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VENGEANCE: Interview mit Leon Goewie und Barend Courbois

23.08.2006 | 11:57

Nach einer acht Jahre langen Pause begaben sich die Holländer von VENGEANCE im letzten Jahr wieder ins Studio. Dabei kam ein geiles Comeback-Album heraus, das jedem ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Die beiden "Rock-Opas" Leon Goewie und Barend Courbois gaben uns Antworten zu Höhepunkten ihrer Karriere, Weicheiern, Raubkopierern, Bock zu Rocken und natürlich der aktuellen Scheibe "Back In The Ring".


Daniel:
Guten Tag! Wie geht es euch heute so?

Vengeance:
Uns geht es ausgezeichnet! Wir haben ein tolles Album am Start und hatten tolle Auftritte. Nun sind wir bereit auf Tour zu gehen. Unser Leben ist einfach nur toll!

Daniel:
Bevor wir richtig mit dem Interview starten, wollte ich euch zu eurem fantastischen Album gratulieren. Zurück im Ring und sozusagen den ersten Kampf mit Glanz und Gloria gewonnen. Wodrauf habt ihr besonders geachtet, dass die Scheibe so gut wird?

Vengeance:
Ich denke, wir sind wieder wir selbst geworden und dazu hatten wir das Einverständnis unserer Produzenten und des Labels. Das hilft uns ungemein!

Daniel:
Acht Jahre Pause und jetzt das Comeback. Was habt ihr die letzte Zeit so getrieben?

Vengeance:
Aus musikalischer Sicht gar nichts mehr. Für eine Weile entfernte ich mich ein wenig vom Musikbusiness. Ich war in keiner guten Hoffnung für eine Rückkehr, aber es war die richtige Zeit um das zu tun.

Daniel:
Wann habt ihr euch für einen Neustart entschieden und warum?

Vengeance:
Barend Courbois, unser Bassist zu Zeiten von "Back From Flight 19" und gleichzeitig ein guter Freund von uns, war im Studio mit Michael Voss, als VENGEANCE wieder ins Gespräch gebracht wurde. Die beiden haben zusammen schon früher ein paar Projekte zusammen durchgezogen und zwischenzeitlich wurde auch VENGEANCE genannt. Michael kam in Berührung mit dem deutschen Label MTM, welche verlauten ließen, dass man sehr gerne an einem neuen Album Interesse hätte, falls ich (Leon Goewie - Anm. d. Red.) dabei wäre. Also rief mich Barend an.

Daniel:
Leider konntet ihr diese Zeit nicht ohne Verluste überstehen. Wieso hat der alte Bassist Jan Bijlsma seinen Hut genommen? Und jetzt komm mir bitte nicht mit "musikalischen Differenzen". ;-)

Vengeance:
Jan hatte genug vom Musikgeschäft. Er wechselte in die Gastronomie. Ich schätze, das ist der Lauf des Lebens. Glaub es oder nicht, manche Leute sind froh aus diesem Geschäft herauszukommen... manche schaffen es nie, auch wenn sie es wollen!

Daniel:
Mit eurem Party-Hard-Rock werdet ihr des öfteren mit Bands wie AC/DC, DEEP PURPLE oder ALICE COOPER verglichen. Schmeichelt euch das oder denkt ihr euch bei so was "Wir wollen kein AC/DC sein, wir wollen wir sein"?

Vengeance:
Ja, natürlich wollen wir wir selbst bleiben. Die Menschen müssen ständig vergleichen, keine Band ist einzigartig. Jeder junge Musiker beginnt damit, andere Künstler zu hören. Es ist unvermeidlich, dass Einflüsse durchscheinen. Aber es ist ein großes Kompliment mit solchen Größen verglichen zu werden!

Daniel:
Traurige Lyrics findet man zumindest auf "Back In The Ring" eher weniger. Wie schafft ihr es, durchgehend Texte mit einem positiven, lebensfrohen Hintergrund zu schreiben? Euch geht es doch höchstwahrscheinlich nicht immer nur gut. ;-)

Vengeance:
Das musst du entscheiden. Es gibt so viele schlechte Dinge auf der Welt, in jedem einzelnen Leben. Wieso das also auch noch auf dem Album bringen? Das sind die paar Stunden, in denen du das Leid vergessen kannst - so rock on and smile!

Daniel:
Trotzdem findet man eine Ballade auf dem neuesten Silberling. 'Evelyn' heißt diese. Worum geht's da im Detail? Und musste diese so schmalzig ausfallen? ;-)

Vengeance:
Ich wollte nicht schmalzig klingen! Ich schätze, es hat sich einfach so in diese Richtung entwickelt.

Daniel:
Mitte Juni habt ihr dem Bang Your Head-Festival in Balingen einen Besuch abgestattet und gabt eine tolle Performance. Sind solche Ereignisse immer noch etwas Besonderes für euch oder seid ihr schon so lange dabei, dass euch sowas kalt lässt?

Vengeance:
Ich denke, wenn du unseren Auftritt verfolgen konntest, hast du gesehen, dass wir weit weg vom "kalt sein" waren. Das war die Wiedergeburt der Band... ich liebe es! Das ist mein Leben! Das war so und wird immer so sein. Balingen war einer der Höhepunkte meiner Karriere.

Daniel:
Welche Bands hört ihr im Moment sonst noch gerne?

Vengeance:
Eigentlich nichts. Aber STATUS QUO läuft ständig in meiner Anlage!

Daniel:
Oft liest man, dass sich eine Band durch CD-Verkäufe nicht über Wasser halten kann, die Umsätze scheinen drastisch zurückgegangen zu sein. Das liegt wohl unter anderem auch an Raubkopierern. Wie denkt ihr über sie?

Vengeance:
Sie sind scheiße. Sie sind Diebe. Sie sollten verfolgt werden. Ich geh ja auch nicht zum Bäcker und klau dem sein Brot, nur weil er viel davon hat. Aber wir tun, was wir können. Zum Glück sind die meisten Rockfans mit Leib und Seele dabei, sodass sie sich von Bootlegs fern halten. Ich würde jede CD unterzeichnen, nur frag bei einer raubkopierten nicht!

Daniel:
Wann und wo darf man euch denn endlich wieder live zu sehen bekommen?

Vengeance:
Wir werden der Support für AXL RUDI PELL im September in Deutschland sein. Zudem spielen wir einige Shows in Holland.

Daniel:
Nervt euch der Tour-Stress? Was sind die positiven Seiten, wenn man dauernd nur wenige Meter Abstand voneinander hat, also kaum Privatsphäre?

Vengeance:
Nein, nicht wirklich. Das ist der Weg meines Lebens, genauso wie der eines Maurers, Tischlers oder Politikers. Man hat es sich so ausgesucht und du tust es so gut, wie es dein Talent hergibt. Ich habe schon viele Musiker mit der Zeit klagen hören. Aber es ist ein Teil des Lebens. Wenn du das nicht magst, niemand zwingt dich dazu. Such dir dann was anderes aus! Ich liebe es!

Daniel:
Vielen Dank für das Interview! POWERMETAL.de wünscht euch noch viel Erfolg bei dem, was ihr in eurer Zukunft noch so vorhabt. Und ich bin mir sicher, dass wir weitere grandiose Alben von euch erwarten können.

Vengeance:
Danke Daniel! Wenn du noch irgendwelche Fragen hast, lass es mich wissen.

Redakteur:
Daniel Schmidt

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