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End Of Silence Festival - Tiefenbach

26.06.2022 | 22:05

27.05.2022, Schulsportplatz

Gelungenes Festival mit vier mitreißenden Bands.

Zwei Jahre mussten die Feierlichkeiten in Form des END OF SILENCE Festivals zum 100-jährigen Jubiläum des SV Tiefenbach verschoben werden. Im Mai 2022 ist es dann soweit, mit vier erlesenen Bands steigt die große Party auf dem Schulsportplatz in Tiefenbach, die auch gleichzeitig meine persönliche Eröffnung der Open Air Saison 2022 darstellt.

Die Ehre das END OF SILENCE musikalisch zu eröffnen gebührt der Illertaler Blues-Rock-Formation SCRAP HEAP. Mit dieser Band verbinde ich etliche schöne Konzerterinnerungen an die 80er Jahre. Umso schöner ist es, die Band nach so langer Zeit mal wieder live zu erleben. Und irgendwie ist es fast wie früher. Schon damals hat mich SCRAP HEAP mit mitreißend interpretiertem Blues Rock begeistert und so ist es auch heute in Tiefenbach. Und dabei ist es vor allem mal wieder Sänger und Gitarrist Rainer Tausch, der den Blues quasi im Blut hat. Er ist nicht nur ein hervorragender Gitarrenbauer, zu dessen Stammkundschaft unter anderem Kuddel von den TOTEN HOSEN und Matt Gonzo Roehr von den BÖHSEN ONKELZ gehören, nein er ist auch ein Meister an der Gitarre. Ein gelungener Festivalauftakt mit SCRAP HEAP, der gerne etwas mehr Zuspruch verdient gehabt hätte, denn zum Auftakt ist leider noch nicht ganz so viel los auf dem Festivalgelände.

Setliste SCRAP HEAP: Love is the …, Blues Boy, Die In Pieces, Jonny the Nurse, Shaka-do-la, Grace, Summer was grea…, Run Fire, Eternity

Weiter geht es mit 5 HORSE RODEO. Die Ulmer Band durfte ich vor länger Zeit schon mal bei einem ihrer Unplugged-Konzerte bewundern, und seinerzeit war ich richtig begeistert. So freue ich mich jetzt umso mehr die Jungs auch mal mit voll verstärktem Sound zu erleben. Und ich werde auch hier nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Mit enormer Spielfreude schleudert der Fünfer seinen Southern Metal’n’Roll ins inzwischen zahlreicher vertretene Publikum. Als besondere Showeinlage reicht Sänger Aleks Marillenschnaps, das Zeugs schmeckt höllisch gut, davon darf ich mich auch selbst überzeugen. Leider muss der Auftritt um die eine oder andere Nummer gekürzt werden, da es wohl Probleme mit dem zeitlichen Ablauf gibt. Denn von 5 HORSE RODEO hätte nicht nur ich gerne noch etwas mehr gehabt, das war mal so richtig stark.

Setliste 5 HORSE RODEO: 5 Horse Rodeo, Back From The Void, Mr. Smartass, Take A Shot, Chocolate Highway, Rock'n'Roll AtAts, Mean Machine, A Rhyme For A Dime, A Horse & A Bottle

Dass DIE TAUCHER eine hervorragende Liveband sind, die grundsätzlich immer für eine super Stimmung sorgt, dürfte bekannt sein. So ist es nicht verwunderlich, dass es jetzt schon richtig voll vor der Bühne wird, als die Illertaler Rock'n'Roll Piraten die Bühne entern. Von der ersten Sekunde an weiß das Quintett den Heimvorteil perfekt zu nutzen. Der Rock'n'Roll im weitesten Sinne, wie die Band ihren Stil gerne selbst beschreibt, verfehlt auch diesmal seine Wirkung nicht. Bei bestem Sound werden die zahlreichen Hits wie 'Ich muss aufs Klo' oder 'Riding On The Feldweg' nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Den wohl größten Hit gibt es sogar in der aktualisierten Version 'Der Popper 2020', da man ja seit dem Original ein bisschen älter geworden ist, wie Frontmann Elmex erwähnt. Ebenfalls wurde die pandemiebedingte Auszeit genutzt mit 'Hart Nass Laut' jetzt auch endlich eine offizielle Bandhyme zu schreiben, die heute Livepremiere feiert und sich als neuer Gassenhauer erweist. Und auch der SV Tiefenbach, bei dem Elmex bei Heimspielen ja auch Stadionsprecher ist, bekommt mit der Mitgröhlnummer 'SVT' verdientermaßen seine eigene Stadionhymne. Mit 'Popper der Nation' endet der wohl beste Auftritt der Illtertal-Rocker, den ich bisher erleben durfte. DIE TAUCHER haben auch in Tiefenbach wieder mehr als abgeliefert und lassen ein begeistertes Publikum zurück.

Setliste DIE TAUCHER: Intro: Der Rote Korsar, Rock'n'Roll Piraten, 25 Bilder, Eddie und Elektra, 8x4, Aufstehen, Himmel, Ohne Cash, Ich steh auf Dich, Zu spät, Popper 2020, Schönheitsideal, Unsterblich, Kälter als Eis, SVT (SV Tiefenbach Hymne, Premiere), Alles, Komm mit mir, Ich muss aufs Klo, Riding on the Feldweg, Hartnasslaut (Premiere), Berta S., Nur eine Nacht, Popper der Nation

Als Headliner konnte die Ingolstädter Hard-Rock-Institution BONFIRE verpflichtet werden. Und hier freue ich mich vor allem Sänger Alexx Stahl wieder auf der Bühne zu sehen. Dieser hatte erst vor einem dreiviertel Jahr eine schwere Herzoperation und ist dem Tod quasi noch mal von der Schippe gesprungen. Umso mehr ist die hervorragende Gesangsleistung und besonders agile Bühnenperformance an diesem Abend zu bewerten, vor der man nur den Hut ziehen kann. Schön, dass du wieder da bist, Alexx! Aber auch der Rest der Band um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Hans Ziller ist in großartiger Form. Nach mehr als zwei Jahren Bühnenabstinenz ist nichts von irgendeinem Rostansatz zu merken, Frank Pané bildet mit Hans Ziller ein perfektes Gitarrenduo. Und die Rhythmus-Sektion um Bassist Ronnie Parkes und Neuschlagzeuger Fabio Alessandrini (ANNIHILATOR) kann ebenfalls überzeugen. Fabio ersetzt den sehr kurzfristig ausgestiegenen Andre Hilger und hatte nur wenige Tage Zeit das Programm einzustudieren, weshalb seine formidable Leistung durchaus noch höher zu bewerten ist. Dass er sein Können dann noch in einem kurzweiligen Schlagzeugsolo unter Beweis stellen darf, versteht sich von selbst. Die Setliste besteht aus einer gesunden Mischung bekannter Hits und neuer Nummern, welche dieses Jahr zum ersten Mal live präsentiert werden können, da kurz nach Veröffentlichung des aktuellen Albums "Fistful of Fire" mit Konzerten für die nächsten zwei Jahre erst mal Schluss war. Die neuen Stücke reihen sich perfekt in den Set mit den zahlreichen Klassikern ein. Mit der Megaballade 'You Make Me Feel' und der Abschlussnummer 'Champion' endet die mitreißende Performance von BONFIRE vor etwa 1500 begeisterten Fans. Bei der anschließenden Autogrammstunde am Merchstand ist der Andrang dann auch dementsprechend groß.

Setliste BONFIRE: Intro: In the Beginning, Temple of Lies, Never Mind, Don't Touch the Light, Under Blue Skies, Hard On Me, Praying 4 a Miracle, Give It a Try, Sword and Stone Stand or Fall, Drum Solo, American Nights, Sweet Obsession, S.D.I., Ready 4 Reaction, You Make Me Feel, Champion

An dieser Stelle kann ich dem SV Tiefenbach nur noch für ein hervorragend organisiertes Festival gratulieren. Denn nicht nur die vier Bands haben alle auf ganzer Linie überzeugt, auch das ganze Drumherum war mehr als perfekt. Der Sound war tatsächlich vom Opener SCRAP HEAP bis einschließlich zum Headliner BONFIRE immer top, das kennt man ja durchaus auch anders. Es bleibt zu hoffen, dass das END OF SILENCE in dieser Form keine einmalige Angelegenheit war. Ich denke, ich spreche für alle die da waren, eine Fortsetzung ist auf jeden Fall mehr als erwünscht. Auf ein baldiges Wiedersehen in Tiefenbach!

Fotos: Rüdiger Stehle, Daniel Tretter

Redakteur:
Tommy Schmelz

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