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Darkstorm Festival - Chemnitz

06.01.2010 | 09:48

25.12.2009, Stadthalle

Zum dreizehnten Mal fegt ein dunkler Sturm durch Chemnitz.

Es ist der späte Nachmittag des 1. Weihnachtsfeiertages. Unter argwöhnischen Augen der Passanten strömen aus allen Ecken schwarz Gewandete in Richtung Stadthalle. Was für den außenstehenden Dritten verwirrend wirkt, ist ganz einfach zu erklären, denn es ist wieder einmal Darkstorm-Zeit. Bereits zum dreizehnten Mal fegt der dunkle Musiksturm über die Stadt und viele Besucher sind ihm gefolgt. Schaut man sich das Programm an, ist das nicht unbedingt selbstverständlich, denn es ist ziemlich electrolastig. Doch neben dem Musikgenuss, zieht es Viele an diesem Tag hierher, um einerseits dem heimischen Weihnachtstrubel zu entfliehen und andererseits viele Bekannte zu treffen, die man sonst das ganze Jahr über selten sieht. Damit ist die Mischung aus angenehmen Gesprächen und guten Konzerten wie immer unschlagbar, was an der gut gefüllten Location jeder sehen kann.

Wie in den vergangenen Jahren ist neben der Hauptbühne der kleine Saal der Stadthalle Anlaufstelle für die Freunde elektronischer Klänge. Zur Beschallung von TYSKE LUDDER, DEVIANT UK, SPETSNAZ und AGONOIZE kann ordentlich abgezappelt werden, was für das ein oder andere angefutterte Weihnachtspfund gleich ein guter Ausgleich ist. Die Stimmung ist gut und stellenweise ist kaum noch ein Durchkommen in Richtung Bühne. Doch wer will, kämpft sich tapfer durch die Masse und kann weiter vorn ein Plätzchen erhaschen, um Party zu machen.

Auf der großen Bühne ist das Programm ein wenig durchwachsener, wenngleich doch elektronische Töne heute Abend das Sagen haben. Kurz nach 17 Uhr wird durch die Chemnitzer Band FELSENREICH der Abend eröffnet. Im Anschluss verbreiten die Jungs der LETZTEN INSTANZ im gut gefüllten Saal gute Laune und die Besucher sind davon durchaus angetan. Klar, den Jungs fällt es eigentlich nie schwer, die Massen zu begeistern, was auch heute Abend wieder gut funktioniert. In ähnlicher Weise geht es danach bei den Klängen von EISBRECHER weiter. Während Alexx Wesselsky mit seiner Band ordentlich Stimmung verbreitet, bleibt ein wenig Zeit, in Ruhe den Verkaufsständen einen Besuch abzustatten, denn später sieht es damit schlecht aus. Schließlich folgen nach Songs wie 'Schwarze Witwe' oder 'Miststück' gleich drei Auftritte, die es nicht zu verpassen gilt - da müssen schon mal Prioritäten gesetzt werden.

Band Nummero uno ist immer ein Garant für ausgiebige Tanzeinlagen und super Stimmung und das nicht nur in den vordersten Reihen: PROJECT PITCHFORK bringen die Anwesenden ordentlich zum Schwitzen und die Halle ist brechend voll, was heute keine andere Band mehr schaffen soll, beziehungsweise geschafft hat. Von der Sache her ist die Formation ein Kuriosum. Die letzten Veröffentlichungen waren nicht allzu erfolgreich und haben die Fans nicht sonderlich interessiert, dennoch kommen sie scharenweise zu den Konzerten und dort gibt es dann hauptsächlich die älteren Songs. Keine Ahnung, ob diese Gewissheit immer wieder so viele Menschen anzieht, denn von der Show her passiert ja nicht wirklich viel. Also ist der Auftritt wie immer. Neben Klassikern, wie 'Alpha Omega' oder 'Eternity' gibt es beispielsweise auch 'Timekiller' auf die Ohren. Peter Spilles hat die Masse fest im Griff und die feiert die beste Party des Abends. Was will man mehr!

Mit der zweiten, interessanten Band ist erst einmal ein musikalischer Richtungswechsel angesagt: Der schwarze Schmetterling in Form von ASP bietet mit seinem Gothic Rock ein Kontrastprogramm an. Logischerweise sind daher die EBM-Anhänger in Richtung des kleinen Saales aufgebrochen und der Raum ist nicht so voll - also gute Vorraussetzungen für ein tolles Konzerterlebnis. Der Meister hat mit den ersten Tönen sein Publikum fest im Griff und gibt beispielsweise 'Krabat', 'Zaubererbruder' und 'Schwarzes Blut' zum Besten. Selbstredend darf der Klassiker 'Und wir tanzten (Ungeschickte Liebesbriefe)' beim Gig nicht fehlen und in den vorderen Reihen wird fleißig mitgesungen und getanzt. Als sich die Jungs verabschieden, erhalten sie viel Beifall. Aber das kann doch nicht schon alles gewesen sein? Das Publikum fordert mit den Worten: "Wir wollen brennen!" nach mehr. Dem wird auch nachgegeben und es erklingt der gewünschte Song 'Ich will brennen'. Zum Abschluss belohnen die Anwesenden die Band mit viel Beifall und eine gelungene Show geht zu Ende. Leider ohne den Hit 'Sing Child', das dem Auftritt noch das Sahnehäubchen aufgesetzt hätte.

 

Als Highlight gibt sich zum Finale die EBM-Legende FRONT 242 die Ehre. In den vorderen Reihen drängen sich die Fans immer weiter nach vorn, um ihren Idolen ganz nah zu sein. Weiter hinten ist es dagegen entspannter und es gibt noch ausreichend Platz. Zum Intro ist es stockdunkel im Saal geworden, nur auf der Leinwand ist der Inhalt von "Artikel 4" zu lesen. In dieser Dunkelheit betreten die Jungs die Bühne und werden mit viel Geschrei von ihren Fans begrüßt. Die ganze Show hin wird mit visuellen Effekten gearbeitet, die super auf die Musik abgestimmt sind und eine gute Umrahmung zur Musik bieten. Zu Beginn lassen die Belgier ein paar neuere Songs vom Stapel, bei denen die Stimmung zwar gut, aber noch steigerungsfähig ist. Das ändert sich schlagartig, als beispielsweise die Kulthits 'Welcome To Paradise', 'Headhunter' oder 'Im Rhythmus bleiben' erklingen. Nun gibt es in den vorderen Reihen kein Halten mehr und es wird ausgelassen zur Musik getanzt und gefeiert. Damit nimmt die dreizehnte Auflage des Darkstorm-Festivals, das die Erwartungen der Anhänger keineswegs enttäuscht haben dürfte, ein grandioses Ende.


Wie im Flug vergeht die Zeit und so ist es gegen 1 Uhr, als die Belgier das Festival beenden. An der Organisation der Veranstaltung gibt es nichts zu meckern - das klappte wie immer wunderbar. Die Stadthalle in Chemnitz ist ein angenehmer Veranstaltungsort und auch das Personal ist sehr freundlich. Die Akustik an diesem Abend geht auch weitestgehend in Ordnung, die Leute waren gut gelaunt. Was will man mehr? Vielleicht ein paar Bands, die man nicht immer auf jedem Festival trifft. Das Programm war nicht schlecht, aber insgesamt ist man eher auf Nummer sicher gegangen, als mit ein paar neueren oder unbekannten Bands den Gästen wirkliche Newcomer oder Überraschungen zu präsentieren, denn musikalisch gesehen, gab es an diesem Abend nichts Neues zu entdecken.

Redakteur:
Swen Reuter

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