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Heavy Metal - Nix Im Scheddel...? Nr.33 - Leipzig

06.03.2003 | 03:12

28.02.2003, Tonellis

Zuerst hatte das metallene Volk die Absage derer von BEHEMOTH zu verkraften (mehr als ein paar ziemlich fadenscheinige Begründungen seitens der Band waren auch nicht in Erfahrung zu bringen), also wurden kurzerhand wieder BONESTORM ins Programm gehievt, die erst ein paar Wochen vorher in Ermangelung eines Sängers abgesagt hatten, aber nun doch jemanden für das Mikro gefunden hatten. Somit war das Quartett um die Headliner BURDEN OF GRIEF wieder vollzählig.
MENTAL AMPUTATION waren ein Vertreter aus der Kategorie hoffnungsvoller Newcomer. Auch wenn man es bisher erst auf ein Demo mit Namen "Mass Crisis" gebracht hat, klang das mehr als ordentlich. Schön druckvoller und abwechslungsreicher Death Metal wurde auf die Hörerschaft losgelassen, Tempowechsel und melodische Einsprengsel lockerten die Sache angenehm auf. Diese Band befindet sich eindeutig auf einem guten Weg, Potenzial für ruhmreiche Taten in der Zukunft scheint jedenfalls vorhanden zu sein.
JACK SLATER hatten dann nicht vor, Gefangene zu machen. Die Bonner Krachmaten lieferten eine brutale Attacke ab und knüppelten wirklich ohne Pause. Das verwundert auch überhaupt nicht, wenn man sich mal Songtitel wie "Kinderfresser", "Leichenschmaus" oder "Hackfleischmann" (von der aktuellen Platte "Playcorpse") zu Gemüte führt - CANNIBAL CORPSE auf deutsch, oder wat? Jedenfalls metzelte man alles nieder mit diesem stumpf-brachialen Gewitter, bei dem allerdings ein Song wie der andere klang. In dieser Hinsicht war man ein wenig zu eintönig unterwegs. Spaß machte die ganze Angelegenheit trotzdem, was nicht zuletzt an dem lockeren und lustigen Auftreten der Truppe lag.
In der anschließenden Umbaupause wurden ein paar Feierlichkeiten anlässlich des ümpf-und-öchzigsten Geburtstags von Meister Ringo über die Bühne gebracht, der sich, wie sich das gehört, artig mit einem Fass Freibier für die Scheddel-Crowd bedankte.
Danach konnte es weitergehen mit BONESTORM aus Berlin und die waren gut unterwegs. Die Band um die Gründungsmitglieder Andi von NUCLEAR TRIBUNAL und Dominik von ORTH servierte ein fettes Death/Thrash-Brett. Benannt im übrigen nach einem Videospiel, das sich Bart Simpson einmal auf hinterhältige Weise aneignete, gaben auch die Knochenstürmer ordentlich Gas, gingen aber im Gegensatz zu JACK SLATER auch ein ganzes Stück abwechslungsreicher zu Werke. Hier passte einfach alles zusammen - Aggressivität, gute Songs und Spielfreude. Man brezelte arschtight und musikalisch ansprechend los und wurde zum Dank vom Publikum auch ordentlich abgefeiert. Ein Name, den man sich merken sollte. Coole Band!
Das Highlight des Abends hörte ganz klar auf den Namen BURDEN OF GRIEF. Die Melo-Deather (auch wenn die Bezeichnung nicht ganz passt, da man mit Bands wie IN FLAMES nicht viel gemein hat) zeigten sich von ihrer besten Seite und servierten ein musikalisch anspruchsvolles Brett, das keine Wünsche offen ließ. Es wurde deutlich unter Beweis gestellt, was für eine Klassescheibe "On Darker Trails" (2001) ist. Die Songs kamen genau auf den Punkt und liefen auch live (auf den Alben sowieso) extrem gut rein. Für eine energiegeladene Show war somit gesorgt. Aber ehrlich gesagt kann man mit solch coolen Songs, bei denen die Mischung einfach stimmt, auch nicht viel falsch machen. Hübsch verpackte Melodien und knallhartes Riffing ließen die ersten Reihen ausgelassen im Takt zur Musi bangen und auch die Band hatte sichtlich ihren Spaß. Als dann auch noch IRON MAIDEN mit "Prowler" gecovert wurde, hatten BURDEN OF GRIEF endgültig gewonnen. Bleibt nur zu hoffen, dass die Band in Deutschland endlich mal die verdienten Lorbeeren einfährt oder zählt der Prophet im eigenen Lande etwa nichts?
Jedenfalls war es einmal mehr eine gelungene Party (hab ich sowas in der Art bisher nicht jedes Mal geschrieben?) und so langsam nimmt auch schon die Vorfreude auf den Geburtstags-Scheddel in zwei Monaten bedrohliche Ausmaße an. Auch wenn sich diesmal am Ende der eine oder andere Gast noch etwas daneben benommen hat (Schullilung!), war's doch mal wieder ein schöner, feuchtfröhlicher Abend.


Scheddel-Infos und bisherige Berichte gibt es hier:
http://www.powermetal.de/tour/festival.php?id=787

Redakteur:
Stephan Voigtländer

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