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ARCH ENEMY, WINTERSUN, TRIBULATION, JINJER - Hamburg

08.02.2018 | 18:33

29.01.2018, Große Freiheit

So muss ein Konzertjahr anfangen!

Konzert auf einem Montag? Beginn um 18.10 Uhr? Kein Problem! Die Große Freiheit in Hamburg ist an diesem Abend restlos ausverkauft und es hätten noch viel mehr Besucher sein können, wenn man die Ticketanfragen im Internet gesehen hat. Na ja, wer keine Karte bekommen hat, kann als Ausgleichsmöglichkeit ins 50 Meter entfernte Gruenspan gehen, da spielt zur gleichen Zeit CRADLE OF FILTH.

Nur für mich ist der frühe Konzertbeginn leider ein kleines Problem, da meine Anreise dann doch etwas weiter ist. Daher schaffe ich es leider nicht mehr ganz rechtzeitig zu JINJER. Ich kann nur noch die letzten beiden Songs hören. Das reicht leider nicht, um mir einen wirklichen Eindruck von der Band machen zu können. Gemessen an den Zuschauerreaktionen scheint es ein guter Auftritt gewesen zu sein.

Für mich geht es dann mit TRIBULATION richtig los. Mit ihrem neuen Album "Down Below" im Gepäck liefern die Jungs einen erstklassigen Auftritt ab. Trotz der düsteren Atmosphäre versprühen insbesondere die beiden Gitarristen große Spielfreude. Da wird gepost und die Gitarre durch die Halle gewirbelt, dass es eine Freude ist zuzuschauen. Diese Freude scheint aber leider nicht auf den Großteil des Publikums überzuspringen. Die Zuschauerreaktionen halten sich zumindest in Grenzen. Da hat JINJER anscheinend mehr Begeisterung ausgelöst. Mich überzeugt TRIBULATION mit Können, guten Songs und besagter Spielfreude. In der Hinsicht müssen die beiden nachfolgenden Bands ordentlich Gas geben.

Aber was soll ich sagen? Auch WINTERSUN sprüht vor Spielfreude. Mit einem breiten Grinsen betritt Mastermind Jari Mäenpää die Bühne und feuert das Publikum an. Spätestens beim dritten Song 'Winter Madness' vom Debütalbum "Wintersun" geht das Publium voll mit und Jari hat mit den Zuschauern leichtes Spiel. Kurz frage ich mich, ob Jari von der Tour schon gesundheitlich angeschlagen ist, denn einen Musiker auf der Bühne Tee trinken zu sehen hat man auch nicht all zu oft. Egal, stimmlich lässt er sich nichts anmerken und zieht die 60 Minuten voll durch. Auch die Instrumentalfraktion der Finnen überzeugt auf ganzer Linie und auch der Sound lässt fast keine Wünsche offen.

Bereits jetzt hat man für sein Geld ein gutes Konzert erlebt, der Headliner kommt aber ja erst noch.

Nach etwa 30 Minuten Umbaupause begebe ich mich dann wieder in den Fotograben für das vermeintliche Highlight des Abends. Und wie schafft man es als Band, dass das Publikum nach der Pause ab dem ersten Song voll dabei ist? Man lässt einfach als letzten Song vor dem Auftritt 'Ace Of Spades' von MOTÖRHEAD über die Anlage laufen. Das Publikum singt dort schon lautstark mit und somit ist die Stimme für die kommenden 90 Minuten aufgewärmt.

Nach kurzem Intro legt ARCH ENEMY dann endlich mit 'The World Is Yours' vom aktuellen Album "Will To Power" richtig los. Und Frontfrau Alissa beherrscht das Publikum von der ersten Sekunde an nach Belieben. Zum ersten Mal sehe ich die Dame aus kürzester Distanz und mag gar nicht glauben, dass diese zierlich aussehende Person so eine Stimmgewalt hat. Von ihrer Bühnenpräsenz ganz zu schweigen. Alissa rennt und springt über die Bühne, wirft sich in Posen und macht dabei nicht einmal kleinste Fehler beim Singen. Aber nicht nur sie ist gut drauf. Was Michael Amott und Jeff Loomis an den Gitarren veranstalten ist schon bald unmenschlich. Dieses Gitarrenduo ist so sensationell, dass man alles andere fast vergessen könnte. Bei ARCH ENEMY sitzt jeder Ton und auch das Timing ist perfekt. Man merkt der Band das ständige Touren an, so eingespielt wie die Bandmitglieder aufeinander sind. Und trotz der vielen Konzerte lassen sich die Musiker keinerlei Routine oder gar Langeweile anmerken. Man spürt die Freude, die sie alle auf der Bühne haben.

Die Band spielt sich durch alle Alben seit der "Wages Of Sin", dem ersten Album mit Angela Gossow, Alissas Vorgängerin am Mikro. Ohne Angela zu Nahe treten zu wollen, aber seit Alissa die Vocals bei ARCH ENEMY übernommen hat, hat sich die Band insbesondere live nochmal gewaltig gesteigert.
Die Highlights des Abends sind natürlich 'Ravenous', 'War Eternal', My Apocalypse' (hier springt nahezu die ganze Halle), 'We Will Rise' und das abschließende 'Nemesis'.

Setliste: The World Is Yours; Ravenous; The Race; War Eternal; My Apocalypse; You Will Know My Name; Bloodstained Cross; Dead Eyes See No Future; Eagle Flies Alone; As The Pages Burn, Intermezzo Liberté; Dead Bury Their Dead; We Will Rise; Avalanche; Snowbound; Nemesis/Fields

Damit geht um 23.00 Uhr ein kurzweiliger Abend zu Ende. Jede Band hat im Vergleich zur vorherigen Band nochmal eine Schippe draufgelegt und hat so bereits jetzt für ein Konzerthighlight des Jahres gesorgt.

Ein kurzes Lob noch an die Crew, die sehr professionell gearbeitet hat, so dass der Zeitplan auf die Minute eingehalten wurde.

Redakteur:
Mario Dahl

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