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Listening Session: STORMWARRIOR - "Norsemen"

08.11.2019 | 14:15

STORMWARRIOR ist zurück! Fast sechs Jahre liegt die Veröffentlichung des letzten Drehers "Thunder & Steele" schon zurück und bei Lars Ramcke und Co. wurde es ruhiger und ruhiger. Dass das nur die Ruhe vor dem vorliegenden Sturm war, dürfte in den kommenden Wochen klar werden. Nicht nur Yenz Leonardt ist wieder zurück, sondern auch Originaldrummer Falko - nach zehn Jahren! Gemeinsam mit Neu-Klampfer Björn Daigger präsentieren sich die Mannen aus der wunderschönen Hansestadt Hamburg also erneut in der ersten Reihe, wenn es um epischen, schwer- und kraftmetallischen Viking Metal geht. "Norsemen" heißt das neue, sechste Album STORMWARRIORs und behandelt als grobes Kernthema das Kriegerdasein der alten Nordmänner. Wir konnten vorab in das Album reinhören und verraten euch, ob dem stürmischen Vierer auch der passende Soundtrack für dieses kriegerische Unterfangen gelungen ist.

'To the Shores Where We Belong'

Obwohl "Thunder & Steele" ein unheimlich gutes Album war, hat folgender Aspekt am meisten gefehlt: das episch-anmutige, STORMWARRIOR'sche Intro, das auf die große Schlacht vorbereitet. "Norsemen" hingegen glänzt damit. Und wie! Ruhig erklingt das Klavier, sanfte Chöre setzen ein, die Wellen schlagen gegen das Schiff ... als dann die Akustikgitarre zum Zug kommt, wird es fast schon dramatisch. Die Reise beginnt.

'Norsemen (We Are)'

Das Titelstück bricht heran und mit ihm gleich zu Beginn ganz stürmische Zeiten. Ein Auftakt nach Maß für Ramckes Truppe, die nicht nur eine absolute Krieger-Hymne aus dem Ärmel schüttelt, sondern auch sämtliche Fäuste zum Recken, Köpfe zum Schütteln und Kehlen zum Grölen bringt. STORMWARRIOR ist nach fast sechs Jahren wieder zurück - lauter, gewaltiger und stürmischer denn je, ohne dass jedoch der melodische Aspekt, hier in Form des superben Solos, außer Acht gelassen wird.

'Storm Of The North'

Ein Horn ertönt, Ramcke und Daigger im coolen Duett, bis sich dann auch Falko mit einem Wahnsinnsdrumming einmischt. Zwischenzeitlich agiert der Wiederkehrer fast schon im Speed Metal, doch dank des melodisch-hymnischen Refrains entpuppt sich das Gewitter aus dem Norden als eine astreine Sturmkrieger-Nummer, die vor Tempowechseln und Abwechslung nur so strotzt.

'Freeborn'

Nicht nur in den Augen von William Wallace sollten wir für unsere Freiheit kämpfen. Eine geniale Rhythmik dominiert die zweite Single-Auskopplung des Albums. Auch hier brennt sich der Refrain gleich beim ersten Mal in den Gehörwänden fest ein und die beiden Herrschaften an der Klampfe spielen sich erneut gegenseitig die Bälle zu. Eine im Vergleich recht eingängige, aber dennoch ungemein spielfreudige Nummer, die live künftig definitiv nicht fehlen darf.

'Odin's Fire'

Die erste Single brennt vor Leidenschaft, ist wieder etwas schneller und stürmischer geraten, doch der Gröl- und Faustreckfaktor ist enorm hoch. Das Feuer Odins breitet sich aus, fest zum Siegen entschlossen, weiß man in diesem unerbittlichen Kampf die Götter hinter sich. Kelloggs wecken den Tiger in dir - und STORMWARRIOR den Nordmann und offenbart uns das enge Verhältnis zu den Göttern.

'Sword Dane'

Die Eisen klirren aufeinander, der Schwertkampf ist in vollem Gange und der Track pumpt sich unermüdlich nach vorne. Es geht wieder etwas geradliniger zur Sache und man merkt, dass hier Lars nicht allein federführend war, was dem Song jedoch einen sehr abwechslungsreichen Touch verleiht. Ramcke selbst zeigt jedoch, dass er auch in etwas tieferen Regionen dem Sturmkrieger-Dasein Leben einhauchen kann.

'Blade On Blade'

Dieser Song entwickelt erst nach mehrmaligem Hören seine volle Entfaltung: Ein geniales Solo gleich zu Beginn, hier wird Viking Metal ganz großgeschrieben und die Hanseatische Flotte nimmt wieder spürbar an Fahrt auf. Alle vier Musiker können sich hier voll und ganz entfalten und sorgen im Kollektiv dafür, dass auch der aussichtsloseste Kampf gewonnen und sich der versteckteste Track zu einer lupenreinen Hymne entwickeln kann.

'Shield Wall'

Die ersten Sekunden sind sehr untypisch, doch als dann die Twin-Gitarren und der Hauch von Epik einsetzt, beginnt einer der stellenweise schnellsten und konsequentesten Tracks der STORMWARRIOR-Historie. Natürlich bleibt auch hier der melodische Refrain bestehen, doch zwischen den Zeilen darf munter und fröhlich geschlachtet werden, die Chöre gibt es on top.

'Sword Of Valhalla'

Das Album erreicht seinen Höhepunkt. Das Schwert Valhallas markiert nicht nur das Grande Finale dieser Scheibe, sondern zugleich auch mit über elf Minuten den längsten Track in mehr als 20 Jahren STORMWARRIOR. Es beginnt atmosphärisch und ruhig, langsam setzt das anmutige Gitarrensolo ein, ehe sich der Vierer wieder in einen leichten Wahn spielt. Jedoch werden niemals Epik, Melodie und das heroische Feeling eines Nordmannes vergessen. Man könnte meinen, dass die Platte nach etwas mehr als sechs Minuten und dem Krähen eines Raben endet, doch dann setzt Lars noch einmal seine Klampfe ein und ein Wechselbad der kriegerischen Gefühle mit fabelhaftem Chorgesang und letzten Wellengeräuschen lässt "Norsemen" ausklingen. Diesen Brocken muss man erst einmal sacken lassen.

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:

Was ein Album! Sicherlich könnte man "Norsemen" hinsichtlich Sound, Abwechslung und vor allem Artwork als indirekten "Heading Northe"-Nachfolger sehen, doch dafür hat das aktuelle Bollwerk zu viel Eigenständigkeit und sich die Band auch in den letzten knapp 12 Jahren zu stark weiterentwickelt. Wer einen passenden Soundtrack zum Kriegerdasein bei geeignetem Nordmannwetter sucht, um auch die härteste und längste Schlacht für sich entscheiden zu können, ist bei "Norsemen" genau an der richtigen Adresse. Zusammen mit Yenz, Falko und Björn hat Lars ein Album aus dem Boden gestampft, das zwar mit vielen Überraschungen glänzen kann, aber dennoch zu 100% nach STORMWARRIOR klingt.

Redakteur:
Marcel Rapp

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