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Hammerfall - Langen

31.01.2007 | 19:23

26.01.2007, Stadthalle

Als am Freitagabend einmalig der Winter in Hessen einbricht, machen Herr K. aus M. und ich uns mal wieder auf zur Langener Stadthalle, in der sich heute HAMMERFALL gemeinsam mit KROKUS und den POODLES vergnügen sollen. Obwohl wir bis kurz vor 20 Uhr mit den hochgezogenen Kragen unserer Daunenjäckchen im Auto ausharren, müssen wir vor der Halle immer noch einige Minuten auf den Einlass warten, nachdem wir uns endlich in die Kälte getraut haben. Offensichtlich wird es in Langen langsam zur Gewohnheit, sich mit den Einlasszeiten zu verkalkulieren. Und so verpassen wir den ersten Akt des Abends, THE POODLES, komplett, mit der Folge, dass es ausgerechnet KROKUS sind, die unsere Stimmung für die schwedischen Headliner anheizen sollen.

Das gelingt nicht wirklich gut. KROKUS sind nicht unser Fall. Bei allem Respekt, den man den Schweizern mit ihrer langjährigen Bühnenerfahrung objektiv sicher entgegenbringen muss, kann ich mich mit ihrem Hardrock-Programm einfach nicht anfreunden. Für mich wirkt Sänger Marc Storaces Performance einfach überspannt und leider auch ein bisschen von gestern. Andere sehen das aber anders. Und so ist die Halle neben eindeutig durch ihre T-Shirts zu identifizierenden HAMMERFALL-Anhängern nicht unerheblich mit Vertretern der teils bürgerlich gewordenen Hardrockfraktion gefüllt. Und für die geht offensichtlich ganz gut die Post ab. Die Stimmung ist gut und die Halle – wie es die Warteschlange am Eingang bereits vermuten ließ – zwar nicht ausverkauft, aber gut gefüllt. KROKUS quälen uns gut eine Dreiviertelstunde, dann ist Zeit für ein Bier, eine Snackpause mit den üblichen Fastfood-Kanapees der Stadthalle und eine Pipipause für die Sextanerblasen.

Setliste KROKUS:
Long Stick Goes Boom
Hellraiser
Angel Of My Dream
Bad Boys, Rag Dolls
Screaming In The Night
Fight On
Easy Rocker
Rock City
Bedside Radio


Pünktlich um 22 Uhr erobern dann die einzig wahren HAMMERFALL die Bühne, die diesmal von einem überzogenen Bühnenbild verschont bleibt. Dennoch sparen die Schweden nicht mit effektvollen Showeinlagen, und so beginnt der erste Song 'Threshold' sogleich mit einer lustigen Feuerwerkssalve. Joacim Cans und seine Jungs bieten ein munteres Programm mit ausgewählten Songs der neuesten CD, lassen aber natürlich auch altbewährte Knaller à la 'Renegade', 'Glory To The Brave' und 'Riders Of The Storm' nicht vermissen.

Und dann gibt es wie immer ein bisschen Kasperletheater. Zu 'Let The Hammer Fall' muss das Publikum Joacims Ansage mit einem lautstarken "Fall!" vervollständigen und darf dabei dessen Beschwörungen über die Faszination des Metals genießen. Was ein echter Metaller ist, zeigt sich auch wieder am Bühnenoutfit der Musiker. So präsentiert sich Oscar Dronjak diesmal mit einem lustigen Kettenschmuck über der Lederhose, der fast Assoziationen an ein Röckchen aufkommen lässt. Etwas hinderlich im Gesamtprogramm sind dazu Oscars wenig spannendes Gitarrensolo und eine witzig gemeinte, aber ebenfalls nicht sehr aufregende Drumeinlage von Anders Johansson. Aber das nehmen wir gerne in Kauf, ist doch der Abend im Übrigen wieder sehr unterhaltsam und lehrt uns, statt den Metal und HAMMERFALL zu ernst zu nehmen, den Spaß bei der Sache nicht zu vergessen.

Auf 'Steel Meets Steel' müssen wir diesmal leider verzichten, aber zum Schluss gibt es mit 'Hearts On Fire' im Zugabenteil noch einmal ein schmissiges Spektakel. Johansson steckt seine Drum-Becken in Brand, und so flackert zum von den Fans begeistert mitgesungenen Refrain ein metaphorisches Feuer auf der Bühne. So gefällt's!

Strahlend verabschieden sich die sympathischen HAMMERFALL nach reichlichen anderthalb Stunden von ihren Fans, die im Großen und Ganzen wieder auf ihre Kosten gekommen sein dürften.

Setliste HAMMERFALL:
Threshold
Templars Of Steel
Riders Of The Storm
Legacy Of Kings
Rebell Inside
Bloodbound
Drum Solo
Raise The Hammer
A Legend Reborn
Renegade
Let The Hammer Fall
Guitar Solo
Reign Of The Hammer
Hammerfall
Natural High
Glory To The Brave
Heading The Call
Hearts On Fire

Redakteur:
Erika Becker

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