IMPERANON: Interview mit Aleksi

01.01.1970 | 01:00

Das ist es wohl, was man allgemein unter finnischer Wortkargheit versteht. Angesprochen auf die Vergleiche seiner Band IMPERANON mit den finnischen Stars von CHILDREN OF BODOM, reagiert Gitarrist Aleksi ziemlich genervt und lässt sich auch ansonsten nicht viele Worte entlocken.

Björn:
Hallo, wie geht`s?

Aleksi:
Hallo, mir geht es gut, denke ich.

Björn:
Lass uns doch direkt mal auf euer neues Album "Stained" zu sprechen kommen. Wie würdest du diese Scheibe beschreiben?

Aleksi:
Schneller, melodischer Metal. Mehr gibt es da nicht hinzuzufügen.

Björn:
Ich muss sagen, dass mir die Musik auf "Stained" im Grunde genommen gut gefällt, jedoch sehe ich noch keine eigene musikalische Identität, da das Ganze meiner Meinung nach ziemlich offensichtlich nach CHILDREN OF BODOM klingt. Würdest du mir da zumindest partiell zustimmen?

Aleksi:
Es ist doch offensichtlich, dass IMPERANON wie andere Bands in diesem Genre klingen, oder nicht?

Björn:
Das mag sein, aber die Parallelen sind einfach zu deutlich. Aber gut, überzeuge mich, dass dem nicht so ist und beschreibe mal, warum IMPERANON nicht wie CHILDREN OF BODM klingen.

Aleksi:
Wir haben einen recht eigenständigen Sound. Jeder muss unsere Musik so beurteilen, wie er es für nötig befindet, aber wie ich bereits sagte: Bands, die im selben Genre musizieren, klingen oft sehr ähnlich. Ob wir den Sound deshalb ändern? Nun, das wird die Zukunft zeigen. Ich kann es dir nicht sagen, zumindest jetzt noch nicht.

Björn:
Okay; genug von diesen Vergleichen. Wir sollten erst einmal ein paar Worte über die Vergangenheit der Band verlieren. Was ist passiert, bevor ihr "Stained" aufgenommen habt?

Aleksi:
Nun, IMPERANON wurden 1999 gegründet und wir hatten seitdem mehrere Line-up-Wechsel, bis wir dann 2002 die heutige Besetzung etablierten. Nach einigen Monaten des Probens nahmen wir ein Demotape auf, welches wir an verschiedene Plattenfirmen sendeten, und so bekamen wir die Chance dieses Album aufzunehmen. Wir probten weiterhin sehr brutal und machten uns dann auf den Weg ins Studio.

Björn:
Wann habt ihr den Vertrag mit Nuclear Blast unterzeichnet?

Aleksi:
Das war mitten im Sommer 2003. Sie nahmen Kontakt mit uns auf, nachdem sie unser Demo in die Finger bekommen hatten.

Björn:
Was erwartest du denn von eurer Plattenfirma?

Aleksi:
Nun, alles, was man erwarten kann. Bei der Größe dieser Firma erhoffe ich mir eine Menge Promotion.

Björn:
Ihr stammt aus Finnland und dort ist die Metalszene ja seit einiger Zeit quicklebendig. Würdest du sagen, dass Metal mittlerweile schon ein Mainstream-Thema bei euch geworden ist?

Aleksi:
Ja, Metal ist sehr populär in Finnland und das wird von Tag zu Tag nur noch besser. Aber es ist noch nicht auf einem Level, das man "Mainstream" nennen könnte.

Björn:
Haben denn andere finnische Metalbands auch einen Einfluss auf euch gehabt oder woher bezieht ihr eure Inspiration in Sachen Musik?

Aleksi:
Sicher. Viele Sachen haben einen Einfluss auf unsere Musik, aber es sind nicht nur finnische Bands, ob sie nun populär sind oder nicht, die uns inspiriert haben. Wir bringen alle unsere eigenen Einflüsse mit in die Musik, und die stammen von all dem, was wir so hören. Für meinen Teil muss ich sagen, dass meine Soli nicht immer aus der Metalszene kommen. Ich kann daher auch keinen Künstler nennen, der uns als gesamte Band beeinflusst haben könnte.

Björn:
Ist es nicht schwierig, eine neue Gruppe zu etablieren, jetzt wo schon so viele erfolgreiche Bands in eurem Land aktiv sind?

Aleksi:
Ich sehe da keine Probleme. Alle haben mal klein angefangen und sind später mehr oder weniger bekannt geworden.

Björn:
Meinst du denn, ihr könntet vom Erfolg solcher Bands wie CHILDREN OF BODOM, STRATOVARIUS oder NIGHTWISH profitieren oder gar ähnliche Erfolge feiern?

Aleksi:
Es ist offensichtlich, dass es sehr schwer werden wird, so erfolgreich und populär zu werden wie diese Bands.

Björn:
Was erwartest du dann von "Stained"?

Aleksi:
Ich kann nichts erwarten. Wir müssen einfach abwarten und sehen, was uns die Zukunft bringen wird.

Björn:
Viele finnische Bands klingen eher depressiv, wohingegen ihr einen recht optimistischen Sound habt. Eure Lyrics scheinen jedenfalls nicht von Suizid oder derartigen Themen zu handeln. Worum geht es denn in den Texten?

Aleksi:
Unsere Texte handeln von solchen Themen wie Verrat. Eben das, was in jedem normalen Alltagsleben auftritt.

Björn:
Gibt es da Erfahrungen, auf die sich diese Themen beziehen?

Aleksi:
Ich beschäftige mich nicht wirklich mit den Texten, aber ich denke, diese Themen stammen von Erfahrungen derjenigen, welche die Texte geschrieben haben.

Björn:
Sind die Texte daher auch nur Nebensache?

Aleksi:
Ich weiß nicht, für mich sind sie jedenfalls weitaus weniger wichtig als die Musik.

Björn:
Als Letztes sollten wir über die Zukunft der Band reden. Was wird nach dem Release des Albums geschehen?

Aleksi:
Wir werden wahrscheinlich einige Gigs hier in Finnland spielen. Wir können derzeit nicht großartig planen, da einer von uns momentan in der finnischen Armee seinen Dienst ableistet und somit nicht durch die Welt reisen kann.

Björn:
Was würde denn passieren, wenn "Stained" plötzlich wie eine Bombe einschlagen würde und in den Charts nach oben kommt? In Finnland scheint das ja gar nicht mal so unrealistisch zu sein...

Aleksi:
Ich habe über ein solches Szenario noch gar nicht nachgedacht, denke aber, es wird unser Leben nicht wesentlich verändern.

Björn:
Wäre es nicht möglich, zumindest einige Festivals im Sommer zu spielen?

Aleksi:
Wie ich bereits sagte, einer von uns dient gerade in der Armee, weshalb wir außerhalb Finnlands keine Konzerte spielen können. Und selbst in Finnland ist es ziemlich schwierig.

Björn:
Wie sieht denn dein Wunsch bezogen auf die Zukunft der Band aus?

Aleksi:
Ich hoffe, dass es mir immer so viel Spaß machen wird, mit dieser Band zu spielen, wie es momentan der Fall ist.

Björn:
Irgendwelche letzten Worte?

Aleksi:
Nein, nicht wirklich.

Redakteur:
Björn Backes

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