WOVENWAR: Interview mit Jordan Mancino

15.11.2016 | 10:08

"Das musikalische Vermächtnis der Band sollte Bestand haben." Die Entstehungsgeschichte von WOVENWAR ist so außergewöhnlich wie bizarr, kann an dieser Stelle aber sicherlich als bekannt vorausgesetzt werden. Mittlerweile haben die ex-AS I LAY DYING-Instrumentalisten zusammen mit OH, SLEEPER-Sänger Shane Blay ihr zweites Album veröffentlicht, und dabei mit einer deutlich härteren Gangart überrascht, als sie viele der Band zugetraut hätten. Erstmals für POWERMETAL.de beantwortet uns Kesselrührer Jordan Mancino einige Fragen zu "Honor Is Dead" und der Entstehung von WOVENWAR.

 

Die Veröffentlichung von "Honor Is Dead" stand kurz bevor, als wir Jordan unsere Fragen stellen konnten. "Zur Zeit ist gut was los bei WOVENWAR, wir versuchen momentan einfach nur durch- bzw. mitzuhalten", so der Schlagzeuger. "Neben der ganzen Promotion für das neue Album waren wir für einige Wochen mit SOILWORK und UNEARTH auf Tour. Die Shows waren toll, es hat einfach Spaß gemacht, die neuen Songs live zu spielen."


Obwohl WOVENWAR nun schon über zwei Jahre im Geschäft ist, mit Musikern, die getrost als Veteranen der Szene bezeichnet werden können, ist die Band doch im Prinzip gerade erst dabei, sich zu etablieren. Und ein wenig schwingt auch noch die Entstehungsgeschichte, und damit verwoben das Ende von AS I LAY DYING in den Köpfen vieler Fans mit. Wie ging es den vier Ex-AILDlern mit dem Übergang? "Nun, in erster Linie wollten wir einfach gemeinsam weitermachen, zusammen Musik schreiben und auftreten, so wie wir es zuvor getan haben. Aus zwei Gründen entschieden wir uns, nicht mit AS I LAY DYING weiterzumachen: Erstens hätte es sich nicht echt, nicht richtig angefühlt, AS I LAY DYING mit einem neuen Sänger weiterzuführen. Das musikalische Vermächtnis der Band sollte für uns und für die Fans Bestand haben, für all die Leute, die uns über all die Jahre begleitet haben. Zweitens sollte die neue Band nicht einfach ein AS I LAY DYING-Abklatsch sein. Wir wollten uns musikalisch in neue Richtungen entwickeln, unseren Sound erweitern, und das ging quasi Hand in Hand mit dem neuen Bandnamen."

Dass dies den fünf Herren gelungen ist, steht außer Frage. Mit Shane Blay wurde auch ein Sänger gewählt, der in eine völlig andere Kerbe schlägt als Tim Lambesis. "Ja, er war ein Glückstreffer für uns! Wir sind Freunde, wir kennen uns, seit wir begonnen haben zu zu touren; er ist schlicht und einfach ein sehr talentierter Musiker und Sänger." Kurz nach dem Release des selbstbetitelten Debüts war WOVENWAR bereits auf deutschen Bühnen zu sehen (im Vorprogramm von IN FLAMES - TK). Die Erwartungen der Fans waren gewiss hoch... "Ja, aber die Reaktionen auf unser erstes Album waren großartig, und noch erfreulicher für Album Nr.2!", konstatiert Jordan. "Wir freuen uns sehr darauf, die neue Scheibe zu präsentieren, da wir spüren, dass sie deutlich repräsentativer dafür ist, wie es uns geht und wer wir als Gruppe heute sind."

Dabei ist der höhere Härtegrad auf "Honor Is Dead" geradezu frappierend. Was ist seither mit der Band passiert? Jordan lacht: "Ja, ich gebe dir recht! Den größten Anteil an dieser Entwicklung haben sicherlich die Auftritte, die wir seither gemeinsam gespielt haben, durch die wir zusammengewachsen sind und uns noch mehr als Einheit fühlen. Das hatten wir vor dem Debüt ja noch nicht. Außerdem wollten wir einfach aggressiver klingen, auf andere Art und Weise als zuvor. Ich finde, das ist uns gelungen!" Dabei gab es auch im Produktionsprozess nennenswerte Unterschiede: "Honor Is Dead" ist eine Eigenproduktion; das war auf alle Fälle cool. Den größten Teil des Albums haben wir geschrieben, in dem wir uns per Dropbox die Demos zuschickten. Wir sind nicht in einem Raum zusammen gekommen und haben an dem Album geschrieben. Das hat gewissermaßen zu der Härte und der hörbaren angst auf "Honor Is Dead" beigetragen."

Äußere wie persönliche Umstände haben das Album auch inhaltlich geprägt, wobei Jordan hier auf Sänger Shane verweist, der für die Texte verantwortlich zeichnet. Auch zum Abschlusstrack '130', der sich mit der beispiellosen Terrornacht vom Herbst 2015 in Paris beschäftigt, fasst sich Jordan nur kurz, während er der Frage nach der Bedeutung von Religion für die fünf Musiker ausweicht - schade für uns, ist dieses Thema doch sicherlich interessant für die Anhänger von WOVENWAR, gerade angesichts der Tatsache, dass alle drei Bands, in denen die Herren aktiv waren bzw. sind (AS I LAY DYING, OH, SLEEPER und WOVENWAR) auf christlichen Metal-Listen zu finden sind. Jordan ist unabhängig von weltanschaulichen Fragen jedenfalls vor allem dankbar dafür, dass Musik weiterhin Hauptbestandteil seines Lebens ist: "Ich fühle mich sehr beschenkt und glücklich, für all die Erfahrungen, die ich machen konnte durch meine Tätigkeit als Musiker. Ich bin weiterhin Bestandteil dieser Szene, weil es meine Leidenschaft ist. So hat es begonnen, und so geht es weiter!"

Im Sommer nächsten Jahres soll es für WOVENWAR wieder nach Europa gehen. Geplant sind einige Festivalauftritte, und womöglich auch eine Clubtour. Wir sind gespannt!

 

Redakteur:
Timon Krause

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