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AXXIS / PINK CREAM 69 / CRYSTAL BALL - KA-Durlach

04.04.2004 | 08:06

07.03.2004, Festhalle

Ein Melodic Rock/Metal-Package par excellence erwartet die Fans am heutigen Abend. Neben den beiden Headlinern AXXIS und PINK CREAM 69, die beide nahezu zeitgleich erst kürzlich ihre neuen Scheiben veröffentlichten, konnte das Package mit den Schweizern CRYSTAL BALL aufgewertet werden. Ob die Double-Headliner-Konzertreise erneut ein Erfolg wie bereits im Jahr 2000 wird, ist wahrscheinlich. Beste Voraussetzungen also für einen feinen Abend, zumal die Pinkies in Karlsruhe ein Heimspiel haben. Eine gut gefüllte Festhalle unterstreicht die Vorahnungen.

Pünktlich um 20 Uhr erklimmen CRYSTAL BALL die Bretter. Traditionell erklingen die Alpenhörner zur Eröffnung des Abends beim Stück 'Hellvetia'. Der Titeltrack des letzten Albums ist der perfekte Einstieg in eine fulminante Show. Es passt aber auch alles. Der Sound steht von Anfang an und auch am Licht wird nicht gespart, trotz der Support-Rolle. Die Mannen um Sänger Mark Sweeney strahlen über beide Backen und legen nach dem guten Anfang mit dem Übersong 'Forever And Eternally' gleich noch ein weiteres Pfund in die Waagschale. Das Karlsruher Publikum dankt die Einsatzbereitschaft mit zahlreichem Applaus. Überhaupt kommt das dargebotene Material sehr gut bei den Anwesenden an, so dass der Auftritt als ein Triumphzug gewertet werden kann. Freudestrahlend verkündet Mark, dass im Herbst eine eigene Headliner-Tour folgen soll und Karlsruhe sicherlich auch wieder berücksichtigt werden wird. Warten wir es mal ab. Von mir aus dürfen die Helvetier gerne wieder kommen.

Setliste CRYSTAL BALL:
Hellvetia
Forever And Eternally
Lay Down The Law
My Life
Soul Mate
Dance With The Devil
Private Visitor

Über Plaudertasche Bernhard "Bernie" Weiß und seinen Weggefährten braucht man eigentlich nicht mehr viele Worte zu verlieren. Seit über fünfzehn Jahren zählen AXXIS zu der Spitze der Hardrock-Liga in Deutschland. Die Livequalitäten der Westfalen sind mittlerweile auch weit über die Grenzen unserer schönen Republik hinaus bekannt. Mit "Time Machine" haben AXXIS mal wieder ein saustarkes Album am Start, was mit dem Stück 'Angel Of Death' auch gleich die Show eröffnet. Bernie glänzt mit einem neuen Outfit, worauf er auch gleich stolz wie Oskar zu sprechen kommt. Mit seiner Wollmütze und dem blondierten Bärtchen wirkt er gleich zehn Jahre jünger und spricht somit auch die jüngere Zielgruppe an, hüstel. Ich finde die Kopfsocke nicht so prall. Die Show von AXXIS steht und fällt mit der Tagesform des Sangesbarden. Wobei ich persönlich noch keinen schlechten Auftritt von AXXIS erlebt habe. Auch am heutigen Abend soll sich dies nicht ändern. Die Setliste strotzt nur so vor Klassikern. Auch das neue Album kommt mit drei Stücken - neben 'Angel Of Death' werden 'Lost In The Darkness' und 'Wind In The Night' serviert - nicht zu kurz. Neben den üblichen Schwätzchen mit den Fans holt sich Bernhard wieder ein Opfer aus dem Publikum auf die Bühne um mit diesem gemeinsam ein Liedchen zu trällern. Auch wenn sich die junge Pfälzerin bei dem unplugged dargebotenem 'Fire & Ice' und 'Touch The Rainbow' nicht gerade als textsicher erweist, darf die Aktion als "nette Einlage" gewertet werden. Überhaupt agieren AXXIS gewohnt locker, aber keinesfalls lässig oder schludrig. Die Rhythmussektion mit Basser Kuno Niemeyer und dem Aushilfsschlagwerker Andre Hilgers (SILENT FORCE) ist eingespielt und schiebt ordentlich, während Harry Oellers am Keyboard den Klangteppich ausrollt. Gitarrero Guido Wehmeyer erledigt gemeinsam mit Bernhard Weiß die Arbeit an der Front und gilt hauptsächlich für die weiblichen Fans als Blickfang. Gegen Ende des Sets geht es auf eine Zeitreise durch die Bandgeschichte. Wobei gerade die Songs vom Debüt "Kingdom Of The Night" immer noch den größten Anklang finden. Die Mitsing-Nummer 'Kiss Him Goodbye' lädt die Fans nochmals zur aktiven Teilnahme am Geschehen ein. Danach ist leider Schluss und AXXIS verabschieden sich nach gut anderthalb Stunden und blicken in überwiegend zufriedene Gesichter. Auch hier soll es im Spätjahr eine Headliner-Tour geben, auf der sicherlich noch das ein oder andere Stück mehr von "Time Machine" berücksichtigt wird. Verdient hätte es die Scheibe allemal.

Setliste AXXIS:
Angel Of Death
Lost In The Darkness
My Little Princess
Little War
Stay Don't Leave Me
Fire & Ice (Acoustic)
Touch The Rainbow (Acoustic)
Wind In The Night
Little Look Back
Kingdom Of The Night
Brother Moon
Living In A World
Kiss Him Goodbye

Nach dem AXXIS den Laden mächtig in Schwung gebracht und ordentliche Vorarbeit geleistet hatten, ist es für PINK CREAM 69 kein leichtes Unterfangen noch einen draufzusetzen. Auch die Karlsruher präsentieren als Opener ein neues Stück und zwar 'Thunderdome'. Die Pinkies verwandeln die Festhalle in kürzester Zeit in ihre Donnerkuppel. Die Frage des Abends in Form des Stückes 'Do You Like It Like That?' hat sich nach diesem Auftakt eigentlich erübrigt. Die Fans sind ausgelassen und gehen begeistert mit. Sänger David Readman ist für mich keineswegs nur ein Ersatz für Andi Deris, sondern macht den zu HELLOWEEN abgewanderten Sänger ein für allemal vergessen. Gekonnt spielt der Engländer mit dem Publikum und sorgt mit seiner positiven Ausstrahlung für frischen Wind in der Band. Auch Gitarrist Alfred "Koffl" Koffler, der ja seit gut zwei Jahren an einem so genannten Musikerkrampf leidet und nicht mehr wie gewohnt mit der linken Hand greifen kann, ist sein Handicap nicht anzumerken. Unterstützung findet der sympathische Musikus in Uwe Reitenauer, der seit 2003 konzerttechnisch mit von der Partie ist und die schwierigen Parts größtenteils übernimmt. PINK CREAM 69 haben insgesamt vier neue Stücke in ihr Programm eingebetet, wobei gerade die Hammersong 'Carnaby Road' seine Livequalitäten eindrucksvoll unter Beweis stellt. Ähnlich wie bei AXXIS, spazieren auch die Pinkies durch ihre Diskographie und kramen so allerlei Perlen ('Welcome The Night', 'Talk To The Moon') hervor. Als besonderes Bonbon wird die Übernummer 'One Step Into Paradise' vom Debüt unplugged dargeboten und weiß auch in dieser Form zu gefallen. Auch die Stücke älteren Datums werden souverän von David Readman absolviert und er drückt den Stücken seinen eigenen Stempel auf. Glanzvoll shoutet sich der Barde durch die 90 Minuten und lässt keinerlei Schwächen erkennen. Bassist Dennis Ward zieht wie gewohnt die Fäden im Hintergrund und auch Drummer Kosta Zafirou gehört keinesfalls zum "alten Eisen" wie das Solo gegen Mitte des Sets eindrucksvoll unterstreicht. Mann, hat der einen Bums drauf! Bei 'Keep Your Eye On The Twisted' dürfen alle noch einmal so richtig Gas geben, ehe das Spektakel mit 'Shame' und der Covernummer 'My Sharona' sein Ende findet. Alles in allem ein wunderbarer Konzertabend mit drei starken Bands, die sich letztendlich gemeinsam mit den Fans als Gewinner sehen dürfen. "Melodic Metal made in Germany" ist nach wie vor ein Gütezeichen.

Setliste PINK CREAM 69:
Thunderdome
Do You Like It Like That
Hells Gone Crazy
Lost In Illusion
Break The Silence
Talk To The Moon
Carnaby Road
Drum Solo
Seas Of Madness
One Step Into Paradise (Acoustic Version)
That Was Yesterday
Here I Am
Living My Life For You
Keep Your Eye On The Twisted
Welcome The Night
Shame
My Sharona

Redakteur:
Frank Hameister

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