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SISSIES: Interview mit Fredrik

01.01.1970 | 01:00

Ihre neue Scheibe trägt zwar den Titel "Greetings From Burnhard Bahamas", trotzdem handelt es sich bei den SISSIES nicht um eine karibische Power-Limbo-Combo, sondern um 5 Jungs vom Alsterufer, die uns mit mächtig geilem Hand-Made-Rock'n'Roll bester Hamburger Schule die Ohren freiblasen. Was es dennoch mit dem seltsamen Albumtitel, angepissten Kojoten, sowie dem überaus jungen Durchschnittsalter der Band auf sich hat, verrät uns im folgenden E-Mail Interview Klampfer Fredrik.

Oliver: Wie sind die Reaktionen auf "Greetings From Burnhard Bahamas" bis dato?

Fredrik: Wir können nicht klagen, von Riffklau-Unterstellungen selbsternannter Rock´n´Roll-Professoren bis zu ekstatischem Jubel unserer Eltern ist alles vertreten...

Oliver: Erkläre mir mal bitte den doch etwas seltsamen Albumtitel "Greetings From Burnhard Bahamas".

Fredrik: Die Platte ist einfach ein rockender Gruß aus unserem Urlaub im Studio.

Oliver: Die ganzen Bookletbilder sollen womöglich Urlaubsstimmung verbreiten, oder!? Bei mir rufen die Pics eher Beklemmungen hervor, da sie irgendwie ziemlich düster und bedrückend wirken obwohl Sommer, Sonne, Meer usw. drauf sind ... ist das Einbildung von mir, gewollt oder wie oder was!?

Fredrik: Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann! Bedrückend findest Du wahrscheinlich die Bandfotos (oder vielleicht auch die Grabsteine) im Endeffekt ist die Message aber einfach wie auch der Albumtitel: Nur die Harten kommen in den Garten!

Oliver: Worum geht es in Euren Texten? "Pissed Coyote", "Burnhard Bahamas" oder auch "The Way Of The Dodo" hören sich ja doch recht spaßig an ... oder liege ich da total falsch?

Fredrik: Ich bin mal ganz ehrlich: ich habe keine Ahnung!

Oliver: Könntest Du Eure Bandhistory in ein paar wenigen Sätzen zusammenfassen, da die SISSIES sicher noch nicht allzu viele Leute da draußen kennen, oder vielleicht doch!?

Fredrik: Nachdem sich Jorge, Freden und Niko vor 4 Jahren kennengelernt haben und ein erster Proberaummitschnitt irgendwie bei der VISIONS landete sahen wir uns kurze Zeit später als Gewinner eines Newcomer-Contests plötzlich auf der großen Bühne des BIZARRE-FESTIVALS stehen. `98 wurde dann das Debüt "Fixed" aufgenommen, was Freunden des schweren Rock einen spitzen Schrei der Begeisterung entlockte und im Vorprogramm von GLUECIFER, BACKYARD BABIES, HELLACOPTERS und SOULFLY (inzwischen mit Philipp am Schlagzeug), sowie einer Bombast-Tour mit SMOKE BLOW und PAYOLA auch live den TÜV-Gütesiegel erhielt. Ende ´99 kam dann mit Fazer am Bass die aktuelle Besetzung zustande - und die ist gerade schwer darauf aus einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen!

Oliver: Wie seit Ihr auf den Bandnamen SISSIES gekommen? Seit Ihr womöglich alle Romy Schneider Fans, die ja in der Rolle als Sissi(e) weltberühmt wurde?

Fredrik: Knapp daneben ist auch vorbei! (Obwohl wir in der Rolle der SISSIES auch weltberühmt werden...) Aber meines Wissens, schreibt sich die kindliche Kaiserin ohne E! Am besten sind die Reaktionen von Amis: vor dem ersten Ton lachen die meisten über den Namen, danach kriegen sie dann
Potenzprobleme ... schau mal ins Wörterbuch!

Oliver: Wie steht`s mit Euren Einflüssen? Ich höre da ziemliche Vorlieben für KYUSS, FU MANCHU und Konsorten heraus. Liege ich da richtige?

Fredrik: Wenn Du jetzt das obligatorische Name-Dropping erwartest muß ich Dich leider enttäuschen, aber so viel sei gesagt, die Schiene reicht von ELVIS bis EYE HATE GOD.

Oliver: Wenn man Euch in die Ecke Stoner Rock packt, kommt Ihr damit klar oder kriegt Ihr dann den vollen Hals?

Fredrik: Die Leute wollen halt wissen was geht - da ist uns Stoner Rock dann schon lieber als Hamburger Schule!

Oliver: Wie sieht's mit 'ner Tour zum aktuellen Album aus?

Fredrik: Das Problem ist, daß wir es uns schon mit fast allen Clubs in Deutschland verscherzt haben. Dem einen sind wir zu laut, dem anderen zu wild und den meisten einfach zu ungewaschen - ich verstehe das eigentlich nicht, aber alle scheinen irgendwie Angst vor uns zu haben, das ist wohl auch der Grund, warum wir inzwischen erste Klagen am Hals haben - und alles nur weil wir unseren Fans halt auch was bieten wollen für Ihr Geld! Man muß wohl erst in Stadien spielen, um auch mal auf die Kacke hauen zu dürfen! Aber zum Glück gibt es ja immer noch ein paar richtige Rockläden - und die werden spätestens im September im großen Stil unsicher gemacht!

Oliver: Jede Band hat ja was das Songwriting angeht ihren eigenen Stil. Wie muß ich mir die Entstehung eines typischen SISSIES Songs vorstellen?

Fredrik: Das geht bei uns eigentlich meistens recht unkompliziert von Statten: Alle spielen Ihre geilsten Riffs durcheinander, bis eins gewonnen hat, bzw. die
anderen aufgeben - meistens gewinnt Freden! Im Endeffekt sind wir aber alle maßgeblich am Songwriting beteiligt.

Oliver: Wie gehst Du mit Kritik um? Wann ist für Dich der Bogen kritikmäßig überspannt?


Fredrik: Was nervt ist, daß viele Leute uns vorwerfen, unsere Musik sei nur recyceltes Material von Bands wie KYUSS oder FU MANCHU, dabei ist das meiner Meinung nach größtenteils viel mehr das Ergebnis gemeinsamer Vorfahren wie z.B. SAINT VITUS oder BLACK SABBATH als der direkte Einfluß. Wir haben sowieso auch gar nicht den konkreten Anspruch besonders innovativ zu sein, denn was wir hauptsächlich machen wollen ist geile Musik für dicke Eier - und die gibt es momentan einfach von zu wenig Bands...

Oliver: Darf man fragen wie alt Ihr seit? Allzuviele Lenze scheint Ihr ja noch nicht auf dem Rücken zu haben ... wenn man nach den Bookletpics gehen darf!?

Fredrik: (Lungenvolumen x Spermiendichte) + log (Haarlänge x Frequenzumfang) / (Schwanzbreite!cot spez.Hirnzellenschwundbeschleunigungsfaktor) = 4 Jahre!

Oliver: Das Interview, das Du gerade beantwortest ist ja für ein Online-Metal-Mag. Welchen Stellenwert nehmen für Dich persönlich Online-Mags verglichen zu "herkömmlichen" gedruckten Magazinen ein?

Fredrik: Ich finde es praktisch auch nach alten Stories oder speziell nach einer Band zu suchen und meistens auch gleich auf die entsprechenden Homepages verwiesen zu werden - aber zum gedruckten Blatt ist das auf dem Klo keine wirkliche Alternative! Ich glaube daran würde auch ein Laptop so schnell nichts ändern...

Oliver: Hättest Du die Möglichkeit einen Tag lang eine andere Person zu sein,
in welche Rolle würdest Du gerne schlüpfen und warum?

Fredrik: John Malkovich

Oliver: Wir waren ja schon vorher bei dem Thema "Online". Wie stehst Du zu
MP3-Files, Napster und dem Internet im Allgemeinen?

Fredrik: Als Independent Band kann man wohl nur davon profitieren, da man auf einfache Weise Verbreitung findet und schnell Kontakte knüpfen kann. Man kommt aber auch schnell vom hundertsten ins tausendste und weiß am Ende gar nicht mehr, was man eigentlich wollte, deshalb versuch ich mich inzwischen eigentlich auf Korrespondenz und gezielte Suche zu beschränken.

Oliver: Welche 3 Dinge würdest Du nicht mit auf eine einsame Insel nehmen?

Fredrik: Die drei höchsten Saiten.

Oliver: Gut, dann machen wir mal hier Schicht im Schacht. Danke für die Antworten. Du hast das letzte Wort ... come on!

Fredrik: Schöne Grüße nach Ibbenbühren! Wir sehen uns bei Barbara Salesch...






Redakteur:
Oliver Kast

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