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Axxis, Pink Cream 69 - Ulm

28.10.2000 | 09:26

17.04.2000, Take Off

oder - die Oddysee eines Reporters:

Eigentlich war mit der Promotionagentur von Balance Of Power alles abgesprochen. Ich sollte Pressekarten und einen Interviewtermin bekommen. Mit diesem Schreiben ging ich also gegen 18.00 zu den Türstehern, welche den Tourmanager verständigten. Dieser machte mir klar, daß ich nicht auf der Gästeliste stehen würde und er auch nicht für die Interviews zuständig sei. Ich solle mal zum Tourbus von Balance Of Power gehen. Gesagt, getan. Kaum war ich in der Nähe des Tourbus angelangt, kam der Geschäftsführer vom Take Off an und schmiss mich wieder raus. Ohne Backstage Karte darf man nicht zum Tourbus, auch wenn es der Tourmanager erlaubt. Also begab ich mich zur Kasse, damit ich wenigstens das Konzert miterleben konnte. Im Innenraum angelangt sah ich jemanden auf der Bühne die Gitarren stimmen. Ich fragte ihn ob er zu Balance Of Power gehören würde und schilderte ihm den Fall. Er war der erste der mir dabei helfen wollte, doch noch zu meinem Interviewtermin zu kommen. Also besorgte er mir eine Backstage Karte aus dem Bestand von Balance Of Power. Und ich kam endlich in den Tourbus wo mir Tony und Lance Rede und Antwort standen.

Nach dem leider etwas kurz ausgefallenen Interview - es hatte über eine Stunde gedauert um an die Band ranzukommen - und die Band mußte sich ja auch noch auf das Konzert vorbereiten, begab ich mich in den Seitenbereich der Bühne, da das Take Off schon ziemlich gut gefüllt war und es - wer mal im Take Off ein Konzert sah, weiß es - keine vernünftigen Plätze gab, auf denen man etwas gesehen hätte. Dank der Backstage Karte von Balance Of Power war dies alles kein Problem mehr.

Pünktlich um 20.00 Uhr traten die 6 Briten auf die Bühne und rockten los. Obwohl der geringste Teil des Publikums die Band kennen dürfte, sah man doch gleich wippende Köpfe und begeisterte Mienen. Mit ihrem Dream Theater angehauchten Prog. Metal gelang es ihnen doch ein überzeugendes Set hinzulegen. Desert Of Lost Souls, Book Of Secrets, Top Of The World und Savage Tears, das Songmaterial war vom allerfeinsten und trotz der sehr begrenzten Bühne (Sie hatten ein eigenes Drumset auf der sehr engen Bühne stehen) versuchten sie auf ihrer ersten Tour dem Publikum eine gute Show zu bieten. Bei Ten More Tales hatten sie es dann geschafft, das Publikum hatte sie angenommen. Und mit dem furiosen Daybreaker endete der 40minütige Auftritt.

Wer jetzt dachte der Abend würde nun reibungslos ablaufen, den muß ich enttäuschen. Nach dem Auftritt hatte ich noch kurz die Gelegenheit mit der Band über den Gig zu reden. Als dann Pink Cream 69 die Bühne betrat kam der Tourmanager auf mich zu und erklärte meinen Backstage Pass für ungültig. - Ich dachte ich sei im falschen Film gelandet. Daß nicht jeder Tourmanager kooperativ gegenüber kleinen Metalzines ist, habe ich ja auch schon gemerkt, aber daß Backstage Karten für ungültig erklärt werden, war eine neue Erfahrung für mich. Naja.., ich begab mich also in den Innenraum des mit 950 Besuchern ausverkauften Take Off. Sehen konnte man allerdings nichts mehr:-(

Nach kurzer Umbaupause betraten dann Pink Cream 69 die Bühne. Ich hatte sie das letze mal mit Andy Deris gesehen und war doch sehr überrascht wie sehr sie sich gemacht hatten. Der Sängerwechsel schien ihnen sichtlich gut getan zu haben. David Readman, machte seine Sache sehr gut. Befremdlich wirkte für mich jedoch, warum man ihn als Engländer die Ansagen vor deutschem Publikum machen lässt. Der Rest der Band kann doch deutsch?
Die Show jedenfalls begann mit Burn Your Soul, Welcome, Speed Of Light und das Publikum ging von Anfang an mit. Überall klatschende Hände, nickende Köpfe (ob Headbangingverbot bestand?) und singende Münder. An der Bühnenshow müssen PC69 allerdings noch etwas feilen... sie erschien doch etwas langweilig. Aber den Fans machte dies recht wenig. Mit Spread Your Wings kam dann natürlich die obligatorische Ballade, die schien jedoch das Publikum aufgeweckt zu haben, weil beim darauf folgenden Dampfhammer Lost in Illusion ging es mal richtig ab. Das Drumsolo hätten sich die Jungs schenken können. Nicht schlecht, aber mit Sicherheit auch nichts Besonderes. Mit den Zugaben Seas of Madness und Shame war das Programm nach ca 75 Minuten zu Ende.

Noch eine kurze Umbauause, dann betraten Axxis nach 2 jähriger Abstinenz (abgesehen vom WOA Auftritt letztes Jahr) die Bühne. Nachdem "Back To The Kingdom" wirklich wieder ihre alten Fans bediente und dafür auch viele Lorbeeren erhielt, ging es nun darum auch live die Fans von sich zu überzeugen. Und Bernhard Weiss hatte nichts von seinem Elan verloren. Mit den Openern Shadowman und Flashbackradio vom neuen Album ging es richtig zur Sache. Die Fans feierten Axxis ab. Die Songauswahl wurde durch eine Internetumfrage geregelt und so war es wirklich eine Auswahl dessen was die Fans hören wollten. Brother Moon, Stay don´t leave me, Sea Of Love, My Little Princess, Little War. Und nun ging es back to the roots. Touch The Rainbow, hier kamen die ganz alten Axxis Fans zum Zuge. Mit Heaven in Black kam nochmal ein Einschub vom neuen Album, bevor die Hits Livin in a World, Little Look Back (bei dem ewig nachgesungen wurde) und Kingdom Of The Night den Fans zeigten, das Axxis nichts von ihrer Klasse veloren hatten. Mit Beifallstürmen und dem nanana von Litte Look Back forderten die Fans die Jungs wieder auf die Bühne und die Zugaben C´est la vie und Moon wurden gespielt. Danach verabschiedeten sich Axxis erneut. Doch die Fans wollten sie nicht gehen lassen. Als letzte Zugaben spielen sie noch die Ballade Fire and Ice und Na, Na, Hey, Hey, Goodbye.

Axxis meldeten sich mit einem fulminanten Auftritt in der Szene zurück und zeigten daß sie wieder zu ihren alten Qualitäten zurückgefunden haben.


Redakteur:
Georg Weihrauch

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