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Gruppentherapie: THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA - Aeromantic

14.03.2020 | 13:47

Wenn harte Metaller auf Popmusik steil gehen, fliegt das Orchester wieder bei Nacht.

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA ist schon ein Phänomen. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass Björn Strids Mannschaft mitsamt Flugbegleiterinnen eine so große Anzahl an harten Rockern mit Popmusik begeistert. "Ich mag zwar kein AOR, aber..." - das hört man oft dieser Tage, in denen "Aeromantic" die Musikwelt begeistert. Natürlich auch die Powermetaller.

Nun haben die Nachtflieger auch mich erobert. Bislang war das schwedische Star-Ensemble zwar eine sehr gute Live-Unterhaltung, doch zuhause spielte die Musik noch keine so große Rolle, zumal allzu AOR-lastige Musik nur selten mein Ohr berührt. THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA (TNFO) ist aber anders als der typische Genre-Vertreter, die Musik macht mir einfach deutlich mehr Spaß. Aber warum? Irgendwie meine ich, dass sie stilistisch auf "Aeromantic" viel breiter aufstellt ist und alles aus den poppigen 80ern (Dance, New Wave, Funk und sogar ein wenig Motown-Feeling) in ein sanft-lässiges Rock-Gewand packt. Ganz entscheidend ist aber, dass TNFO schier mit jedem Song einen Hit landet. Und zwar von der Sorte, die sich komplex im Ohr verwurmt und von daher nicht mehr so schnell wieder entfernbar ist. Und hätte mir jemand am Anfang des Jahres gesagt, dass das neue TNFO-Album dieselbe Note wie die neue WALTZ bekommen würde, den hätte ich nur milde angelächelt. Momentan fühlt sich "Aeromantic" aber sogar besser an. Wenn AOR, dann so!

Note: 8,5/10
[Thomas Becker]

THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA ist schon ein Phänomen, denn bis auf, dass einige Mitglieder einen prominenten Metal-Background haben, hat die Musik der Schweden wenig bis gar nichts mit Metal am Hut, sondern eher mit AOR, ABBA und TOTO. Aber was soll ich sagen? Die Band weiß einfach, was sie macht und schüttelt scheinbar mühelos Hit an Hit aus dem Ärmel - und dies nicht erst seit "Aeromantic". Mehr denn je steht Björn Strid am Gesang im Fokus und setzt einem einen Ohrwurm nach dem anderen ins Ohr, ein absolutes Goldkehlchen! Von daher muss ich Thomas recht geben: Wenn AOR, dann so. Auf Dauerrotation kann ich "Aeromantic" nicht hören, dafür fehlt mir dann doch der Metal, aber das Album liefert bestes Entertainment und das allerbeste ist: Man kann sich bei all der Nostalgie um die 80er nochmal jung fühlen.

Note: 7,5/10
[Jakob Ehmke]

Puh, was soll man Neues schreiben, wenn THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA (schon) wieder mit einem Album um die Ecke lugt? Spätestens seit dem Sprung zu Nuclear Blast ist das die weltweit wohl führende AOR-Band. "Aeromantic" hält den Standard des Vorgängers. Einzig "Amber Galactic" schwebt weiter über dem Bandwerk, aber ansonsten reihen sich die Alben auf unfassbarem Niveau aneinander, und auch live sind die Schweden eine Macht. Das Album lief heute mit nur wenigen Unterbrechungen und ist wieder mal ein phänomenales Füllhorn großartiger Melodien geworden. Ist es kitschig? Ja! Ist es poppig? Absolut! Ist es fabelhaft? Oh yes, baby! Meine Güte, allein der Gesang von Speed ist weiterhin großartig, dazu gibt es wunderbar warmes Riffing, fantastische Keyboards, eine State-Of-The-Art-Produktion, für die auch die großen Alten der Branche wahrscheinlich töten würden. Das Nachtflugorchester spielt in diesem Genre momentan in einer eigenen Liga. Dabei ist kaum etwas anders als auf dem Vorgänger. Natürlich gibt es reihenweise Hits, 'Divinyls' oder 'Aeromantic' seien als Beispiele genannt. Aber es fehlen weiter jegliche Schwachpunkte. Ob sich das Album zum Meilenstein im "Amber Galactic"-Style entwickelt, oder eher wie "Sometimes The World Ain't Enough" nur das beste AOR-Album des Jahres ist, wird die Zeit zeigen. Großartig ist es allemal. Und der ganze Körper zuckt sofort mit, bei jedem Spin.

Note: 9,0/10
[Jonathan Walzer]

Ich bin ja erst mit dem letzten Album "Sometimes The World Ain't Enough" zum ersten Mal mit THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA in Verbindung gekommen. Und wider Erwarten hatte es mich direkt gepackt. Wider Erwarten? Nun ja, AOR ist ja eigentlich so gar nicht meine Ecke. Aber was TNFO auf dem Album abgeliefert hat, hatte mich direkt mitgerissen und zum Staunen gebracht. Zum Staunen unter anderem deshalb, weil ich, als langjähriger SOILWORK-Fan, nie erwartet hatte, dass Björn Speed Strid mal so gut singen würde. So war die Vorfreude auf "Aeromantic" natürlich da. Und ich werde nicht enttäuscht. "Aeromantic" liefert wieder ab, wie bereits der Vorgänger. Ohrwurm-Melodien en masse und Speeds starker Gesang. Ihr fragt euch vielleicht, warum ich im Soundcheck-Kommentar geschrieben habe, dass das Album sehr gut sei, die Band aber schon besser war!? Nun, mir fehlten in den ersten Hördurchgängen, denen meine Note zu Grunde lag, noch diese massiven Ohrwürmer, wie z.B. 'This Time' oder 'Turn To Miami'. Aber die Songs auf "Aeromantic" wachsen tatsächlich immer weiter. Allen voran 'Divinyls' und 'If Today Is Our Only Chance' werden immer mehr zu Ohrwurm-Monstern in meinen Ohren. Nichtsdestotrotz bleibt es natürlich bei meiner Soundcheck-Note. Wobei die Tendenz nach oben immer stärker wächst.

Note: 8,5/10
[Mario Dahl]

Redakteur:
Thomas Becker

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