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APOCALYPTICA - Köln

10.11.2010 | 19:56

28.10.2010, E-Werk

Drei apokalyptische Cellisten verzaubern das Publikum mit Klängen von zart bis hart.

Relativ pünktlich öffnet das E-Werk die Türen und gewährt uns Einlass. Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass es sehr voll werden wird. Diejenigen, die sich auskennen, sichern sich auf der Empore die besten Plätze. Von dort hat man, sofern man es in die erste Reihe geschafft hat, einen tollen Blick auf die Bühne und auch einen tollen Sound.

Es passen schätzungsweise 1000 Leute in das E-Werk, und ich bin mir nicht sicher, ob es noch Karten gegeben hat. Wie immer ist natürlich Geduld angesagt, und so stromere ich mal ein wenig herum, weil ich noch nie im E-Werk war. Nach der kleinen Besichtigungstour heißt es immer noch warten, und so schaue ich mir ein wenig das Publikum an. Es ist wie immer bei APOCALYPTICA bunt gemischt: junge und ältere Semester. Vom exotischen Outfit bis zum Businessanzug und dem "kleinen Schwarzen" ist alles vertreten.

Vor den Auftritt von APOCALYPTICA hat der Veranstalter noch den Support gesetzt. Während dieser Tour ist das die Band LIVINGSTON, deren Mitglieder aus verschiedenen Ländern kommen: Südafrika (Beukes Willemse, Gesang, Keyboard; Chris van Niekerk, Gitarre, Keyboard), England (Phil Magee, Bass), Italien (Paolo Serafin, Schlagzeug) und Deutschland (Jakob Nebel, Gitarre, Percussion).

So unterschiedlich wie ihre kulturellen Hintergründe ist auch ihre Musik. Der Bandname geht übrigens auf das Buch "Jonathan Livingston Seagull" ("Die Möwe Jonathan") zurück. Wer das Buch kennt, weiß, dass es darin darum geht, nicht wie jeder andere zu sein, sondern einen eigenen Weg im Leben zu finden, auch wenn der manchmal hart und schwierig ist, weil man sich nicht an die gültigen Regeln hält, sondern seinen eigenen Traum leben will.

Es ist eine nette Band, die mit "Sign Language" bisher ein Album herausgebracht hat. Die Musik ist durchweg melodisch und gefällt mir persönlich ganz gut. Es ist halt "normale" Rockmusik, die nicht so ganz zu APOCALYPTICA passen will. Aber LIVINGSTON bekommen trotzdem eine Menge Applaus, den sie auch verdient haben.

Endlich ist es dann so weit. APOCALYPTICA sind auf der Bühne, diesmal ohne die bekannten Stühle. Alles ist sehr puristisch gehalten. Aber die Band braucht auch keine Bühnenuntensilien oder riesige Lightshows, sie braucht nur ihre Celli. APOCALYPTICA live ist immer ein Erlebnis. Was die Jungs aus ihren Instrumenten herausholen, ist einfach nur genial und unglaublich.

Die meisten Songs kommen von ihrem neuesten Album "7th Symphony". Sie beginnen mit 'On The Rooftop With Quasimodo' und '2010' und lassen es sofort richtig krachen.

Natürlich gibt es auch ein bisschen METALLICA - 'Master Of Puppets' ist einfach ein Muss.

Einige der Songs, die auf dem Album mit verschiedenen Sängern aufgenommen wurden, werden in Köln übrigens von Tipe Johnson (LENINGRAD COWBOYS) intoniert. Nun ja, ist ganz okay, aber ganz ehrlich: Eigentlich bräuchten APOCALYPTICA keinen Sänger. Ich bin sicher nicht die Einzige, die auf Gesang verzichten kann. Die Faszination ist eindeutig das Cellospiel, das, was die Jungs mit ihren Celli anstellen, welche Töne sie ihnen entlocken, das Können und die Fingerfertigkeit. Eigentlich steht man nur staunend und bewundernd da. Und wenn sie umschalten vom Rockkracher zu einem Medley der sanften Töne ('Beautiful', 'Sacra' und 'Bittersweet'), dann herrscht andächtige Stille im Saal. Bis am Ende wieder tosender Applaus aufbrandet.

Mit 'Last Hope' geht es anschließend sofort wieder in die Vollen. Dieser Wechsel ist einfach atemberaubend. Es geht Schlag auf Schlag weiter mit 'Bring Them To Light', 'Seek And Destroy' und zum Schluss 'Inquisition Symphony'.

Selbstverständlich gibt es noch Zugaben: zuerst 'At The Gates Of Manala', dann 'I Don't Care' und zum Schluss natürlich das obligatorische 'Hall Of The Mountain King', das noch einmal so richtig fetzt. Dann ist leider wirklich Schluss. Schade, aber verständlich, wenn man sich vor Augen führt, was die Band an diesem Abned wieder geleistet hat.

APOCALYPTICA sind eine der genialsten Livebands und liebenswert dazu. Ihre Späße während der Show, sowohl auf Englisch als auch mit einigen lustigen Deutschkenntnissen in ihrem netten finnischen Akzent, sind einfach göttlich. Bleibt nur zu sagen: Jungs, kommt bald wieder und rockt die Hallen!

 

 

Redakteur:
Hannelore Hämmer

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