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IM RÜCKSPIEGEL: DREAM THEATER (Bonus: Die Official Bootlegs und die interessantesten Live-DVDs)

15.03.2019 | 10:38

Als Zugabe gibt es einen Überblick über die Official Bootlegs sowie eine Zusammenstellung der interessantesten Live-DVDs von DREAM THEATER.

Einen Teil verpasst?
Teil 1 ("When Dream And Day Unite" - "Awake")
Teil 2 ("A Change Of Seasons" - "Metropolis Pt.2: Scenes From A Memory")
Teil 3 ("Six Degrees Of Inner Turbulence" -"Octavarium")
Teil 4 ("Systematic Chaos" - "A Dramatic Turn Of Events")
Teil 5 ("Dream Theater" - "The Astonishing")
Bonus (Die Official Bootlegs und die interessantesten Live-DVDs)

Die Katze ist mit der Veröffentlichung von "Distance Over Time" mittlerweile sprichwörtlich aus dem Sack und ich hoffe, dass euch die Scheibe genauso begeistern kann wie mich. Auch unser Diskographierückblick über die Studioalben von DREAM THEATER hat mit dem letzten Teil sein Ende gefunden. Da diese Band jedoch auch außerhalb davon unzählige Veröffentlichungen vorzuweisen hat, möchte ich euch in diesem Bonus-Teil einen kleinen Überblick verschaffen und die meiner Meinung nach vier interessantesten Live-DVDs von DREAM THEATER vorstellen, die bei keinem Fan im Regal fehlen sollten. Außerdem stelle ich noch die "Official Bootleg"-Reihe vor und erläutere, was es damit auf sich hat.

Die Official Bootlegs


Bei dem Begriff Bootleg denkt man in erster Linie an inoffizielle Live-Mitschnitte von Konzerten, die meist von Zuschauern aufgenommen werden und nicht selten in relativ professioneller Aufmachung daherkommen. Die Qualität der Aufnahmen hingegen ist dafür meistens weniger professionell, trotzdem bezahlen eingefleischte Fans oft astronomische Summen für solche Bootlegs. Rechtlich bewegen sich zumindest die Verkäufer auf sehr dünnem Eis und nicht wenige Bands gehen strikt und konsequent gegen die Bootlegger vor. DREAM THEATER macht das etwas anders, die Band veröffentlicht die Bootleg-Aufnahmen lieber selbst und zwar auf dem eigens dafür gegründeten Label Ytsejam Records (MAJESTY rückwärts geschrieben). Für die Fans hat dies den Vorteil, dass die Bootlegs eine deutlich höhere Klangqualität aufweisen, da die Aufnahme sozusagen direkt an der Quelle erfolgen kann und zudem auch keine horrend hohen Mondpreise für das Bootleg anfallen.

Doch die herkömmlichen Konzertaufnahmen sind nur ein Teil der Official-Bootleg-Series, nämlich die Live-Series. So gibt es für die Hardcorefans auch noch die Demo-Series, welche neben den ganz frühen MAJESTY-Demos außerdem noch Demoaufnahmen von diversen DREAM-THEATER-Alben im Angebot hat. Auf diesen sind dann die bekannten Songs in frühen bzw. alternativen Versionen enthalten, die in dieser Form sonst nicht veröffentlicht wurden. Auch Instrumentalversionen der Songs findet man auf diesen Scheiben. Die Studio-Series umfasst Making Ofs der Alben "Falling Into Infinity" und "Metropolis Part II: Scenes From A Memory". Einige Live-DVDs des Projekts LIQUID TENSION EXPERIMENT hat die Official Bootleg-Reihe von Ytsejam Records ebenfalls im Angebot.

Der interessanteste Bereich der Official Bootlegs ist für mich jedoch die Covers-Series. Hier gibt es Live-Mitschnitte, bei denen DREAM THEATER komplette (!) Alben anderer Bands spielt. Kein Witz! Die Band hat das in den Jahren von 2003 bis 2006 entweder als Zugabe nach einem regulären Konzert gemacht, oder auch als Einzelkonzert in kleinen Locations unter dem Namen NIGHTMARE CINEMA. Die Alben, welche hier gecovert werden, sollten jedem bekannt sein: "Dark Side Of The Moon" (PINK FLOYD), "Master Of Puppets" (METALLICA), "Made In Japan" (DEEP PURPLE) sowie "The Number Of The Beast" (IRON MAIDEN). Als großer MAIDEN-Fan musste ich mir natürlich das letztgenannte zulegen und habe es nicht bereut. Die Songs werden sehr originalgetreu dargeboten und auch James LaBrie gefällt mir ganz gut, wenn er den Bruce Dickinson macht. Ich höre tatsächlich beide Versionen des Albums sehr gerne, aber an das Original kommt die DREAM-THEATER-Version bei aller Liebe dann doch nicht ganz heran.

Metropolis 2000: Live Scenes From New York


Wenden wir uns nun den offiziellen Live-Veröffentlichungen zu. Als erstes möchte ich euch "Metropolis 2000: Live Scenes From New York" ans Herz legen. Warum? Nun, bei diesem Konzert aus dem Jahr 2000 spielt DREAM THEATER das Album "Metropolis, Pt 2: Scenes From A Memory" in voller Länge, das alleine würde schon ausreichen um den Kaufpreis zu rechtfertigen. Vor allem angesichts der großartigen Entertainerqualitäten von Mike Portnoy. Aber es gibt noch zu dem kompletten Konzert einen Audio-Kommentar der Band, welcher teilweise auch sehr interessant ist. Wie immer bei DREAM THEATER-DVDs gibt es noch eine ganze Reihe an Bonusinhalten obendrauf, beispielsweise die "Behind The Scenes-Documentary" und ein Fotogalerie von der "Metropolis 2000"-Welttour. Das Beste kommt allerdings wie fast immer zum Schluss: Auf dieser Scheibe ist auch der einzige Live-Mitschnitt des 25-minütigen Epos 'A Change Of Seasons' enthalten, welcher auf der damals erschienenen VHS-Version noch nicht dabei war. Dass die Aufnahme noch nicht im 16:9-Format gemacht wurde und auch der Klang heutzutage nicht mehr ganz State Of The Art ist, darüber kann man meiner Meinung nach hinwegsehen, denn schlecht sind sowohl Bild als auch Ton definitiv nicht. Und ein Jordan Rudess mit wallender Lockenpracht entschädigt außerdem für so einiges.

Score


Dieses Konzert wurde im Rahmen der "20th Anniversery World Tour" aufgenommen, am 01. April 2006 in New York City. Ein Aprilscherz ist dieses 2-DVD-Set aber beim besten Willen nicht, sondern vielmehr eine meiner liebsten Live-Veröffentlichungen von DREAM THEATER. Das liegt nicht nur an der sehr abwechslungsreichen Setliste, die Songs aus allen bis zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Alben beinhaltet, sondern auch am zweiten Teil der Show, bei welchem die Band Unterstützung vom Octavarium Orchestra erhält und die Songs mit diesem zusammen performt. Die hier dargebotene Version von 'The Spirit Carries On' ist die geilste, die ich je gehört habe und gefällt mir wegen dem mehrminütigen Gitarrensolo von John Petrucci am Anfang sogar noch deutlich besser als die Studioversion des Songs. Aber auch die Extras auf der zweiten Disk können sich wieder sehen lassen. Es gibt eine fast einstündige Dokumentation über die Geschichte der Band, die wirklich sehr gut gemacht ist und auch viele Aufnahmen aus der Anfangszeit enthält. Die 'Octavarium Animation' ist wohl eher als kleiner Gag zu verstehen, das ist ein kurzer Zeichentrickfilm mit den Bandmitgliedern. Zwar ganz nett gemacht, braucht man meiner Meinung nach aber nicht wirklich. Die zusätzlichen drei Live-Aufnahmen von einzelnen Songs in verschiedenen Städten und Jahren hingegen schon, hier gibt es beispielsweise 'Another Day' aufgenommen 1993 in Tokio.

Live At Luna Park


Hierbei handelt es sich um die erste Liveaufnahme mit Mike Mangini an den Drums, aufgenommen im Rahmen der "A Dramatic Tour Of Events" 2012 in Buenos Aires, Argentinien. Ebenso wie man es auch bei Konzerten von anderen Bands in Südamerika beobachten kann, ist auch hier die Stimmung der Fans absolut fantastisch, was die Band natürlich zusätzlich anspornt und motiviert. Alleine deshalb schaue ich mir dieses Konzert immer wieder gerne an, aber auch die Setliste lässt nur wenige Wünsche offen und auch die Bühnenkulisse ist die beste, die ich jemals auf einer DREAM THEATER-DVD gesehen habe. Auch die Bild- und Tonqualität ist hier erstklassig. Besonders hervorheben möchte ich das Drum-Solo von Mike Mangini, welches mich jedes Mal wieder begeistert und eindrucksvoll seine außergewöhnlichen Fähigkeiten hinter der Schießbude offenbart. Jordan Rudess als Wizard (mit Magierhut) ist zudem auch ganz nett anzusehen. Sehr cool finde ich, dass die Kameras bei den frickligen Passagen alle Bandmitglieder eingefangen haben und diese in einem viergeteilten Bild gleichzeitig zeigen. Aber wie gesagt, alleine die fantastische Atmosphäre und ausgelassene Stimmung der Zuschauer ist hier absolut genial und reißt jedes Mal aufs Neue mit, da hätte es die Bonusinhalte (Dokumentation, Behind The Scenes, Trailer und Cartoon-Intro) eigentlich gar nicht mehr gebraucht.

Breaking The Fourth Wall


"Breaking The Fourth Wall" wurde am 25. März 2014 im Boston Opera House aufgenommen, einer ohnehin schon eindrucksvollen Location. Die Besonderheit dieser Show ist aber, dass der erste Teil ein reguläres DREAM THEATER-Konzert ist, während die Band beim zweiten Teil vom Berklee College Of Music Orchestra And Choir unterstützt wird. Das klingt nicht nur nach vielen Personen, sondern es sind tatsächlich ziemlich viele. Das Orchester umfasst insgesamt 41 Musiker plus Dirigenten, der Chor nochmals 24 Sängerinnen und Sänger. Anders als man es sonst von Konzerten mit Orchester und Chor gewöhnt ist, stehen diese Musiker hier jedoch nicht mit auf der Bühne, sondern sind im Bereich vor der Bühne postiert. Als Zuschauer sieht das anfangs etwas ungewöhnlich aus, macht aber angesichts dieser Menge an Musikern schon Sinn. Die Fans sind dadurch natürlich etwas weiter als sonst von der Bühne entfernt. Orchesterbegleitung gab es zwar auf "Score" auch schon, aber diese war nicht mal annähernd so eindrucksvoll wie hier auf "Breaking The Fourth Wall". Bei einigen Songs ist es sogar schon fast zu viel des Guten, denn das Keyboard ist ja schließlich auch noch mit von der Partie. Und so kommt es schon mal vor, dass Teile des Orchesters im Gesamtsound untergehen. Auf Bonusmaterial wurde hier komplett verzichtet, allerdings dauert das Konzert mit Zugaben insgesamt schon fast drei Stunden, somit geht das schon in Ordnung. Die Qualität ist hier sowohl beim Bild als auch beim Ton natürlich wieder erste Sahne.

Alle hier besprochenen DVDs sind natürlich auch als reine CD-Version erhältlich, allerdings bevorzuge ich bei Konzertmitschnitten immer die Editionen mit Bild, weshalb ich auch diese hier besprochen habe. DREAM THEATER hat natürlich außer den hier besprochenen noch viele andere offizielle Live-DVDs, die allesamt nicht schlecht sind, aber alle zu besprechen hätte einfach den Rahmen gesprengt, weshalb ich mich auf die meiner Meinung nach interessantesten beschränkt habe. Als Fan macht man mit einem DREAM THEATER-Livealbum aber generell nichts falsch, denn die Setlisten sind immer recht abwechslungsreich gestaltet, was bei anderen Bands ja nicht immer der Fall ist.

Damit wären wir nun endgültig am Ende dieses Blicks in den Rückspiegel angelangt. Wir hoffen, dass euch das Lesen mindestens genauso viel Spaß bereitet hat wie uns das Schreiben dieser Artikel. Solltet ihr eine Fortsetzung dieser Reihe mit anderen Bands wünschen, dann dürft ihr das gerne im Forum oder uns direkt per Mail schreiben. Falls ihr es noch nicht getan haben solltet, hört euch unbedingt "Distance Over Time" an, es lohnt sich!

Redakteur:
Hermann Wunner

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