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LETZTE INSTANZ: Interview mit Holly D.

23.10.2006 | 21:58

Sie sind die LETZTE INSTANZ - und eines der seltenen Beispiele für eine deutschsprachige Gothic-Rock-Band, die Melodien von Cello oder Bratsche zusammen mit harten Gitarren kombinieren können, ohne dabei kitschig zu klingen. Nach Jahren der Krise - drei Besetzungswechsel bedeuteten fast das Ende für die Band - veröffentlichten LETZTE INSTANZ im Frühjahr ihr Comeback-Album "Ins Licht" (Drakkar/ Sony BMG). Zu der Platte beginnen sie nun ihre zweite Tour. Kurz vorher sprach Henri Kramer mit Gitarrist Holly D. über die Pläne danach.

Henri:
Warum startet ihr eure neue Tour gerade in Potsdam? Gibt es besondere Berührungspunkte zu dieser Stadt?

Holly D.:
Unsere Touren werden seit Jahren von der Potsdamer Agentur Amadis geplant. Und als Band steht und fällt die Karriere mit einem guten Partner, der einem zu Liveauftritten verhilft. Deswegen fangen wir eben einmal hier an. Und Potsdam ist ja auch eine schöne Stadt.

Henri:
Ihr musstet drei eurer sieben Musiker ersetzen, daran ist 2003 fast die Band zerbrochen. Mittlerweile habt ihr sie alle ersetzt und seid keine reine "Ost-Band" mehr, oder?

Holly D.:
Haha. Ja, wir sind das einzige Beispiel für die Einheit. Im Ernst: Mittlerweile sind nur noch drei Dresdner dabei. Unser Sänger kommt aus Berlin, der Rest aus Bayern. Da ist natürlich viel Organisation nötig, um immer die richtigen Termine zum Proben zu finden. Aber dort strengt sich dann auch jeder mehr an, weil der Druck stärker aus. Und dann gibt es natürlich die ewig langen Fahrtzeiten – besonders zur Zeit, weil wir unsere neues Album vorbereiten...

Henri:
Wie weit seid ihr damit?

Holly D.:
Das Album ist schon sehr weit vorangeschritten. Der Bass, die Streichinstrumente und das Schlagzeug sind schon fertig eingespielt. Wir denken, dass sie im Dezember fertig sein kann und nächsten Frühjahr erscheint. Wir hatten zwischen 2003 und 2006 kein Album mehr veröffentlicht, deswegen wollten wir nun schnell ein neues Lebenszeichen nachschieben.

Henri:
Wie würdest du denn potentiellen Hörern denn erklären, wie LETZTE INSTANZ anno 2006 klingen?

Holly D.:
Wir spielen schlicht anspruchsvolle Rock-Musik, die Streichinstrumente enthält und klingen damit sehr authentisch. Diese Ehrlichkeit ist wichtig. Viele sehen in uns ja ein reine Band für die schwarze Szene - doch diese dunkle Ecke ist nur eine Facette unserer Musik.

Henri:
Es gab ja Zeiten, da wart ihr schlicht eine Mittelalter-Metal-Band wie SUBWAY TO SALLY, auch aus Potsdam...

Holly D.:
Das stimmt so nicht ganz. Natürlich gab es in unserem früheren Sound auch Instrumente wie Schalmeien. Aber wir haben irgendwann einmal gehört, dass diese Klänge nicht zu Violinen passen. Außerdem machen andere Bands diesen Mittelalter-Sound viel besser. Insgesamt nutzen wir deswegen nun eher Arrangements, die aus der Klassik stammen.

Henri:
Eine weitere Besonderheit sind eure deutschen Texte: Erklärt sie, was wollt ihr damit sagen?

Holly D.:
Die Texte sollen ein Spiegelbild der Wirklichkeit sein. Und natürlich einen gewissen literarischen Anspruch besitzen. Sie sollen bildlich und emotional klingen, eben Gefühle in Bildern darstellen. Natürlich polarisiert dieser Ansatz: Manche halten die Texte schlicht für Gesülze.

Henri:
Aber viele Fans habt ihr trotzdem. Habt ihr eigentlich Angst, dass eure Anhänger durch die neuen Bandmitglieder bei der Tour nicht doch gewisse Unsicherheiten spüren?

Holly D.:
Nein. Natürlich waren wir anfangs ein wenig nervös, schon alleine deshalb, weil die "Ins Licht"-Platte ja auch in die Albumcharts eingestiegen ist. Aber wir haben durch die Tour im Frühjahr sowie ein paar Festivalauftritte im Sommer nun ein sehr festes Bandgefüge und möchten nun live vor allem unseren Spielspaß rauslassen - und uns locker für die nächste Platte machen.

Redakteur:
Henri Kramer

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