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Black Troll Festival 2011 - Bornstedt

29.06.2011 | 09:58

02.06.2011, Burgruine Bornstedt

Alle guten Dinge sind drei, wie man so schön sagt, und somit ertönten zum dritten mal die Hörner und riefen zum BLACK TROLL FESTIVAL auf der Burgruine Bornstedt.

Christi Himmelfahrt – der Sohn des Christengottes verlässt die Erde. Die Erklärung dafür sichtbar einfach: Die Heiden kommen in Form der urtümlichen Schwarz-Trolle daher. Anfang Juni ist es endlich wieder soweit; ein Jahr des Wartens hat sich gelohnt, das Black Troll Festival ruft seine heidnischen Krieger zum Thing und wieder erhören die Heerscharen den Ruf der alten Götter. Die Versammlungsstätte könnte prunkvoller gar nicht sein, als Festivalgelände dient die Burgruine Bornstedt bei Lutterstadt Eisleben – ein Ort, der das Pagan-Herz schneller schlagen lässt. Drei Tage (!!!) voller Sonne, Grillen und einer Menge Headbangen zu 24 Bands.
Als Schlafstadt dient der nur circa 150 Meter entfernte Fußballplatz des örtlichen Fußballvereins, auf dem man sein Zelt gegen die geringe Gebühr von 7 Euro aufschlagen kann. Diese beinhaltet ebenfalls die Benutzung der sanitären Einrichtungen des Vereins.

Betritt der gerüstete Krieger schließlich das Festivalgelände, so fällt ein weiterer Unterschied zu anderen Festivals auf: Hier trägt die Security ebenfalls Kutte und verbreitet beste Laune schon während der Eingangskontrolle. Wieder einmal haben sich die Jungs und Mädels des HMC Thunderstorm aus dem Sauerland aufgemacht, um für die Sicherheit beim Festival zu sorgen; die Truppe zählt mit Recht zu einer der besten Securities, die man sich für eine solche Veranstaltung wünschen kann.

Für das leibliche Wohl gibt es Fleisch vom Grill und für den figurbewussten Recken Reis mit Gemüse (auf Salat wurde wegen der aktuellen EHEC-Situation vom Veranstalter sicherheitshalber verzichtet) und das alles zu vergleichsweise günstigen Preisen. Auch bei Gerstensaft wird der Münzbeutel nicht schwer belastet und die 0,3l-Hornfüllung gibt es für schlappe 2 Euro - hier stimmt der Preis eben noch.

Wer gerade – auch wenn unverständlich – keine Band sehen will, der braucht das Gelände nicht zu verlassen, sondern begibt sich in den hinteren Teil der Burg zum Germanenlager. Hier ist es ab Freitag möglich, sich gegen eine kleine Gebühr im Axtwerfen oder Bogenschießen zu üben. Heiko von Menhir führt durch eines der kirgisischen Jurten und berichtet über das Leben zur damaligen Zeit.

Den musikalische Auftakt machen am Donnerstag Nachmittag JÖRMUNGAND; die Jungs legen ordentlich los und in der ersten Reihe wird das Liedgut ausgiebig intoniert.

ATTONITUS schlagen mit ihrem Mittelalter-Metal da schon eine andere Kerbe ins Gemäuer, die die meisten Besucher nicht recht überzeugen möchte. Dennoch liefert die Band eine für ihr Genre gute Show mit gar lieblichen Melodien. Zur allgemeinen Freude gießt die Band gegen Ende des Auftritts Bier in dargebotene Hörner und Humpen.

Unerwarteter Weise erscheinen zum nächsten Auftritt WIDRIR auf der Bühne, die erst für Freitag angesetzt waren, und heizen der Menge ordentlich ein. Die ersten Reihen lassen schon mal die Nackenmuskeln spielen und die Haare kreisen. Der Grund für den unerwarteten Auftritt liegt an versuchten Vertragsnachverhandlungen seitens der Band BIFRÖST, deren Aufritt vom Veranstalter daraufhin abgesagt wurde.

HERALDER erinnern mit ihrem männlichen Beast-Part und weiblichen Klargesang leicht an BATTLELORE. Sie bieten eine musikalische, besonders durch den weiblichen Klargesang getragene, sehr gute Show, die direkt in den Nacken geht.

Kurzdarauf betreten weißgesichtige Personen die Bühne: HARADWAITH haben wieder einmal allem den Krieg erklärt und Sänger Iblis versucht schon direkt beim Soundcheck, die Burg endgültig zu zerstören. Die Jungs tischen satten Black-Metal auf, bei dem auch mal der Bassist Vorst mit dem Mik-Kabel gewürgt wird oder sich einige Schläge von Iblis abholt.

Der Tag findet schließlich seinen Höhepunkt, auf den die Horde so sehnlich gewartet hat – MENHIR betreten mit einem epischen Intro, der Titelmelodie von 'Conan der Barbar', die Bühne. Die nächsten 90 Minuten wird Pagan Metal in seiner besten Form geboten, der Platz vor der Bühne ist voll und die Haare fliegen überall umher. MENHIR spielen außer alten Stücken auch einige neue, die bereits große Vorfreude auf das kommende Langeisen der Band bereiten.

Redakteur:
Tobias Müller

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