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In der Gruppentherapie: ICED EARTH - "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)"

22.08.2008 | 23:31

Die Aufregung war groß, als bekannt wurde, dass Matt Barlow wieder bei ICED EARTH seine Stimmbänder vibrieren lässt. Vor allem, nachdem die Festivalauftritte Lust auf mehr gemacht haben. Doch kann "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" halten, was sich die Gemeinde verspricht? Wir hörten genau hin und geben Antworten auf diese Frage.

Ich gebe zu, dass ich vom Vorgänger "Framing Armageddon" ziemlich enttäuscht war. Die Platte nahm sich diverse kompositorische Auszeiten und verfranste sich oft in allzu umständlichen, sperrigen Strukturen. Inzwischen hat Meister Schaffer den einzig wahren ICED EARTH-Sänger, Matt Barlow, wieder an Bord geholt, und mit dem ist das Hymnische und True-Metallische wieder in den Vordergrund gerückt. "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" ist in erster Linie ein druckvolles, gradliniges und fesselndes Stück Heavy Metal geworden. Jons Riffmassaker sind weiterhin vom Feinsten, und Matt zeigt eine gute Form, wenn auch nicht die seines Lebens. Die Songs gehen exzellent ins Ohr und ihre Langzeitwirkung ist beachtlich. Nach dem ersten Durchlauf mag so mancher noch denken, das alles sei nicht besonders aufregend, doch zumindest meine Begeisterung für dieses Album ist mit der Zeit immer weiter gewachsen. Das liegt vor allem an sich langsam aufbauenden, mit einfachen Mitteln beeindruckenden Nummern wie 'A Gift Or A Curse', das im mächtigen Mittelteil an vorzüglichste ICED EARTH-Zeiten anknüpft, oder dem folgenden 'Crown Of The Fallen', wohl dem besten Song, den Jon seit vielen Jahren geschrieben hat. Weitere Highlights sind der höchst eingängige Opener 'Behold The Wicked Child' und das großartig gesungene 'Something Wicked (Part 3)'. Mein einziger gravierender Kritikpunkt ist, dass sich "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" etwas zu oft und dabei zu behäbig im schleppenden, pathetisch aufgeladenen Midtempo bewegt. Ein paar mehr Eruption wie 'Divide And Devour' hätten der Dramaturgie gutgetan. Insgesamt aber haben ICED EARTH eine sehr gute Platte gemacht, die allerdings immer noch nicht so ganz diesen Hauch von Genialität früherer Tage verströmt. Das wird klar, wenn man direkt nach "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" den Über-Klassiker "Alive In Athens" auflegt.
[Martin van der Laan]

ICED EARTH – nach Theater, das eigentlich noch ein bisschen peinlicher hätte sein dürfen, wieder mit Matt Barlow, aber ohne Hooks und Eingebungen. Die ersten Runden mit "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" sind harte Arbeit, danach wird es noch schlimmer. Wenn die Nummern richtig loslegen müssten, passiert nichts. Derselbe Trott über fast sechzig Minuten. Lethargie. Zweimal wird die Gleichgültigkeit durchbrochen: bei den letzten regulären Songs 'Come What May' und 'Divide And Devour', dessen Chorus ein BLIND GUARDIAN-Rip-off ist. Genau wie PRIEST steht auch Jon Schaffer auf sein Textkonzept (der Ami immerhin aus Überzeugung; die Briten, weil es ihnen eingeredet wurde), hat darüber das Songwriting vergessen und guckt auf Barlow – der wirkungslos bleibt. Das vorherrschende Midtempo-Geschlurfe tötet das viel zu lange Album – auch weil der Rückkehrer am Mikro nicht dazwischenhaut und sich in das Mittelmaß fügt. Die Refrains erreichen überwiegend nicht mal "The Dark Saga"- oder "Something Wicked This Way Comes"-Outtake-Niveau. Nur gut zu singen, ist viel zu wenig. 'I Died For You', 'The Hunter' und 'A Question Of Heaven' sind verglichen mit 'Crucify The King', 'Something Wicked (Part 3)', 'Behold The Wicked Child', 'The Dimension Gauntlet' oder der mit PINK FLOYD-Gitarren-Parts jonglierenden Ballade 'A Gift Or A Curse' von einem anderen Stern. An diesen schönen Ort sollte man sich auch beamen lassen, anstatt den Kampf mit dem sterbenslangweiligen "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" aufzunehmen.
[Oliver Schneider]

Die ICED EARTH-Scheiben mit Sangeswunder Tim Owens haben mir in den letzten Jahren schwer im Magen gelegen, was sicherlich nicht allein an dessen Stimme gelegen hat. Irgendwie scheint Mr. Schaffer nicht durch sein Timbre inspiriert gewesen zu sein, denn die Silberteller mit Tim waren letztlich belangloser Metal ohne Biss und Eier. Alter Sänger, neues Spiel. Matt Barlow ist zurück, und schon liefert Schaffer wieder Musik ab, die nicht ständig im Doublebass-Triolen-Sperrfeuer ersäuft. Gänsehautballaden, die aufgrund ihrer Atmosphäre dieses Prädikat absolut verdient haben ('A Gift Or A Curse'), bombastische Metal-Epen ('Something Wicked (Part 3)') oder schwermetallische Nackenbrecher ('In Sacred Flames') sind ICED EARTH der alten Schule: emotional und leidenschaftlich, auch wenn der Bandboss häufig eigene bereits x-mal interpretierte Songideen aus alten Tagen verwurstet. Leider hält die Scheibe auch nicht kontinuierlich das hohe Level der besagten Songs und driftet öfter mal in langweiliges Notenwerk ab. Matt jedoch bringt seine beste Gesangsleistung seit "Something Wicked This Way Comes", tönt manchmal sogar wie Dio und im nächsten Moment wie Warrel Dane. Der Mann ist einfach klasse.

Unterm Strich ist aus meiner Sicht ein Album gelungen, das nach "Something Wicked This Way Comes" hätte kommen müssen. Denn besser als ALLES, was danach kam, ist die neue ICED EARTH allemal. Hoffentlich besinnt sich die Band dennoch bald wieder auf einfachere Songstrukturen der Marke "The Dark Saga" und legt den Schwerpunkt auf Matts Gesang (das Griffbrettgewichse ist gut, keine Frage, aber man kann es auch übertreiben), dann klappt es auch bei mir wieder mit der Dauerrotation. Bei "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" habe ich dann doch, zu schnell für ICED EARTH-Verhältnisse, die Lust verloren. Aber dennoch: Welcome back, Matt!
[Alex Straka]

Als 'I Walk Alone' vorab veröffentlicht wurde, um einen Vorgeschmack auf die neue Zukunft mit Matt Barlow zu gewähren, schrieb ein User aus unserem Forum: "Das fühlt sich richtig an". Und glaubt mir, ich wäre ein glücklicher Mensch, wenn ich das nach der dutzendfachen Einfuhr von "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" bestätigen könnte. Kann ich leider nicht. Stattdessen ist der Abschluss der "Something Wicked"-Saga eine äußerst zähe Angelegenheit, die nur ganz wenige Höhepunkte vorweisen kann. So entpuppt sich das angesprochene 'I Walk Alone' nach ein paar Spins als Ohrwurm, dazu kommt das wirklich kraftvolle 'Divide And Devour' und das gelungene Opus 'Come What May'. Der große Rest allerdings wirkt bieder, ja, schlapp und kann sich nie in den Ohrmuscheln einnisten. Die Riffs von Herrn Schaffer besitzen nicht mehr die Dynamik und Power der früheren Tage, und die epische Komponente ist deutlich überrepräsentiert und wertet kaum einen Song mal auf. Daran kann auch die in weiten Teilen gute Gesangsleistung von Matt Barlow wenig ändern. Die Vocallines in 'Minions Of The Watch' sind allerdings eher ein Tiefpunkt der Scheibe. Das gilt auch für die unglaublich lahme Ballade 'A Gift Or A Curse', die von einstigen Glanzleistungen der Marke 'I Died For You' oder 'Melancholy (Holy Martyr)' in Grund und Boden gerammt wird. Das ist tatsächlich kein Vergleich. Vergleicht man "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" dann mit seinem direkten Vorgänger, muss man gar konstatieren, dass ein Hit der Marke 'Ten Thousand Strong' hier nicht vertreten ist und auch das Gesamtniveau dem ersten Teil kaum das Wasser reichen kann. Vielleicht ist es gut, dass Jon Schaffer sich in Zukunft wieder mehr auf die Musik als auf das textliche Konzept und dessen Vermarktung konzentrieren kann. Eventuell kommt dann das erste herausragende Album seit mehr als zehn Jahren dabei heraus. Hier war definitiv viel mehr drin. Schade.
[Peter Kubaschk]

Das ist es also: Das Album, mit dem ICED EARTH und ihr einzig legitimer Sänger Matt Barlow Wiedervereinigung feiern. Als wäre das nicht schon Erwartungsdruck genug, trägt "The Crucible Of Man" auch noch den vielversprechenden Zusatz "Something Wicked Part 2" im Kleingedruckten - eine Referenz an das meiner Meinung nach bisher beste Werk der Amerikaner "Something Wicked This Way Comes", auf dem sich mit 'Melancholy (Holy Martyr)', 'Watching Over Me' und 'Blessed Are You' gleich drei Power-Balladen für die Ewigkeit befinden. Tendenziell balladesk bis Midtempo ist "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" ebenfalls ausgefallen, aber statt Gänsehaut stellt sich über weite Strecken eher gepflegte Langeweile ein. Was neben dem ziemlich mäßigen Songwriting auch an dem leichten Hang zur Überproduktion liegt, den sich Schaffer bei seinem Buddy Hansi Kürsch (BLIND GUARDIAN) abgeschaut haben mag. Hier noch ein Hintergrundchor, da noch eine Tonspur mehr, ergeben zwar mehr Bombast, aber lassen das Werk irgendwie seelenlos erscheinen. Auf der Habenseite stehen 'Behold The Wicked Child' mit seinem hymnischen, in typisches Schaffer-Riffing eingebetteten Refrain, die erfrischend schlichte Ballade 'A Gift Or A Curse' (das überfrachtete Epos 'Harbinger Of Fate' hingegen kratzt mich gar nicht), das mit orientalisch anmutenden Gitarren-Leads ausgestattete (wenn auch mit drei Minuten reichlich kurze) 'The Dimension Gauntlet', die relativ gradlinige Vorab-Singleauskopplung 'I Walk Alone' sowie das düstere, mit tollen Vocals ausstaffierte 'Crucify The King'. Mit 'Divide And Devour' werden endlich auch die Nackenmuskeln gefordert, wenn der Refrain auch wieder zu viel GUARDIAN-Bombast mit sich bringt, und 'Come What May ist der einzige die Sieben Minuten-Marke knackende Longtrack des Albums, der trotz kitschiger Panflötenklänge erahnen lässt, was qualitativ drin gewesen wäre, wenn man die durchaus vorhandenen guten Elemente besser gebündelt hätte. Den echten Überhit sucht man inmitten dieser gutklassigen Tracks nämlich vergeblich. Eins jedoch sei festzuhalten: Der immer noch herausragende Barlow kann nichts dafür, dass seinem Chef offenbar die Ideen ausgehen. Hoffen wir auf eine granatenstarke Tour, die diesen (so hoffe ich wenigstens) Schnellschuss auszubügeln vermag.
[Elke Huber]

Ist der Unterschied, der Zwiespalt wirklich so groß, wie er scheint? Die Divergenz des Offiziellen vom Unterdrückten? Doch halt, ich will mich erklären: E. T. A. Hoffmann hat in seinem großartigen romantischen Künstlerroman "Lebens-Ansichten des Katers Murr" eine Vorrede und ein unterdrücktes Vorwort des Katers abgedruckt. In der Vorrede werden dem Kater, Ich-Erzähler des Romans, Bescheidenheit und Angst vor dem Scheitern ins Maul gelegt. Im Vorwort äußert "er" sich, wie ihm die Schnauze gewachsen ist: arrogant und über alle Zweifel erhaben. In welchem Zusammenhang steht das nun mit der aktuellen Veröffentlichung von ICED EARTH? Die Band um Jon Schaffer hat nicht nur Metal-Geschichte geschrieben, sondern viele Musik-Interessierte auf ihrem Weg begleitet, vielleicht sogar geführt. Schuld daran ist nicht nur Matt Barlows großartige Stimme, sondern natürlich auch das geniale Songwriting Schaffers, durch das die Kunst der Amis erst ihren hohen Stellenwert erreicht hat – und das ist den Beteiligten natürlich mehr als klar.

Um endlich auf das Album zu sprechen zu kommen [danke! - PK]: Würden wir die gesamte Vorgeschichte von ICED EARTH ausblenden, so läge hier ein großartiges Werk vor: frisch und originell. Cooles Riffing, Nummern mit viel Power, ein Sänger abseits aller gegenwärtiger Klischees, Metal, wie er heutzutage klingen soll – mit dem Anspruch auf einen Kult-Status. Doch mit jeder CD im gut ausgestatteten Backkatalog der Band, die wir in Zusammenhang mit der aktuellen Veröffentlichung bringen, schrumpft das Großartige ein Stückchen zusammen. Und an dieser Stelle darf der Kater noch mal ran: Wenn man Schaffers Aussagen glauben darf, so ist die Karriere der Band stetig nach oben gegangen, jedes Album dem Vorgänger um Längen voraus und ICED EARTH eine der einzig relevanten Bands dieses Planeten. Diese Arroganz wirft nicht nur ihren Schatten auf die Scheibe, sondern erdrückt sie gar. So bleibt festzuhalten: "Vor dem strengen Richterstuhl der Kritik" durchgefallen. An sich aber eine grundsätzlich hörenswerte Scheibe.
[Julian Rohrer]

Der verlorene Sohn Matt Barlow ist zu ICED EARTH zurückgekehrt, um den stimmlich ausgezeichneten, aber nicht uneingeschränkt akzeptierten Interims-Frontmann Tim "Ripper" Owens zu ersetzen. Mit dieser Stimme am Mikrofon sollte die Fortsetzung von "Something Wicked This Way Comes" doch zu einem Volltreffer auf ganzer Linie gereichen, oder? Theoretisch ja, praktisch jedoch ist "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" nur ein mit Einschränkungen würdiges Sequel zu "Something Wicked This Way Comes" geworden, denn das aktuelle ICED EARTH-Werk reißt den Hörer schlicht und ergreifend nur selten mit. Auf der Habenseite sind kleinere Halbedelsteine wie das balladeske 'A Gift Or A Curse' oder auch ’Harbinger Of Fate’ zu nennen, das mit einem ergreifenden Refrain verziert ist und schöne Chöre am Ende bietet. Auch das ruhige Finale mit 'Come What May', bei dem eine Flöte und eine Geige zum Einsatz kommen, gefällt. In Sachen Tempo und Druck sticht lediglich 'Divide And Devour' dank des fetten Doublebass-Einsatzes aus dem Gros der relativ oft etwas behäbig wirkenden Kompositionen heraus. Auch die vorab ausgekoppelte Single 'I Walk Alone' lebt weniger von ihrem kompositorischen Gehalt als vielmehr von Matt Barlows ausgezeichneter Gesangsarbeit. Musikalisch ist "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" völlig im grünen Bereich angesiedelt. Ergreifend klingt dieses Werk indes nicht, denn dafür gehen ICED EARTH zu routiniert und abgeklärt vor. Auch Hits vom Kaliber 'The Hunter' oder 'Melancholy (Holy Martyr)' sind beim besten Willen nicht ausfindig zu machen. Insofern verbuche ich persönlich "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" in der Rubrik "recht gut, aber lange nicht so gut, wie ich erwartet habe".
[Martin Loga]

Matt Barlow hat eingesehen, dass Polizei alleine auch nicht glücklich macht und ist ins Metal-Business zurückgekehrt, worauf der Herr Schaffer scheinbar nur gewartet hat. Das überrascht dann doch ein wenig, war er doch vor nicht allzu langer Zeit noch felsenfest überzeugt, dass Tim Owens die Stimme war, die er ohnehin schon immer im Kopf hatte, wenn er Songs für ICED EARTH schrieb. Sei's drum!

Ich mochte Owens zwar immer sehr gerne, aber ich freue mich trotzdem, dass Barlow zurück ist. Er passt einfach besser zum Stil, den Jon Schaffers Band fährt. Er klingt eigenständiger, und er legt unbestreitbar mehr Emotionalität in die Songs. Ich war nie ein Überfan des rothaarigen Frontmannes, aber er hat schon eine besondere Ausstrahlung und ist eben kein alltäglicher Mikroschwinger. Dass allein die Rückkehr des viel geliebten Sängers der Band einen Aufschwung in der Gunst der Fans bescheren wird, ist absehbar und für mich auch berechtigt, weil der Auftritt ICED EARTHs in Balingen auch mir klar gemacht hat, dass der Mann einfach an diesen Platz gehört.

Die andere Frage ist allerdings, ob die Rückkehr des Fronters alleine schon dafür sorgt, dass ICED EARTH wieder zur alten Stärke aufläuft. Die Antwort hängt wie immer von der persönlichen Ausrichtung des Hörers ab. Für Leute, die - wie ich - noch immer "Night Of The Stormrider" für die beste ICED EARTH-Scheibe aller Zeiten halten, findet sich auf "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" eindeutig zu viel Midtempo, zu viel Bombast, zu viel Chorgesang, zu viele Balladen und zu viel Theaterdonner. Wir werden uns aber damit abfinden müssen, dass die Band nicht mehr in erster Linie für unsersgleichen musiziert, sondern für die Heerscharen an Fans, die sie mit "The Dark Saga", "Something Wicked This Way Comes" und den folgenden Alben rekrutieren konnten.

Diese werden mit der neuen Scheibe keinesfalls schlecht fahren, denn die Trademarks, welche ICED EARTH in den letzten zwölf Jahren etabliert haben, finden sich auf der neuen Scheibe zuhauf und auch sauber und kompetent in Szene gesetzt. Die melancholische Atmosphäre der oft halbballadesk arrangierten Stücke wird durch Matts Stimme großartig unterstützt. Die Chöre, die teilweise auch dem "The Omen"-Soundtrack entstammen könnten, unterstreichen den mystischen Anstrich, und die Dramatik in Arragements, akustischen Momenten und Riffs ist sauber ausgearbeitet. Einige Refrains bleiben auch sehr gut hängen, so dass ich ICED EARTH im Endeffekt doch ein starkes Album attestieren muss, das eindeutig eine Steigerung zum Vorgänger bietet und vermutlich die Mehrzahl der Fans der späteren Bandphase voll zufrieden stellen dürfte, auch wenn Innovation so gut wie gar nicht vorhanden ist. Allenfalls in kasparekschem Ausmaß.

Viele Altfans werden dafür mit "The Crucible Of Man (Something Wicked Part 2)" dasselbe Problem haben, das viele langjährige Fans anderer namhaften Metaller mit Alben wie "Gods Of War", "Nostradamus" und "Wake Of Magellan" haben. So bleibt als Fazit, dass ein Fan, der auf Barlows Stimme steht, die letzten drei Alben mit ihm als Sänger mochte und keine Innovation erwartet, definitiv bestens aufgehoben ist. Wer dagegen völlig neue Wege oder eine Rückkehr zum Ritt durch sturmige Nächte erwartet, der wird hier nicht glücklich werden, hatte aber vorher auch deplatzierte Erwartungen. Schon alleine aus konzeptionellen und kommerziellen Gründen.
[Rüdiger Stehle]

Redakteur:
Peter Kubaschk

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