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MONSTROSITY: Interview mit Lee Harrisson

01.01.1970 | 01:00

Da ich zu den angebotenen Terminen der Plattenfirma leider kein Telefon-Interview machen konnte, blieb mir keine andere Wahl als die deutlich schlechtere Version eines Mailers (mit einem Fragelimit von 12 Fragen) durchzuführen. Trotzdem sollte der Informationsgehalt den gestandenen Death-Metal-Fan auf`s erste zufrieden stellen. Aber hört selber, was Lee Harrisson in seinen kurzen Ausführungen zu berichten hat:

Björn:
Hallo Jungs, alles klar? Uns stehen nur wenige Fragen zu, deswegen wollen wir direkt einmal loslegen. Ihr habt ein neues Album namens "Rise To Power" draußen. Was erwartet Ihr von dieser Scheibe?

Lee:
Hallo! Ja, uns geht`s gut. Das neue Album wird bald herauskommen und es ist echt gut geworden, deshalb hoffen wir, das jeder es antesten wird.

Björn:
Euer letztes Album "In Dark Purity" liegt mittlerweile fünf Jahre zurück. Warum hat es so lange bis zu Eurem neuen regulären Album gedauert? Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Lee:
Normalerweise brauchen wir vier Jahre, bis wir eine neue Platte herausbringen, das ist auch diesmal kaum anders. Wir nehmen uns die Zeit um sicherzustellen, dass das neue Material unseren eigenen Standards entspricht. Wir touren nach jedem Release und danach verbringen wir einen Haufen Zeit daran, dass Album zu komponieren und zu perfektionieren. Andere Situationen des Lebens haben ebenfalls einen Einfluss, sowie beispielsweise der Austausch von Bandmitgliedern oder der Wechsel des Labels. Es ist gar nicht mal so einfach mit einem neuen Album, da wir eben eine Menge Zeit mit dem Arrangieren der Songs verbringen, damit es am Ende auch vernünftig klingt.

Björn:
Bisher hattet Ihr nicht viel Glück mit Euren Sängern. Nachdem George Fisher Euch in Richtung CANNIBAL CORPSE verlassen hat, habt Ihr eine Weile mit Jason Avery zusammengearbeitet, doch auch dieser war nicht lange Teil der Band. Nun steht Sam Molina hinterm Mikro und er hat meiner Meinung nach einen exzellenten Job auf "Rise To Power" abgeliefert. Was hältst Du von seiner Performance, wenn Du sie mit der seiner Vorgänger vergleichst?

Lee:
Es scheint so, als wärst Du nicht ganz auf dem Laufenden. Jason ist letzten April zurückgekehrt. Er hat die Band 2001 für ein bisschen mehr als ein Jahr verlassen aber nun ist er wieder da und alles ist großartig. Sam Molina spielt zusammen mit Tony Norman wieder Gitarre, während Mike Poggione den Bass bedient. Sam hat als Sänger einen guten Job gemacht aber als Jason fragte, ob wir ihn wieder aufnehmen würden, wussten wir, dass es eine gute Idee wäre, daher haben wir Sam gefragt, ob er die Songs auch auf der Gitarre lernen könnte. Bevor er zu MONSTROSITY kam, war er ja auch Gitarrist.

Björn:
Dann kommen wir doch auch direkt mal zu der instrumentellen Seite von "Rise To Power". Ihr habt nämlich wieder haufenweise technischen Stoff eingespielt, z.B. die sehr traditionell klingenden Soli der Lead-Gitarren. Ist es für eine Band wie MONSTROSITY wichtig, die technische Seite des Death Metal aufrecht zu erhalten oder denkt Ihr über so was beim Songwriting gar nicht erst nach?

Lee:
Es ist einfach nur das Level, auf dem wir uns momentan befinden. Ich spiele diesen Musikstil nun schon seit so langer Zeit, dass es einfach natürlich geworden ist. Wir zwingen uns zu nichts, wir tun es einfach und wenn es gut klingt, wird es auch benutzt.

Björn:
Wie sollte Death Metal Deiner Meinung nach denn überhaupt klingen?

Lee:
Es gibt keine festgelegten Regeln aber ich denke mal, dass ein Hördurchgang von "Rise To Power" Deine Frage beantworten sollte. Es liegt jeweils am individuellen Geschmack des Hörers.

Björn:
Zu Beginn der 90er war die Death-Metal-Szene mit Bands wie MORBID ANGEL, CANNIBAL CORPSE, OBITUARY und auch MONSTROSITY auf ihrem absoluten Höhepunkt. Danach verschwand diese Musik wieder zurück in den Underground, unter anderem, weil auch die Die-Hard-Fans sich von der Musik abwandten und neue musikalische Terrains abwanderten. Momentan sieht es jedoch danach aus, als würde die Death-Metal-Szene ihren zweiten Frühling erleben. Teilst Du die Meinung, dass es im Moment eine Art Revival in Sachen Death Metal gibt?

Lee:
Ich denke, die Leute, die allen Trends hinterher rennen, haben die Szene verlassen, aber ich bin davon überzeugt, dass dies auch gut so ist. Ich habe in dieser Szene so viele Leute kommen und gehen sehen, dass man sich darüber einfach keinen Kopf machen sollte. Man versucht einfach die bestmögliche Musik herauszubringen, mehr kann man auch nicht tun.

Björn:
In Europa, speziell in Schweden, haben zahlreiche Bands klassische Death-Metal-Riffs mit melodischen Leads verbunden, so wie z.B. IN FLAMES oder DARK TRANQUILLITY. Was hältst Du von diesen Bands? Gefällt Dir deren Musik oder bevorzugst Du den brutaleren amerikanischen Stoff?

Lee:
Ich höre mir diese Musik eigentlich gar nicht an. Ich will nicht schlecht über diese Bands reden; ich denke, dass sie gut in dem sind, was sie machen, aber mein Ding ist es nicht. Ich habe einfach noch nicht genügend von diesen Bands gehört um mir ein Urteil erlauben zu dürfen. Ich mochte das erste ENTOMBED-Album, DAS ist schwedischer Death Metal, oder aber die Erste von DISMEMBER, aber alles was danach kommt, kenne ich nicht so gut.

Björn:
Was sind denn Deine Lieblingsbands und was macht sie so besonders für Dich?

Lee:
Ich habe so viele Favoriten, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann. Mein Liebling ist MONSTROSITY, weil ich hier auch die meiste Arbeit hineinstecke. Ich versuche mir keine anderen Gruppen anzuhören, da es den eigenen Sound manchmal negativ beeinflusst.

Björn:
Kommen wir noch mal eben zu Eurem neuen Album. Was wird nach dem Release passieren? Habt Ihr schon irgendwelche Konzerte geplant?

Lee:
Wir arbeiten an Tourneen in Europa und Südamerika, aber bis jetzt ist noch nichts spruchreif. Wenn wir Näheres wissen, werden wir es direkt bekannt geben.

Björn:
Wäre das No Mercy-Festival mit Bands wie CANNIBAL CORPSE und HYPOCRISY nicht ein gegebener Anlass für eine Tour durch Europa?

Lee:
Wir werden definitiv nach Europa zurückkommen, es ist nur noch ein Frage des "wann". Mach Dir keine Gedanken!!!

Björn:
OK, wir sind am Limit der erlaubten Fragen angekommen, daher möchte ich Dir abschließend noch die Chance geben, Deine Worte an unsere Leser zu richten, um ihnen zu sagen, warum sie Eure Platte einmal antesten sollten:

Lee:
Das neue Album ist das Beste, das wir bisher gemacht haben. Das ist, denke ich, ein guter Grund einmal hineinzuhören. Glaubt mir, es dezimiert nahezu sämtliche Alben von anderen Bands!

Björn:
OK, vielen Dank für dieses Interview, schade nur, dass es so kurz war. Vielleicht können wir uns bei den anstehenden Konzerten ja noch mal näher unterhalten. See you on tour, Lee!

Redakteur:
Björn Backes

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