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MEDUZA: Interview mit Stefan Berg

01.01.1970 | 01:00

Mit ihrem Debut "Now And Forever" versuchen die Schweden MEDUZA einen Platz im hart umkämpften Neoklassichen Metalbereich zu ergattern. Gerade für Freunde von Malmsteen und RAINBOW könnte diese Band sehr interessant werden. So war es mir eine Freude mit Gitarrist und Songwriter Stefan Berg ein Gespräch über seine Band und seine Erwartungen zu führen.


Georg:
Erzähl mir doch bitte wie sich MEDUZA entwickelt hat.

Stefan:
Nun, unsere Bandgeschichte reicht bis ins Jahr 1994 zurück. Damals haben wir eine Band mit dem Namen MIND'S EYE gegründet Und dann kam halt die übliche Geschichte. Wir haben ein Demo nach dem anderen produziert und versucht etwas zu reissen. Nach einiger Zeit waren dann ein paar von den Jungs frustriert und verliessen uns. Die nachfolgende Band benannten wir AUTUMN LORDS. Wir hatten einige unterschiedliche Sänger und im Jahr 2000 haben wir uns beim Prog Power Contest beworben. Wir dachten, es sei eine gute Idee uns dort zu bewerben und haben ein paar Demos an den skandinavischen Teil des Contest geschickt. Und eben auch an Intromental Management, welche dort mitmischen. Ein paar Tage später riefen sie mich an und meinten, dass ihnen unsere Arbeit sehr gut gefallen würde und man daraus etwas machen könnte. Nach einiger Zeit haben wir bei ihnen unterschrieben. Weitere sechs Monate später haben wir dann versucht auch noch an einen Plattenvertrag heranzukommen.

Georg:
Und warum habt ihr dann euren Namen gewechselt?

Stefan:
Der Name AUTUMN LORDS lässt keine Rückschlüsse auf unseren Stil zu. Es klingt eher düsterer, als ob wir Death Metal oder so etwas machen würden. Deswegen dachten wir, wir bräuchten einen Namen der zum Neoclassical Metal besser passt. Wir haben uns dann überlegt wie wir uns nennen könnten und jemand kam mit MEDUZA an. Und der Name passt auch viel besser zu unserer Musik.

Georg:
Hat die griechische Mythologie bei der Wahl eine Rolle gespielt?

Stefan:
Nun, ich habe mich schon immer mit Mythologie beschäftigt. Als ich noch ein Kind war, hat mir mein Großvater jede Menge Geschichten erzählt. Du kannst mit der Mythologie jede Menge konzeptionelle Sachen machen. Nehmen wir als Beispiel das Coverartwork. Von daher ist MEDUZA nicht nur ein guter Name, sondern bietet uns noch einige Möglichkeiten ihn optisch einzubinden.

Georg:
Du hast als Drummer begonnen, wie bist du zur Gitarre gekommen?

Stefan:
Wir hatten da eine Garagenband und wir waren wirklich beschissen. Jedenfalls hat unser Gitarrist mal seine Gitarre liegen lassen und ich habe es einfach versucht. Gitarre war das einzige Instrument, was mir meine Eltern nicht versucht haben beizubringen. Jedenfalls war ich nach eineinhalb Wochen besser als unser Gitarrist, der schon 4 Jahre Gitarre spielte. Es war für mich ganz natürlich Gitarre zu spielen und es ist einfach cool.

Georg:
Dein Gitarrenspiel hat viele Einflüsse von Malmsteen und Blackmore. Was liebst du an deren Gitarrenarbeit?

Stefan:
Blackmore ist für mich gerade vom Songwriting eine sehr große Inspiration. Für Blackmore war es immer wichtig eine gute Melodie im Song zu haben. Gerade die alten Rainbow Sachen. Als ich mit 14 Malmsteen gehört hab, war mir klar, so will ich spielen können. Gerade in dem Alter willst du ja wie deine Stars sein. Von daher ist Malmsteen für meine Solos ein Vorbild während die Songs eher Richtung Blackmore gehen.

Georg:
Wie kam es, daß Apollo von MAJESTIC bei euch singt?

Stefan:
Wir hatten auf dem Demo einen Studiosänger, aber er hat nicht so gut zu uns gepasst. Er war ein richtig guter Sänger und hat schon einige gute Scheiben gemacht, aber seine Stimme war nichts für unser Material. Ich wollte eine kraftvollere Stimme. Ich mag das "Trinity Overload" Album, die Art wie Apollo singt und so hab ich Apollos Management kontaktiert und ihm einen Vorabmix vom Album geschickt. Er mochte es und so kam es. Er ist ja auch mit DIO, BLACK SABBATH, RAINBOW und Yngwie aufgewachsen. Er hat das auch bei den Aufnahmen prima gemacht. Er hat intuitiv so gesungen wie ich es mir gewünscht habe.

Georg:
Das war ja deine erste professionelle Aufnahme. Wie empfandest du den Unterschied zu Demoproduktionen?

Stefan:
Nun, du musst dich viel länger auf das Ganze konzentrieren. Wenn du ein Demo einspielst, sind das meist 4 oder 5 Songs, die du so schnell wie möglich aufnehmen musst. Und jetzt waren es 10-12 Songs, die du so perfekt als möglich aufnehmen mußt. Und Mike Wead hat uns auch immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass hier und da was nicht stimmt. Es ist halt ein Unterschied. Für ein Demo wäre es gut genug gewesen, aber nicht für ein professionelles Album. Das war eigentlich der größte Unterschied. Es gibt kein "das ist gut genug". Es gibt nur noch "so perfekt wie möglich".

Georg:
Bist du mit dem Ergebnis zufrieden?

Stefan:
Ja, auf jeden Fall.

Georg:
Wovon handeln eure Texte?

Stefan:
Oh, das ist wirklich unterschiedlich. Es ist ja kein Konzeptalbum. In den Texten beschäftige ich mich mit Situationen, die ich durchlebt habe. Nicht wie eine Biographie, sondern wie man sich in den Situationen fühlt. Gerade dann, wenn du down bist und denkst "Ach, Scheiß drauf". Oder auch, wenn du praktisch eine Beziehung nach der anderen durchlebst und den Scheiß aus der vorhergehenden mit in die neue Beziehung mitnimmst und diese dadurch zerstörst. Es geht eigentlich um alle Aspekte des Lebens. Mein Favorit ist aber "Burn In Hell". Das beschäftigt sich mit Predigern, die einem immer erzählen was man tun und lassen muß.

Georg:
Was erwartest du von diesem Album?

Stefan:
Das ist wirklich schwer zu beantworten. Zuerst bin ich froh, dass ich es so weit geschafft habe. Und ich wünsche mir, dass wir genug verkaufen werden, um auf Tour zu gehen. Das ist es, wofür ich lebe. Ich würde gerne auf Tour gehen. Ich liebe es, live zu spielen.

Georg:
Du hast dir jetzt natürlich einen sehr hart umkämpften Bereich ausgesucht.

Stefan:
Ja, deswegen weiß ich auch nicht, was ich wirklich erwarten kann. Ich bin gespannt darauf wie die Reaktionen auf unser Album sein werden. Einige gute Rückmeldungen habe ich ja schon bekommen.

Georg:
Welche Musik hörst du privat?

Stefan:
Also am häufigsten höre ich SYMPHONY X, RAINBOW und MSG. Ich höre auch viel klassische Musik, gerade dann wenn ich mit Songwriting beschäftigt bin. Ansonsten liebe ich den 80er Metal und Hard Rock, aber hauptsächlich die europäischen Sachen.

Georg:
Wir sind ja ein Online Magazin und so stelle ich gerne die folgende Frage: Wie denkst du über das Internet und Online Magazine?

Stefan:
Du hast den Vorteil, dass du jede Menge Menschen und Informationen erhalten kannst. Ich habe Situationen erlebt, wo ich es mir nicht leisten konnte Metal Magazine zu kaufen und da bin ich zu Freunden gegangen und habe diese Informationen im Internet gesucht. Ich denke, es ist eine sehr gute Sache.

Georg:
Okay, vielen Dank für das Interview und viel Erfolg.

Stefan:
Es war sehr nett mit dir zu reden. Vielen Dank. Ich hoffe ich konnte deine Fragen zur vollen Zufriedenheit beantworten.

Redakteur:
Georg Weihrauch

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