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STAHLMANN: Interview mit Mart

10.03.2017 | 21:59

Das abwechslungsreichste Album verspricht STAHLMANN-Sänger Mart mit dem kommenden Silberling "Bastard". Was noch hinter dem Titeltrack und dem neuen Album steckt, verriet er uns im Interview.

Hallo Mart, in diesem Jahr habt ihr mit STAHLMANN ja das volle Programm: Ihr veröffentlicht ein neues Album, seid auf Tour, spielt auf dem WACKEN OPEN AIR und dem AMPHI FESTIVAL... Worauf freust du dich da eigentlich am meisten?

Es hat alles seinen Reiz. Natürlich hast du auf den eigenen Tour-Konzerten deine Leute und der Rahmen ist wesentlich freier und entspannter. Doch freust du dich auch auf Festivals einfach darauf, befreundete Bands zu treffen und die Stimmung vor Ort ist ganz besonders. Gerade Veranstaltungen wie das WACKEN OPEN AIR und das AMPHI gehören deshalb auch zu meinen Jahres-Highlights.

Am vergangenen Wochenende seid ihr auf "Bastard"-Tour mit Halt in Osnabrück und Frankfurt gestartet. Wie lief es bisher?

Ich bin erst einmal zufrieden: Die Shows sind cool, die Leute sind gut drauf... Wirklich sagen kann ich das aber auch erst, wenn die Tour vorbei ist.

Mal eine Frage komplett ins Blaue: Wo soll es mit dem neuen Album "Bastard", das am 28. April erscheint, hingehen?

Es wird auf jeden Fall ein sehr eigenständiges Album werden; das abwechslungsreichste Album, das wir bisher gemacht haben. "Bastard" wird ganz anders als die bisherigen Platten klingen, aber dennoch den typischen STAHLMANN-Charakter haben. Ich bin total gespannt, auf was die Geschichte rausläuft - ich kann es gar nicht erwarten, wie es draußen ankommt. Natürlich ist das jedes Mal spannend, aber dieses Mal besonders, weil ich einiges anders gemacht habe. Die Band ist auch wesentlich reifer geworden. Ich glaube, das hört man auch.

Du hast das Stichwort gerade genannt: der typische STAHLMANN-Charakter. Was macht STAHLMANN für dich typisch? Was hebt euch von anderen NDH-Bands ab?

Wir legen großen Wert darauf, einen gewissen Feier-Charakter zu haben und auch einen gewissen Spaß-Faktor musikalisch zu transportieren. Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass wir uns in Sachen Religion und Politik einfach auch ein bisschen abgrenzen. Du kannst dir vorstellen, dass man darauf besonders achten muss, wenn eine Band STAHLMANN heißt. Ebenfalls ein großer Aspekt, wenn ich eine Platte schreibe: Mir müssen meine Songs gefallen. Darauf kommt es für mich an. Ich glaube auch nicht, dass wir nur NDH-Charakter haben. Wir sind nicht nur eine NDH-Band, wir machen mehr "Deutsche harte Rockmusik". Ich denke, dass dies auch auf dem neuen Album ein wenig mehr zum Tragen kommt.

Dabei versuchen ja viele Bands, besonders nach einem bestimmten Genre oder einer Szene zu klingen, um im Gespräch zu bleiben...

Das kann ich gut nachvollziehen, gerade wenn diese Bands in einer bestimmten Richtung fest verankert sind. Wir bewegen uns zwischen den Welten und das haben wir auch schon immer getan. Ich schreibe keine Songs und denke dann darüber nach, ob er nicht vielleicht nicht noch ein bisschen mehr nach diesem oder jenem Genre klingen muss. Ein guter Song ist ein guter Song, egal ob Metal, Schwarze Szene oder Pop.

Wie kann man sich die Arbeitsaufteilung bei STAHLMANN vorstellen? Laufen die Songs da komplett über deinen Schreibtisch?

Ich schreibe schon die meisten Songs, arbeite aber auch mit anderen Musikern und Songwritern wie Matthias Barwig (DOWN BELOW) zusammen. Letzten Endes entsteht der Großteil der Sachen von STAHLMANN aber bei mir und die Jungs kommen im späteren Laufe des Prozesses dazu. Eine Ausnahme war da beispielsweise 'Plasma', das auf unserem letzten Album "CO2" erschienen ist. Das habe ich mit Frank, unserem Gitarristen, geschrieben.

Ihr seid allesamt neben STAHLMANN auch mit anderen Projekten unterwegs: Ablaz mit NACHTBLUT, Frank mit SCHATTENMANN, du mit SÜNDENKLANG... Beeinflussen eure anderen Bands den Sound von STAHLMANN?

In SÜNDENKLANG sind die Jungs ja auch involviert. Der Unterschied zu STAHLMANN ist, dass wir uns mit SÜNDENKLANG auch die Freiheit nehmen, andere Musiker mit einzubeziehen. Auf einer Tour hat unser Max von STAHLMANN getrommelt, auf der anderen Chris von L'ÂME IMMORTELLE. SÜNDENKLANG ist einfach ein Spaß-Projekt, bei dem wir uns keine Grenzen setzen und machen, was wir wollen. Aber selbst hier laufen die Sachen über meinen Schreibtisch.

Du sagtest, dass STAHLMANN eine Band ist, die sich gegen religiöse und politische Themen abgrenzt. Aber geht es in 'Bastard' nicht genau um einen Gott der Vergeltung?

Ja, das Wort kommt im Text vor, aber ich würde es eher mit Karma ersetzen. Egal, an welchen Gott du glaubst oder ob du so wie ich mit deiner eigenen Philosophie durch das Leben gehst - ich glaube daran, dass am Ende abgerechnet wird und alles zu dir zurückkommt. Das ist der Gedanke hinter 'Bastard'. Was immer du tust; egal, an welchen Gott du glaubst, am Ende kommt die Rechnung.

Die zweite Single, die ihr vor dem eigentlichen Release veröffentlicht habt, ist eine Ballade: 'Nichts spricht wahre Liebe frei'. Für eine Vorab-Single ist eine Ballade schon etwas ungewöhnlich.

Ja, das ist durchaus ungewöhnlich. Aber genau das wollten wir auch: das tun, was keiner von uns erwartet. Wir haben 'Nichts spricht wahre Liebe frei' bewusst gewählt, weil wir eben zeigen wollten, dass wir nicht der typische NDH-RAMMSTEIN-Abklatsch sind, sondern dass wir einen unabhängigen, typischen Charakter haben. Das merkt man ja auch, wenn man sich mit unseren Alben näher beschäftigt. Da gibt es durchaus Songs, die herausstechen. Und das wollten wir mit dieser Single eben noch stärker zeigen. Natürlich hat jeder den Power-Song, den 'Bastard'-Song erwartet. Jeder wollte es so, deshalb habe ich es genauso nicht gemacht.

Nachdem ihr 'Plasma' 2015 in brütender Hitze gedreht habt, ging es für 'Nichts spricht wahre Liebe frei' nach Schweden. Wie war der Dreh dort?

Das war total angenehm. Wir haben dort mit Patric Ullaeus, der auch die Videos für IN FLAMES dreht, gearbeitet - ein toller Typ. Wir haben vorher ein Skript geschrieben und es ihm auch geschickt. Dann haben wir ihn kennengelernt und nach einer Stunde Dreh alles wieder verworfen. Wir wollten die Weite der Location nutzen, wo wir gedreht haben, um die Leere zu spiegeln, um die es geht. Alles auf einer sehr persönlichen Ebene - und das hat er sehr gut hinbekommen. Ich bin mit dem Clip total glücklich.

Um den Bogen zur Tour zu schlagen: Ihr habt euch JOHNNY DEATHSHADOW als Support-Band mitgenommen, die euch auf den bisherigen Shows begleitet hat. Wie seid ihr auf die Jungs gestoßen?

Wir haben die Jungs auf ein paar Festivals getroffen und total Spaß gehabt. Das sind einfach nette, coole Typen. Irgendwann kam die Anfrage vom Management, ob wir JOHNNY DEATHSHADOW mitnehmen wollen. Da ist die Entscheidung schnell gefallen. Für mich ist das Wichtigste auf Tour, dass es untereinander passt und man sich gut versteht und ich denke, das wird mit den Jungs auch so bleiben.

Möchtest du zum Schluss noch etwas loswerden?

Ich möchte einfach nur vielen Dank an die Leute sagen, die uns unterstützen. Vor allem an die Leute, die im Hintergrund für uns arbeiten, zum Beispiel für unsere Street-Teams, die ja ehrenamtlich arbeiten.

STAHLMANN ist derzeit noch auf "Bastard"-Tour unterwegs. Halt machen die Silberlinge in folgenden Städten:

11.03. München, Backstage
24.03. Berlin, Nuke
25.03. Magdeburg, Factory
30.03. Nürnberg, Hirsch
31.03. CH-Zofingen, Oxil
01.04. Mannheim, MS Conn. Complex
28.04. Losheim, Hexentanz
29.04. Forst, Manitu
05.05. Bremen, Tivoli
12.05. Hannover, Musikzentrum
13.05. Hamburg, Logo
19.05. Wilhelmshaven, Pumpwerk
20.05. Bochum, Matrix

11.03. München, Backstage

24.03. Berlin, Nuke

25.03. Magdeburg, Factory

30.03. Nürnberg, Hirsch

31.03. CH-Zofingen, Oxil

01.04. Mannheim, MS Conn. Complex

28.04. Losheim, Hexentanz

29.04. Forst, Manitu

05.05. Bremen, Tivoli

12.05. Hannover, Musikzentrum

13.05. Hamburg, Logo

19.05. Wilhelmshaven, Pumpwerk

20.05. Bochum, Matrix

Redakteur:
Leoni Dowidat

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