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HAMMERFALL: Interview mit Oscar Dronjak

01.01.1970 | 01:00

Der Startschuss für HAMMERFALL - der Bandname stammt aus einem WARLORD-Song - fiel bereits 1993, als IN FLAMES-Gitarrist Jesper Strömblad und Oscar Dronjak ein gemeinsames Projekt starteten. Doch mit ihrem legendären Debüt "Glory To The Brave" hat die Band scheinbar das richtige Album zum richtigen Zeitpunkt veröffentlicht und wurde so zum absoluten Top-Newcomer des Jahres 1997. Mit "Legacy Of Kings" (1998) und "Renegade" (2000) haben HAMMERFALL auch zwei ganz ordentliche Platten nachgeschoben, doch mit dem Debüt-Album konnten beide Scheiben nicht ganz mithalten. Nun wollen es die Schweden aber nochmal wissen und haben mit "Crimson Thunder" ihr viertes Album am Start, mit dem sie an den Erfolg von "Glory To The Brave" anknüpfen wollen. Ob dieses Werk die Metal-Szene jedoch ebenso nachhaltig verändert, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle war der absehbare Veröffentlichungstermin von "Crimson Thunder" (28. Oktober) für mich Grund genug, um bei Gitarrist und Hauptsprachrohr der Band, Oscar Dronjak, ein wenig nachzuhaken.

Martin:
Hallo Oscar! Wie geht´s denn so?

Oscar:
Oh, mir geht es sehr gut. Danke. Und ist bei dir auch alles klar?

Martin:
Ja, natürlich. Und wie geht es Joacim nach seinem Unfall vor ein paar Wochen?

Oscar:
Es geht ihm von Tag zu Tag besser. Ich denke, das war eine sehr dramatische Erfahrung, aber es geht ihm inzwischen schon wieder ganz gut, sein Gesicht verheilt und auch die anderen Wunden verheilen wohl. So etwas ist schon ganz schön hart. Und wenn du in eine solche Situation kommst, dann machst du dir halt schon deine Gedanken.

Martin:
Einige der anderen Bandmitglieder haben sich verschiedenen Nebenprojekten gewidmet, z.B. Joacim sang die neue WARLORD-Scheibe ein, Stefan nahm ein FULL STRIKE-Album auf und Anders war mit SILVER MOUNTAIN beschäftigt. Was hast du denn in der Zwischenzeit gemacht?

Oscar:
Ähm, HAMMERFALL?!? (lacht) Ich mache nicht wirklich etwas neben HAMMERFALL - das ist mein Ding. Ich habe gar nicht das Bedürfnis, etwas anderes zu tun oder mich auf eine andere Art und Weise entfalten zu müssen, weil ich unzufrieden mit mir wäre. HAMMERFALL ist einfach alles für mich! Und ich bin sehr glücklich, so wie es ist.

Martin:
Ich habe letzte Woche bereits ein Exemplar eures neuen Albums "Crimson Thunder" bekommen, das ja schon ein Weilchen fertiggestellt ist. Weißt du, warum es erst Ende Oktober veröffentlicht wird?

Oscar:
Ja. (grinst) Das läuft immer so, wenn eine neue Scheibe veröffentlicht werden soll. Nachdem sie von der Band bzw. dem Produzenten fertiggestellt wurde, braucht die Plattenfirmen etwa drei Monate für Promotion, Werbung, usw., ehe das Album schließlich veröffentlicht wird. Wir stellten die Mastertapes genau drei Wochen, äh, drei Monate vor dem 28. Oktober fertig. Der einzige Grund ist, dass das Label eben drei Monate für die Vorbereitungen braucht.

Martin:
Wie war denn dieses Mal die Arbeit im Studio? Und wie lange haben die Aufnahmen für "Crimson Thunder" gedauert?

Oscar:
Ähm, da muss ich erstmal überlegen... Auf alle Fälle ist alles schneller gegangen als wir erwartet hatten. Es ist sehr gut gelaufen, und ich glaube, es waren etwa sieben Wochen oder so. Wir hätten noch ein paar Tage mehr Zeit gehabt, aber wir waren soweit fertig. Das war auch das erste Mal in meinem Leben, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Sonst wurde die Zeit immer sehr knapp, wenn es auf das Ende entgegenging. Aber dieses Mal war es wirklich perfekt, alles lief ganz reibungslos.

Martin:
Wie seid ihr denn im Nachhinein mit dem Ergebnis von "Crimson Thunder" zufrieden?

Oscar:
Wir sind wirklich sehr zufrieden damit. Es hört sich viel mehr nach einer reiferen Band an, nach einer professionelleren Band, als auf allen unseren bisherigen Alben. Wenn man das ganze Zeug dann hört, wofür man acht bis zehn Monate wirklich hart gearbeitet hat, mit Songs schreiben, realisieren und aufnehmen, dann ist man schon glücklich, und es ist wirklich ein großartiges Gefühl.

Martin:
Hast du schon ein paar Meinungen zu eurem neuen Material gehört?

Oscar:
Bisher haben ja nur Leute wie du das neue Zeug gehört, und bisher sagten eigentlich fast alle, dass sie überrascht, angenehm überrascht wären, wie power-voll das Album klingt. Ich weiß ja jetzt nicht, was sie erwartet haben. Für mich ist es nicht besonders überraschend, wie power-voll das Album klingt, denn das ist an sich eine ganz natürliche Entwicklung.

Martin:
Und mit welchen Erwartungen blickst du auf den Veröffentlichungstermin des Albums?

Oscar:
Die einzige realistische Erwartung, die ich habe, ist, dass wir bei den Verkäufen wieder den gleichen Level erreichen und dass wir auch tour-technisch den Level halten können, den wir bisher erreicht haben. Natürlich wollen wir weiterhin wachsen, wir wollen mehr Shows spielen, vor mehr Leuten, wir wollen mehr Platten verkaufen. Und deshalb sind meine Erwartungen einfach nur, dass wir das schaffen.

Martin:
Was kannst du mir denn über die Songs auf dem Album erzählen?

Oscar:
Da gibt es 11 davon. (grinst) Das Songwriting und die Produktion sind wohl viel professioneller ausgefallen. Nun, was soll ich sagen... (überlegt) Wir konnten sehr viel Aufwand in das Songwriting, die Produktion und die Aufnahmen stecken, und die Songs sind einfach so geworden, wie HAMMERFALL im Moment, also 2002, sind. Und das ist auch gut so, denn unsere Aufnahmen sollen ja nicht wie HAMMERFALL 2001 oder wie HAMMERFALL 2005 klingen. Das ist HAMMERFALL wie wir jetzt sind, und wir sind sicherlich eine viel professionellere Band als wie bisher.

Martin:
Gibt es auf dem Album einen Song, den du hervorheben würdest oder als Lieblingssong bezeichnen würdest?

Oscar:
Nein, nicht wirklich. Es ist einfach so, dass wenn du so viel Arbeit und Zeit in einen Song hineinsteckst, dann ist jeder Song für sich eine Art Lieblingssong. Aber trotzdem denke ich, dass vielleicht einer meiner Lieblingssongs doch der erste Song auf dem Album, "Riders On The Storm", ist, gerade vom Songwriting her, denn als wir den Song geschrieben haben, passte vom Anfang an alles hervorragend zusammen. Wir hatten ein bestimmtes Gefühl, und dieses Gefühl war stärker als beim Rest des Albums.

Martin:
Mit "Lore Of The Arcane" und "In Memoriam" gibt es dieses Mal gleich zwei Instrumentalstücke auf dem Album. Wollt ihr diese Art der Tradition in Zukunft fortführen?

Oscar:
Ich habe überhaupt keine Ahnung, was in der Zukunft passieren wird. Ich weiß nur, dass Stefan diesen Song, also "In Memoriam", geschrieben hat und dass sich dieser perfekt als Instrumentalstück geeignet hat. Das passte eben sehr gut, und "Lore Of The Arcane" kann im Endeffekt als eine Art Intro angesehen werden. Ob wir jedoch auf unserem nächsten Album auch wieder ein Instrumentalstück haben werden, weiß ich nicht. Da hilft nur abwarten und mal schauen.

Martin:
Auf "Crimson Thunder" ist auch wieder eine Cover-Version, nämlich CHASTAIN´s "Angel Of Mercy". Gibt es irgendwelche bestimmten Gründe, warum ihr gerade diesen Song ausgewählt habt?

Oscar:
Es sind im Endeffekt die gleichen Gründe wie schon bei "Child Of The Damned" oder "Back To Back" oder "Ravenlord". Wir haben diese Cover-Versionen einfach gemacht, weil wir diese Songs lieben. Es sind Songs, die sehr viel für uns bedeuten und die uns über die Jahre begleitet haben. Und es ist einfach ein großartiges Gefühl, wenn man in der Lage ist, so einen Song aufzunehmen. Du hörst so einen Song immer und immer wieder, und wenn du dann deine eigenen Gefühle dazu einbringen kannst, dann ist das fantastisch. Wir lieben diese Musik einfach, und das ist es eigentlich.

Martin:
Vor ein paar Monaten habe ich mal gehört, dass ihr zusammen mit Anders´ Bruder Jens von STRATOVARIUS auch eine Cover-Version von MALMSTEEN´s "Rising Force" machen wollt. Was kannst du mir denn darüber erzählen?

Oscar:
Wir haben das auch gemacht. Wir haben alles in Schweden aufgenommen, also alles außer den Keyboards. Diese wurden dann in Finnland aufgenommen, auf CD gepresst und anschließend in den Song eingefügt. Und für mich und auch die anderen war YNGWIE MALMSTEEN´s "Rising Force" schon immer etwas Besonderes, und so war es ein tolles Gefühl, mit den Johansson-Brüder diesen Song erneut aufnehmen, die diese ja bereits - ich glaube, es war 1988, also 14 Jahre früher - aufgenommen haben. Ich habe Jens vorher nie spielen gehört, ob nun bei STRATOVARIUS oder auch sonst, aber nun habe ich ihn dieses Zeugs wirklich spielen gehört, und ich muss sagen: Er ist der beste Keyboarder, den ich mir jemals vorstellen kann. Er ist so fantastisch, und ich kann von seinen Solos gar nicht genug bekommen, denn diese Solos sind ganz einfach typisch für Jens. Und wenn ich Jens spielen höre, dann kann ich meinen Ohren gar nicht glauben. Es ist einfach unglaublich, so flott und so schnell.

Martin:
Ich habe gehört, dass die Erstauflage von "Crimson Thunder" einen Comic des deutschen Comic-Zeichners Jan Oidium beinhalten wird. Kannst du dazu auch ein paar Worte sagen?

Oscar:
Ja, natürlich. Das war eine Idee von Nuclear Blast. Sie haben da dieses Konzept, eben diesen Comic, der über 24 Seiten gehen soll, und auch die CD soll in einem Ledereinband erscheinen. Ich weiß jetzt natürlich nicht ganz genau, was Nuclear Blast nun genau vorhaben, aber es wird auf alle Fälle eine solche besonders aufgemachte Limited Edition geben. Ich habe noch nicht den kompletten Comic gesehen, aber ich hoffe, dass der Rest ebenso gut ist wie das, was ich bisher gesehen habe, und das war wirklich sehr gut.

Martin:
Glaubst du eigentlich, dass es vielleicht aufgrund von "Angel Of Mercy" irgendwann in der Zukunft eine Kooperation mit David T. Chastain geben wird - so wie man beispielsweise die Tatsache, dass Joacim das neue WARLORD-Album eingesungen hat, als Resultat eurer "Child Of The Damned" Cover-Version auf dem "Glory To The Brave"-Album sehen könnte?

Oscar:
Oh. (lacht) Ich weiß es nicht, aber das ist eine interessante Idee. Ich würde jetzt nicht gleich irgendetwas grundsätzlich ausschließen, aber wir haben im Moment überhaupt keinen Kontakt zu ihm und somit ist auch nichts geplant.

Martin:
Weißt du eigentlich, wie diese Zusammenarbeit zwischen Joacim und William J. Tsamis zustande gekommen ist?

Oscar:
Ja. Wie du richtig vermutet hast, hat sich das aus unserer Version von "Child Of The Damned" auf dem ersten Album ergeben. Sie hatten danach für eine ganze Weile E-Mail-Kontakt, und William hat auch bei "At The End Of The Rainbow" auf dem "Legacy Of Kings"-Album ein Solo beigesteuert. Und somit bestand eigentlich seither immer ein gutes Verhältnis, und als dann die Idee geboren wurde, WARLORD zu reformieren, war Joacim die erste Wahl. William hat immer schon gesagt, dass im Falle eines Falles Joacim wohl der perfekte Sänger für WARLORD wäre. Und so hat es sich dann eben ergeben, dass WARLORD 2002 Joacim als Sänger haben.

Martin:
Das WARLORD-Album hat nicht nur gute Kritiken erhalten, aber ich denke, dass der Auftritt auf dem Wacken Open Air wirklich großartig war. Wie ist denn deine Meinung zu "Rising Out Of The Ashes" und diesem Auftritt (wo du ja bei "Child Of The Damned" auch einen Gastauftritt hattest)?

Oscar:
Nun, ich denke schon auch, dass das Album nicht ganz so gut ist wie ihr Live-Auftritt in Wacken. Das Album ist großartig, es ist wirklich gut, aber es ist nicht ganz so aufregend wie ich mir erhofft habe. Ich weiß nicht genau, was ich mir von diesem Album genau erwartet habe, und vielleicht habe ich das Album auch nur noch nicht oft genug gehört. Oft ist es ja so, dass man eine Scheibe ziemlich oft hören muss und sie sich dann steigert und immer besser und besser wird. Aber von ihrem Live-Auftritt war ich sehr überrascht, denn sie waren wirklich sehr gut. Ich habe sie schon zwei Tage vor Wacken in Itzehoe gesehen, wo sie ein "geheimes" Konzert gespielt haben, und ich war sehr verblüfft. Dieser Warm-up-Gig war großartig, und WARLORD sind live wirklich klasse. Und ich bin auch sehr stolz, dass ich ein Teil dieser Show sein durfte.

Martin:
So, kommen wir wieder zurück zu HAMMERFALL... Gibt es für die absehbare Zukunft schon bestimmte Tour-Pläne? Und wenn ja, weißt du schon, wer mit euch auf Tour gehen wird? Gibt es irgendwelche Bands, mit denen du gerne touren würdest?

Oscar:
Wir haben bislang noch keine Tour geplant. Wir werden touren, natürlich. Aber konkrete Pläne haben wir bislang noch nicht. Und es gibt auch keine besonderen Wünsche, mit wem wir auf Tour gehen werden. Wir werden unter Umständen vielleicht im November und Dezember eine US-Tour machen - das wäre natürlich eine große Chance für uns, aber da ist auch noch nicht alles geklärt. Und falls das nicht klappen sollte, dann werden wir vor Weihnachten gar nichts mehr unternehmen. Sämtliche Aktivitäten in Europa werden erst nach Januar stattfinden, ähm, ich meine natürlich nach Neujahr, also im Januar. Wir denken darüber nach, ein paar Wochen durch kleinere Clubs zu touren, und dann wollen wir auch noch ein paar Wochen nur auf den größten Bühnen auftreten. Wir haben eine große Bühnenausstattung, und wenn du dann auf kleineren Bühnen spielst, wo du diese nicht ausnützen kannst, dann kostet das nur unnötig Geld. Deshalb wollen wir das Ganze etwas aufteilen - in eine größere Produktion und eben in eine kleinere Produktion. Ein weiterer Grund ist auch, dass sieben Wochen am Stück - wie letztes Mal zum Beispiel - für alle Beteiligten, vor allem die Crew, einfach zu viel war. So können wir dann mal drei und mal vier Wochen auf Tour gehen, und dann passt das besser.

Martin:
Und werdet ihr im nächsten Jahr auch auf einem der größeren Festivals spielen?

Oscar:
Ich hoffe doch. Wir haben bis jetzt noch keine genaueren Pläne, da das alles noch so weit in der Zukunft liegt. Aber ich glaube schon, dass wir ein paar Festivals spielen werden. Oder sagen wir so: Ich weiß, dass wir ein paar Festivals spielen werden, aber ich weiß noch nicht welche.

Martin:
Mit der Veröffentlichung von "Glory To The Brave" hat HAMMERFALL ja einen regelrechten Heavy Metal-Boom ausgelöst. Wie siehst du denn die aktuelle Metalszene? Und was denkst du, welche Rolle kann HAMMERFALL in dieser Szene heutzutage spielen?

Oscar:
Ich denke, dass die momentane Metal-Szene wirklich gut ist, sie ist sehr lebendig und auch ordentlich in Bewegung. Es gibt sehr viele Bands und es kommen auch immer wieder ganz neue Bands auf. Vor ein paar Jahren war das noch ein wenig anders, und ich bin glücklich über die Tatsache, dass da auch viele gute Bands auftauchen. Und ich hoffe natürlich schon, dass wir auch weiterhin vorne dabei sein können und vielleicht auch noch einen Schritt nach vorne tun können. Wir veröffentlichen im Oktober ein neues Album, auf das wir alle sehr stolz sind, und wir hoffen da eben, dass es den Leuten ebenso gut gefällt wie uns. Und wenn sie es mögen, dann kann uns das natürlich einen Schritt weiterbringen. Aber im Endeffekt hängt es an den Leuten, welche Rolle wir wirklich spielen.

Martin:
Gibt es schon genauere Pläne, wie es mit HAMMERFALL in den nächsten paar Jahren weitergehen soll? Mit welchen Erwartungen blickst du denn in die Zukunft?

Oscar:
Ich schaue eigentlich gar nicht so weit in die Zukunft - meistens nur ein Jahr oder so. Wenn wir eine Tour oder auch etwas anderes beendet haben, dann machen wir uns daran, Songs für ein neues Album zu schreiben. Wir machen uns eigentlich mehr Gedanken über das jetzt, und im Moment erfreuen wir uns an den Früchten unserer Arbeit im Studio. Wir hatten sehr viel Spaß im Studio, und auf Tour ist das dann ganz ähnlich, denn da verspüren wir wiederum keinen Druck kreativ zu werden. Auf Tour steht nun mal im Vordergrund, dass wir spielen und Spaß haben.

Martin:
Wie du sicherlich weißt, ist dieses Interview auch für ein Online-Magazin. Wie ist denn deine Meinung zu Online-Magazinen, im Vergleich zu den herkömmlichen Print-Magazinen?

Oscar:
Ich denke, dass Online-Magazine eine gute Zielsetzung haben. Ich weiß jetzt nicht, in welcher Sprache du das Interview veröffentlichst, aber wenn es beispielsweise in Englisch erscheint, dann können es Leute auf der ganzen Welt lesen. Für einen US-Amerikaner ist es zum Beispiel dadurch möglich, ein HAMMERFALL-Interview oder -Review zu lesen oder ganz allgemein an Metal-Zeugs zu gelangen, das er sonst hätte nie erreichen können.

Martin:
Und wie denkst du über das Internet im Allgemeinen und die MP3-Problematik im Besonderen?

Oscar:
Das Internet an sich ist eine großartige Sache, aber es ist im Bezug auf die MP3s und auch die Videos etwas außer Kontrolle geraten. Es scheint bei den Leuten heutzutage keinerlei Moral mehr zu geben. Ich rede jetzt nicht über das Herunterladen von MP3s und das Speichern für eine Weile. Das hat durchaus seinen Sinn, wenn man eine Band mag oder glaubt, dass man sie mögen könnte, und man einfach mal in die Songs reinhören möchte, aber anschließend dann losgeht und sich das Album kauft. Aber viele Leute machen das einfach nicht. Sie laden sich alles herunter und geben diese ganzen Songs dann auch noch weiter, und schließlich kauft kaum noch jemand das Album. Aber das ist nicht in erster Linie ein Metal-Problem, denn die meisten Metal-Fans kaufen sich auch weiterhin die Platten, die sie haben möchten. Ein Großteil der Leute versteht einfach nicht, wenn ein Album nicht mehr gekauft wird, dass es dann kein weiteres von dieser Band geben wird. Das Hauptproblem aber, das ich mit dem Herunterladen von MP3s habe, ist, wenn unser Album beispielsweise am 28. Oktober veröffentlicht wird, dann soll es den Massen auch am 28. Oktober zugänglich sein, und nicht Monate vorher schon über Napster oder andere File-Sharing-Programme. Und das kotzt mich wirklich an.

Martin:
So, das war´s von meiner Seite aus. Hast du noch ein paar abschließende Worte für die Fans da draußen?

Oscar:
Ich hoffe, dass ihr das Album kauft anstatt es herunterzuladen. (lacht) Ich möchte mich auf jeden Fall für alles bedanken, und ich hoffe, ihr seid mit uns dabei, denn ich habe das Gefühl, dass dieses wieder ein großartiges Jahr für den Heavy Metal sein wird.

Redakteur:
Martin Schaich

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