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German Metal Attack II - Osnabrück

19.10.2013 | 22:50

02.10.2013, Rosenhof

Der 2. Teil der Erfolgstour macht seinem Namen alle Ehre.

Die Propheten aus einheimischen Gewässern geben sich erneut die Ehre. Neun Monate nach dem ersten Teil der "German Metal Attack" kehren nun GRAVE DIGGER und Co. mit leicht verändertem Line-Up zurück, um heuer dem nördlichen Teilen Deutschlands das volle Power-Metal-Paket zu servieren. Neben den Kölner Hard Rockern von GUN BARREL, den "Defenders Of Metal" von WIZARD und den Grabschauflern aus Gladbeck haben sich die Hamburger PARAGON ins Billing geschlichen und geben mir dadurch den Hauptgrund, ins weit entfernte Osnabrück zu reisen. Sicherlich werde ich mich auch an den restlichen Metal-Heroen erfreuen, doch wer mit "Force Of Destruction" vor einem Jahr solch einen Paukenschlag veröffentlicht hat, muss damit rechnen, dass einige Zuschauer sogar 250 km Fahrt in Kauf nehmen. GUN BARREL hat ihre Revolver geladen, PARAGON ihre Schwerter geschärft, WIZARD ihre Äxte geschmiedet und GRAVE DIGGER die letzten Überlebenden verbuddelt. Doch der Reihe nach.

Mit einer Kapazität von knapp 1000 Mannen ausgerichtet, hat sich an diesem etwas kühleren Mittwochabend doch eine beachtliche Anzahl True-Metaller im Osnabrücker Rosenhof versammelt. Und gleich zu Beginn setzen die Power-Rocker GUN BARREL ab 19:30 Uhr ihren damaligen Siegeszug fort. Sänger Patrick und seine Mannen sind heuer vollends in ihrem Element, riffen und rocken sich die Seele aus dem Leib und zeigen dem Osnabrücker Publikum mit 'Brace For Impact' und 'Brother To Brother', wo der Frosch die Locken hat. Die Band hat sichtlich Spaß und steckt damit auch in der halben Stunde Spielzeit ihre Gemeinde an. Die Menge freut sich, entlässt nach 'Bombard Your Soul' und dem obligatorischen Rausschmeißer 'Lonely Rider' ihre Kölner Buben in den wohlverdienten Feierabend und darf sich in heller Vorfreude auf zukünftige Taten an diesem Abend freuen.

Denn nun kehren die Hamburger Jungs von PARAGON auf die Bühne, die, soviel sei erwähnt, mit einer viel zu kurzen Spielzeit gesegnet werden. Doch die lange Anfahrt macht sich gleich zu Beginn bezahlt, denn Buschi und Co. haben einen immens guten Abend erwischt. Mit druckvollem Sound und "Force Of Destruction" im Gepäck, geben die fünf Hansestädter Vollgas. Neu-Göttergaben wie 'Gods Of Thunder' oder 'Tornado' geben sich mit alteingesessenen Klassikern wie 'Palace Of Sin', 'Steelbound' oder 'Armies Of The Tyrant' die Klinke in die Hand. Die Band spielt extrem tight, rifft sich einen Ast ab und lässt jegliche Klischees im Keim ersticken. So muss deutscher Teutonen-Metal anno 2013 klingen. Mit dieser Leistung machen sie den Mund für das kommende Album wässrig, was bereits in der Mache ist. Und an diesem Mittwochabend stehen alle Zeichen auf Sturm. Nach rund 40 Minuten ist auch dieser Auftritt viel zu schnell vorbei, PARAGON wird mit Applaus und Zurufen gesegnet und weckt in mir den abermaligen Wunsch, die Hamburger auch in meiner Nähe mit einer längeren Spielzeit erwischen zu können.

Nach diesem Paukenschlag geht es mit WIZARD weiter, die zwischen den beiden "German Metal Attack"-Teilen ihr neues Album "Trail Of Death" der Meute zum Fraß vorwarfen. So gibt es auch heute sowohl neue Songs wie 'Black Death' und 'Messenger Of Death' als auch die typischen WIZARD-Brecher in Form von dem abschließenden 'Defenders Of Metal', dem Epiker 'Hall Of Odin' oder dem bärenstarken 'Hammer, Bow, Axe And Sword'. Wie im Januar sind die Jungs auch im zweiten Teil der Tour mehr als gut gelaunt, heben den Metal-Klischee-Faktor nicht allzu sehr in die Höhe (Nicht? Der letzte Songtitel allein reicht doch schon, oder? FJ) und bereiten der beachtlichen Publikumsmenge eine enorme Freude. Sprechchöre und eine glücklich dreinblickende Band runden den positiven Gesamtüberblick dieser WIZARD-Show ab. Hier war der Faustreckfaktor hoch.

Dieser darf auch bei dem Headliner aus Gladbeck nicht fehlen. Onkel Boltendahl und seine Grabschaufler runden auch den zweiten Teil der "German Metal Attack" fabelhaft ab und bieten wie vor neun Monaten dem Publikum und der Location ein Teutonen-Metal-Feuerwerk der Spitzenklasse. GRAVE DIGGER weiß eben, was beim Publikum ankommt, sodass man mit Songs wie 'Hammer Of The Scots', 'Ballads Of A Hangman', 'Medusa' oder das fabelhafte 'Valhalla' nun wahrlich nichts falsch machen kann. Dass nach Bierverzicht von Chris’ Seite dem Frontschaufler schließlich ein voller Becher entgegenkam, musste nun wirklich nicht sein. Doch an einem Punkt, wo andere Bands schon Auftritte absagten, ließ sich GRAVE DIGGER nicht beirren, fand klare Worte an den Werfer und lieferten weiterhin mit 'The House', 'The Dark Of The Sun' und 'Morgane Lefay' wohlige Metal-Kost. Axel riffte sich abermals die Finger wund und dass Jens und Stefan zu den besten und souveränsten in ihrem Fach gehören, muss auch heute nicht betont werden. So schloss GRAVE DIGGER nach rund anderthalb Stunden mit den obligatorischen 'Excalibur', 'Rebellion' und 'Heavy Metal Breakdown' die Pforten und entließ die mit Teutonen-Klängen vollgepumpte Meute in den wohlverdienten Feierabend.

Meine Ohren klingeln immer noch und da ich eine etwas längere Abreise vor mich habe, erfreue ich mich auf der Rückfahrt an "Brace For Impact", "Force Of Destruction", "Trail Of Death" und "Clash Of The Gods" und recke dabei meine Fäuste in den Fahrtwind. Toller Abend, guter Sound, nette Location, geniales Billing, Osnabrück, du hast gerockt.

Redakteur:
Marcel Rapp

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