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EARTHSHAKER FESTIVAL - Geiselwind/Franken

08.09.2004 | 12:17

23.07.2004, Open Air

Geiselwind war mir bislang nur aus dem Verkehrsfunk bekannt, aber dafür wissen die Geiselwinder garantiert nicht, wo ich wohne. Unsere Anreise am Donnerstag gestaltete sich mittelprächtig. Zahlreiche Baustellen und hieraus resultierende Staus machen die Fahrt zu einer Odyssee. Nichtsdestotrotz kommen wir am frühen Abend im dörflichen Geiselwind an. Irgendwie erinnert mich die Atmosphäre ein wenig an die ersten Jahre in Wacken. Ein gemütliches Dörfchen, Kühe und einzeln herumstreunende Metaller. Einzig der Lärmpegel der sich in unmittelbarer Nähe befindenden Autobahn, stört ein wenig. Grund zur Freude bietet dann wiederum der Blick in die Speisekarte unserer Pension. Ein Weißbier für 2,20 EUR und ein SchniPoSa für 7 EUR ist mehr als fair. Zu meiner großen Freude kann man den Weg zum Festival von hier aus zu Fuß locker in zehn Minuten bewältigen. Da lacht das Herz. Bis auf die Wespenplage fand ich bisher nichts an Geiselwind auszusetzen. Am Freitag um die Mittagszeit begeben wir uns dann erstmals zum Earthshaker, begleitet von der Sonne und den Wespen.
(Frank)

Voll bepackt mit tollen Sachen, die das Leben schöner machen (Bier), nahm ich den 300 Kilometer langen Weg auf mich um nach Geiselwind zum 2. Earthshaker-Festival zu fahren. Nicht beeindrucken ließ ich mich von der kurzfristigen Absage von ATROCITY, die durch SODOM ersetzt wurden. Schon der Lageplan ließ Gutes vorausahnen. Alles war sehr kompakt auf dem Gelände aufgebaut worden, in der Nähe gab es unsere beliebten Fastfood-Filialen McDonalds und Burger King und eine Tankstelle. Überhaupt: Direkt nach der Autobahnausfahrt führten einige Schilder direkt zum Festival, sehr lobenswert! Nach Auto- und Zeltinstallation auf dem Campinggelände war es auch schon an der Zeit Frank zu treffen und der ersten Band eine Chance zu geben.
(Christian)


FREITAG

16 HELL VENTILER
Pünktlich um 15:45 Uhr versuchen 16 HELL VENTILER in einer dreiviertel Stunde das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Da die Sonne zu dieser Zeit noch herunterbrennt, ist gerade mal eine Reihe vor den Absperrzäunen voll, dahinter sind ein paar Headbanger versammelt um sitzend dem gut gespielten, schnellen Rock’n’Roll zu lauschen. Mit ihrer Ankündigung, dass jetzt zwar kein Heavy Metal folgt, haben sie zwar keine positive Resonanz im Publikum hervorgerufen, dennoch ist eindeutig festzuhalten, dass mit laufender Spielzeit immer mehr Leute aufmerksam lauschen, da ihre authentische Interpretation des Rock auf alle Fälle ein gelungener Einstand des Festivals ist.
(Christian)

THE TRACEELORDS
Bei einer Affenhitze von um die 30 Grad rocken die TRACEELORDS amtlich ab. Ex-SODOM-Gitarrist Andy Brings ist optisch - im Vergleich zu früheren Zeiten - fast nicht mehr wieder zu erkennen. Doch auf die Optik achte ich nur bei Frauen und somit kann es ja schnurz sein. Musikalisch wird ordentlicher Arschtreter-Rock geboten, der in 'Sex, Money And Rock'n'Roll', 'Mastercard' oder 'People My Age' seinen Höhepunkt findet. Sehr witzig finde ich das Covern der abgewichsten BONEY M-Nummer 'Daddy Cool'. Genau das Richtige zum Warmwerden am frühen Abend.
(Frank)

DISBELIEF
Mit den folgenden DISBELIEF kann ich musikalisch leider nicht allzu viel anfangen, trotz ihrer bisher fünf Veröffentlichungen. Ich weiß nur, dass der Lektor dieser geistigen Grütze voll auf die Band steht und mir wohl in Kürze die Gurgel rumdrehen wird (Ach, jeder hat doch das Recht auf freie Meinungsäußerung, aber natürlich nur dann, wenn es nicht um meine Lieblingsbands geht. Wenn ich dich in die Finger bekomme... :-) Anm. d. Lektors). Die hessischen Death-Metaller haben so manchem die Gehörgänge durchgeblasen, mich jedoch nur zum nächsten Bierstand getrieben. Von dort aus bleibt in meiner Hirnrinde nur ein Stück ('Spreading The Rage') hängen. Technisch durchaus sauber gespielt, doch wie bereits erwähnt, nichts für den Papa.
(Frank)

MNEMIC
Anders sieht es da schon bei MNEMIC aus. Die sympathischen Dänen durfte ich bereits auf "Rock am Ring" livehaftig erleben. Im Vergleich zum Auftritt auf dem Nürburgring legt man härtetechnisch noch eine Schippe drauf. Was aber auch daran gelegen haben dürfte, dass ich mit den meisten Stücken wie 'Deathbox', 'Ghost' oder ' Db'xx'ed' mittlerweile vertraut bin. Insbesondere Shouter Michael gehört zu den Aktivposten in der Band und legt eine kraftvolle Show an den Tage. Obwohl Drummer Brylle am Vortag noch umgeknickt ist und nach dem Besuch im Krankenhaus eine schicke Schiene seinen Knöchel ziert, merkt man seinem Spiel trotz des Handicaps nichts an. Als Höhepunkt darf der Gastauftritt von FEAR FACTORY-Fronter Burton C. Bell gewertet werden, der gemeinsam mit MNEMIC den Song 'Blood Stained' shoutet. Dass dieser kurze Auftritt der einzige von Burton an diesem Tage sein sollte, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erahnen. Daumen hoch!
(Frank)

PRIMAL FEAR
Kurz vor halb acht freue ich mich auf mein persönliches erstes Highlight. PRIMAL FEAR beginnen mit ihrer einstündigen Show, die leider nicht das hält, was man erwarten konnte. Zwar sei auf den allgemein überzeugenden Sound (von allen teilnehmenden Bands!) hingewiesen, dennoch hat besonders der Mischer von einer der führenden deutschen Power-Metal-Bands keinen guten Tag erwischt. Besonders auffällig wird das bei den Gitarrensoli. Die Gitarren werden von mir nur sehr verschwommen wahrgenommen. Die Band versprüht auch nicht gerade Spielfreude, lediglich Ralf Scheepers ist prächtig aufgelegt und singt jede noch so hohe Stelle mit exaktester Präzision. Da Ralf zuvor nicht zu meinen Faves unter den Sänger zählte, hat zumindest er bei mir punkten können. Ansonsten ist besonders die Setlist äußerst vorhersehbar und irgendwann geht zumindest mir ein Song wie ’Metal Is Forever’ mächtig auf die Cochones.
(Christian)

Ganz so schlimm empfinde ich es nicht. Wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob PRIMAL FEAR nicht hin und wieder zu technischen Hilfsmitteln beim Gesang greifen. Mir kommen die hohen Töne bei Ralf zu präzise rüber. Dennoch verfügen die Mannen um Mat Sinner mit 'Nuclear Fire', The Healer', 'Running In The Dust' oder 'Metal Is Forever' über erstklassige Metalhymnen und werden begeistert von der Crowd abgefeiert. Ordentlicher Set.
(Frank)

FEAR FACTORY
Das große Chaos setzte um 21:40 Uhr ein. Schon zuvor kann man den verdunkelten Himmel wahrnehmen, dass das Wetterchaos allerdings ausgerechnet bei den beiden Freitags-Headlinern einsetzen muss, haben wir wohl Petrus zu verdanken. Nach der Meldung, dass FEAR FACTORY mit ROSE TATTOO die Billing-Plätze getauscht haben, vernehme ich nur den Anfang des ersten Songs von FEAR FACTORY, die sich zunächst nicht beeindrucken lassen und von vielen Fans, die trotz Gewitter, Blitzen und Platzregen vor der Bühne verharrt
en, mächtig abgefeiert werden. Danach muss ich mich allerdings schnell zum Zeltplatz begeben, denn dort läuft unser Zelt Gefahr in den himmlischen Gefilden von Geiselwind zu verschwinden. Drecknass nehme ich wahr, dass FEAR FACTORY ihre Show nach zwei bis drei Songs beenden und ROSE TATTOO natürlich auch nicht mehr spielen können. Ein Review zu den Songs beziehungsweise zum Sound ist damit wohl hinfällig.
(Christian)

Voller Erwartung stehe ich nahezu eine halbe Stunde im Fotograben und darf eine gemächlich arbeitende Crew beim Aufbau zuschauen, während sich der Himmel über Geiselwind immer mehr zuzieht. Nach dem Erleuchten der ersten Blitze ist mir fast schon klar, dass hier nicht mehr lange gespielt wird. Dann ist es endlich soweit, die Crew gibt die Bühne frei und rechtzeitig mit dem Ertönen der ersten Klänge, öffnet Petrus seine Schleusen. Sintflutartig säuft das Gelände in kürzester Zeit ab und mir bleibt nur noch der Rückzug in den Backstagebereich, wo ich wenig später einen leicht angepissten Burton C. Bell mit einer Pulle Jack Daniels davonschleichen sehe. Schade, ich hatte mich sehr auf den Auftritt gefreut, da ich FEAR FACTORY zuletzt im Jahre 1995 im Vorprogramm von OZZY OSBOURNE gesehen habe.
(Frank)

Redakteur:
Frank Hameister

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