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HACKNEYED: Interview mit Philipp Mazal

09.09.2008 | 15:09

HACKNEYED: "Wenn du auf Groove, Technik und brutale Vocals stehst, dann bist du bei uns genau richtig!"


Vor wenigen Wochen sorgte die junge Band HACKNEYED aus Baden-Württemberg mit ihrem Debütalbum "Death Prevails", das beim Labelriesen Nuclear Blast erschien, für einiges an Aufmerksamkeit. Zum einen, weil das Album in puncto Songwriting rundum gelungen ist, zum anderen aber vor allem wegen des Alters der involvierten Musiker. Ich sprach mit Sänger Phil, um näheres zu erfahren.

Die Fünf sind alle zwischen vierzehn und achtzehn Jahren alt. Ich will wissen, was die einzelnen Bandmitglieder machen. "Also Devin [Gitarre - Anm. d. Verf.] ist noch in der Schule, Tim [Schlagzeug] ist dieses Jahr fertig geworden. iX [Felix, Gitarre] macht eine Ausbildung im KFZ-Bereich, Alex [Bass] zum Mechatroniker und ich lerne Zimmerer", erzählt mir Phil, der Sänger der Band. Entdeckt wurden HACKNEYED von Achim Ostertag, dem Veranstalter des Summer Breeze, der das Potenzial der Band erkannte: "Achim hat uns für eines seiner lokalen Konzerte, "Winter-Freeze", gebucht. Anscheinend konnten wir ihn damals überzeugen, kurze Zeit später starteten wir nämlich unsere Zusammenarbeit und waren kaum zwei Monate später schon im Studio." Ein Traumstart für eine noch so junge Band, kann man da getrost sagen. Doch es sollte noch besser kommen. Denn wenig später erhielten HACKNEYED einen Plattenvertrag beim Labelriesen Nuclear Blast.

"Was war das für ein Gefühl für euch, als ihr erfahren habt, dass kein geringeres Label als Nuclear Blast euch unter Vertrag nehmen wird?", möchte ich von Phil wissen. "Als wir es am Telefon mitbekommen haben, herrschte erst mal eine Minute absolutes Schweigen. Wir konnten es gar nicht fassen und waren alle total aus dem Häuschen! Es war das absolut Größte, was jeder Einzelne von uns je erlebt hat.", kommentiert der HACKNEYED-Frontmann.

Das Material des Debütalbums "Death Prevails" wirkt rundum kompakt und durchdacht - was bei einer Band, die in einem jungen Lebensalter ist und zudem noch nicht lange existiert, sicherlich nicht als Selbstverständlichkeit angesehen werden kann. Haben da möglicherweise diverse Musiker HACKNEYED beim Songwriting und den Arrangements etwas unterstützt? "Natürlich hat sich bei der Zusammenarbeit im Studio 141 mit unserem Produzenten Roger Grüninger der ein oder andere Part ein wenig verändert", räumt Phil ein. "Doch das Songwriting selbst haben wir komplett in eigener Hand."

Was das stilistische Spektrum anbetrifft, so zeigen sich HACKNEYED durchaus abwechslungsreich. Groove-Death-Elemente in Richtung SIX FEET UNDER oder BOLT THROWER sind ebenso im Sound zu finden wie technischere Einflüsse von Bands wie NILE. Die Frage, ob der Sound von HACKNEYED auf dem zweiten Album frickeliger oder die Songs schneller ausfallen könnten, beantwortet Phil folgendermaßen: "Im Großen und Ganzen wollen wir eigentlich unseren Stil beibehalten. Klar wird das Riffing und alles technischer. Unser Geheimrezept bleibt aber nach wie vor eine gesunde Mischung aus Groove und Technik."

Ohne Fleiß kein Preis, besagt das alte Sprichwort und auch HACKNEYED haben diese Devise sehr klar verinnerlicht: "Wir proben regelmäßig zwei bis drei Mal die Woche", meint Phil. "Das ist auch ein absolutes Muss um das Niveau zu steigern, beziehungsweise überhaupt zu halten! Des Weiteren haben wir bei den regionalen Freaks in Sachen Drums, Gitarre und Bass Unterricht." Mit dem Debütalbum "Death Prevails" konnten HACKNEYED bisher fast ausschließlich gute Resonanzen einfahren, was die Frage nahelegt, ob die Jungs vielleicht schon Gedanken hegen, in Zukunft dauerhaft als Berufsmusiker wirken zu können oder ob sie alles leger und auch langsam angehen. Frontmann Phil hat hier Bodenständiges zu berichten: "Diesbezüglich warten wir mal ab, was die Zeit noch mit sich bringt. Tim, Alex, iX und ich machen auf jeden Fall erst einmal eine Ausbildung. Devin hat ja noch ein bisschen Zeit und was sich bis dahin noch alles tut, muss man sehen. Von der Musik leben können nur die wenigsten - und im Metal sieht es erst recht nicht rosig aus. Wir lassen uns nach wie vor überraschen, somit erspart man sich mögliche Enttäuschungen oder Misserfolge."

In Anbetracht des Alters der HACKNEYED-Musiker stellt sich die Frage, ob das musikalische Talent den fünf Nachwuchsmusikern vielleicht auch ein wenig in die Wiege gelegt wurde. Sind einige Elternteile vielleicht ebenfalls als Musiker aktiv? "Den meisten von uns wurde das musikalische Talent tatsächlich in die Wiege gelegt. So spielt jeder in der Band mehrere Instrumente gleichzeitig; iX beispielsweise hat eine Ausbildung am Schlagzeug hinter sich und Tim ist auch an der Gitarre ein absolutes Ass!"

Zu guter Letzt will ich von Phil noch wissen, wie er einem gleichaltrigen Metalfan, der HACKNEYED bisher noch nicht kennt, die Musik der Band schmackhaft machen würde. "Hm, schwere Frage", entgegnet Phil. "Ich gehe eigentlich zu niemanden hin und versuche ihm, unsere CD aufzuschwatzen. So etwas kommt meistens in einer längeren Diskussion zur Sprache. Vermutlich würde ich sagen: Wenn du auf Groove, Technik und brutale Vocals stehst, dann bist du bei uns genau richtig!"

Redakteur:
Martin Loga

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