Interview mit THE INTERSPHERE

06.08.2011 | 14:48

Die Mannheimer von THE INTERSPHERE haben mit ihrem eigenständigem Sound zwischen Rock und Prog bereits auf der Tour mit KARNIVOOL mächtig Eindruck hinterlassen. Auf der "Complexity Is Dead"-Tour mit DIORAMIC & CAESARS ROME nutzten wir die Gelegenheit die Herren vors Mikro zu zerren.

Eines wird bei diesem Interview mehr als deutlich. Dieses Quartett ist ehrgeizig und arbeitet hart für einen hoffentlich auftretenden Erfolg. Das ist auch der Grund für diese Tour, die man zwischen den Aufnahmen der Instrumente und des Gesangs für das neue Album gepackt hat. "Wir hatten einfach Bock, wieder auf die Bühne zu gehen.", erklärt Bassist Sebastian. "Die Tour mit KARNIVOOL im Dezember ist sehr gut gelaufen und wir wollten jetzt einfach nicht für mehr als ein Jahr von der Bildfläche verschwinden bis wir mit dem neuen Album touren. Wir zeigen also Präsenz und haben zudem die Gelegenheit unser Netzwerk etwas auszubauen und vielleicht dann auch mal mit CAESARS ROME in UK auf Tour zu gehen, sowie Leute von Plattenfirmen einzuladen, damit die uns mal live erleben." Ein smarter Schachzug, reißen THE INTERSPHERE auf der Bühne doch durchaus mit. Schon zum Zeitpunkt des Interviews scheint dieser Plan aufzugehen.

"Ja, es waren schon einige Vertreter der Label bei den Shows und wir haben auch schon ein paar Angebote vorliegen. Aber heutzutage kann man ja nicht mehr blind einen Plattenvertrag unterschreiben und ist dann dick im Geschäft. Vielmehr ist es ja so, dass wir schon sehr genau prüfen müssen, ob sich das denn für uns lohnt.", zeigt sich Sebastian realistisch und Sänger, Gitarrist & Mastermind Christoph ergänzt: "Wenn uns ein Plattenvertrag nicht entscheidend weiterbringt, dann werden wir weiterhin unsere Alben selbst veröffentlichen. Wir haben ja in den letzten Jahren gemerkt, dass die Verkäufe anziehen und wir mehr Leute bei den Gigs ziehen. Daher sind wir da völlig frei von einem Entscheidungsdruck."

Dabei ist es wohl auch gar nicht so leicht ein passendes Label für dieses Quartett zu finden. Man mag zwar Bands wie DREDG, KARNIVOOL und andere Bands im Spannungsfeld zwischen Alternative Rock und Prog im Sound der Band entdecken, aber so richtig passen diese Vergleiche doch nie. Diese Eigenständigkeit in Worte zu fassen, fällt Christoph und Gitarrist Thomas ziemlich schwer, während Sebastian es schafft, hierfür eine Beschreibung zu finden: "Ich denke, es gibt drei Sachen, die uns ausmachen: da ist Christophs Stimme und Stimmfarbe, die auch so gar nicht deutsch klingt, was uns auch schon diverse Briten und Amis bestätigt haben. Dann tunen wir die Gitarren beim Songwriting ungewöhnlich, so dass man beim Spielen gar nicht mehr weiß, woran man eigentlich ist und wir nach einem bestimmten Klang oder einer bestimmten Farbe suchen. So entstehen die Sounds viel mehr aus dem Bauch heraus. Und dann ist da noch Moritz' Schlagzeugspiel, das sehr markant ist und man sehr schnell wiedererkennt." Und Thomas ergänzt: "Ich finde zudem, dass wir meist sehr schöne Akkorde spielen. Wenn man das auf Akustikgitarren spielen würde, wäre das alles sehr schön und sehr harmonisch. Aber wir ballern die Akkorde halt, was sicher auch eine Besonderheit ist."

Das kann man sicher alles so stehen lassen, was die Herren hier erzählen. Kommen wir aber schon einmal zum neuen Album, dessen Veröffentlichung irgendwo zwischen November 2011 und Januar 2012 geplant ist. "Ja, an dem Album arbeiten wir gerade intensiv und gehen gleich nach der Tour wieder ins Studio. Die Basistracks sind jetzt fertig und es müssen nur noch der Gesang und ein paar zusätzliche Instrumente wie Streicher eingespielt werden.", erzählt Sebastian. "Dabei haben wir großen Wert darauf gelegt, das Album komplett live einzuspielen. Wir haben also alle zusammen im Studio gestanden und haben die Songs zusammen gespielt und etwaige kleine Unsauberkeiten jetzt auch so gelassen. Wir wurden so oft für unsere Live-Qualitäten gelobt, dass wir jetzt angestrebt haben, diese auch auf das Album zu bringen." Und Thomas ergänzt: "Das geht so weit, dass man am Ende eines Tracks hört wie die Hi-Hat umfällt. Aber auch das werden wir drauflassen, damit das Album so natürlich wie möglich klingt." Eine sehr lobenswerte Arbeitsweise, die sich wohltuend von den am Computer bis ins kleinste Detail perfektionierten Produktionen unterscheiden dürfte.

"Das ist auch ein wichtiger Grund für uns, so aufzunehmen. Es gibt mittlerweile einfach Tausende von Bands, die alle sehr gleich klingen und dazu wollen wir nicht gehören.", zeigt sich Sebastian selbstbewusst. So wundert es auch nicht, dass das Studio für den Gesang so gebucht wurde, dass Christoph quasi pro Song einen Tag Zeit hat. "Ja, das ist der Plan. Wir müssen uns jeden Abend für eine Version des Songs entscheiden und den absegnen. Wir haben nur sehr wenig Puffer, der allerdings für das Einspielen der Streicher etc. eingeplant ist." Dass die besagten Streicher nicht aus der Konserve kommen, ist bei dieser Arbeitsweise selbstverständlich.

"Richtig. Aus der Konserve kommt nicht ein Ton. Überhaupt wird dieses Album wie früher aufgenommen. Also alles am Pult, ohne am Computer den Mix zu machen oder so etwas. Wir wollen eine lebendige Platte.", stellt Christoph klar.

Und bei all diesem technischen Schnickschnack hat man auch nicht vergessen tolle Songs zu schreiben, wie die live präsentierte neue Nummer beweist, die mit originellen Vocalarrangements, Fingerschnippsen und tollen Gitarren sofort zündet. Die Vorfreude auf das noch unbetitelte dritte Werk ist damit noch einmal deutlich gestiegen.

Wer THE INTERSPHERE vorher noch einmal antesten möchte, kann die Mannheimer auf diversen kleinen Festivals im August noch begutachten. Checkt die Homepage der Band.

Redakteur:
Peter Kubaschk

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