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Doom Over Leipzig II - Leipzig

01.12.2010 | 21:47

20.11.2010, UT Connewitz

Mit düsteren Melodien ging der zweite Teil des Doom-Over-Leipzig-Festivals zu Ende.

So grau und verregnet es in diesem November war, so düster wurde es über Leipzig. An mehreren Wochenenden gab es jede Menge Doom Metal auf die Ohren. Zuletzt mit dem zweiten Teil des Doom-Over- Leipzig-Festivals im UT Connewitz. Fünf Bands sollten die Metaller erfreuen, angefangen mit BLCKWVS.

BLCKWVS, ausgesprochen BLACKWAVES, ist eine Band aus Münster, die mit instrumentaler Musik eine schwere und düstere Atmosphäre aufbauen wollte. Zu rhythmischen Drumschlägen wurde teilweise recht gefühlvoll auf dem Bass und der Gitarre gezupft. Unterstützt wurde das Ganze durch eine Videoprojektion, der man ein Faible der Band für Insekten entnehmen konnte.

Stets aufs Neue bauten sich Melodien auf, zu denen die Köpfe bewegt wurden. Der Post-Metal konnte einige Leipziger während der fast einstündigen Spielzeit erfreuen, obwohl manche Melodien und Parts doch recht ähnlich klangen. Seltsam wirkte allerdings der Mann am Synthesizer, der so heftig zur Musik abging, dass man sich als Zuschauer fragen musste, ob er gerade das Gleiche hörte wie alle anderen.

Als Nächstes betraten ROTOR aus Berlin die Bühne, die für ihren instrumentalen Stoner Rock bekannt sind und laut Flyer eine "tödliche Mischung aus Haschisch und Benzin" spielen. Nun, umgekommen ist keiner, aber bei so viel Applaus, den die Jungs am Ende bekamen, hat es sicherlich den einen oder anderen umgehauen. Doch mit ihrer kräftigen Portion Rock, die auch mal härter und schneller sein konnte, sowie ihren beschwingten und animierenden Melodien mussten die Jungs besonders nach einer eher gemäßigten Band wie BLCKWVS überzeugen. Im Grunde waren sie eine Mischung aus RAGE AGAINST THE MACHINE und den RED HOT CHILI PEPPERS. Gesang würde sicherlich ebenso gut zu ROTOR passen. Weil dieser also auch bei der zweiten Band des Abends fehlte, wurde es Zeit für eine mit Sänger.

Einen Sänger gab es allerdings auch bei der aus Berlin und Neuseeland stammenden dritten Band, AN EMERALD CITY, nicht. Mit angenehm ruhigen Melodien startete die experimentelle Post-Rock- und Psychedelic-Band ihren Auftritt. Ganz umsonst stand das Mikro allerdings nicht da: Hin und wieder gab ein Mann in einer orangefarbenen Jacke Gesang zum Besten. Des Weiteren wurden die tragenden Rhythmen gerne auch mal von Klanghölzern untermalt; ebenso sorgte ein kurzes Trommelspiel für Abwechslung.

Von der eher psychedelischen Schiene kamen AN EMERALD CITY aber gerne ein wenig ab, um bedeutend rockiger zu werden. Dem "fantastischen" Publikum gefiel es, so dass sich die Band bei ihm bedankte. Doch bei so vielen Instrumental-Bands reduzierte sich die Aufmerksamkeit leider ein wenig. Und so angenehm die Band auch war, auf Dauer wirkte es dann doch eher ermüdend.

Ganz anders war dann aber die vierte Band: Für RORCAL aus der Schweiz wurde der Raum erst einmal kräftig in Nebel getaucht. Das rote Licht ließ immerhin die Silhouetten der Bandmitglieder erkennen. Mehr war auch nicht nötig, die Band haute mit ihrem Drone-Doom-Metal viele aus den Socken. Das Dröhnen und Brummen ließ den Boden vibrieren. Düster und schwer schallte es von der Bühne, dazu kam ununterbrochener Schreigesang. So energisch der Sänger sein Organ ausreizte, so sehr gab er sich den eher langsamen und bedachten Melodien hin. Während ein Part mit verzerrten Gitarrengeräuschen zu vernehmen war, hielt er sich für wenige Minuten sogar völlig im Hintergrund auf. Dann kam er wieder, um erneut kraftvoll sein Bestes zu geben. Der rund vierzigminütige Auftritt ging allerdings viel zu schnell vorbei. Als man in das Gedröhne von RORCAL hineingefunden hatte, war es das dann leider auch schon wieder.

Für den Headliner SUMA waren RORCAL ein gutes Vorspiel: Die schwedische Doom- und Stoner-Rock-Band begann bereits mit einem vielversprechenden Intro, bei dem es stark von der Bühne dröhnte. Schöne lange Basslinien ließen Vibrationen entstehen, die sich ebenfalls durch den gesamten Boden zogen. Kraftvolle Drums rundeten das Ganze ab. Die entstandenen Melodien ließen den Kopf schnell abschalten, um sich ihnen ganz hinzugeben. Ergänzt wurde das Spiel durch die Vocals des Sängers, der zu Beginn noch recht unauffällig im Hintergrund stand und seine Arme zur Musik bewegte. Stets so, als wolle er aus den Bewegungen Kraft für seine Stimme sammeln.

Flinke Finger besaß auch der Drummer, der so manches Mal beeindruckend schnell trommelte, um intensivere Töne herauszukitzeln. Die energischeren Parts veranlassten sogar den Sänger dazu, das Mikro aus dem Ständer zu nehmen und mitzugehen. Im Publikum sah es ähnlich aus. Auch wenn nach zwei Uhr nur noch gefühlt die Hälfte der Gäste anwesend war, war diese völlig im Bann von SUMA, die an diesem Abend neue Anhänger fanden.

Redakteur:
Franziska Böhl

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