kann, geht man auch relativ entspannt und mit großer Vorfreude an das aktuelle, 20. Schaffenswerk "The Wörld Is Yours". Großartige Überraschungen oder neuerliche Experimente sucht man auf diesem großartigen Werk vergebens. Auf "The Wörld Is Yours" befindet sich härterer Rock'n'Roll in Reinkultur. Coole Ohrwürmer ('Born To Lose', die hymnische Granate 'Brotherhood Of Man') reihen sich hier nahtlos an aggressive Monster der Marke 'Outlaw' und 'I Know How To Die'. Auch charmante und charismatische Nummern, wie sie nur MOTÖRHEAD hätten aufnehmen können, verdienen ihre Erwähnung. Beispielsweise 'Rock'n'Roll Music' und 'Waiting For The Snake' warten mit den typischen Trademarks auf und geben diesem Werk einmal mehr das gewisse Extra. MOTÖRHEAD grooven, rocken und legen auch anno 2010 ein Werk vor, das keinen einzigen Fan enttäuschen wird. Ihr seht, das Album hat es mir enorm angetan und wird in nächster Zeit auf Dauerrotation laufen, so viel steht fest. Kurzum: Typisch Lemmy, the wörld is yours!

Note: 8,5/10
[Marcel Rapp]


Das ist das erste Mal überhaupt, dass ich mich eingehender mit dem Trio hier beschäftigen möchte. Einfach, um herauszufinden, ob es da irgendeinen Zauber gibt, das ganz "Besondere", was so viele behaupten zu hören, wenn Lemmy Kilmister über die strikten Rockstücke drüberplauzt. Auf der Webseite der Band gibt es ein Video aus vielleicht den Achtzigern, in dem Fanhörer zu sehen sind, die in eindrucksvoll-sinnleerer Weise die Köpfe schnellschütteln, als sie auf die Einfachakkorde daueranspringen. So ungefähr dürfte das auch heute beim Materialkonsum des aktuellen "The Wörld Is Yours" aussehen. Und ist das nun ein Qualitätsmerkmal oder eher eine ewige Veräppelei?
Die zweite Behauptung lass ich so mal nicht stehen, auch wenn sich MOTÖRHEAD eigentlich seit ca. zwanzig Alben selbst kopiert. Da gibt es so eine Reihe von Truppen, die auch so fungieren und funktionieren, Album folgt auf Veröffentlichung und der Nicht-Hardkernfreund des Kollektivs weiß eigentlich gar nicht, aus welcher der zig Platten das da grade herausquillt: BAD RELIGION, DIE TOTEN HOSEN... Dass der Herr Sänger des Trios meist als aller Welts Kumpel betrachtet und beschrieben wird, als würden ihm so viele bereits die hohe knochige Schulter getätschelt haben, als hätte der Mittsechzigjährige ihnen allen das "DU" angeboten - ich weiß ja nicht. Was der Mister Whiskeyfreund so wirklich von Großteilen seiner Umgebung hält, läßt sich in einem sehr launigen und wohl auch ehrlichen Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung 2008 nachlesen.
Beim Konsum der Beiträge auf dem aktuellen Album habe ich nicht das Gefühl, vorher etwas verpasst zu haben. Da quillt Beitrag auf Rocker so zäh, die Stücke schrabbern im vorderen Bewusstein so mit, indessen hier nach Worten gesucht wird. Geballte Männlichkeit in einer "Brotherhood Of Man" oder im 'Outlaw' trifft auf klassische 'Rock'n'Roll Music' und die zertrümmerte Kehle gibt sich alle Mühe, diese Verbindung eben auch glaubwürdig nachzuweisen. Mit Blick auf das junge Musikertum, welches die Klischees der "smoking Guns" genüsslich nachzukopieren versucht, ist jede Benutzung derer wohl auch eine Verbeugung vor dem (zu) langen Lebenswerks von MOTÖRHEAD. Eigentlich reichen mir völlig die vier abschliessenden Minuten 'Bye Bye Bitch Bye Bye' mit den formidablen Soli und ich habe den Beweis, dass da Vollblutmucker auf der Lok sitzen. Wie lange die Weitgereisten noch Kohle nachwerfen - das bleibt deren Entscheidung.

Note: 4,0/10
[Mathias Freiesleben]

Redakteur:
Peter Kubaschk

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