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GRAVE DIGGER & BURNING WITCHES - Hamburg

12.02.2019 | 21:06

22.01.2019, Markthalle

Von brennenden Hexen und Totengräbern.

Die Urgesteine um Chris Boltendahl habe ich Mitte der Achtziger zum ersten Mal live gesehen. Schon damals haben sie sich einen festen Platz in der Metal-Szene gesichert, den sie bis heute innehalten. GRAVE DIGGER stehen für gradlinigen Metal und heute Abend wollen sie dies nach über 30 Jahren Bandgeschichte den Hamburgern unter Beweis stellen. Zum Anheizen haben sie die Band BURNING WITCHES aus der Schweiz mitgebracht. Die Girls aus den Bergen machen sich aktuell mit spektakulären Auftritten einen Namen. Ich bin sehr gespannt.

Um 20:00 Uhr fällt der Startschuss für BURNING WITCHES. Mit voller Power stürmen die Ladies

die Bühne und lassen keinen Zweifel aufkommen, die Markthalle in eine Sauna verwandeln zu wollen. Abgesehen von optischen Reizen können die Musikerinnen auch musikalisch voll überzeugen. Die rund 400 Gäste drängen sich Richtung Bühne und quittieren die Action mit viel Beifall. Egal, wohin man schaut, fliegen wilde Mähnen hin und her und selbst auf der recht schmalen Bühne fackeln die Hexen gemäß ihrem Bandnamen ein wirklich beeindruckendes Feuerwerk ab. Sängerin Seraina, mal hoch kreischend oder auch mal tief growlend, zeigt eine starke Performance und weiß genau, wie das Publikum zu begeistern ist. Beide Gitarristinnen, Romana und Sonia, präsentieren sich ebenfalls als tolle Musikerinnen. Klasse Soli und eine wirklich gute Bühnenpräsenz zeichnen sie aus.

Nicht zu vergessen die Schlagzeugerin Lala, die eine solide Show hinter den Kesseln abliefert. Als die Band eine Coverversion von "Holy Diver" anstimmt, ist auch der allerletzte Biertrinker von der Theke verschwunden und mischt sich unter die tobende Menge. Insgesamt kann man festhalten, dass sich GRAVE DIGGER einen richtig guten Support ausgesucht hat. Sehr schön, aber leider nicht die Regel, ist die Tatsache, dass auch die Supportband mit sehr gutem Licht und Ton versorgt wird. Insgesamt also ein sehr gelungener Auftakt des Abends. Mit sehr viel Beifall werden die BURNING WITCHES nach einer knappen Stunde Spielzeit gefeiert.

Nach einer recht kurzen Pause, die Bühne für den Hauptact stand schon aufgebaut und abgedeckt bereit, verlischt das Hauptlicht und unter düsteren blauen Scheinwerfern stiefelt der Sensemann über die Bühne.

Nun soll es losgehen. Frontmann Chris Boltendahl stürmt die Bühne und man merkt ihm sofort an, dass er tierisch Bock hat auf diesen Abend. Seine Mitstreiter strotzen ebenfalls vor Energie und somit bieten sie eine gute Einheit, die den 400 Gästen hier in Hamburg gehörig in den Allerwertesten treten will. Licht stimmt, Sound stimmt und die Meute ist auch in guter Stimmung für einen schönen Metal-Abend. Eine gute Mischung aus altbekannten Songs und natürlich einigen vom neuen Album bieten jedem Fan einen Querschnitt aus über 30 Jahren Bandgeschichte. Axel Ritt, seit zehn Jahren an der Gitarre bei GRAVE DIGGER, liefert eine satte Performance ab und zeigt mit viel Leidenschaft sein ganzes Können an den sechs Saiten. Es macht viel Spaß, ihm bei der Arbeit zuzusehen.

Schöne, perfekt gespielte Soli und fette Rhythmusparts wissen allen zu gefallen. Sänger und Bandgründer Chris Boltendahl versucht stets, das Publikum in die Show einzubinden und es gelingt ihm richtig gut. Er bringt seine ganze jahrzehnte lange Bühnenerfahrung ein und präsentiert sich als cooler Frontmann mit viel Kontakt zum Publikum. Die Bühne, ein Friedhof mit einigen gruseligen Pappkameraden, wird schön in die Show eingebunden. Coole Lichteffekte und gezielt eingesetzter Nebel können sich sehen lassen.

Das Publikum, zwei oder gar drei Generationen, feiert jeden einzelnen Song gebührend ab. Sichtlich beeindruckt versuchen die Musiker, sich von Song zu Song zu steigern. Gerade die alten Stücke werden lauthals mitgesungen und abgefeiert. GRAVE DIGGER spielen knapp zwei Stunden und lassen wirklich kaum Wünsche offen.

Angesichts der nur 400 Gäste hatte ich am Anfang meine Bedenken, dass dieser Abend zu einer Party wird aber ich habe mich gehörig getäuscht. BURNING WITCHES haben den Grundstein gelegt mit ihrer sehenswerten Performance und die alten Recken von GRAVE DIGGER haben sich nicht von einer nur halbvollen Halle beeindrucken lassen und genau diesen 400 zahlenden Gästen einen fetten Abend beschert. So gehört sich das auch. Für mich war es eine kleine Zeitreise, die mir sehr viel Spaß bereitet hat.

 

 

 

 

Redakteur:
Rainer Hentschke

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