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TESSERACT: Interview mit Gitarrist James Monteith

28.05.2018 | 14:35

"Sonder", das neue Album der Groove-Könige TESSERACT, ist ein guter Anlass, um mit Gitarrist James Monteith zu sprechen und einen Einblick in das Konzept, das Songwriting und die Bandchemie zu erhalten. Los geht's!

Doch bevor es um die Gegenwart und Zukunft geht, sprechen wir erstmal über die Vergangenheit und was seit "Polaris" (2015) passiert ist: "Wir sind auf einer Headliner-Tour auf der ganzen Welt aufgetreten und haben mit fantastischen Bands wie GOJIRA, MESHUGGAH, MEGADETH und dem DEVIN TOWNSEND PROJECT zusammen gespielt", erzählt James mit musikalischem Stolz, "das war sehr hilfreich, um mehr Leute zu erreichen, aber es war ebenfalls eine gute Lernerfahrung, diesen Bands fast jeden Abend beim Spielen zuzusehen." Polaris sei deshalb auch nach fast zweieinhalb Jahren nach Veröffentlichung ein Album, "das die Band zu der Zeit sehr gut repräsentiert."

Gut, aber vor allem fällt im direkten Vergleich mit dem neuen Opus "Sonder" auf, dass der neue Rundling fast irrwitzig heavy und fett geworden ist. Wie lief das Songwriting ab? ""Sonder" ist das bisher gemeinschaftlichste Album, viele Ideen wurden per Mail unter den Bandmitgliedern entwickelt – da wir weit auseinander wohnen, ist die gesamte Arbeit online erfolgt", erklärt der Gitarrist zu meinem Erstaunen. Aber gut, heute ist alles möglich und wenn dabei so ein starkes Album wie "Sonder" rauskommt, umso besser! "Die Lieder werden dann von Acle (Kahney, Gitarrist/Songwriter; JE) in seinem Studio zusammengeführt", führt er weiter aus, "anschließend nimmt Dan (Tompkins, Gesang; JE) die endgültigen Vocals in seinem Studio auf, mailt sie wiederum an Acle zurück, der sie letztlich in den Mix einfügt." Das ist ebenso interessant, wie, dass "Sonder" wie vermutet ein Konzeptalbum ist, "das auf der Bedeutung des Wortes selbst aufbaut." Kurz gesagt geht es um die Erkenntnis, dass jedes Leben, das um einen herum geschieht, so lebendig und komplex ist, wie sein eigenes, mit all seinen Freunden, Routinen, Freuden und Sorgen, an dem man jedoch selbst nur für den Moment eines Wimpernschlags teilhat.

Für 'King', einer der intensivsten TESSERACT-Songs überhaupt, hat James folgende Interpretation: "Es geht um die Überwindung von Herausforderungen und der Wertschätzung des tollsten Privilegs, das des Lebens selbst. Das Video (s.o.) zeigt vier Leute, die in keiner Beziehung zueinander stehen, die jedoch eint, dass sie unterschiedlichste Herausforderungen überwinden." Auch die Produktion von "Sonder" schien eine Herausforderung gewesen zu sein, wie James erläutert, denn das Album "musste mit den Tourplänen der Band einhergehen, sprich, bis April auf dem Markt sein, es gab also durchaus Druck, es in einem gewissen Zeitfenster zu schaffen!"

Okay, nun aber zu einem unangenehmeren Thema, denn wer TESSERACT verfolgt, weiß um das Sängerkarussell. Aber: "Die Bandchemie war nie besser!", betont James. "Wir arbeiten sehr gut als Einheit zusammen und genießen es, gemeinsam zu spielen und zu schreiben. Dan konzentriert sich sehr auf seine Vocals und wir sind gespannt zu entdecken, wo unsere nächste musikalische Reise hingeht." Ich hoffe doch nicht allzu weit weg.

Eine Frage unter Musikern kann ich mir nicht verkneifen: "Mein Lieblings-TESSERACT-Groove? Das ist schwer", schmunzelt James. "Vielleicht ist es 'Retrospect' auf "Altered State", der Hauptgroove macht viel Spaß zu spielen!"

Und was bringt die Zukunft? "Wir haben gerade unsere Welttour angefangen, das wird uns in absehbarer Zukunft beschäftigen. Wir spielen auch auf einigen Sommer-Festivals mit anschließender Europa-Tour, also kommt vorbei!" Ich werde auf jeden Fall da sein!

Redakteur:
Jakob Ehmke

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