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THE UNITY: Interview mit Stef und Michael

17.03.2020 | 21:59

Make it or break it - gemeinhin ist das dritte Album für eine Band recht wegweisend. THE UNITY setzt jedoch mit dem neusten Appetithappen dem eh schon tollen Vorgänger "Rise" noch einen drauf und präsentiert das erste lichterloh brennende Highlight des Jahres 2020 in Sachen Power Metal. Drummer Michael und Gitarrist Stef standen uns Rede und Antwort und gaben dabei nicht nur Auskünfte über das neue Werk.

Grüßt euch, besten Dank für die Möglichkeit, euch zu "Pride" und THE UNITY im Generellen ein paar Fragen zu stellen. First of all, wie geht es euch? Alles gut im Bandcamp?

Stef: Ja, danke, alles gut bei uns. Wir sind gerade erst zurück von der wirklich wunderbaren Tour mit RHAPSODY OF FIRE - mit in nicht mal zehn Tagen Shows in Deutschland, Holland, Belgien, Dänemark und Polen. Und bald touren wir ja schon wieder mit FREEDOM CALL weiter. [Diese Tour wurde natürlich inzwischen abgesagt. - Anm. d. Red.] Genauso lieben wir das!

Ihr wart in den letzten Jahren generell enorm häufig on the road. Welche Erfahrung konntet ihr aus den Touren mit EDGUY, AXEL RUDI PELL und SINNER mitnehmen?

Stef: Wir hatten ein unglaubliches Glück, ja quasi als Newcomer gleich mit unserem selbstbetitelten Debütalbum und auch dem Nachfolger "Rise" mit solchen Größen und Vorbildern auf entsprechend großen Bühnen spielen zu dürfen.

Michael: Und das hat nicht nur musikalisch immer wunderbar gepasst, sondern war auch eine Art perfekter Crashkurs in Sachen Tourleben und Bühnenpräsenz. Und besonders mit den Jungs von EDGUY sind dabei ja auch einige echte Freundschaften entstanden.

Euer neues Album heißt "Pride", ein recht stolzer Titel. Was assoziiert ihr mit dem Titel bzw. welche Verbindung hat Stolz mit den neuen Songs oder THE UNITY anno 2020 im Allgemeinen?

Stef: Wir sind zum einen echt stolz auf das von uns in so kurzer Zeit bisher Erreichte - schließlich gibt es THE UNITY ja erst seit Ende 2016. Zum anderen sind wir stolz auf die Entwicklung, die wir als Band in diesen knapp vier Jahren gemacht haben, nicht nur musikalisch, das tut ja jede Band, sondern besonders persönlich und menschlich.

Michael: Wir sind noch viel mehr zu einer echten Einheit gewachsen. Und natürlich sind wir auch stolz auf die Songs des neuen Albums.

Wie lange habt ihr an der neuen Platte gearbeitet und gab es schon zu "Rise"-Zeiten Songs, die ihr für das neue Album nun verwendet habt?

Michael: Nein, altes Material gab es nicht. Das ist auch recht schnell erklärt. Es hat ja immer Gründe gegeben, wieso es der eine oder andere Titel am Ende nicht auf das finale Album geschafft hat. Und die Gründe bleiben ja bestehen. Außerdem haben wir bei fünf Songwritern in der Band sowieso immer eher die Qual der Wahl, welche Komposition denn den Weg auf die Scheibe macht und welche nicht. Da heißt es oft genug "Kill Your Darlings".

Stef: Was den reinen Aufnahmeprozess betraf, hatten wir bei "Pride" wie schon beim Vorgängeralbum auch dieses Mal wieder ordentlich Druck in der Bude. Eigentlich war das mal anders geplant, aber wie du selbst erwähnt hast, waren wir viel auf Tour und da unsere Supporttour mit FREEDOM CALL schon früh feststand, war das Zeitfenster fürs Recording und Mixing ich sage mal "sportlich". Aber wie gesagt, wir sind es ja inzwischen gewohnt, fokussiert zu arbeiten.

Nun liegen ja nicht sonderlich viele Monate zwischen "Rise" und "Pride". Welche musikalischen Unterschiede gibt es zwischen beiden Alben deiner Meinung nach?

Stef: Ich denke, wir sind zum einen zwar unserem musikalischen Stil treu geblieben, zum anderen gehört aber die unbedingte Vielfalt zum bewussten Konzept der Band-Unity und so haben wir auch diesmal die Genre-Ränder und -grenzen vom Melodic Power Metal nochmal ein gutes Stück erweitert.

Ausgekoppelt werden bzw. wurden 'We Don't Need Them Here' und 'Line And Sinker'. Wie stehen diese beiden Songs repräsentativ für das komplette Album?

Stef: 'We Don't Need Them Here' ist eine klassische In-Your-Face-Nummer, schnörkellos, kompromisslos und trotzdem melodiös, die wir schon live ausprobiert haben und die sehr, sehr gut bei den Leuten ankommt und thematisch den immer bedrohlicher anwachsenden Radikalismus, gegen Populismus und Intoleranz und die damit einhergehende Verrohung in unserer Gesellschaft angreift - der Refrain steht dagegen als ein Loblied auf die Freiheit, die wir alle mit Leib und Seele beschützen und verteidigen sollten. 'Line And Sinker' ist ein grooviger Vierviertelsong mit exzessiver Wahwah-Gitarre, einem sich sofort in die Gehörgänge bohrenden Chorus und textlich eher zwischenmenschlicher Thematik: Dass man mit einem hübschen Äußeren zwar kurzzeitig alle Blicke auf sich ziehen kann, aber langfristig doch tatsächlich die inneren Werte das Spiel um Glück im Leben entscheiden werden.

Repräsentativ fürs neue Album sind beide Nummern sicher in ihrer Unterschiedlichkeit. Denn so geht es auf der gesamten "Pride"-Scheibe weiter. Vom Doublebass-Opener 'Hands Of Time' über das Radioschmeichelnde 'Destination Unknown', den verrückten Metal-Shuffle 'Rusty Cadillac' mit Bläsersätzen und bluesigen Bottleneck-Gitarren, bis zur alles abschließenden Mitsingnummer 'You Don't Walk Alone', die man sich auch gut in jedem Fußballstadion vorstellen könnte.

Ein Song, auf den ihr sicherlich häufiger angesprochen werdet, ist eben 'Rusty Cadillac'. Was hat es mit diesem - sorry - richtig geilen Track auf sich? Mit welcher Intention seid ihr daran getreten?

Michael: Wie vorher erklärt, wir wollen immer wieder aufs Neue unsere eigenen musikalischen Grenzen erweitern, gern die Leute auch etwas überraschen, aber dabei trotzdem als THE UNITY erkennbar bleiben. Ich denke, das ist uns beim, sicher textlich nicht ganz so ernst gemeinten, aber rein instrumentell echt verdammt anspruchsvollen Shuffle 'Rusty Cadillac' auch ganz gut gelungen.

Steckt eigentlich ein spezielles Thema hinter einzelnen Songs oder der gesamten Platte?

Stef: Die Idee eines Konzeptalbums hatten wir tatsächlich kurz angedacht, aber am Ende hat sich dann doch auch textlich die thematische Vielfalt durchgesetzt. Es gibt ja auch jede Menge Aufregerthemen. Wir leben ja auch alle in dieser einen, immer komplizierter werdenden Welt und so finden sich auf "Pride" auch die Themen weltweiter Umweltzerstörung und dass wir dringend handeln müssen, wie auch die gefährlich wachsende Intoleranz und der politische wie gesellschaftliche Radikalismus wieder, aber auch kleinere, persönlichere, zwischenmenschliche Inhalte haben auf "Pride" ihren Platz.

Was können Fans von der kommenden Tour mit FREEDOM CALL erwarten? Welche neuen Songs werdet ihr definitiv zum Besten geben?

Stef: Die Setlist wird sicher eine bunte Mischung aus altem und neuem Material abdecken. Von THE UNITY-Klassikern wie 'No More Lies' und 'Never Forget' bis zu den beiden aktuellen Single- und Videoauskopplungen 'We Don't Need Them Here' und 'Line And Sinker' wird alles dabei sein.

Michael: Vielleicht wagen wir uns ja sogar live an den 'Rusty Cadillac'. Lasst euch überraschen!

Michael, du trommelst nebenbei bekanntlich auch bei GAMMA RAY und PRIMAL FEAR. Wie wird es mit GAMMA RAY weitergehen und ist der Drum-Job bei PRIMAL FEAR auf Dauer? Also wird man dich auch auf der kommenden Tour im September erleben?

Michael: Leider kann ich dir im Bezug auf GAMMA RAY keine Neuigkeiten verkünden. Wir müssen warten bis Kai mit seinen HELLOWEEN-Aktivitäten durch ist. Wann das sein wird? Keine Ahnung. Bei PRIMAL FEAR bin ich fest eingestiegen und bin sehr, sehr glücklich darüber und dankbar dafür. Selbstverständlich werde ich bei allen künftigen Shows dabei sein und freue mich schon darauf.

Vor einigen Jahren habe ich dich, glaube ich, in Bochum bei der HELLOWEEN-Reunion gesehen. Äußere mal deine Gedanken, als du das erste Mal von der Zusammenkunft gehört hast. Freust du dich auf die kommende Scheibe?

Michael: Tja, da sprichst du was an, was ich nicht so leicht beantworten kann. Natürlich freue ich mich für Kai, die Jungs von HELLOWEEN und alle Fans über diese Reunion. Allerdings hat diese Reunion ja für GAMMA RAY weitreichende Konsequenzen mit sich gezogen, schließlich haben wir, abgesehen von einer Handvoll Festivalshows im letzten Jahr, seit 2015 nichts mehr gemacht. Das heißt, dass wir verbleibenden GAMMA RAY-Mitglieder gar nichts machen können, außer uns nach anderen Bands umzusehen, damit wir nicht auf der Strecke bleiben. Aber natürlich bin ich sehr gespannt auf das HELLOWEEN-Album und war auch sehr beeindruckt von deren Liveshow in Bochum.

Eine Frage habe ich noch zu deiner musikalischen Vergangenheit. Du warst ja auch bei METALIUM aktiv. Warum hat sich damals die Band eigentlich aufgelöst und besteht irgendeine Möglichkeit zur Reunion?

Michael: Es ist manchmal so im Leben, dass irgendwie die Luft raus ist. So würde ich es im Fall von METALIUM auch beschreiben. Es gab kein böses Blut oder ähnliches, es war einfach an der Zeit, sich anderen Dingen zu widmen. Es gibt aber tatsächlich von Zeit zu Zeit Anfragen bzgl. einer Reunion. Das freut uns natürlich irgendwie, aber geplant ist das nicht.

Damit wäre ich mit meinen Fragen auch soweit durch und möchte mich noch einmal vielmals bedanken. Was möchtet ihr abschließend noch loswerden?

Michael: Wir möchten uns für den Support bei unseren Fans bedanken, die uns einen super Start in das THE UNITY-Abenteuer ermöglicht haben.

Stef: Dem kann ich mich nur anschließen! Wir sehen uns auf Tour!

Redakteur:
Marcel Rapp

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