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Bon Scott - Lübeck

07.03.2006 | 13:31

24.02.2006, Rider's Cafe

Das _Rider´s Cafe_ und _BON SCOTT_ feierten am 24. Februar 2006 gemeinsam ihren 20. Geburtstag mit einer furiosen AC/DC-Tribute-Show.

Das Rider's Cafe ist der Nr.1-Treffpunkt für Biker in der Hansestadt und eine der wenigen festen Adressen, wenn es um zünftige Rock-/Metalkonzerte vor Ort geht. Am 24. Februar wurde das Rider's 20 Jahre jung und aus diesem Anlass hatte sich Club-Chef Kai-Uwe Meyer eine ganz besondere Geburtstagsfeier ausgedacht. Er lud die alten Weggefährten von BON SCOTT ein, gemeinsam ihren Doppelgeburtstag zu feiern, denn auch BON SCOTT begehen dieser Tage ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum als AC/DC-Revivaltributecoverbonscottmemorialband.

Nun könnte man natürlich sagen: Schön, Clubgeburtstag plus AC/DC-Coverband ist doch nicht sooo ein Event. Aber zu kurz gesprungen, wer so denkt. Denn hinter dem Namen des legendären AC/DC-Shouters (R.I.P. 19.02.1980) verbirgt sich ein All-Star-Projekt der teutonischen Heavy-Metal-Szene, das weit und breit Seinesgleichen sucht: Den Stoiker am Bass gibt GRAVE DIGGER-Tieftöner Jens Becker. METALLIUMs Matt de Souza schrubbt die Rhythmusgitarre, den "Angus" macht Rollie Feldmann (WEINHOLD/KICKHUNTER), hinter der Schießbude sitzt KNEIPENTERRORIST Karsten Kreppert (ebenfalls noch WEINHOLD/KICKHUNTER u.v.a.) und hinter dem Pseudonym Kai Voltage verbirgt sich niemand anders als Kai Carstens, der bereits 1995 das legendäre PARAGON-Debut "World Of Sin" eingebrüllt hatte.
Soviel der Vorrede; es war einfach ein Pflichttermin für alle Traditionsmetaller und so machte sich der POWERMETAL.de-Außendienst auf den Weg, ein wenig Geburtstag zu feiern...

Wir kommen recht zeitig im Club an, so dass wir noch Zeit für einen ausgiebigen Klönschnack mit Rollie und Karsten haben. Die beiden sind allerbester Laune, können sie doch verkünden allein 180 Tickets im Vorverkauf an den Mann und die Frau gebracht zu haben - das heißt bei einem Club mit gut 200 Plätzen: Sold Out im Vorverkauf! Das dichte Gedrängel, als es einige Erfrischungsgetränke später und von einer zünftigen Metal-Disco gut vorgewärmt, losgeht, spricht für sich: Der Laden platzt aus allen Nähten als Kai und Kai die Bühne erklimmen, um sich gegenseitig zum Geburtstag zu gratulieren und Kai (Rider's) Kai (BON SCOTT) ausbremst, in dem er erstmal Freibier für alle ausruft...

Als unsere "All-Stars" dann endlich loslegen können, machen Sie keine Gefangenen: Das rotzige 'Riff Raff', 'Hell Ain't A Bad Place To Be' und das kultige 'If You Want Blood' machen klar, warum dieser Fünfer nicht JOHNSON heißt. Wenn es Seelenwanderung gibt, ist ein kleiner Teil in Hamburg hängen geblieben: Nicht nur, dass Kai das exakte Stimmendouble seines Idols ist, auch sein verschmitzter Humor und die absolute Hingabe an die Mission, auch den letzten im Saale auf den großen Rock'n'Roll-Trip mitzunehmen hauen einen um! Aber was macht der Kerl dann? Er brüllt uns 'Back In Black' entgegen, als ob man ihm und nicht dem ehemaligen GEORDIE-Shouter im April 1980 den Staffelstab bzw. das Mikrofon bei Australia's finest übergeben hätte - grandios!
Nach einer hammerharten Version des Uralt-Klassikers 'Dirty Deeds Done Dirt Cheap' und einem genialen 'Night Prowler' ist die erste Pause für die Band angesagt, in der Kai uns auffordert Dinge zu tun, die ich wegen der evtl. noch nicht volljährigen Leser dieses Berichtes nicht wiederholen darf (Ihr tut es doch sowieso, oder? ;-)).

Als die fünf nach einer halben Stunde Sauerstofftherapie und Meditation rundum erneuert auf die Bühne zurückkehren werden wir mit einem herzlichen "Hallo Bochum!" begrüßt. Okay, so zieht man also eine Deutschland-Tournee an einem Abend durch - wieder was dazu gelernt ;-). Die Frage "Seid ihr bereit für sechs weitere Stunden BON SCOTT?" geht bereits im allgemeinen Tumult unter, und es werden einfach noch einige Briketts nachgelegt: Bei 'Whole Lotta Rosie' im Stroboskop-Gewitter und 'Highway to Hell' beginnt etwas, womit ich an einem solchen Abend nie gerechnet hätte: heftigstes Crowdsurfing! Kai macht mit und 'High Voltage' und 'T.N.T' werden dermaßen hart in die Menge geblasen, dass die zweite Auszeit des Abends jetzt sein muss.

Der, wir nennen es mal Zugabenblock, entgleitet der Setlist, so dass Kai kurzer Hand ein "Wunschkonzert" ausruft, das mit der härtesten Version von 'Thunderstruck' beginnt und sich mit 'Let There Be Rock', 'Hells Bells', und 'Shot Down In Flames' zu einem Vulkanausbruch entwickelt. Matt hat sich mittlerweile eine eigene Fankurve am Bühnenrand erspielt und beweist trefflich, warum ihn sein Muscle-Shirt völlig zu recht als "Rock Samurai - Fight Guitarist" ausweist.
Beim definitiv letzten Song des Abends, dem 'Rocker', ist Rollie nicht mehr zu halten: Er muss (!) die Angus-Nummer machen und lässt sich auf den Schultern eines Fans durch das dichte Gedrängel tragen. Da Rollie allerdings, wie mir mein Nebenmann zuruft, "in der doppelten Größen- und Gewichtsklasse wie das Original" rockt, ist der Ausritt nur von kurzer Dauer - scheißegal, dem Spaß tut es keinen Abbruch und es ist einfach ein herrliches Finale!

Der Abend, der schon fast ein Morgen ist, klingt dann bei Getränken und Metal-Disco aus und wir begeben uns irgendwann auf den Heimweg in der Gewissheit, dass Rollie Recht hatte als er schon Tage vorher prophezeite: "Das wird kein Kindergeburtstag!"

Setlist:
Riff Raff
Hell Ain't A Bad Place To Be
If You Want Blood (You've Got It)
Back In Black
Bad Boy Boogie
Walk All Over You
Touch Too Much
Shoot To Thrill
Dirty Deeds Done Dirt Cheap
Night Prowler
--- Pause ---
It's A Long Way To The Top (If You Wanna Rock'n'Roll)
For Those About To Rock (We Salute You)
Sin City
Jailbreak
The Jack
Whole Lotta Rosie
Highway To Hell
You Shook Me All Night Long
High Voltage
TNT
--- Pause ---
Thunderstruck
Let There Be Rock
Hells Bells
Shot Down In Flames
Rocker

(Völlig selbstlos Geburtstag feierten für POWERMETAL.de: Martin - Text, Matthias - Setlist und alte Erinnerungen, Torsten - Getränke-Obmann und Heimweg-Koordinator ;-))

Redakteur:
Martin Rudolph

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