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Axxis/Pink Cream 69 - Obermarchtal

12.05.2004 | 10:14

05.03.2004, Festhalle

AXXIS veröffentlichten zu Beginn des Jahres mit "Time Machine" ein neues Album, und nahezu zeitgleich legten auch PINK CREAM 69 ein neues Werk, "Thunderdome", vor. Was war also naheliegender als dass diese beiden Bands (erneut) gemeinsam auf (Double-Headliner-)Tour gehen? - Dieses Package war bereits im Jahr 2000 sehr erfolgreich unterwegs, und die Kritiken der beiden angesprochenen Scheiben legten die Vermutung nahe, dass dies auch heuer nicht anders sein sollte... - Da beide Bands den Headliner-Status für sich beanspruchten, musste selbstverständlich noch ein Support-Act an Land gezogen werden, und in den schweizerischen CRYSTAL BALL wurde man diesbezüglich relativ schnell fündig. Auch diese Band hat ein ziemlich frisches Studioalbum ("Hellvetia") in der Hinterhand, und somit standen die Zeichen günstig, dass es ein recht unterhaltsamer Abend in Obermarchtal werden würde. - Apropos Obermarchtal: Ich habe ja persönlich nichts gegen dieses Örtchen, aber wieso muss ein solches Konzert in der tiefsten Provinz stattfinden? - In Ulm / Neu-Ulm gibt es ja schließlich auch konzert-geeignetet Locations. (Nein, das Take Off meine ich damit nicht! ;-)) - Wie auch immer - auch die Halle in Obermarchtal an sich konnte mich nicht hundertprozentig überzeugen. Da wäre zum einen erstmal die chaotische Parkplatzsituation vor der Halle, und zum anderen ließ auch die Akustik in der Halle etwas zu wünschen übrig. Über ein "passabel" kam die Sound-Qualität an diesem Abend nicht hinaus - Lautstärke allein macht eben auch nicht glücklich. - Dass die Halle erst kurz vor 20 Uhr geöffnet wurde - Einlass war offiziell um 19 Uhr -, störte mich persönlich jetzt weniger als andere, aber ich gehöre ja auch nicht unbedingt zu den Früh-Kommern. ;-) - Lange Rede - kurzer Sinn: Mit etwas Verzögerung konnte es ja dann doch los gehen, und ein unterhaltsamer Abend nahm seinen Lauf...


CRYSTAL BALL

Wie es sich gehört, begann der Auftritt von CRYSTAL BALL zunächst mit einem Alphörner-Intro. Diese volkstümlichen Klänge waren aber nur von kurzer Dauer, denn schon bald hatten Gitarren und Schlagzeug das Sagen, und die Schweizer rockten ordentlich los. Als Einstieg diente hierzu der Titeltrack des aktuellen Albums, 'Hellvetia', und in den ersten Reihen loderte schon gleich ein Fünkschen Stimmung auf. Nach diesem für CRYSTAL BALL-Verhältnisse recht heftigen Beginn folgte mit 'Forever And Eternally' ein sehr melodischer Song, der noch weitaus besser beim Publikum ankam. Man hatte zwar das Gefühl, dass die wenigsten Leute mit dem Material der Band wirklich vertraut waren, aber das machten die Schweizer mit ihrer sympathischen Art - allen voran natürlich Sänger Mark Sweeney - und einem engagierten Auftritt mehr als wett. Mit 'My Life' folgte noch ein weiterer neuer Song, bevor auch die älteren Alben "Hard Impact" mit 'Soul Mate' und "Virtual Empire" mit 'Dance With The Devil' und 'Private Visitor' zum Zuge kamen. Danach war für CRYSTAL BALL die Zeit auch schon abgelaufen und sie mussten die Bühne räumen. Doch auch wenn der Auftritt nur recht kurz war, so konnten die Schweizer sicherlich den einen oder anderen neuen Fan dazugewinnen.

Setlist:
1. Hellvetia
2. Forever And Eternally
3. My Life
4. Soul Mate
5. Dance With The Devil
6. Private Visitor


PINK CREAM 69

Die Frage, welcher der beiden Headliner an diesem Abend zuerst auf die Bühne - AXXIS und PINK CREAM 69 wollten sich ja bekanntlich während der Tour abwechseln - durfte / musste, beantwortete sich von selbst, als zu einem Intro vom Band Alfred Koffler, Dennis Ward und Kosta Zafiriou auf die Bühne kamen und kurze Zeit später auch David Readman heranstürmte. Der Sänger machte dabei einen recht übermotivierten Eindruck, konnte seine Energie aber dann doch in geordnete Bahnen lenken. - PINK CREAM 69 stiegen mit dem Titeltrack ihres aktuellen Albums, 'Thunderdome', in das Set ein bevor mit dem nächsten Song die Frage im Raum stand: 'Do You Like It Like That?' Das gutgelaunte und begeisterte Publikum gab die Antwort auf seine Weise, und so hatte David leichtes Spiel. Mit seiner sympathischen Art hatte er die Leute zu jedem Zeitpunkt im Griff, und deshalb störte es auch nicht weiter, dass er bei seinen Ansagen zwischen deutsch bzw. badenserisch und englisch hin- und hersprang. Bei der Songauswahl hatten PINK CREAM 69 das Hauptaugenmerk selbstverständlich auf "Thunderdome" gelegt, das noch mit 'Here I Am', 'Shelter', 'Carnaby Road' und 'That Was Yesterday' vertreten war, aber auch das 1991er-Werk "One Size Fits All" war ausgesprochen stark berücksichtigt worden: 'Hells Gone Crazy', 'Talk To The Moon', 'Livin' My Life For You'. Mit 'Seas Of Madness', 'Lost In Illusion' und 'Break The Silence' wurden auch die dazwischenliegenden Bandphasen gestriffen, und sogar das Debüt war mit einem Song vertreten. Wieso 'One Step Into Paradise' jedoch in einer "Accoustic Version" gespielt wurde, ist mir nicht ganz klar - diese Fassung war zwar keinesfalls schlecht, mit dem Original konnte sie sich aber keineswegs messen. Mit dem Kracher 'Keep Your Eye On The Twisted' beendeten PINK CREAM 69 schließlich ihren Auftritt, aber nicht ohne auch hier das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Die Leute in den ersten Reihen machten hier auch brav mit und forderten anschließend nach dem Song auch noch die eine oder andere Zugabe. Mit 'Shame' und 'Gods Come Together' gab es diesen Nachschlag schließlich auch noch und so konnten alle zufrieden sein. - Insgesamt also ein recht ordentlicher Auftritt der Karlsruher Rocker...

Setlist:
1. Thunderdome
2. Do You Like It Like That
3. Hells Gone Crazy
4. Here I Am
5. Break The Silence
6. Shelter
7. Carnaby Road
8. Talk To The Moon
9. Seas Of Madness
10. One Step Into Paradise
11. That Was Yesterday
12. Lost In Illusion
13. Livin' My Life For You
14. Keep Your Eye On The Twisted
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15. Shame
16. Gods Come Together


AXXIS

AXXIS durften an diesem Abend also als wahrer Headliner auf die Bretter steigen, und so war die Frage nur: Wurden sie dieser Rolle auch gerecht? - Wie heißt es doch so schön: Der erste Eindruck ist immer der entscheidende. Nun, wenn es danach geht, dann hätten AXXIS an diesem Abend eigentlich schon verloren gehabt, denn der erste Eindruck, den Sänger Bernhard Weiß hinterließ, war nicht so überzeugend - blondiertes Bärtchen (na, von mir aus...) und schwarze Wollmütze (argh!). Aber wenigstens war er sonst ganz der Alte ("Jetzt kommt die Stelle, wo ich erzähle..."), und das ist ja die Hauptsache. - Kommen wir nun also zum eigentlichen AXXIS-Auftritt: Die Ruhrpöttler legten gleich sehr engagiert it zwei Songs vom neuen "Time Machine"-Album los, nämlich mit 'Angel Of Death' und 'Lost In The Darkness', und das Publikum ging gleich begeistert mit. Nach der ersten Portion "Dummlaberei" (O-Ton Bernhard Weiß) ging es mit 'My Little Princess' weiter, in das die Herren Musiker - am Schlagzeug saß im Übrigen André Hilgers von SILENT FORCE - einen relativ langen Instrumentalteil eingebaut hatten und Bernhard somit zusätzlichen Freiraum für seine Späßchen hatte. Mit 'Little War' und 'Stay Don't Leave Me' wurden anschließend zwei Songs vom 1993er-Werk "The Big Thrill" zum Besten gegeben, bevor mit 'Battle Of Power' erneut ein aktuelles Stück zu hören war. Bevor es mit 'Shadowman' weiter gehen konnte, musste Bernhard mal wieder seinem Redefluss nachgeben und wies dabei daraufhin, dass sie an diesem Abend nur Songs spielen würden, die von den Fans gewünscht wurden und Beschwerden daher zwecklos wären. - Ein musikalischer Höhepunkt war dann das altbekannte Instrumental 'Trash In Tibet', das bereits auf dem 1991er-Live-Album "Access All Areas" zu finden war, aber immer wieder schön zu hören ist. - Danach machte sich Bernhard erstmal auf die Suche nach einem Opfer im Publikum, und in einer gewissen Christina wurde er auch fündig. Sie sollte ihn eigentlich beim anschließenden Akustik-Set ('Fire And Ice', 'Touch The Rainbow', 'Kings Made Of Steel' in teilweise richtig coolen Versionen) gesanglich unterstützen, doch stellte sich das als problematisch heraus, da sie alles andere als textsicher war. Mit Hilfe von Bernhard wurde aber auch diese Situation gemeistert, und mit 'Save Me' konnte dann wieder ein Stromgitarren-Song folgen. Danach stand jedoch bereits wieder ein Gastauftritt an, und zwar dieses Mal von einem Conny aus Tuttlingen, der den aktuellen Song 'Wind In The Night' einstudiert hatte und zum Besten gab, und das alles andere als schlecht. - Inzwischen war die Zeit deutlich fortgeschritten, und so hieß es für AXXIS den Endspurt anzuziehen, und dies geschah mit 'Little Look Back' (einschließlich des obligatorischen Mitgrölteils) und 'Kingdom Of The Night'. Die Stimmung im Publikum war nach diesen beiden Klassikern natürlich am Höhepunkt, und so wollten sich die Besucher damit noch nicht zufrieden geben. Die lautstarken Forderungen nach einer Zugabe wurden von AXXIS auch recht schnell erhört, denn die Band kam noch einmal für drei weitere Songs - 'Eyes Of Darkness', 'Brother Moon' und 'Living In A World' - zurück auf die Bühne. Danach wollte die Band endgültig Feierabend machen, doch auch jetzt war das Publikum damit noch nicht einverstanden, und so gab es mit der Cover-Version 'Na Na Hey Hey' noch den finalen Abschiedsgruß... - Fazit: AXXIS ist und bleibt eine der besten deutschen Live-Bands, und im direkten Vergleich mit PINK CREAM 69 geht der Punkt eindeutig in den Ruhrpott, vor allem aufgrund der besseren B-Note...

Setlist:
1. Angel Of Death
2. Lost In The Darkness
3. My Little Princess
4. Little War
5. Stay Don't Leave Me
6. Battle Of Power
7. Shadowman
8. Trash In Tibet
9. Fire And Ice
10. Touch The Rainbow
11. Kings Made Of Steel
12. Save Me
13. Wind In The Night
14. Little Look Back
15. Kingdom Of The Night
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16. Eyes Of Darkness
17. Brother Moon
18. Living In A World
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19. Na Na Hey Hey

Redakteur:
Martin Schaich

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