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TRIBULATION: Interview mit Jonathan Hultén

10.01.2018 | 22:44

Im neuen Jahr geht es mit TRIBULATION in den Untergrund: "Down Below" heißt das neue Album der schwedischen Melo-Death-Metal-Band, das am 26. Januar 2018 erscheint. POWERMETAL.DE sprach bereits vorab mit Gitarrist Jonathan Hultén über den Werdegang TRIBULATIONs und das neue Album.

"Ich bin froh, dass wir das alles so geschafft haben, wie wir uns das auch vorgenommen haben", eröffnet Jonathan das Interview. Wahnsinnig gut fühle es sich an nach dem ausdauernden Prozess nun auf der anderen Seite des Ufers zu stehen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Schaffenspause nach "The Children Of The Night" nicht sonderlich lange andauerte. Bereits kurz nach dem Release ging TRIBULATION mit seinem neuen Silberling ausgiebig auf Tour. Demnach muss es danach direkt wieder ins Studio gegangen sein. War da überhaupt Zeit, sich richtig zu erholen? "Nicht wirklich", gesteht Jonathan. "Die letzte Show mit dem aktuellen Album haben wir im November [2016] gespielt. Natürlich hatten wir dann ein paar freie Monate, doch in dieser Zeit haben wir bereits am neuen Material gearbeitet. Den Winter haben wir dabei etwas ruhiger angelassen, doch als das neue Jahr und dann der Frühling kam, war uns klar: Jetzt müssen wir mit den Aufnahmen anfangen und "Down Below" endlich in die Tat umsetzen." Das lag auch an den strengen Abgabeterminen und der Deadline im Herbst, die TRIBULATION für den Langspieler hatte. "Dadurch hatten wir ein Ziel und die Zeit, gegen die wir quasi arbeiten mussten. Das hat viele Dinge wesentlich beschleunigt und wir waren dadurch in unserer Arbeit sehr effektiv." Frischen Schwung in die Band gebracht hatte damals auch der neue Drummer von TRIBULATION, Oscar Leander (ex-DEATHSTARS).

Auch mit dem neuen Album betrete die Band jedoch "neuen Boden". Das verspricht zumindest die Pressemeldung, die TRIBULATION zur Veröffentlichung der EP "Lady Death"(erschienen am 22. Dezember 2017) verbreitete. Darauf angesprochen, führt Jonathan gerne aus: "Nun gut, ich finde, dass zwischen unseren Alben jeweils ein großer musikalischer Schritt stattfindet. Unser erstes Album war sehr Death-Metal-lastig, während die zweite Platte ziemlich progressive Anleihen hat. Das letzte Album "The Children Of The Night" hingegen kommt mehr aus dem Heavy Metal und dem Gothic Rock." "Down Below" vereine sie nun schließlich alle. "Dieses Album hat die straighten Parts des ersten Albums, ist allerdings auch genauso experimentell wie das zweite Album und auch der klassische Rock seines Vorgängers scheint auf vielen Stellen durch." Doch trotz der vielen Impulse ginge "Down Below" auch seinen ganz eigenen Weg und in eine vollkommen andere Richtung, die TRIBULATION so noch nie gegangen sei. "Wir probieren wahnsinnig viele neue Dinge aus und ziehen auf dem Album damit einen Bogen", erklärt Jonathan. Er verweist auf den Opener 'The Lament', der in seinen Ohren wie eine Fortführung der musikalischen Machart von "The Children Of The Night" klingt. "Songs wie 'Here Be Dragons' oder 'The World' hätten dagegen auf dem letzten Album nie stattfinden können", so Jonathan weiter.

Das Songwriting des neuen Albums sei dabei sehr intuitiv gewesen. "Wir haben nichts geplant und wussten zu Beginn nicht wirklich, wo wir landen", schildert der Gitarrist, der auch für das Artwork von "Down Below" verantwortlich ist."Wir wollten eine Art Drama aufbauen. Zunächst wollen wir die Leute mit der Musik erst einmal fangen und dann tiefer in den Untergrund vordringen." Ist dies einer der Gründe, warum 'The Lament' als erste Single derart visuell und bildlich im neuen Musikvideo aufgebaut wurde? "'The Lament' ist ein toller Einstieg und eine Einführung in "Down Below"", schildert Jonathan. Es habe viele verschiedene Elemente, die den Titel zu einem perfekten Opener machten. "Wenn du alle Songs nimmst und den mittleren Wert ermittelst, endest du bei diesem Tempo und dieser Art von Melodie", führt er aus. Auch das Video sei wesentlich weniger experimentell als vorausgegangene Clips von TRIBULATION. "Die Geschichte, die das Video erzählt, ist klar erkennbar und trotzdem tauchen auch wir als Band auf", so Jonathan. Beim nächsten Video zu "Down Below" wolle man wieder andere Wege gehen.

Damit den Fans die Wartezeit bis dahin nicht zu lange wurde, legte TRIBULATION bereits am 22. Dezember eine EP unter den Weihnachtsbaum. Diese trägt den Titel "Lady Death" - eine besondere Gestalt, wie Jonathan erzählt. "Sie ist der dunkle Aspekt der Göttin, der Madonna. "Lady Death" ist quasi eine düstere Göttin", erläutert er. Ihre persönliche Lady Death hat die Melodic-Death-Band in der schwedischen Sängerin Anna von Hausswolff gefunden. "Im April war ich bei einer ihrer Shows und es war einfach, als würde sich ein riesiges dunkles Loch auf der Bühne öffnen", schwärmt Jonathan. Einige Wochen nach der Show kontaktierte er die Sängerin und fragte sie, ob sie auf "Down Below" mitwirken wollte. "Ich fühle mich sehr geehrt, dass sie "Ja" gesagt hat. Es ist wie ein Traum, der wahr geworden ist", so Jonathan. Auf der B-Seite der EP singt sie 'Skärselden', auf dem Album kommen die atmosphärischen Chants auf 'Purgatorio' von ihr.

Mit einer anderen Power-Frau geht es für die Band in diesem Jahr ab dem 12. Januar auf Tour: TRIBULATION begleitet ARCH ENEMY auf Europa-Konzertreise. "Das wird ein toller Start mit dem neuen Album werden", freut sich Jonathan. Vor allem werde TRIBULATION in dieser Zeit endlich zu einer neuen Band werden. "Es ist die erste Tour mit Oscar, unserem neuen Drummer. Du kannst zwar Aufnahmen miteinander machen oder einzelne Gigs spielen, aber du weißt erst, wie gut du als Gruppe funktionierst, wenn du gemeinsam auf Tour warst. Dann lernst du die Leute erst wirklich kennen!"

Redakteur:
Leoni Dowidat

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